Trocknungszeit Esche Massivholdielen

HansSolo80

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Hallo zusammen,

ich möchte mir eine Arbeitspaltte und einen Tisch aus Esche Massivholzbohlen bauen.
Die Bohlen haben aktuell eine Holzfeuchte von ca. 35%.
Sie sind jeweils 2,5m x 0,7 m, einmal 35mm und einmal 70mm stark.

Was würdet Ihr sagen, wie lange sie noch getrocknet werden müssten, dass ich sie verarbeiten kann?

Vorab besten Dank,

Grüße Hans
 

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carsten

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Hallo,

wie lange kann man nicht sagen. Aber bei 35 % und 70 mm Dicke und natürlicher Trocknung kann man den Zeitraum "eingrenzen". -> Jahre.
Du brauchst für Holz in Innenräumen (davon gehe ich bei Esche mal von aus) zwischen 8 und 10 %. Wobei diese Werte durch natürliche Holztrocknung im Außenklima nicht erreicht werden können. Realistisch sind da um die 15 %. Danach müsstest du in der "Wohnung" weiter trocknen.
Das Holz gleich in die Wohnung oder gar Heizungskeller zu legen ist auch keine gute Lösung da es dort zu schnell trocknen würde.
 

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Faustregel Freilufttrocknung:

1 Jahr 1 cm bei Hardholz
1 Jahr 2 cm bei Weichholz


35mm = 3,5 Jahre bis c.a 15 % Holzfeuchte
70mm = 7 Jahre bis c.a 15 % Holzfeuchte
 

schrauber-at-work

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Faustregel Freilufttrocknung:

1 Jahr 1 cm bei Hardholz
1 Jahr 2 cm bei Weichholz


35mm = 3,5 Jahre bis c.a 15 % Holzfeuchte
70mm = 7 Jahre bis c.a 15 % Holzfeuchte

Mal abgesehen davon dass diese Faustregel mehr als nur ne grobe Schätzung ist hast nen Rechenfehler.

35mm = 3,5 Jahre bis c.a 15 % Holzfeuchte --> schlicht falsch trocknet ja von beiden Seiten -->35mm/2 =17,5mm --> 1,75 Jahre :emoji_wink:

Ich trockne ja natürlich. 70mm Bohle würde ich 2,5-3 Jahre draußen (am schirm, schattig, trocken, luftig) "Lufttrocknen", dann auftrennen und mindestens eine Heizsaison im Wohnraumklima akklimatisieren lasse. Hatte so bisher nie Probleme, das Holz (Eiche, Ahorn, Birne, Kirsche, Thuja, Esche, Nuss...) verarbeite ich danach, bisher ohne irgendwelche Probleme.

Gruß SAW
 

brubu

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Hallo
Diese Faustregel hält sich sehr hartnäckig und es würde mich nicht wundern wenn die heute noch so gelernt werden muss. Etwa 2 Jahre Freilufttrocknung, dann sinkt die Holzfeuchtigkeit draussen nicht weiter. Nachher in einen Innenraum oder Trockner. Niemand hat soviel Kapital das
Holz mehrere Jahre zu lagern. Was ich schreibe habe ich von einem Fachlehrer und Werkmeister im Sägewerksbereich. War aber wohl früher so, heute kommt das Holz viel schneller in den Trockner nach wenigen Monaten Freilufttrocknung. Eigene Erfahrungen bestätigen dies.
SAW war ein bisschen schneller und hat recht.
Gruss brubu
 

Gelöschte Mitglieder 110105

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Dann hab ich wieder was dazu gelernt :emoji_thumbsup:

so wurde es mir mal gesagt.

Das die Faustregel eine grobe Schätzung ist, ist mir klar gewesen.
 

Mitglied 84226

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Niemand hat soviel Kapital das Holz mehrere Jahre zu lagern
Es gab mal bei uns in der Nähe eine Firma namens Hukla die Polstermöbel herstellte. War sehr bekannt. Die hatte ein Holzlager das größer war als die Firma an sich. Die hatten für etwa 15-20 Jahre Holz auf Halde zum Trocknen. Ist jetzt ein großes Gewerbegebiet geworden.
 

