"Umzugsmöbel" renovieren

Steve0209

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Hi zusammen,
es gibt ja diesen blöden Spruch "dreimal umgezogen ist einmal abgebrannt". Ich durfte wieder einmal umziehen und hab heute, mag vielleicht nicht jeder nachvollziehen können, beim vorbereiten meiner Möbel für den Aufbau die eine oder andere Träne schwer verdrücken und viel Frust schlucken müssen.

Folgendes Szenario:
Derzeit bin ich am Esszimmerschrank. Eine Mischung aus Massivholz und Leimholz mit Furnierdeckplatte (?). Die Seitenwände z.B. sind Leimholz und haben innen und außen eine 2-3 mm dicke Deck(Furnier?)platte. Die Tür hingegen besteht aus (dünnerem) Vollholz. Das ganze ist (glaube ich) Fichte oder Kiefer und wurde geölt. Nun hat der Schrank bedauerlicherweise etliche Schrammen und Macken abbekommen. Ich versuch mal, meine Baustellen kurz zu beschreiben und meinen Lösungsansatz, würde mich da aber sehr über ein paar Tipps von etwas erfahreneren Leuten freuen - ich bin in dem Gebiet absoluter Laie.

-> An den Seitenwänden ist das eine oder andere Mal die dünne Furnierplatte Durchschlagen worden. Da sind jetzt drei oder vier so kleine, 3-4 mm Durchmesser Löcher drin. Ich würde diese Löcher mit dunklem Hartwachs füllen, um Astlöcher zu imitieren.
-> Die Türen haben ein paar langgezogene Schrammen abbekommen. Also Vertiefung im Vollholz, 1-2 mm tief, ca. 5 mm breit und sicher über eine Länge von 6 cm. Lässt sich da irgendwas halbwegs sinnvolles machen? Füllen mit Wachs ist bei so einer großen Schramme ja nicht wirklich eine Option. Einfach nur Öl drüber gleicht den Farbunterschied zwar leicht an, aber die Schramme ist natürlich trotzdem deutlich sichtbar. Eventuell etwas "ausschleifen"? Also versuchen, mit Schleifpapier die groben Kanten der Schramme aufzuweichen? Dann wäre es zumindest nicht mehr ganz so grob?
-> Ich wollte den Schrank nach dem "Löcherflicken" nochmal nachölen, um oberflächliche Kratzer und Macken, die ja nun deutlich heller sind, einfach farblich wieder anzugleichen. Nun hab ich mir im Baumarkt auf Beratung hin das Osmo TopOil gekauft und heute Abend erst festgestellt, dass das ja Öl mit Wachs ist. Ist das ne gute Idee, damit ranzugehen? Man liest so viele unterschiedliche Meinungen... ("Lieber kein Hartwachsöl, damit kannst nicht mehr nachölen/auffrischen" oder "Ist ne super Sache, damit wird dein Holz besser geschützt"...)

Noch ne Frage zu dem TopOil: Das Zeug härtet ja aus wie die Pest. (Zumindest auf dem dem Set beiliegenden Baumwolllappen.) Wie reinige ich denn meinen Baumwolllappen von dem Zeug wieder? Hatte ein kleines Probeeckchen mit diesem beiliegenden Lappen ausprobiert und vergessen auszuwaschen. Nun ist dieses Eckchen richtig hart. Aber ich kann ja nicht den ganzen Lappen in Verdünnung nach der Anwendung tunken? Oder ist der nach erfolgter Arbeit halt einfach für den Müll? hmm....

Ich würde mich über ein paar Tipps und Ratschläge freuen.

Viele Grüße Steve
 

yoghurt

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Hallo,
Fotos! Wir brauchen Fotos! Ganz dringend brauchen wir Fotos um das Ganze zu beurteilen!

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten solche Schrammen und Macken zu beheben, was aber die Besten Lösungen sind kann man nur anhand guter Fotos beurteilen! Deswegen - falls noch nicht erwähnt - wir brauchen Fotos!

