Tischkreissäge ohne Schiebeschlitten

BlackSheepWW

ww-pappel
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Hallo Zusammen,
Ich verfolge dieses Forum schon lange und habe mich bis jetzt noch nie zu Wort gemeldet. Ich finde dieses Forum sehr informativ und beziehe euch und eure Meinung immer in meine Kaufentscheidungen im Bereich Holzbearbeitungsmaschinen und allgemein bei der Holzbearbeitung mit ein. Nun habe ich ein Anliegen bzw. eine Anregung, welche hier schon einmal diskutiert wurde, ich aber spezifischer machen möchte.
Aber vorerst zu mir und meiner Situation:
Ich wohne mit meiner Freundin bei meinen «Schwiegereltern» in einem alten und schlecht renovierten Haus, welches wir nun selbst von Grund auf erneuern. Wir haben diverse «billige» Maschinen, welche nun durch namhafte Geräte ersetzt werden. Wir arbeiten hauptsächlich im Keller, wo sich die Werkstatt befindet und in den zu renovierenden Räumen. Wir haben bisher alle Zuschnitte mit einer sehr guten Tauchkreissäge ausgeführt und sind mit dieser mehr als zufrieden, jedoch sind wiederholgenaue Zuschnitte einfach Zeitintensiv und mühselig zu erledigen. Deshalb stand, dass Thema Tischkreissäge im Raum und mein Schwiegervater hat sich kurzerhand eine Holzmann TS250 besorgt. Ich habe diese gestern mit Skepsis zusammengebaut… Bei der Ausrichtung des Schiebeschlittens zum Maschinentisch, kam die nicht ganz unerwartete Überraschung: Der Maschinentisch hängt in der Mitte 2-3mm auf ganzer Länge (von der Bedienseite gesehen) durch. Nach genauer Untersuchung, dass Fazit: Ein Riss, stirnseitig des Tisches unterhalb einer der zwei Nuten, zieht sich gänzlich durch das Gerippe des Gusstisches.
Ich bin kein Fan von solchen Maschinen, aber bin überzeugt, dass sie ihren Dienst getan hätte und auch wird (Maschine wird ersetzt). Ich beschäftige mich seit gut drei Jahren ausgiebig mit Holzbearbeitungsmaschinen und spare auf einen semiprofessionellen Maschinenpark. Ich baue in meiner Freizeit am Haus, fertige aber hauptsächlich Möbel und Gebrauchsgegenstände. Und für diesen Zweck ist die Holzmann einfach nicht ideal (Ist aber nicht meine Maschine, für meinen Schwiegervater ist sie, nach bestmöglicher Justierung, perfekt). Ich bin mir auch schon im Klaren, welche Maschinen ich mir kaufen werde und welche Hersteller das Rennen machen. Nur bei einem Gerät bin ich mir nicht schlüssig: Die Tischkreissäge…

Nun zum eigentlichen Anliegen/Anregung:
Ich persönlich bin nicht überzeugt von Schiebeschlitten an Hobby- und semiprofessionellen Maschinen, sie sind für mich eine fehleranfällige und instabile Spielerei. Bei der Profiklasse sieht das für mich ganz anders aus und macht Sinn (Sicherheit, Formatschnitt von Plattenmaterial/langen Leisten, Besäumschnitt usw.). Jedoch muss man da schon in die Tasche greifen oder sich auf die Restauration von alten Geräten auskennen. Aber ich kenne mich mit alten Maschinen nicht aus und eine Profimaschine ist für einfach übertrieben. Ich habe also meine Suche auf Tischkreissägen ohne Schiebeschlitten beschränkt… ich landetet immer bei kleinen Kreissägen im 20-30kg Bereich und diese sind mir einfach zu instabil und haben zu wenig Leistung oder sind von schlechter Qualität. Ohne weiter auszuholen, wurde mir nach langer und intensiver Suche klar, dass die Maschine die ich suche im europäischen Raum nicht finde, sondern in den USA.
Ins Auge fielen mir folgende Hersteller: Powermatic, Sawstop, General und Jet (Jet DELUXE XACTA mit 5PS). Diese Maschinen wären für mich perfekt und passen 100% zu mir und meiner Arbeitsweise. Es geht wirklich nicht darum diese Sägen in den Himmel zu loben, aber diese passen einfach zu mir. Es geht hier auch nicht darum europäische Tischkreissägen schlecht zu machen, wir haben TOP Geräte auf dem Markt, aber sie sagen mir einfach nicht zu.
Nur ist so eine Maschine in Europa nicht zu kaufen und auch wenn, gibt es Probleme mit der Stromversorgung der Maschine (50hz und 60hz).

