Tischkufen für 100kg Tisch, 100x20x2 Rechteckprofil oder Flachstahl

istec1003

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Hi,

dank der vielen Themen zum Thema Kufentisch hier im Forum bin ich auf das Problem von wackelden/schwingenden Kufentischen aufmerksam geworden. Tischplatte (Kernbuche Leimholz, durchgehende Lamelle, 200*100*4cm + 2 Stück Ansteckplatten 50x100x4cm, Gewicht gesamt ca. 90-100kg) ist bestellt, es gibt kein zurück mehr :emoji_wink:
Die Kufen sind auch schon da, bin leider zu spät auf das Problem aufmerksam geworden. Kufen sind komplett aus Rechteckprofil, 100x20x2mm. Umtausch ist noch möglich.
https://holzbrink-technik.de/moebel-und-accessoires/tischbeine/tischbein-hlt-01/

Was ich dank Forum schon verstanden habe:
- Langlöcher in der Kufe sind nachzurüsten
- Jeweils ein zusätzliches Langloch links und rechts in der Nähe der vertikalen Profile sind nachzurüsten, so dass zwei Langlöcher je Seite möglichst nahe der vertikalen Profile sind (https://www.woodworker.de/forum/thr...sch-mit-tischkufen-wackelt.106138/post-617494)
- Die Kufen sollen bündig an den kurzen Seite der Tischplatte angebracht werden. Wohl nicht ideal aber aus optischen Gründen gewünscht.

Wo ich unsicher bin:
- Sind die Kufen massiv genug, damit der Tisch nicht wackelt?
- Sind Kufen aus Flachstahl besser? Falls ja, reichen 10mm oder müssen es 15mm werden?

Möglichkeiten:
Begrenzt, bohren, schrauben und ölen geht, mehr wird schwierig.
Schweißen kann ich nicht, habe weder die Ausrüstung noch die Erfahrung (die 2 Wochen im Grundpraktikum sind über 15 Jahre her...)

Gruß Sven
 

Steffen-Holzwurm

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Der wird wackeln. Da kannst du mit einem Kufentisch noch so viel Wandstärke haben.
Meiner mit 3m wackelt auch ein bisschen. Die Masse dämpft etwas das Anfangen, aber wenn er sich Mal in Bewegung gesetzt hat, wackelt er halt kurz.

Wenn dir die Optik gefällt, bleib dabei und Freunde sich damit an. Meine Kufen sind ein paar Grad nach außen gestellt. So habe ich kein Parallelogramm sondern ein leichtes Trapez. Das bringt wahrscheinlich mehr als zusätzliche Wandstärke.

Die alternative ist ein klassisches Zargengestell.

Gruß
Steffen
 

istec1003

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Danke für die Antwort. Eine Auftellung im Trapez wie in deinem Fall ist natürlich vorteilhaft.
Gibt es Erfahrungswerte was im Parallelogramm robuster gegenüber wackeln ist, Rechteckprofil oder Flachstahl in 10mm bzw. 15mm?
 

Steffen-Holzwurm

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Nicht die Dicke ist entscheidend sondern der Abstand der äußersten Schicht zur mittleren Biegelinie. Also je dicker das Profil, umso besser. Die Wandstärke kann dabei jedoch dünn sein.
Ich bin mir aber nicht sicher, an welcher Stelle du einen Flachstahl verwenden willst.
Der einzige Ort an dem dir die Wandstärke hilft, ist die obere Querstrebe, die mit der Platte verschraubt wird. Die wird beim wackeln ja tordiert. Ebenfalls wäre es gut, wenn die Verschraubungen innen und außen am Profil liegen ( also in Längsrichtung vom Tisch).
Das ist alles aber wie gesagt am Ende eine Schwachstelle im Konzept der Kufentische, die du nicht beheben kannst.
 