(„Wir“ sind hier komisch! Wir zerreden jedes Thema vom Hölzchen zum Stöckchen - das musst Du ertragen können! Daneben sind „wir“ wahnsinnig freundlich, hilfsbereit und vor allem kompetent! Wie kompetent wirst Du merken wenn Du uns ein paar…. Ach na ja, Du wirst schon ahnen was wir brauchen!)
 

werists

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Hallo Steve, die ersten beiden Fragen lassen sich ohne Fotos nicht beantworten.
Deshalb erstmal zum Öl.
Ich habe Oberflächen mit Osmo TopOil schon nachgepflegt, das geht also. Etwas angeschliffen und dünn mit dem gleichen Produkt nachgeölt.

Zum Lappen: Bei Lappen mit Öl besteht Brandgefahr durch Selbstentzündung. Die kommen in ein Schraubglas und wenn sie ausgehärtet sind in den Müll. Ich verwende dazu alte ausgemusterte Textilien wie T-Shirts, Bettwäsche, Geschirrhandtücher, etc., alles was nicht fusselt.
 

Johannes

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Hallo Steve,
Herzlich willkommen hier. Wer hat den den Umzug gemacht? Sofort verklagen. Ich vermute du warst es selber, also schlechte Erfolgsaussichten bei der Klage. Also Fotos machen hier einstellen und wir helfen gerne (manchmal mehr als dir lieb ist) aber sonst sind wir meistens ganz nett.

Es grüßt Johannes
 

mj5

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Hi @Steve0209

und bitte schmier oder pinsel erstmal nix auf die Macken, bevor Du nicht ein paar Schadensbilder gezeigt hast.

Wie reinige ich denn meinen Baumwolllappen von dem Zeug wieder?
Oellappen? Das Forum ist voll von Beitraegen zur moeglichen Selbstentzuendung.
Haeng den Lappen zum trocknen in den Wind auf dem Balkon, Oder schmeiss ihn in den Ofen. Oder in einen Eimer Wasser.
"Reinigen" funktioniert m.E. nicht. @werists hat es ja auch schon beschrieben.
 

flüsterholz

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Hallo Steve
Zu 1. Müsste gehen, aber wie schon erwähnt... Bilder

Zu 2. Schrammen, Kratzer im Nadelholz, insbesondere quer zur Maserung, sind so ziemlich das undankbarste, was ich kenne. Das optisch wieder gut hinzubekommen ist schwierig. Dein Ansatz ist aber nicht verkehrt. Falls es noch nicht erwähnt wurde... Bilder

Zu 3. Ölpinsel lassen sich mit Leinölseife reinigen. Die Borsten gut damit einschmieren, einwirken lassen und dann mit Wasser auswaschen. Muss aber zeitnah passieren. Ob das auch mit Lappen funktioniert, habe ich noch nicht ausprobiert. Aber wie schon erwähnt, für öl/wachshaltige Produkte, sind alte nichtfusselnde T Shirts ideal.

Mit Osmo TopOil hab ich noch nicht gearbeitet, aber du wirst es mit ziemlicher Sicherheit auf einer geölten Oberfläche verwenden können und es wird dann auch mehr Schutz bieten, als nur eine geölte. Insbesondere bei Nadelhölzern halte ich eine Oberfläche mit Wachs immer für die bessere Wahl, es sollte dann aber auf der kompletten Oberfläche aufgetragen werden.

Gruß Michael
 

Steve0209

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Guten Abend euch und Danke für die ganzen Antworten! :emoji_slight_smile:

@Johannes : Die Klageschrift ist bei meinen freiwilligen Helfern und im eigenen Briefkasten bisher unbeantwortet zur Kenntnis genommen worden. Ich fürchte, da kommt nichts bei rum... :emoji_disappointed:

Dann komme ich jetzt mal gerne eurem Wunsch nach und hänge euch ein paar Bilder an.
Ich habe euch mit Bild 1 erstmal ein Bild vom Osmo Auftragsvlies angehängt. Das Ding ist schweineteuer (kostet alleine neu ca. 10€) und hat hinten so eine Klettfläche, dass man es auf so einen "Stempel" anbringen kann. Der Mitarbeiter im Osmo-Shop konnte mir auch nicht wirklich dazu helfen, er meinte, mit Pinselreiniger (aka Verdünnung) auswaschen. ô.O Naja, ich hab das gestern ein Stück weit probiert gehabt, klappt nicht wirklich. Wird trotzdem hart.