Deshalb die Fragen:
Weshalb bauen unsere Hersteller auch nicht solche Maschinen?
Woher bekomme ich eine solche Maschine, die auch bei uns laufen würde?
Was haltet ihr von amerikanischen Tischkreissägen im Vergleich zu europäischen?
Wie seht ihr das mit Schiebeschlitten an hobby- und semiprofessionellen Maschinen?

Ich denke dieses Anliegen ist schon ein bisschen lang geschrieben und reicht mal fürs erste. Ich hoffe auf eine feurige Diskussion und vielleicht an paar Tipps/Links von Herstellern oder Importeuren solcher Maschinen. Danke schon jetzt für eure Antworten!

P.S.: Ich kann euch gerne noch mehr Infos geben über mein Interesse an einer amerikanischen TKS.
 

bello

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Früher gab es so etwas schon auch vermehrt bei uns:

http://maschinen-baur.de/bilder/2338B.jpg

Aber warum soll man sich heute noch solche Maschinen antun, wenn eine FKS das Arbeiten vereinfacht.

Wenn Deine Arbeitsweise eher auf die amerikanische Art ausgerichtet ist, so ist das dann Deine persönliche Vorliebe, meine Arbeitsweise habe ich mir lieber von europäischen Schreinern abgesehen.

Bei mir steht auf Grund geringerer Platzverhältnisse seit einigen Jahren eine kleine FKS in der Garage, den Schiebetisch habe ich beim Aufbau justiert und das war es dann. Es ist eine Bernardo 1600 N.

Für meine Bauten ist die schon geeignet. Diese habe ich hier teilweise in den Projekten vorgestellt.

Gruß
 

WinfriedM

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Das hat was mit der Mentalität zu tun. Bei den Amis scheint die geniale Idee des Schiebeschlittens noch nicht so richtig angekommen zu sein, weshalb die es gewohnt sind, sich irgendeinen Zusatzkram zu bauen, um die gleiche Funktionalität zu haben.

Hier in Deutschland ist es ganz selbstverständlich, eine Säge mit Schiebeschlitten zu haben. Maschinen ohne Schiebeschlitten würden vom Markt wohl gar nicht angenommen werden.

Das ist ungefähr so, wie Automatik- und Schaltgetriebe. In Deutschland wird die Automatik kaum angenommen, in USA ist es Standard.

Mittlerweile gibts schon recht günstige Sägen mit akzeptablem Schiebeschlitten. Da findet man bei Bernardo und Holzmann was. Ab 1500 Euro aufwärts.

Ansonsten: Schau dir mal die Mafell Erika an. Das ist so das Teil, was man hier in Deutschland kauft, wenn man keinen Schiebeschlitten braucht.
 

lunateide

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Hallo B. S.

schreib doch mal, was Du genau an den aufgezählten amerikanischen Modellen schätzt, vielleicht findet sich dann auch ein europäisches Modell, das diesen Anforderungen entspricht.
Ich selbst habe eine Scheppach Precisa 6, die den genannten zumindest ähnlich sieht.
Auch sie hat eine große Tischöffnung und kann anstelle eines Dato_Blattes mit einem Verstellnuter ausgerüstet werden.

