Welchen Spiralnutbündigfräser sollte ich nehmen?

Fabian-B

ww-kastanie
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Hallo,

ich habe eine Oberfräse von Makita mit 2100 Watt und würde diese gerne in einen Frästisch einbauen, um dann mit einem Spiralnutbündigfräser und einer Schablone auf dem Werkstück im Volleingriff, also ohne das Werkstück vorher grob auszuschneiden, durch das Material zu gehen. Das Holz welches ich bearbeiten möchte ist Fichte mit 21mm, welches ich also in einem Durchgang schneiden möchte.

Ich habe noch nie mit einer Oberfräse gearbeitet und großen Respekt vor der Maschine, speziell da sie mit 2100 Watt nicht für einen Anfänger geeignet ist. Ich habe mir aber bereits einige Videos zur Sicherheit angeschaut und bin daher zuversichtlich, dass alles gut geht. Ich bin mir über die Fräsrichtung bewusst, werde einen Sicherheitspin verwenden, am Anfang mit Sperrholz üben und den Fräser abdecken.

Meine Frage ist, ob ich besser den 6mm oder den 8mm Upcut-Spiralnutbündigfräser von Fraiser kaufen sollte.

An dieser Stelle im Video macht eine Frau genau das, was ich möchte, mit einem 6mm Upcut Spiralnutbündigfräser. Ich weiß jedoch nicht, wie dick das Holz ist, aber ich vermute mal auch so 18-20mm.

Izzy erklärt in dem verlinkten Video, dass er nur einen 6mm Fräser verwendet, weil dadurch die Rückschläge weniger stark sind.

In diesem Blogbeitrag bei Holzwerken wird gesagt, dass kleine Fräser die Späne nicht so gut abführen können, was die Reibung erhöht, den Vorschub behindert und die Drehzahl einbrechen lassen kann, wodurch sich die Schnittgeschwindigkeit reduziert und eine erhöhte Chance für Rückschlag besteht, was ja genau das ist, was ich vermeiden möchte.

Ich tendiere zum 8mm Fräser, was meint ihr?
Oder würdet ihr einen anderen Fräser verwenden?

Meine Werkstücke sind so etwa 20 - 50cm groß.

Danke und viele Grüße
Fabian
 

Mitglied 79745

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Hallo Fabian,
ich würde dir zu dem dicksten Schaft raten, den deine Fräse aufnehmen kann.
Wenn möglich 12mm.
Einen 6mm Bundigfräser halte ich speziell am Frästisch für fragwürdig (Vibration und Bruchgefahr).
Die Rückschlaggefahr gibt es und die ist auch gefährlich wenn du so fräst, wie man es bei so manchem Youtuber sehen kann.
Das hat sich aber nicht auf das von dir verlinkte Video bezogen!

Zum Bündigfräsen brauchst du auch nicht zwingend einen Spiralnutfräser, der seine Stärke eher bei einer Nut ausspielen kann, weil er die Späne besser aus dem Nutkanal befördern kann.
Durch up und downcut kann er auch für sauberen Nutgrund oder Nutkante sorgen.

Je grösser der Durchmesser des Fräsers, desto schneller drehen sich die Schneiden und um so sauberer wird die Fräsung.
Wenn du also nicht oft ganz enge Innenradien fräsen musst, würde ich eher einen breiten Fräser verwenden.
Dann könntest du dir noch einen Bündigfräser mit Wendeplatten überlegen, denn je nach Material werden Fräser irgendwann stumpf.
Z.B. so einer:
https://www.fraisertools.com/de/wendeplatten-nutfraser-z2.html

LG
Robert
 

KalterBach

ww-robinie
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Für einen Anfänger ist das von Dir beschriebene Vorgehen die gröbste und gefährlichste Variante.

Ich würde die Schablone rückseitig aufschrauben oder vorderseitig aufkleben und dann mit einer preiswerten Stichsäge (Baumarkt/Kleinanzeigen) die Kontur mit 5 bis 10 Millimeter Übermaß ausschneiden. Das dauert bei der von Dir beschriebenen Werkstückgröße keine 2 Minuten. Mit der Bandsäge ginge das auch.

Der anschließende Fräsvorgang ist dann deutlich sicherer und Matarialschonender. Aber unterschätze vor allem nicht, dass auch hier mal ein Stückchen Holz abreissen und durch die Gegend fliegen kann.

Für den Fräsvorgang nimmst Du dann einen normalen Bündigfräser, der vom Durchmesser Deinen gewünschten Radien entspricht. Für die dicke 2100er Makita im Tisch sind Fräser mit 12 Millimeter Schaft oder die zölligen Kollegen mit 1/2-Zoll gut geeignet. Für das Zoll-Maß brauchst Du dann auch die richtige Spannzange.