Bild 2 ist ein etwas älteres Bild vom gesamten Schrank, dass ihr einen Eindruck bekommt, um was es sich handelt. Ich lag auch etwas falsch, die Seitenwände sind scheinbar doch komplett Leimholz (Bild 3).

Damit komme ich zu Bild 4-6, die "Schlaglöcher" in der Seitenwand. Hier wollte ich, wie eingangs geschildert, Dunkelbraun nutzen um Astlöcher zu imitieren.

Bild 7 zeigt nochmals die Seitenwand, da ist hinten zur Rückwand ein großes Stück abgebrochen, das habe ich wieder hingeklebt. Allerdings, wie man sieht, sind wohl einige Späne verloren gegangen (der Brösel wurde formschlüssig angeklebt). Hier würde ich einfach mit Hartwachs auffüllen.

Jetzt kommen ein paar Bilder der rechten Tür, hier hatte ich allerdings schon vor meinem Post hier im Forum mit Hartwachs und dem Öl-Wachs experimentiert.
Bild 8 und 9 zeigen eine der Schrammen der rechten Tür.
Bild 10 - 12 zeigen eine langgezogene Schramme der rechten Tür.
Bild 13 zeigt ebenfalls eine Schramme an der rechten Tür.
Wie erwähnt, alle diese Schrammen wurden bereits mit dem Öl-Wachs "eingelassen".

Bild 14 zeigt eine Macke an der linken Tür. Hier würde ich einfach auffüllen mit Hartwachs.

Bild 15 ist am "Scharniersichtbrett" der Seitenwand. Hier bin ich ratlos. Das ist unglaublich schäbig und hier sehe ich kaum eine andere Option, als einfach 1-2 mm Holz abzutragen ... oder? Oder besser einfach lassen ...?

Ich bin gespannt, ob ihr mit den Bildern nun etwas mehr anfangt.
Viele Grüße Steve
 

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yoghurt

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Hallo Steve,
ist der Schrank lackiert oder geölt?

Im ersten Schritt würde ich den Macken mit einem nassen Lappen und einem Bügeleisen zuleibe rücken. Gequetschte Fasern können sich durch Wasser und Dampf wieder ausdehnen und die Macken werden kleiner. Ich vermute das meiste ist dann weg und Du musst nur dünn von Hand schleifen und nachölen und alles ist wie neu.

In die Absplitterung von Bild 7 bringst Du mit einem dickeren Stück Papier etwas Holzleim ein und spannst die losen Teile mit einem Tesakreppband wieder in die gewünschte Position.

Bild 6 sieht am ehesten so aus als würde das mit dem Dampf nicht vollständig zielführend sein. Das könnte ein dunklerer „Wachs-Ast“ werden.

Ich bin etwas unsicher, ob der Schrank nicht lackiert ist? Dann könnte das bescheiden aussehen, wenn man partiell schleift und ölt.
 

Steve0209

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Huhu, ich weiß, auf den Bildern glänzt der Schrank etwas, aber nach allem anfühlen denke ich, das ist geölt. Bild 3 spricht mMn auch sehr dafür, da sieht man ja, wie das Öl in die inneren Schichten etwas vorgedrungen ist. Glaube ich zumindest?

Bild 7 wird mit Spannen vermute ich nicht funktionieren. Hier war die komplette Ecke ab. Sprich, der komplette Eckteil ist bereits neu angeklebt, und zwar perfekt schlüssig. Von der anderen Seite her perfekt eingepasst. Auf der Seite, von der aus ich aufgenommen habe, scheinen mir einfach ein paar Späne/Fasern zu fehlen.

Bild 5 werde ich ebenfalls nicht mit Dampf bearbeiten können, da hier die komplette äußere Holzschicht nach Innen eingeschlagen ist.

