Tischlermöbel Risse normal?

GeraldD

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Hi zusammen,

ich selbst bin Holzbearbeitungslaie, ich hab zwar mal ein Teilstück meines Zauns repariert oder mir zwei Holzregale selbst gebaut, aber das war es im wesentlichen schon mit meinen Kenntnissen der Holzbearbeitung :emoji_wink:

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir unser Bad sanieren lassen und im Zuge dessen auch einen Tischler mit Massivholzmöbel aus Eiche beauftragt.

Relativ bald nach Fertigstellung haben die verleimten Bretter des Kastens bereits begonnen sich (stark) zu schüsseln, sprich wenn der Kasten geschlossen war, war er an der Ober- und Unterseite geschlossen und in der Mitte des Kastens 1cm geöffnet. Diese wurde kurz darauf vom Tischler nachgebessert durch zwei an der Innenseite liegende Metallverstrebungen.

Ein Jahr später haben sich nun zwei Risse gebildet, die komplett (Außen nach Innen) durchs Holz gehen, siehe angehängte Bilder.

Unser Tischler hat uns nun erklärt, dass das defacto normal ist bei Massivholzmöbeln und das es halt arbeitet und das es auch wieder passieren kann. Er hatte die Türe nun mitgenommen und mit Leim nachgebessert. Heute hat er sie wieder gebracht und wollte sie montieren, leider dürfte im Zuge der Arbeiten, des Transports oder wo auch immer etwas passiert sein und auch die dünnere Griffleiste war dann eingerissen als er die Tür wieder montieren wollte.

Meine laienhafte Einschätzung ist, dass die Metallverstrebung halt keinen positiven Eintrag auf mögliche Rissbildung hat, weil es die Bewegung des Holzes einschränkt und dadurch Rissbildung begünstigt. Zugleich erwarte ich als Kunde von einem Tischler, dass er das Wissen besitzt das Holz in einer Weise zu verarbeiten das es nicht zur Schäden/Rissbildung etc. kommt.

Ich wäre für eure Einschätzung dankbar, ob ich hier einfach zu anspruchsvoll bin oder handwerklich nicht sauber gearbeitet wurde.
 

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IngoS

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Hallo,

das ist für Massivholztüren die ungünstigste Lage der Maserung, die man sich vorstellen kann und das auch noch im Bad mit stark schwankender Luftfeuchtigkeit.
Auch wenn das gerade modern ist, würde ich so keine Türen bauen.
Da sind Probleme vorprogrammiert.
Wolltet ihr das so haben, oder hat der Tischler das so vorgeschlagen?

Zeig doch die Tür mal von innen mit den Versteifungsprofilen.

Gruß Ingo
 

wasmachen

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Das Arbeiten vom Holz zu unterbinden ist ne doofe Idee.
Und generell, Sorry, ist das Möbel/die Optik dem Zeitgeist geschuldet und weit entfernt von dessen, wie Massivholz verarbeitet werden sollte.

Ich denk, das ist ne zugekaufte Leimholzplatte. Die, nennen wirs 'Sortierung', scheint sehr industriell.
K.A., ob jemand wie @magmog so n 'Schaden' seinem Zulieferer aufs Auge drücken kann...

Das für ne TE seine Frage was brauchbares rauskommt: ja, halte das für normal. Halte es auch für normal, dass Reparaturversuche 'mit Leim nachbessern' und 'auswachsen' vorgenommen werden.
 

predatorklein

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Sorry, ist das Möbel/die Optik dem Zeitgeist geschuldet und weit entfernt von dessen, wie Massivholz verarbeitet werden sollte.
Moin

2 Doofe , ein Gedanke :emoji_blush:

Was man heute so alles zu sehen kriegt beim Massivholzmöbelbau , da sträuben sich einem echt die Haare .
Von der Konstruktion her teilweise übler als übler .

Und in der BS hätte man vor Jahrzehnten einen Arschtritt vom Werkstattlehrer gekriegt .

Gruß
 
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GeraldD

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Danke für eure Einschätzungen!

Hallo,

das ist für Massivholztüren die ungünstigste Lage der Maserung, die man sich vorstellen kann und das auch noch im Bad mit stark schwankender Luftfeuchtigkeit.
Auch wenn das gerade modern ist, würde ich so keine Türen bauen.
Da sind Probleme vorprogrammiert.
Wolltet ihr das so haben, oder hat der Tischler das so vorgeschlagen?

