Interessantes thema, Alois,
welche Hoelzer benutzt ihr denn so?
Ich kenn das eher mit stahlplatten oder Multiplex bei Baggern etc...
Die Holzart entscheidet immer der Kunde. Diese Entscheidung trifft er in Abhängigkeit von der Ladung / den Ladungen die er zu transportieren hat. Exemplarische Beispiele:
Variante 1:
Panzertransporter. Immer die gleichen Ladungen, optimal auf die Ladung abgestimmte Zurrpunkte, feste Anschläge als unterstützende Ladungssicherung für die Panzerketten in Längsrichtung.
Rampen und die Fahrzeug-Ladefläche aus Stahlblech, die Rampen und teilweise Ladefläche haben Kletterleisten in denen sich die Panzerketten einkrallen können. Keine Probleme bei der Ladungssicherung.
Variante 2:
Transport von Baumaschinen. Immer unterschiedliche Ladungen (Bagger, Radlader, Gabelstapler…)
Rampen dürfen keine Kletterleisten haben (wegen Hartgummirädern (Gabelstapler etc.)). Nur Stahlblech ist zu rutschig. Rampenbelag aus Holz (vorzugsweise weicheres Holz damit sich die Ketten etwas einkrallen können und Gummiräder / Reifen Grip haben).
Fahrzeug-Ladefläche aus Holz wegen Ladungssicherung (Reibbeiwert Baggerketten auf Holz ist ca. 5-fach besser als Baggerketten auf Stahl).
Holzbelag in der Regel längslaufend. Grund: deutlich geringerer Längs – als Querschwund des Holzes. Der Holzboden muss in Längsrichtung formschlüssig am Fahrzeugrahmen anliegen um Bremskräfte zuverlässig aufnehmen zu können, ohne dass die Holz-Befestigungsschrauben ggf. abscheren.
Variante 3:
Speditionsfahrzeuge – Beladung an Laderampe oder mit Ladebordwand. I.d.R. sind die Ladungen keine Baumaschinen / Gabelstapler sondern Paletten / Stückgut. Bodenbelag aus Siebdruckplatten ist i.d.R. ideal.
Variante 4:
Transport von Fahrzeugen / Maschinen mit Hartgummirädern und Coils (Rollen aus Stahlblech) – Ladefläche mit Holzbelag (Siebdruck oder Massivholz), aber zusätzlich Blech Unterzug unter dem Holz als Schutz gegen Durchbrechen wegen der hohen Punktlasten. Drainage unter Holz erforderlich.
Die Art des Holzes (Weich- oder Hartholz) ist immer individuell und hängt vom Mix der Ladungen ab die zu transportieren sind. Hartes Holz hält zwar länger, ist aber teurer, schwerer und bei Nässe rutschiger. Weichholz verschleißt schneller, ist dafür preiswerter, leichter und bei Nässe nicht so rutschig.
Wenn Kunden nach einigen Jahren den Holzboden in einer Schreinerei o.ä. erneuern lassen, dann gibt es manchmal Probleme, weil zu trockenes Holz „knirsch“ eingebaut wird. Und wenn das dann aufquillt...
Das alles ist wirklich eine Wissenschaft für sich. Die Entscheidungswege zum richtigen Holzbelag und der richtigen Holzfeuchte bei Tiefladern, Spezial- und Sonderfahrzeugen sind sehr komplex und erfordern viel Erfahrung.
Viele Grüße
Alois