Danke dir soweit mal für den Tipp mit Lappen und Bügeleisen, mal schauen, was ich da hinbekomme. Ich nehme an, nassen Lappen über die Schadstelle legen und mit mäßiger Hitze drüber bügeln?
 

Pareto

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Links unten
nassen Lappen über die Schadstelle legen und mit mäßiger Hitze drüber bügeln?
Fast.
1. Temperatur auf Vollgas, damit der Dampfdruck möglichst hoch ist.
2. Den Lappen 2-3 mal falten, damit genügend Wasser da ist und "nachrücken", wenn er trocken wird. Viel hilft viel.
3. Nur da dämpfen, wo die Schadstelle ist - nicht großflächig.
 

Johannes

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Hallo,
ich vermute der Schrank wurde ursprünglich als gelaugt, gewachst verkauft. Da wäre ich mit Öl vorsichtig, das könnte den Farbton ändern und zu Flecken führen. Also an einer unauffälligen Stelle testen.

Es grüßt Johannes
 

raziausdud

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Bei den kleinen Kratzern kannst Du auch mal Retuschieren mit einen spitzen Pinsel versuchen, 1. ob Dir das überhaupt liegt - und 2. wie die Oberfläche die Farbe annimmt. Nimm etwas einer passende Farbe, erstmal deutlich zu dunkel. Stark verdünnt kannst Du Dich durch Auftragen Schicht für Schicht an die Helligkeit annähern. Zwischendrin immer trocknen lassen, bei Bedarf weitere Schicht usw. Für die Maserung entsprechend mehr.

Schon am Handy kann man den Effekt zeigen. Farbe mit 10% Deckung eingestellt wird von Mal zu Mal dunkler. Links unten einmal aufgetragen, darüber zweimal, darüber dreimal usw.

Ich habe für solche Dinge auch schon wasserfesten Faserstift genommen.

Rainer

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flüsterholz

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Zu den Bildern 4-6
Bügeleisen und nasser Lappen wird da nicht mehr funktionieren. Die Fasern sind getrennt. Hartwachs wäre noch eine, für dich wahrscheinlich auch machbare, von zwei Möglichkeiten. Aber ist das wirklich Hartwachs, das Du da verwendest, oder Weichwachs? Muss das zur Verarbeitung erhitzt werden oder kann man das einfach so in die Schadstellen schmieren? Ich würde Hartwachs empfehlen, das hält besser. Die Größe der Schadstellen ist eh schon grenzwertig. Und deine gewählte Farbe, meiner Meinung nach, zu hell und rotlastig.
Bei Bild 7 bin ich bei @yoghurt .
Bei den Kratzern würde ich es erstmal mit Feuchtigkeit und Hitze versuchen. Wenn ich das richtig erkenne, hast du dort teilweise, Bilder 10-13 schon dein Hartwachs reingeschmiert. Wie sich das jetzt auf die Feuchtigkeit und Hitze auswirkt weiß ich nicht. Erstmal vorsichtig antesten. Nächtes Mal bitte vorher die Bügeleisenmethode anwenden.
Zu Bild 14) Hartwachs an Kanten ist schwierig. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich das wieder löst, ist hoch.
Zu Bild 15) Puh, schwierig. Ich persönlich würde da schon eines neues Holz einsetzen, wie auch an manch anderen Stellen, aber dafür sollte man gut mit einer Oberfräse umgehen können.

Da ich nicht sicher bin, welche Oberfläche jetzt letztendlich auf dem Schrank drauf ist und du teilweise auch schon das Topoil verwendest hast, möchte ich dazu keinen Ratschlag geben. Da müsste ich selber erst ausprobieren, was da sinnvoll ist. Wasserfeste Filzstifte würde ich aber nicht nehmen. Wenn pberhaupt, dann wasserlösliche und hinterher noch ein Firnis, z.B. dein Topoil. Sinnvoller wäre in deinem Fall erstmal ein Leinölfirnis gewesen. Gut, aber jetzt ist es zu spät. Farblich werden sich deine Schadstellen mit der Zeit aber eh anpassen. Problemstellen werden am ehesten die Spätholzanteile (die dunklen Bereiche der Jahresringe) sein. Hier könnte man dann am sinnvollsten retuschieren, womit auch immer. Gibt da viele Herangehensweisen.