Mitglied 59145

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ca 14 Tage :emoji_sunglasses:

Jaja, ich der Prolet. Mit Vakuumtrockner geht das, man braucht allerdings 5-6cbm. Sonst ist alles gesagt.

Gruss
Ben
 

Gelöschtes Mitglied 109767

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Faustregel Freilufttrocknung:

1 Jahr 1 cm bei Hardholz
1 Jahr 2 cm bei Weichholz


35mm = 3,5 Jahre bis c.a 15 % Holzfeuchte
70mm = 7 Jahre bis c.a 15 % Holzfeuchte

Mal abgesehen davon dass diese Faustregel mehr als nur ne grobe Schätzung ist hast nen Rechenfehler.

35mm = 3,5 Jahre bis c.a 15 % Holzfeuchte --> schlicht falsch trocknet ja von beiden Seiten -->35mm/2 =17,5mm --> 1,75 Jahre

Kein Rechenfehler und somit nicht wie du sagst "schlicht falsch", sondern "schon richtig".
Die Faustregel bezieht sich auf die Gesamtdicke.
Das was @Marcelo92 geschrieben hat ist richtig!

Quelle: Lehrmaterial der Schreinerinnung zum Thema Holztrocknung:
https://www.google.de/url?sa=t&rct=...t=1522049975&usg=AOvVaw2we4KtiOWSeSnw3sS3FW9g
Viele Grüße
Alois
 

Boshu

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Eine Frage: Waren die Bohlen schon luftgetrocknet, und wie lange? Oderist das Holz frisch aus dem Wald? Und wo hast Du gemessen? Am Kopf, der vielleicht nass geworden ist? Oder mittendrin in halber Dicke?
Bei B kannste Dein projekt vorerst vergessen, das dauert, und wenn ich die Risse sehe, die schon drin sind, wird das so nix.
Sollten die Bohlen aber schon zwei Jahre abgelagert sein, und kurzeitig Feuchtigkeit angenommen haben, kannst du die schon mal grob in die gewuenschten riegel schneiden, das vermindert die spannung und sie koennen schneller trocken. Aber nicht drinnen oder in der heizungsluft, in der Garage mit Luftaustausch. Dann kann es vielleicht schneller gehn.
 

Gelöschtes Mitglied 109767

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Na - wenn du es besser weißt als diejenigen, die bei der Schreinerinnung die Lehrmaterialien erstellen dann ists ja gut.
Wie können die nur was schreiben, ohne solche Fachleute wie dich zu fragen :emoji_thinking:

Gruß Alois
 

Gelöschtes Mitglied 109767

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Wieviel fällfrisches Holz hast Du schon getrocknet?
Pro Jahr insgesamt ungefähr 300 Kubikmeter Fichte, Eiche, Buche und andere Hölzer. Die werden nach dem Trocknen gehobelt und als 60mm dicke Verschleißböden auf den Fahrzeugen montiert. Und wenn da die Holzfeuchte nicht stimmt, dann gibt es massive Probleme.

Gruß
Alois
 

Gelöschtes Mitglied 109767

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Ja - Lufttrocknung gibt die wenigsten Probleme wenn man das Holz an einem Nutzfahrzeug verbaut. Das Holz wird beim Betrieb der Fahrzeuge ja wieder bewittert (Regen / Schnee / Eis / Schlamm / Sonne / Wind...) und die Oberfläche zusätzlich einseitig beschädigt (z.B. durch Baggerketten etc.).

Da darf das Holz trotzdem nicht zu sehr arbeiten. Zu trocken eingebaut kann es dazu führen, dass es beim Quellen Einbauteile und Befestigungen zerreißt, ist es beim Einbau zu feucht und trocknet, dann gibt es Spalten in der Ladefläche.

Das schaut dann nicht nur blöd aus, sondern ist auch gefährlich weil der Holzboden manchmal auch die Räder abdeckt. Und ein löchriger Kotflügel ist bei Regen für den nachfolgenden Verkehr nicht so toll. Auf Schotter auch nicht - da wird dann die Ladung von unten sandgestrahlt. Das mögen die Kunden auch nicht so gern.... Und wird auch von TÜV beanstandet.

