Wie lange ist es möglich einen Eichenstamm zu lagern bevor er auftgerennt wird?

bigmasterbe

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Hallo Gemeinde,

ich hätte mal eine Frage bzgl. der Liegezeit eines Eichenstammes. Und zwar habe ich vor kurzem einen Eichenstamm von einem Bekannten frisch aus dem Wald bekommen. Er hat einen Durchmesser von ca. 80cm und ist 4 Meter lang.
Jetzt habe ich den Stamm zwar schon zum Sägewerk gefahren, liegt dort aber erst einmal und wartet. Denn ich beabsichtige mit meinem Bruder in 1-3 Monaten weitere Stammware in besagtes Sägewerk zu bringen. Danach soll dann alles auf einmal gesägt werden.

Nun zu meiner Frage: Besteht die Gefahr, dass der Eichenstamm die nächsten Wochen durch Trocknen anfängt zu reissen?

Das möchte ich eigentlich verhindern, da er als Möbelholz in meiner Hobbywerkstatt zum Einsatz kommen soll.

Wie lange denkt ihr, kann man Stammware liegen lassen, speziell Eiche, ohne dass das Holz schaden nimmt, sprich reisst oder sich verfärbt?

Auf dem Sägewerk wurde mir gesagt, dass es kein Problem sei, wollte mich aber hier nochmal informieren. Wäre extrem schade um das tolle Eichenholz, wenn ich es nur noch als Brennholz verwenden könnte. Ansonsten würde ich es halt jetzt gleich separat sägen lassen.

2. Frage (ist mir gerade eingefallen): Sollten die gesägten Bohlen und Bretter mit oder ohne Rinde getrocknet werden?

Freue mich schon auf eure Antworten. Vielen Dank dafür schon mal im Voraus.

Viele Grüße
b.
 

SteffenH

ww-robinie
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Ich wundere mich manchmal bei Waldspaziergängen, wie lange dort einige Haufen geschlagenen Holzes rumliegen. Kommt aber wohl auch auf den späteren Verwendungszweck an.
Hier ist ein interessanter Artikel, in dem auch Grundsätzliches über Holzlagerung drinsteht:
Nasslager ? Wikipedia

Aus dem Bauch würde ich sagen, 1-3 Monate sind kein Problem.
 

Krummer Nagel

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Hallo Gemeinde,

ich hätte mal eine Frage bzgl. der Liegezeit eines Eichenstammes. Und zwar habe ich vor kurzem einen Eichenstamm von einem Bekannten frisch aus dem Wald bekommen. Er hat einen Durchmesser von ca. 80cm und ist 4 Meter lang.
Jetzt habe ich den Stamm zwar schon zum Sägewerk gefahren, liegt dort aber erst einmal und wartet. Denn ich beabsichtige mit meinem Bruder in 1-3 Monaten weitere Stammware in besagtes Sägewerk zu bringen. Danach soll dann alles auf einmal gesägt werden.

Nun zu meiner Frage: Besteht die Gefahr, dass der Eichenstamm die nächsten Wochen durch Trocknen anfängt zu reissen?

Das möchte ich eigentlich verhindern, da er als Möbelholz in meiner Hobbywerkstatt zum Einsatz kommen soll.

Wie lange denkt ihr, kann man Stammware liegen lassen, speziell Eiche, ohne dass das Holz schaden nimmt, sprich reisst oder sich verfärbt?

Auf dem Sägewerk wurde mir gesagt, dass es kein Problem sei, wollte mich aber hier nochmal informieren. Wäre extrem schade um das tolle Eichenholz, wenn ich es nur noch als Brennholz verwenden könnte. Ansonsten würde ich es halt jetzt gleich separat sägen lassen.

2. Frage (ist mir gerade eingefallen): Sollten die gesägten Bohlen und Bretter mit oder ohne Rinde getrocknet werden?

Freue mich schon auf eure Antworten. Vielen Dank dafür schon mal im Voraus.

Viele Grüße
b.
Hallo b.,

das ist überhaupt kein Problem die Stämme 1 - 3 Monate zu lagern.
Auch wenn es ein halbes Jahr wird...
Ist sogar besser wenn Hartholz vor dem Sägen eine "Ruhephase" hat.
Die Bohlen und Bretter besser von der Rinde befreien, damit kein Schädling reinkommt. Ist aber bei Eiche kein Zuckerschlecken:emoji_wink:
 

JR.lignarius

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Es stellt kein problem dar wenn Eichenstämme länger rumliegen es wird sich höchstens das Splintholz etwas verfärben bzw. bei längerer Lagerzeit abfaulen. Das Kernholz wird aber keinen Schaden nehmen. (Habe schon Eichenstämme im Wald liegen sehen bei denen nur noch das Kernholz vorhanden war und auch diese wurden nach ca. 3-4 Jahren noch zu brauchbaren Bohlen gesägt)

Zum Trocknen würde ich aber wie Krummer Nagel schon schrieb die Rinde entfernen um Schädlingsbefall zu verhindern.