Gruß Michael
 

Steve0209

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Danke nochmal für eure Antworten.
Erstmal: ja, ist definitiv Hartwachs. Die Farben sind sehr schwer via Bilder zu vermitteln, man sieht ja bereits zwischen Bild 4 und 5 den massiven Farbunterschied - es ist aber genau die selbe Seitenwand. Ich habe ca. 40 Hartwachsfarben da, nicht nur die beiden von Bild 1 (die habe ich für kleine Ausbesserungen verwenden wollen). Für die "Astlöcher" möchte ich was deutlich dunkleres nehmen.

Gibt es denn eine Möglichkeit, wie ich sicher herausfinden kann, ob das Möbelstück geölt oder lackiert ist? Was wäre die schlimmste Folge, wenn ich den Schrank komplett mit TopOil leicht einlasse, und er tatsächlich lackiert war? An meiner bisherigen Probefläche sieht man jetzt keinen großen Unterschied.

Bisher habe ich lediglich am vorderen Stirnbrett (also diese eine "Latte") der Tür (Bild 8-13) das TopOil angewendet. Sollte ich den gesamten Schrank nochmal mit Leinölfirnis (statt TopOil) behandeln, oder meintest du gezielt die Schadstellen @flüsterholz ?
Und ja, ganz richtig, Bilder 10-13 habe ich bereits mit Hartwachs und TopOil hantiert. Da werden sich fürchte ich die Fasern nicht mehr all zu schön aufrichten können, die sind ja nun bereits gut mit Wachs verklebt... Aber ich werde es am Wochenende dennoch mal versuchen. Vielleicht das Wachs vorher wieder rauslösen...?

Zu Bild 7 habe ich nun nochmal eine Frage. Wie bereits mehrfach geschildert, wurde die gesamte Ecke in dem Bereich bereits wieder exakt in die alte Aussparung, aus der sie gebrochen ist, eingeklebt. Ich glaube nicht, dass ich hier etwas mit Tape spannen/ziehen kann, da scheint einfach Material verloren gegangen zu sein. Sollte ich es dennoch eventuell mit vorherigem Einweichen des Holzes probieren? Damit dürfte das ja etwas flexibler werden...?

Vielen Dank für eure Tipps, ich werde mich am Wochenende in aller Ruhe an der Sache ausprobieren. Auch wenn ich mir Hartwachs & Co besorgt habe, bleibe ich halt doch ein Laie in der Sache, das wird man am Ende wohl auch schon noch erkennen können - aber zumindest versucht haben möchte ich es. Ich finde es generell beeindruckend, wie unglaublich viele Varianten es zur Holzbehandlung gibt - Leinölfirnis, Möbelöl, Möbelwachs, Hartwachsöl, Möbelpolitur, Lackierung, Beizen, Laugen ... da blickt ja kein Mensch mehr durch! :emoji_flushed:
 

Steve0209

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So, da melde ich mich nochmal. Ich habe mich heute Abend an der Bügel-Methode versucht.
Nun bin ich mir ob der Resultate nicht so ganz 100% sicher, ob das so sollte oder ob ich da doch was falsch gemacht habe. Ich hänge euch mal zwei Beispiele an.

Ergebnis: Ich konnte etliche der Macken/Schaber an den Holzelementen entweder wieder weitgehend eben bekommen oder zumindest "weicher", also nicht mehr so hart scharfkantige Spuren, sondern eher weiche Vertiefungen (sieht damit nicht mehr so schlimm aus). Allerdings ist in dem Bereich, in dem ich da mit Lappen und Bügeleisen unterwegs war, das Holz komplett hell geworden, sprich die Tönung ist weg. Meine Vermutung ist, dass entweder durch die Feuchte eben die oberste Schicht vom Holz angelöst wurde, oder aber eben ganz einfach die "wieder aufgestandenenen" Fasern nicht getönt (geölt) sind. Ich bin gespannt, ob ich mit leichtem Anschleifen und anschließendem Topoil wieder eine einheitliche Farbe hinbekomme.