Nur wenn Fahrzeuge in extrem trockene Gegenden exportiert werden, dann kommt in seltenen Fällen auch mal kammergetrocknete Ware zum Einsatz.
Ist ne Wissenschaft für sich - deshalb haben wir auch eine eigene Schreinerei im Werk

Gruß
Alois
 

Boshu

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Interessantes thema, Alois,
welche Hoelzer benutzt ihr denn so?
Ich kenn das eher mit stahlplatten oder Multiplex bei Baggern etc...
 

Mitglied 59145

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Luftgetrocknet heisst in D 15 bis 25%. Kammer kann alles von 5%bis 25%.

Gruss
Ben
 

brubu

ww-robinie
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Ja luftgetrocknet reicht auch draussen nicht, besonders wenn die Sonne an einer Fassade drauf brennt.
Gruss brubu
 

Gelöschtes Mitglied 109767

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Interessantes thema, Alois,
welche Hoelzer benutzt ihr denn so?
Ich kenn das eher mit stahlplatten oder Multiplex bei Baggern etc...

Die Holzart entscheidet immer der Kunde. Diese Entscheidung trifft er in Abhängigkeit von der Ladung / den Ladungen die er zu transportieren hat. Exemplarische Beispiele:

Variante 1:
Panzertransporter. Immer die gleichen Ladungen, optimal auf die Ladung abgestimmte Zurrpunkte, feste Anschläge als unterstützende Ladungssicherung für die Panzerketten in Längsrichtung.
Rampen und die Fahrzeug-Ladefläche aus Stahlblech, die Rampen und teilweise Ladefläche haben Kletterleisten in denen sich die Panzerketten einkrallen können. Keine Probleme bei der Ladungssicherung.

Variante 2:
Transport von Baumaschinen. Immer unterschiedliche Ladungen (Bagger, Radlader, Gabelstapler…)
Rampen dürfen keine Kletterleisten haben (wegen Hartgummirädern (Gabelstapler etc.)). Nur Stahlblech ist zu rutschig. Rampenbelag aus Holz (vorzugsweise weicheres Holz damit sich die Ketten etwas einkrallen können und Gummiräder / Reifen Grip haben).
Fahrzeug-Ladefläche aus Holz wegen Ladungssicherung (Reibbeiwert Baggerketten auf Holz ist ca. 5-fach besser als Baggerketten auf Stahl).

Holzbelag in der Regel längslaufend. Grund: deutlich geringerer Längs – als Querschwund des Holzes. Der Holzboden muss in Längsrichtung formschlüssig am Fahrzeugrahmen anliegen um Bremskräfte zuverlässig aufnehmen zu können, ohne dass die Holz-Befestigungsschrauben ggf. abscheren.

Variante 3:
Speditionsfahrzeuge – Beladung an Laderampe oder mit Ladebordwand. I.d.R. sind die Ladungen keine Baumaschinen / Gabelstapler sondern Paletten / Stückgut. Bodenbelag aus Siebdruckplatten ist i.d.R. ideal.

Variante 4:
Transport von Fahrzeugen / Maschinen mit Hartgummirädern und Coils (Rollen aus Stahlblech) – Ladefläche mit Holzbelag (Siebdruck oder Massivholz), aber zusätzlich Blech Unterzug unter dem Holz als Schutz gegen Durchbrechen wegen der hohen Punktlasten. Drainage unter Holz erforderlich.


Die Art des Holzes (Weich- oder Hartholz) ist immer individuell und hängt vom Mix der Ladungen ab die zu transportieren sind. Hartes Holz hält zwar länger, ist aber teurer, schwerer und bei Nässe rutschiger. Weichholz verschleißt schneller, ist dafür preiswerter, leichter und bei Nässe nicht so rutschig.

Wenn Kunden nach einigen Jahren den Holzboden in einer Schreinerei o.ä. erneuern lassen, dann gibt es manchmal Probleme, weil zu trockenes Holz „knirsch“ eingebaut wird. Und wenn das dann aufquillt...

Das alles ist wirklich eine Wissenschaft für sich. Die Entscheidungswege zum richtigen Holzbelag und der richtigen Holzfeuchte bei Tiefladern, Spezial- und Sonderfahrzeugen sind sehr komplex und erfordern viel Erfahrung.

Viele Grüße
Alois
 
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