Zeig doch die Tür mal von innen mit den Versteifungsprofilen.

Gruß Ingo
Die erste Planzeichnung war mit Waschtischunterschrank mit Quermaserung und den Kasten mit Längsmaserung. Wir haben dann nachgefragt, ob man die einheitlich ausführen kann, ich kann mich auch noch erinnern gefragt zu haben ob das technisch Probleme macht. Die Antwort war nein, das ist egal - beides ist möglich, lediglich die Griffleiste sieht dann halt anders aus (weil auch Quer und nicht längs).

Da beim Waschtischunterschrank Längs komisch ausgesehen hätte, hatten wir uns für Quer entschieden.

Wir waren zu dem Zeitpunkt sehr offen für Umsetzungsvarianten und hätten uns bei entsprechender Beratung auch durchaus für etwas anderes entschieden.

Ich hab leider kein Foto von der Innenseite der Türe und die Türe ist jetzt gerade wieder beim Tischler, reiche ich gegebenenfalls nach sobald möglich.

Wenn man Feuerholz irgendwie zu Platten verleimt, das ganz in ein Badezimmer stellt, als gelernter Schreiner (Meister?), dann ist man wirklich sehr sehr…..mutig!
Ja, Meisterbetrieb seit bald 30 Jahren. Der Tischler war eine Empfehlung des Fliesenlegers, alles Betriebe mit Top-Bewertungen auf den gängigen Plattformen.

Da schließe ich mich gerne an.

Hätte der Meister doch wissen, und dem Kunden vorab sagen, müssen dass das so nicht gut geht.

Hier treffen sich zwei Wünsche.
Es muss, der Wertigkeit wegen, aus Massivholz sein und es muss "moderne" Plattenbauoptik sein.
Unser einziger Wunsch war Massivholz, weder Plattenbauoptik noch sonst was war unsere Anforderung. Wir haben ein paar kleine Muster bekommen und uns dann für diese Variante entschieden.

Wär etwas nachhaltiger/qualitativer etc. auch mit Mehrkosten umsetzbar gewesen und man hätte uns danach gefragt, dann hätten wir das gemacht. (Wir ticken eher nach dem Motto, wenn ich das jetzt Sanierungstechnisch angehe, dann ordentlich und dann darf das auch was kosten, dafür möchte ich aber dann auch die entsprechende Qualität bekommen).


Was ist denn eurer Einschätzung nach jetzt das sinnvollste, um hier gemeinsam mit dem Tischler noch sinnvoll ans Ziel zu kommen? Also, so das uns diese Kastentür die nächsten Jahre nicht andauernd einreißt.

Sind Nachbesserungen mit Leim und das Belassen der Metallverstrebungen (die zweimal die komplette Länge verlaufen) nachhaltig?
Sollen wir eine komplette Neuerstellung der Tür verlangen? In angepasster Ausführung (längs?)
 

wirdelprumpft

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Ist die Tür an der Griffleiste getrennt?
Da die Maserung auf die Unterschrank durchläuft ist neu sonst evtl. schwierig mit neuer Tür
Gehe mal davon aus das der Tischler das jetzt nachhaltig lösen wird. Austausch der defekten Lamellen.
Schauen ob die Metalleiste Langlöcher hat oder großes Loch mit Unterlagsscheibe darüber.
Wenn z.b. 5mm Loch und 4,5 Schraube dann reißt es genau an der Stelle wenn das Holz arbeitet.
 

Lorenzo

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Gehe mal davon aus das der Tischler das jetzt nachhaltig lösen wird.
Davon würd ich leider nicht ausgehen.
Das ist einfach ne faule, schnell zusammengeschusterte Arbeit und dem Schreiner hätte sowas von klar sein müssen dass das nicht gut gehen wird. Zugekaufte Platten (immer gleiche Lamellenbreite und "bunte" Sortierung, macht so kein handwerklich arbeitender Betrieb) in falscher Konstruktionsweise. Ohne die Metallschienen konnte die Tür zwischen den Bändern immerhin noch buckeln, mit Metallschienen war auch das dann nicht mehr möglich, da bleibt dem Holz nix anderes mehr übrig als zu reissen.
Diese Optik in massiv hätt nur funktioniert mit Rahmen und überschobener Füllung.
 

brubu

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Egal ob jetzt die Konstruktion richtig oder falsch sein soll. Wir machen heute sehr viel mit selber gut getrocknetem Eichenholz. Laut eigenen Messungen arbeitet es weniger als in den Lehrbüchern angegeben wird.