Daniboy

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- Sind die Kufen massiv genug, damit der Tisch nicht wackelt?
- Sind Kufen aus Flachstahl besser? Falls ja, reichen 10mm oder müssen es 15mm werden?...
  • Ich glaube, das hängt von vielen Details ab, wie die Verbindung von Kufen und Tischplatte ausgeführt ist. Zum Beispiel kann man beim Flachstahl die Schrauben voll anknallen und es gibt nicht nach. Beim Rohrmaterial, wenn man durchbohrt und mit der Schraube zu stark anzieht kann sich das Blech um den Schraubenkopf verformen bei nur 2mm Wandstärke wenn man entsprechend stark anzieht.
  • Dein Rohrprofil von 100x20x2mm entspricht rechnerisch einem Flachstahl von 100x15,97mm.
    Als Vergleichswert schlage ich vor das jeweilige Flächenträgheitsmoment zu verwenden. Zum Beispiel:
ProfilMaße [mm]Flächenträgheitsmoment [cm^4]
Rohrprofil100x20x23,39
Rechteckprofil (Flachstahl)100x100,83
Rechteckprofil (Flachstahl)100x152,81
Rechteckprofil (Flachstahl)100x15,973,39
Rechteckprofil (Flachstahl)100x206,67
 
Zuletzt bearbeitet:
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Kurz und knapp:
  • Flachstahl ist biegsamer als ein Rohrprofil.
  • Entscheidend ist nicht die Biegesteifigkeit der Kufenkonstruktion selbst, sondern deren Verbindung mit der Tischplatte.
In deinem Fall ist und bleibt diese Verbindung ein Gelenk - egal, wie fest du die Schrauben anknallst.
Suche hier im Forum mal nach "Kufentisch". Dann findest du massenweise Infos und einige brauchbare Lösungsansätze.
Gruß
 

netsupervisor

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Die Physik kann man erdnah nicht überlisten.
Es bleibt also nur die Eckaussteifung (in der Kufe, Tisch zu Kufe), dann hält sich die Wackelei in Grenzen, aber die Optik fällt nicht wie gewünscht aus. Flachstahl würde ich hier nicht empfehlen.
 

Salrok

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Rain
:emoji_astonished:
Ich kenne die anderen Beiträge und die ganze Problematik nicht, es überrascht mich aber gerade richtig.

Bekannte haben seit 2018 einen Kufen Esstisch für 8 Personen. Der steht Bombenfest, da wackelt gar nichts. Kann euch aber leider nicht sagen, wie der Hersteller das dann hinbekommen hat.
 

VolkerDK

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Graasten
Hallo!
Also besser waere meiner Meinung nach
https://holzbrink-technik.de/moebel-und-accessoires/tischbeine/automatycznie-zapisany-szkic-3/
Mit einem Flachstahl oben. Denn dadurch sitzten die Schrauben nicht auf dem elastischen Rechteckprofile (das ja hohl ist), sondern auf dem breiten Flacheisen.
Ob Langloecher drin sind weiss ich nicht, aber natuerlich leichter ein Langloch in einen Flachstahl zu machen als in ein Rechteck (aber beides naklar moeglich.
Das Rechteckprofil hat auch den Nachteil, das die "Ecken" rund sind, da verlierst also nochmal Auflageflaeche. (Die muss so breit sein wie moeglich, damit der Widerstand gegen kippeln so hoch wie moeglich ist).

Die Verschraubung sollte so weit wie moeglich am Rand des BEINES erfolgen, also nur wenige Millimeter von der Aussenkante, und dann in zwei Reihen links und rechts, nicht eine Reihe in der Mitte. (Das Hebelmoment gegen Kippeln ist der Abstand der Schraube zur gegenueberliegenden Kante des Beines).

Mit zwei Reihen Schrauben in dem Flachstahl und der Beinbreite von 100mm (sieht aus als waere der Flachstahl dann etwa 120mm), wird es einen relativ stabilen Tisch geben. Wenn es gewuenscht ist die Beine ganz buendig zu montieren und es muessen die Rechteckprofile umlaufend sein, musst du einen Abstand der Schrauben zum Plattenrand beruecksichtigen...dann wird das ganze bei Esstischhoehe vielleicht schon kritisch.
 

ger-247

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Auf der Seite kann man doch lesen, dass der Flachstahl 100mm breit und 3mm stark ist. 3mm halte ich für zu wenig. Alles ab 5mm würde ich ne Chance geben.
 