Beim Fräsen musst Du unbedingt auf die richtige Drehzahl achten.

Bündigfräser mit Wendeplatten
Sind eine feine Sache, vor allem, wenn die Schneiden stumpf werden und gedreht oder gegen kleines Geld getauscht werden können.


Ich habe mir aber bereits einige Videos zur Sicherheit angeschaut und bin daher zuversichtlich, dass alles gut geht.
Zuversicht nützt im Fall der Fälle nichts, dann hilft eventuell jemand wie @Sire Toby. Hoffentlich waren die richtigen Videos dabei. Stichworte hier Holzwerken, @Guido Henn oder @heiko-rech. Wenn Dir Lesen lieber ist, gibt es sicher auch gute Lektüre von den beiden, sowie die Unterlagen der BG, bspw. das hier als Einstieg und Startpunkt für die weitere Suche.

Ich habe noch nie mit einer Oberfräse gearbeitet und großen Respekt vor der Maschine
Den solltest Du auch nie verlieren!

Gutes Gelingen.
 

Mitglied 79745

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Ich bin mir auch sicher dass dir einer der Forenkollegen, der in deiner Nähe daheim ist, eine kleine Einschulung in das Arbeiten mit der Oberfräse geben könnte!
Du könntest hierzu sicher ein Thema eröffnen!

LG
Robert
 

Fabian-B

ww-kastanie
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Vielen lieben Dank für deinen Beitrag Robert!
ich würde dir zu dem dicksten Schaft raten, den deine Fräse aufnehmen kann.
Wenn möglich 12mm.
12mm kann meine Fräse aufnehmen, Vorteil vom 12mm Fräser gegenüber dem 8 oder 6mm Fräser wäre auch, dass der 12mm nicht abbricht.

Izzy meinte halt, dass er gerne den 6mm verwendet, weil die Rückschläge geringer sind (hier im Video), jedoch tendiere ich nun auch zum 12mm, von Holzwerken werden ja auch größere Durchmesser empfohlen.

Durch up und downcut kann er auch für sauberen Nutgrund oder Nutkante sorgen.
Stimmt, das hatte ich schon gelesen, da ich die Kanten aber ohnehin noch fasen muss, ist das für mich nicht so wichtig.

Der Vorteil von dem Upcut Fräser ist laut Fizzy, dass sich der Fräser an die Schablone zieht und man so mehr Halt hat.

Dann könntest du dir noch einen Bündigfräser mit Wendeplatten überlegen, denn je nach Material werden Fräser irgendwann stumpf.
Eigentlich bin ich auch ein Fan von Werkzeug, welches man warten kann, in diversen YT Videos meinten aber einige, dass die Spiralnutfräser was Rückschläge angeht weniger empfindlich seien.

Ich würde die Schablone rückseitig aufschrauben oder vorderseitig aufkleben und dann mit einer preiswerten Stichsäge (Baumarkt/Kleinanzeigen) die Kontur mit 5 bis 10 Millimeter Übermaß ausschneiden. Das dauert bei der von Dir beschriebenen Werkstückgröße keine 2 Minuten. Mit der Bandsäge ginge das auch.
Da hast Recht, zumindest am Anfang sollte ich das so machen, hab sowieso eine Stichsäge und Bandsäge. Wenn ich dann etwas Erfahrung habe, kann ich immer noch versuchen ohne vorzuschneiden im Volleingriff zu arbeiten.

Danke für die Infos zur Arbeitssicherheit!

Ich bin mir auch sicher dass dir einer der Forenkollegen, der in deiner Nähe daheim ist, eine kleine Einschulung in das Arbeiten mit der Oberfräse geben könnte!
Danke für den Tipp, vielleicht eröffne ich dazu noch ein Thema. Ich wohne momentan in Prag, bin aber öfter bei meinen Eltern in der Nähe von Balingen (Süddeutschland), wo auch meine Maschinen stehen.
 

Mitglied 79745

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Wenn ich dann etwas Erfahrung habe, kann ich immer noch versuchen ohne vorzuschneiden im Volleingriff zu arbeiten.
Gerade wenn du über Erfahrung verfügst, wirst du vorschneiden!
Erstens der Qualität wegen und zweitens weil du dann die Gefahren besser kennst!

Es ist gerade beim Arbeiten mit Maschinen wichtig deren Gefahren genau zu kennen und ernst zu nehmen!
Nur so ist ein sicheres Arbeiten möglich!

Übrigens habe ich während meiner Studienzeit öfter für eine Firma aus Balingen gearbeitet.
Ich bin aber in Oberösterreich beheimatet und falle daher wahrscheinlich aus der Gruppe derer, die dir praktische Hilfe geben können.
Aber im Raum Süddeutschland gibt es einige sehr kompetente Kollegen im Forum.

LG
Robert
 
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