Das Holz war einerseits nicht genügend getrocknet sonst hätten sich keine Risse gebildet. Leimholzplatten sind Industrieware, schnell, schnell, da garantiert niemand für die korrekte Holzfeuchte aller Lamellen.

Dann die andere grosse Frage auch wenn es im Bad ist. Nach vielen Problemen wegen Trockenheit mit Holzböden gilt bei uns bei Holzböden eine Mindestluftfeuchte von 30%. Wird die nicht eingehalten haftet der Bodenhandwerker nicht. Im Bad wird auch gelüftet, zudem ist es meist sehr warm, da könnte die Luftfeuchte auch tiefer sein als man annimmt.
 

joh.t.

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bei den Zwergen
Ne heikle Holzkonstruktion im Bad mit viel Luftfeuchtigkeit und größeren Temperaturunterschieden.
Da hat der Schreiner schlecht beraten...
 

Schreinersein

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Bei dem langen Lappen quer hätte ich das auch nur aus Dreischichtplatte gefertigt...und im Bad wahrscheinlich eh...
Risse können im Massivholz aber auftreten, will sich halt bewegen. Wenn jetzt rückseitig Ausrichtbeschläge verbaut wurden, muss die Spannung irgendwo hin
 

MTrp

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Ich sehe es ähnlich wie die Vorredner (/-schreiber):

1. Die Schäden waren vorhersehbar.
  • Die Leimholzplatte hat geschüsselt, weil keine Gratleisten o. ä. eingesetzt worden sind. Die geschilderte Verformung zeigt, auf welcher Seite der Tür die Luftfeuchtigkeit höher war.
  • Weiters mutmaße ich, dass die erwähnte Metallverstrebung, die zum Geradeziehen der Platte eingesetzt wurde, so montiert wurde, dass ein Quellen und Schwinden des Holzes quer zur Faser unterbunden wurde. Die logische Folge ist, dass die Platte jetzt im Winter aufgrund der trockeneren Raumluft durch das Schwinden reißt.
2. Das sind absolute Anfängerfehler, die einem Profi nicht passieren dürfen.

Dementsprechend würde ich den Mangel reklamieren. Wenn diese Optik gewünscht ist, wären 3-Schicht-Platten eine geeignetere Wahl gewesen.
 

wasmachen

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Dreischicht jetzt als das Allheilmittel hinzustellen....
Ich lach mich schlapp.

Manch einer, kommt mir vor, hackt n bissl mehr als es gut ist..... keiner kennt den ausführenden Betrieb oder war beim Beratungsgespräch dabei!
 

Tilia

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Das Arbeiten vom Holz zu unterbinden ist ne doofe Idee.
Irgendwo hab ich mal von der Methode gehört, dass früher in Steinbrüchen große Holzkeile in Bohrungen im Fels gesteckt wurden, und diese dann mit Wasser getränkt. Die Keile quollen auf und sprengten/ bzw. spalteten so größere Brocken vom Stein.

Das zeigt, welche Kraft Holz beim Quellen (und Schwinden) entwickeln kann. Man kann nicht "gegen" das Holz arbeiten, nur mit ihm.
 
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magmog

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Irgendwo hab ich mal von der Methode gehört, dass früher in Steinbrüchen große Holzkeile in Bohrungen im Fels gesteckt wurden, und diese dann mit Wasser getränkt. Die Keile quollen auf und sprengten/ bzw. spalteten so größere Brocken vom Stein.

Das zeigt, welche Kraft Holz beim Quellen (und Schwinden) entwickeln kann. Man kann nicht "gegen" das Holz arbeiten, nur mit ihm.


......... bereits im Altertum vor weit über 2000 Jahren waren die Menschen bereits so clever,
gut trockene Holzkeile ist Felsritzen einzutreiben, dann zu durchnässen und so das Gestein zu sprengen.
 
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