IngoS

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Hallo,

en
Auf der Seite kann man doch lesen, dass der Flachstahl 100mm breit und 3mm stark ist. 3mm halte ich für zu wenig. Alles ab 5mm würde ich ne Chance geben.

Hallo,

Eher 8 bis 10mm.

Gruß Ingo

Meist krankt es den Kufen tatsächlich an vernünftiger Dimensionierung und konstruktiven Ausführung der oberen Traverse.

Gruß Ingo
 

Daniboy

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Die Formulierung von der Holzbrink-Seite finde ich witzig:

"Um Ihrem Tisch 100% Standfestigkeit zu gewährleisten, empfehlen wir den Einsatz von mindestens 2 Tischkufen"

Ja, weniger als 2 Kufen ist wohl nicht mehr 100% standfest, das stimmt schon :emoji_slight_smile:.
 

netsupervisor

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Alles was in Materialstärken bis 5mm angeliefert wird ist für mich noch Blech. Darüber beginnt es dann mit einer Bezeichnung Flachstahl.
 

Daniboy

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Die Verschraubung sollte so weit wie moeglich am Rand des BEINES erfolgen, also nur wenige Millimeter von der Aussenkante, und dann in zwei Reihen links und rechts, nicht eine Reihe in der Mitte. (Das Hebelmoment gegen Kippeln ist der Abstand der Schraube zur gegenueberliegenden Kante des Beines)....
Ja, das wäre ideal.

Er will aber:
Die Kufen sollen bündig an den kurzen Seite der Tischplatte angebracht werden. Wohl nicht ideal aber aus optischen Gründen gewünscht.

Daher sollte ein Mindestabstand aufgrund der Lage des Holzes sein, ich tät mal aus dem Bauch heraus sagen, bei einer 40mm dicken Massivholzplatte wären schon so ca 30mm Minimum von Schraubenachse bis zur Tischkante mit dem Stirnholz angebracht.

Dadurch reduziert sich dadurch leider auch die Abstützmöglichkeit der Kufe an der Tischplatte wieder.
Es hätte zumindestens auch ein bisschen den Vorteil, dass die Schraubenköpfe und Scheiben nicht so sehr unschön in den Vordergrund treten.
 

istec1003

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Besten Dank schon mal für die vielen Antworten.

  • Dein Rohrprofil von 100x20x2mm entspricht rechnerisch einem Flachstahl von 100x15,97mm.
    Als Vergleichswert schlage ich vor das jeweilige Flächenträgheitsmoment zu verwenden. Zum Beispiel:
Sehr interessanter Ansatz. Ich hoffeich verstehe das richtig, theoretisch ist das Rechteckprofil also Torsionsfester als der 10mm Flachstahl. Das Problem wird jedoch die Krafteinleitung in das Profil sein, da das Profil nur 2mm Materialstärke hat und sich beim wackeln um die Bohrung elastisch verformen kann:


  • Ich glaube, das hängt von vielen Details ab, wie die Verbindung von Kufen und Tischplatte ausgeführt ist. Zum Beispiel kann man beim Flachstahl die Schrauben voll anknallen und es gibt nicht nach. Beim Rohrmaterial, wenn man durchbohrt und mit der Schraube zu stark anzieht kann sich das Blech um den Schraubenkopf verformen bei nur 2mm Wandstärke wenn man entsprechend stark anzieht.
Das spricht dann ja eher für ne Kufe komplett aus Flachstahl, mindestens 10mm.
Außerdem Vorteil Flachstahl: keine Rundung im Profil damit man die Schrauben weit nach außen setzen kann, wobei min. 30mm Abstand zur Tischkante bei bündiger Montage beachtet werden muss.

Ich werde dann mal verschiedene Anbieter anfragen, was die anbieten können.


Alles was in Materialstärken bis 5mm angeliefert wird ist für mich noch Blech. Darüber beginnt es dann mit einer Bezeichnung Flachstahl.
Das Gestell für die Tischverlängerung ist heute geliefert worden, das ist tatsächlich 5mm stark und wirkt robust.

Gruß
Sven
 
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