Freue mich über ein kleines Feedback von euch, auch, falls ich wohl irgendwas falsch gemacht habe - damit lerne ich fürs nächste Mal.
 

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IngoS

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Hallo,

nun natürlich zu spät, aber als Info für andere Umzieher.
Ich habe seinerzeit für den Umzug einen ordentlichen Schwung Umzugsdecken (30 Stück) gekauft. Lohnt sich auf jeden Fall. Nach dem Umzug kann man die wieder verkaufen.
Empfindliche Möbel nie von den freundlichen "Umzugshelfern" demontieren und verladen lassen.
Vorstehende Beschläge abbauen.

Gruß Ingo
 

flüsterholz

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Freue mich über ein kleines Feedback von euch, auch, falls ich wohl irgendwas falsch gemacht habe - damit lerne ich fürs nächste Mal.
Das sieht, von den Fotos her, richtig aus. Dort, wo die Fasern nicht getrennt waren, hat es sich wieder aufgerichtet, dort wo die Fasern getrennt waren, nur minimal. Auf deinen Fotos sehen die Hölzer farblich sehr unterschiedlich aus. Liegt das an den Fotos, evtl mit und ohne Blitz? Welches der Fotos trifft die Farbe am ehesten? Eigentlich bin ich am ehesten bei @IngoS , gelaugt und geölt. Zumindest von den ersten Fotos her. Oder sind die Oberflächen tatsächlich so unterschiedlich?
 

flüsterholz

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Sollte ich den gesamten Schrank nochmal mit Leinölfirnis (statt TopOil) behandeln, oder meintest du gezielt die Schadstellen @flüsterholz ?
Das, was ich jetzt schreibe, gilt nur für den Fall, dass der Schrank geölt und evtl vorher gelaugt wurde. Dann kann man wie folgt vorgehen. Den ganzen Schrank nochmal mit Leinölfirnis einölen. Nach mindestens 24 h kann man dann versuchen, die hellen Stellen mit Wasserbeizen farblich anzupassen. Jetzt habe ich eine ganze Kiste voller verschiedener Beizen, mit denen ich mir den passenden Farbton anmische. Das ist für dich natürlich nicht praktikabel. Zumal das Anmischen des passenden Farbtons Übung erfordert. Was aber immer ganz gut bei gelaugtem, geölten Holz als Ausgangsbeize passt sind grenenbeits (bei Apatina), vermutlich Nr 3. Aber ich muss raten, da der Farbton des Schrankes auf deinen Bildern sehr unterschiedlich rüberkommt.
Folgendermaßen würde ich vorgehen. Erstmal an einer Stelle, die empfohlene Beize an einer kleinen Stelle, ganz wichtig, vor dem Ölen ausprobieren. Mit kleinem Pinsel auftragen und mit der Fingerspitze verwischen. Wenn die Beize im nassen Zustand jetzt einigermaßen passt, (besser wird es nicht werden) auch die restlichen Stellen so behandeln.
Ist der Farbton zu dunkel, dann den Schrank erst komplett ölen, außer die Stellen, die schon mit TopOil behandelt wurden. Mindestens 24h warten. Die Oberfläche muss sich trocken anfühlen. Jetzt wieder die Fehlstellen beizen. Das Holz wird zunächst keine Beize annehmen, das verhindert jetzt das Öl. Wenn du jetzt aber mit der Beize öfter tupfst und verwischst, "zerstört" die Beize das Öl und dringt etwas ins Holz ein. Der Farbton ist jetzt aber etwas heller, so dass es einigermaßen passen müsste. Auf jeden Fall werden die Schadstellen weniger auffallen. Dann noch die Beize trocknen lassen und an den Stellen, die du gebeizt hast, nochmal leicht mit einem Lappen nachölen.
Ob das auch mit wasserlöslichen Filzstiften gut funktioniert, weiß ich nicht. Wenn ich das versuchen würde, würde ich auf jeden Fall erst ölen, trocknen lassen und dann mit einem farblich passenden Stift einen Strich auftragen und dann mit feuchter Fingerspitze verreiben, verwischen. Aber vielleicht kann jemand, der das schon ausprobiert hat, näheres dazu sagen. Evtl Melanie @Holzsinn

Gruß Michael
 

Steve0209

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Danke wieder für eure Antworten!

