Wasserlack auf Eiche

Michel1984

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Hallo, ich habe aktuell einen ziemlich heiklen Fall.
Wir haben Schrank-Fronten mit Wasserlack lackiert und jetz sind diese total fleckig geworden...
Die Eiche ist nicht besonders schön rausgekommen, an einigen stellen war sie deutlich dunkler.
Wir haben die betroffenen Fronten nochmals abgeschliffen und neu lackiert, was das ganze aber nur verschlimmert hat.
Jetzt sind die neu lackierten Fronten insgesamt deutlich dunkler als der Rest.
(Ein Teil des Schrankes ist bereits fest verbaut)
Also alles nochmal abschleifen und neu lackieren ist keine Option.
Die Fronten sind furniert, also endlos schleifen geht da nicht....

Guter Rat ist Teuer.
Hattet Ihr so einen Fall schon einmal?
Was könnte ich tun um die dunklen Fronten wieder dem Rest anzugleichen?
Ich dachte schon an bleichen, aber da ist das Risiko groß das die Türen dann zu hell werden...
 

brubu

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Hallo
Guter Rat ist teuer, da kann ich beipflichten. Aus der Ferne ist es schwierig.

Wasserlack ist nicht so problemlos wie immer gesagt wird, daher haben wir bei uns dieses Thema abgehakt. Laut Lackaussendienst kann es immer wieder zu "Überraschungen" kommen. Laut ihm eher bei Esche mit Verfärbungen. Das würde sich mit unseren Erfahrungen mit Esche bestätigen.
Bei uns hat ein Malerbetrieb massive Esche mit Acryl deckend grundiert und fertig gestrichen, danach sah man in der weissen Farbe teilweise Verfärbungen, offenbar wäre Isoliergrund nötig gewesen.

Um welchen Lack handelt es sich? Ist der ph neutral oder reagiert mit der Gerbsäure? Was sagt der Lackhersteller dazu?
 

Michel1984

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Also es ist ein matter 2k Wasserlack farblos.
Ich hab bei zwei Außendienstler gefragt und die haben beide gemeint, dass das schon mal passieren kann.
Einer hat gemeint das die erste Lackschicht unterschiedlich schnell getrocknet ist (mehr Lack an manchen Stellen) und dadurch hatte die Eiche an einigen Stellen mehr zeit mit dem Wasser im Lack zu reagieren.
Der andere hat mir den Tipp gegeben den zweiten Lackauftrag ohne Zwischenschliff zu spritzen, dann Zwischenschliff und nochmal Endbeschichten.
Weil ich offenbar den ersten Lackauftrag beim Zwischenschliff an den dunklen Stellen durchgeschliffen habe und daher die dunklen Flecken kommen...
 

brubu

ww-robinie
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Also ziemlich bescheiden was die Aussendienstler da von sich geben. Da würde ich beim Technischen Dienst des Herstellers nachfragen.
Das darf so nicht sein. Wenn die nicht reagieren und helfen wäre für mich dieser Hersteller gestorben.
Ich hab bei zwei Außendienstler gefragt und die haben beide gemeint, dass das schon mal passieren kann.
Das sind aus meiner Sicht Ausreden die schlimmer nicht sein könnten. Offenbar völlig unqualifizierte Leute denen es egal ist wenn beim Kunden mit ihren Produkten Totalschaden entsteht.
 

Michel1984

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Also die zwei Außendienstler waren von zwei verschiedenen Lackhersteller 1x vom betroffenen Zulieferer und 1x vom Mitberwerber.
Ich finde das Ergebnis auch echt Katastrophal.
Es kann doch nicht sein, dass wenn ich durch die erste Lackschicht durchschleife, es dann flecken gibt.
-Würde ja bedeuten, dass ich nach dem ersten Lack-Auftrag nichts mehr korrigieren kann, ähnlich wie bei einer gebeizten Oberfläche-

Das mit dem Technischen-Dienst ist eine gute Idee. Mal schauen was die sagen...
 

brubu

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Das mit dem Durschleifen kenne ich nur wenn man beim 1. Auftrag Aufhelllack nimmt und beim 2. Auftrag nicht. Dies wurde jeweils als Möglichkeit angepriesen. Bei mir nur bis zum 1. Versuch, denn der 2. Auftrag hat dann teilweise das Holz angefeuert. Als ich einmal Lack abholte hörte ich eine Mitarbeiterin wie sie einem Schreiner dieses "System" erklärte. Ich konnte nicht schweigen und habe direkt eigegriffen und wohl einen Kollegen vor Problemen bewahrt.

Nochmals zu dir, wenn 2 verschiedene Aussendienstler so argumentieren ist der Lack zu heikel bzw. unbrauchbar. Ich weiss nur von einem Schrankhersteller der wieder von Wasserlack weg ist und einem Ladenbauer der auch wieder davon weg ist.

Wasserlack kann im Serienbetrieb mit genau definierten Abläufen funktionieren aber im kleinen Misch/Durcheinander Betrieb ist es schwierig.
Bei unserem Lackhersteller mag ich nicht extra nachfragen da wir keinen Wasserlack brauchen.
 

wasmachen

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Was genau für ein Produkt?

Und wie genau ist deine Vorgang/Auftragsweise, satt/mager, verdünnt (wieviel), Zwischenschliff?
 

brubu

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Der Lack hat grundsätzlich nicht mit dem Eichenholz zu reagieren. 2 Aufträge mit dem gleichen Lack dürfen kein Problem sein. Leicht durchgeschliffen wird bei Klarlack immer irgendwo, da darf der gleiche Lack nicht zu unterschiedlichen Farben führen.

Ich tippe immer noch auf Probleme mit dem ph Wert oder anderen Reaktionen mit der Gerbsäure.
Dem tech. Dienst würde ich nicht lange schreiben sondern direkt anrufen damit es vorwärts geht.
 

schorsch

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Ich würde auch auf wasserlösliche Farbstoffe tippen, die sich durch zu hohen Lackauftrag gelöst haben.
Ich war früher (vor ca 20 Jahren) ein großer Verfechter von Wasserlack, -aber nicht lange. Die Probleme stehen schon im Namen des Produkts Wasser. Wasser und Holz führen so gut wie immer zu Problemen.
Mein Lacklieferant (Adler) hatte früher dazu eine alkoholbasierte Grundierung (Allkosan) herausgebracht die verhindern sollte, dass zuviel Wasser ins Holz eindringt.
Mein Lösungsansatz wäre: Erster Lackauftrag (Vorgrundierung) dünn und dann erst ohne Zwischenschliff den 1 Lackauftrag auch noch relativ dünn und erst bei letzten Auftrag normal.
 

magmog

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....... Wasserlack grundsätzlich relativ dünn auftragen, dafür ein zwei Lagen mehr.
Die Tunke trocknet oberflächlich recht fix,
das Durchtrocknen stärkerer Schichten einiges länger als bei Lösungsmittellacken
Durch die längere Dauer besteht auch mehr Zeit um Holzinhaltsstoffe aufzuschwemmen.

Wer gestemmte Treppen baut, sollte bei Wasserlacken darauf achten,
dass das Material nicht zu Geräuschen im Stufenlager führt.
Das ist kaum dauerhaft in den Griff zu bekommen.
 
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