Wichtig ist allerdings besonders bei Eiche die Bohlen/Bretter gleich nach dem Einschnitt (ca. 1-2 Tage) gründlich abzukehren um Sägespäne, den Metallabrieb sowie Trenn-/ Gleitmittel der Säge zu entfernen, da diese mit der in der Eiche vorhandenen Gerbsäure reagieren können und das Holz unschön verfärben. Die Hirnholzenden der Bohlen zu versiegeln kann natürlich auch nicht schaden, ich verwenden dazu meistens alten Leim. Die meisten Sägewerke haben auch besondere Versiegelungen dafür kannst ja mal nachfragen.

Wünsche dir jetzt schon viel Spaß beim fertigen der Möbel mit dem eigenem eingeschnittenem Holz.

Grüße
Johannes
 

skicu

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Das mit der Rinde (ab oder dran) scheint nicht so einfach zu sein. Ein Buch zur Holztrocknung, das ich gerade lese, empfiehlt wieder, die Rinde dran zu lassen, um ein zu schnelles Trocknen und damit Reißen der Bretter / Bohlen zu verhindern.
Ich habe aber bisher die Rinde auch immer entfernt, werde die nächsten Stamme mal mit Rinde aufschichten.

Gruß
skicu
 

bigmasterbe

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Hallo Leute,

vielen Dank für die guten und schnellen Antworten.
Dann kann ich den Stamm ruhigen Gewissens noch ein wenig liegen lassen.

Bleibt die Frage, ob mit oder ohne Rinde zum Trocknen lagern...
Glaube bei Buche sollte man unbedingt die Rinde entfernen, habe ich mal gehört. Bei Eiche bin ich mir nicht sicher.

Grüße
b.
 

Obi

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Hallo
habe erst vor 4 Wochen eine Eiche, stammdurchmesser von 70 cm und 9 Meter länge aufgesägt,
die lag schon 2 Jahre im Wald.
Das Kernholz kam super raus, der Splint anteil war wie ein Schwamm, aber den braucht man eh nicht.
Ich glaube zu wissen, das man Eiche immer ein wenig liegen lassen soll, wegen der Gerbsäure.
Habe natürlich keine Bretter von 9 Meter länge geschnitten, sondern mit 3 Meter.
Mit Logosol und 75 er Kette.

Gruß Obi
 

beppob

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Hallo Leute,


Bleibt die Frage, ob mit oder ohne Rinde zum Trocknen lagern...

Grüße
b.
das ist keine frage, rinde weg und abkehren !!!! wenn du die rinde dran hast, bekommst du wurmbefall, bei allen heimischen holzsorten. glaub mir, ich hab schon genug schreinerware zu Brennholz gesägt :mad:

luftig, abgedeckt lagern. keine direkte Sonneneinstrahlung, min. 40cm vom boden weg.
 

McBride

ww-robinie
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Auf jeden Fall Rinde ab, wegen der Holzschädlinge!
Sagt mal...wenn Stämme von 80cm Durchmesser dabei sind, ist es dann nicht sinnvoll die 80cm breite Kernbohle und eventuell die
Mittelbohlen ober/unterhalb zu halbieren?
Bei der späteren Verarbeitung wirds doch eh klein geschnitten, und es hilft definitiv gegen Risse!
Oder braucht man solch breite Rohware?
 

bigmasterbe

ww-kastanie
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Hallo,

gut, dann werde ich die Rinde abmachen.
Speziell bei Eiche habe ich auch mal gelesen, dass man die Bohlen das erste Jahr im Freien lagern soll, kleiner Regenschutz oberhalb und die Stirnseiten bedecken. So wascht bzw. baut sich die Gerbsäure aus bzw. ab.
Auf jeden Fall sollte man dabei beachten, dass das Holz keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
Nach einem Jahr kann man sie dann in einem durchlüfteten Schuppen oder ähnliches lagern.

Das mit den breiten Bohlen und dem Auseinanderschneiden könnte ich mir schon vorteilhaft vorstellen. Im Kern reißen sie eh, das kann man nicht verhindern. Aber wenn man quasi vorher schon seinen Soll-Schnitt durch den Kern macht, kann man m.E. zumindest verhindern, dass der Riß sich nicht auch in das Nutzholz ausbreitet. Habs noch nicht gemacht, aber die Überlegung kling doch logisch, oder?

Viele Grüße
b.
 
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