Empfindliche Möbel nie von den freundlichen "Umzugshelfern" demontieren und verladen lassen.

Das ist immer das Ding: Umzugsdecken hatte ich reichlich, aber wenn du halt einen Helfer dabei hast, der "Meter machen will", dann hast du ein Problem. Es hilft gefühlt nie jemand gerne bei einem Umzug und alle wollen schnell fertig werden. Aber alleine machen kannst es halt auch nicht, sonst rumpelst mit den Möbeln überall im Treppenhaus dran, wenn sie zu sperrig sind. Ich hasse umziehen :emoji_dizzy_face::emoji_expressionless:

Das sieht, von den Fotos her, richtig aus. Dort, wo die Fasern nicht getrennt waren, hat es sich wieder aufgerichtet, dort wo die Fasern getrennt waren, nur minimal. Auf deinen Fotos sehen die Hölzer farblich sehr unterschiedlich aus. Liegt das an den Fotos, evtl mit und ohne Blitz? Welches der Fotos trifft die Farbe am ehesten?
Das ist ganz arg schwierig. Je nachdem, ob Tageslicht, Flurlampenlicht oder sonst ein Licht drauffällt, je nachdem wie das Handy den Farbabgleich macht - es ist irgendwie etwas von allen Farben. Teilweise unterscheidet sich die Farbe tatsächlich ein wenig, aber nicht so heftig wie auf den Bildern.

Ich habe, nachdem ich mit dem Aufbau und allem auch etwas vorankommen muss/will und der Schrank sich gerade malerisch durch die ganze Wohnung verteilt hatte, zwischenzeitlich schon weitergemacht. Trotzdem vielen lieben dank für deine Ausführungen @flüsterholz. Nachdem ich nun aber schon mit TopOil weitergemacht hatte (siehe unten), würde mich trotzdem noch interessieren: wäre es von entscheidendem Vorteil gewesen, das Holz erst noch mit Leinölfirnis einzulassen statt mit TopOil? Soweit ich das verstanden habe, ist das TopOil ja ein Hartwachs-Öl. Ist Leinölfirnis generell die bessere Wahl (für zukünftige Möbel) oder ist das TopOil eigentlich gar nicht verkehrt?

Zu meiner vorangeschrittenen Arbeit:
Ich war wirklich sehr erstaunt, wie ich zT auch ältere Macken mit dem Bügeleisentrick wieder weitgehend rausbekommen habe. Alle Achtung! Ich habe nun also zahlreiche Schrammen und Macken mit dem Bügeleisen gebügelt, anschließend das komplette Holz ganz leicht mit einem Schleifvlies (beiliegend beim TopOil-Set) angeraut und nach dem Säubern mit Topoil eingelassen. Die große Schramme an der Tür (Bild 10-12) habe ich leider nicht mehr besonders gut rausbekommen, da ich hier ja schon ganz am Anfang vor dem Bügeln mit Hartwachs und TopOil zugange war. Die Vertiefung hat sich kaum noch gebessert. Aber nun sieht es doch zumindest deutlich besser aus.

Insgesamt bin ich zufrieden, auch meine "Astlöcher" bei den runden eingeschlagenen Stellen sehen (wie ich finde) sehr gut aus, fallen aufgrund der zahlreichen anderen Astlöcher auch kaum auf. Nur, wenn man es weiß, sozusagen.

Was ich nicht ganz verstanden habe: einige der Stellen, die ich gebügelt habe (siehe Post 16) haben das TopOil super angenommen und sich auch wieder deutlich gefärbt. An anderer Stelle sind sie trotz intensivem "einmassieren" vom TopOil hell geblieben. Ist mir ein Rätsel, warum das an Stelle A so gut klappt und an Stelle B nicht. Ich zeig euch die Tage mal noch Bilder.

Ich stelle euch morgen oder übermorgen nochmal ein paar Bilder ein, wie es nun aussieht.

Euch noch einen schönen Sonntagabend und viele Grüße
 

flüsterholz

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Nachdem ich nun aber schon mit TopOil weitergemacht hatte (siehe unten), würde mich trotzdem noch interessieren: wäre es von entscheidendem Vorteil gewesen, das Holz erst noch mit Leinölfirnis einzulassen statt mit TopOil? Soweit ich das verstanden habe, ist das TopOil ja ein Hartwachs-Öl. Ist Leinölfirnis generell die bessere Wahl (für zukünftige Möbel) oder ist das TopOil eigentlich gar nicht verkehrt?
Dein TopOil ist auf jeden Fall die bessere Wahl für eine Oberfläche auf Nadelhölzern. Nur sind Farbanpassungen auf Leinöl einfacher, zumindest mit Beizen. Nach einem Auftrag mit Leinöl mache ich mindestens noch einen Wachsauftrag. Dein TopOil macht beides in einem, Ölen und Wachsen. Wobei ich den getrennten Auftrag von Öl und Wachs besser finde. Ich kenne dein spezielles Produkt, wie schon erwähnt, aber auch nicht.
Gruß Michael
 

Holzsinn

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Ich warte noch auf Fotos der reparierten Stellen, bevor ich meinen Senf dazu gebe.
Vielleicht sind meine Youtube Videos zum Thema Reparieren und Retuschieren hilfreich, leider funktioniert das Einfügen aber gerade nicht.
Die Titel sind: Macken reparieren wie die Profis
und Holz und Furnier mit Wasserdampf ausbeulen
Ich hoffe, das hilft weiter!
Melanie
NEU:www.holz-sinn.de
 

Steve0209

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Hey zusammen!
Zu Bildern vom Schrank komme ich erst morgen im Laufe des Tages, da baue ich ihn dann wieder auf. An ein paar Stellen bin ich gespannt, ob ihr mir noch einen Tipp habt, da bin ich etwas enttäuscht. Aber gut - das Osmo TopOil ist halt auch "farblos matt", dass das nicht unbedingt wieder diesen rötlichen Ton produziert, hätte ich mir fast denken können.

Nun habe ich aber vorneweg zu dieser Kommode im Schlafzimmer noch eine Frage: Auch hier möchte ich nochmal auffrischen. Das Holz ist definitiv ein wenig rau, also ganz sicher keine Versiegelung obendrauf. Es hat einen leicht rötlichen Ton, also wie geölt eben. (Die einzelne Tür auf dem einen Bild entspricht am ehesten der realen Farbe, ist aber schon wieder fast etwas too much.) Obendrauf seht ihr (siehe Bilder), dass der Farbton mittig auch in Rechteckform etwas ausgeblichen ist. Mein Osmo TopOil ist allerdings nur noch zu rund einem Viertel voll, für die ganze Kommode reicht es entsprechend wohl nicht. Nun frage ich mich, ob ich mir hier besser etwas anderes kaufe, oder gar etwas von dem verwende, was ich hier noch selbst da habe. Zum Beispiel dieser Möbelregenerator von Renuwell?

Mein Problem ist einfach, alle Produkte, ob Politur, Ölauffrischer, Ölpflege, Wachs, Öl, Hartwachsöl, Regenerator, versprechen mir das blaue vom Himmel herunter und jedes Produkt ist scheinbar das richtige. :emoji_flushed: Mein Ziel ist klar: Ich möchte die Kommode gerne wieder im selben "bernsteinfarbenen", leicht rötlichen Ton auffrischen. Ein paar Stellen habe ich mit dem Bügeleisen bearbeitet, da ist das Holz nun auch wieder sehr hell, wäre schön, wenn das wieder Farbe aufnimmt. Welches Öl ursprünglich verwendet wurde, weiß ich leider nicht. Zu was für einem Produkt greife ich nun am besten? Könnt ihr mir da einen pauschalen Rat geben, was am ehesten taugt? (Osmo TopOil farblos scheint mir da ja irgendwie falsch, ist ja halt auch weitgehend farblos...)

Ich danke euch für eure Hilfe!

Grüße und schönes Wochenende euch
Steve
 

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