Da ich keine Möbel baue, brauche ich keinen Schiebetisch; ansonsten käme nur ein Formatschltten in Frage.

Die amerikanische Variante einer Schiebevorrichtung (Cross-Cut-Sled) hat m.A. nach folgende Nachteile:
Eignet sich nur für senkrechte Schnitte, für jede Schrägstellung des Sägeblattes braucht es eine eigene Vorrichtung.
Die Breite von Kappschnitten ist begrenzt, da das Teil nicht weit über den vorderen Rand des Sägetisches gezogen werden kann, ohne zu koppeln.

Gruß
Roland
 

derdad

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Einen schönen Abend.
Nur eine wage Vermutung weshalb bei uns ein Schiebeschlitten beliebter ist als in den angloamerikanischen Ländern. Bei uns wird Schnittholz mit Baumkante verkauft und man besäumt sich die Wäre selbst. In Amerika und England ist die Ware schon Grossteil prismiert und es gibt sie in Standard(inch)maßen. 1x6, 2x4, etc
Aber das ist sicherlich nur ein Punkt von vielen.
LG
Gerhard
 

Holzrad09

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Das hat was mit der Mentalität zu tun. Bei den Amis scheint die geniale Idee des Schiebeschlittens noch nicht so richtig angekommen zu sein, weshalb die es gewohnt sind, sich irgendeinen Zusatzkram zu bauen, um die gleiche Funktionalität zu haben.
Obwohl sie ja Sägen mit Schiebeschlitten importieren könnten, stattdessen setzen sie auf altbewährtes und die Chinesen erfüllen alle Wünsche, selbst diese Biesemeyeranschläge werden angebaut.
Diese Säge bekommt vermutlich das Jet Label :emoji_wink:
https://www.alibaba.com/product-det...html?spm=a2700.7724838.2017115.184.8fXr9p&s=p
LG

PS: Sie bekommt das Grizzly Label 10" 3HP 220V Cabinet Table Saw with Long Rails & Riving Knife | Grizzly Industrial
 

Khartak

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Dein Schwiegervater sollte die Säge umtauschen gegen eine die nicht defekt ist. Gewährleistungsansprüche und so. Dann richtig zusammenbauen und einstellen. Dann klappen auch perfekte Schnitte. Wenn dein Budget natürlich höher ist, dann gerne auch eine teurere FKS/TKS. Ich habe auch eine TS 250 und bis jetzt zufrieden. Erfahrungsbericht folgt hier im Forum.
 

Túrin

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zu hause
...Ich baue in meiner Freizeit am Haus, fertige aber hauptsächlich Möbel und Gebrauchsgegenstände. ...
Ich persönlich bin nicht überzeugt von Schiebeschlitten an Hobby- und semiprofessionellen Maschinen, sie sind für mich eine fehleranfällige und instabile Spielerei. ...
Wie seht ihr das mit Schiebeschlitten an hobby- und semiprofessionellen Maschinen?
Ich denke, das passt so zu meinem Tätigkeitsfeld. Und da möchte ich den Schiebtisch nicht mehr missen.
Für den Hobbybereich wird ja hier im Forum die Hammer K3 bzw. B3 immer sehr gelobt, auch von mir. Ich finde den Tisch nicht fehleranfällig und instabil und schon gar keine Spielerei, wenn man nicht grade ein 100-Kg-Holz drauf wuchtet. Aber der Zuschnitt von den üblichen Bohlen von 52mm und einem Gewicht von 30kg für den durchschnittlichen Möbelbau ist da überhaupt gar kein Problem.
Zu den finanziellen Vorstellungen hast Du nichts geschrieben.
 

rorob

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Ich hab auch die b3 von Hammer und bin bis auf Kleinigkeiten, die nichts mit der Präzision zu tun haben, zufrieden damit.

Der Unterschied zu den Profi-Maschinen liegt wohl in der Einsatzdauer:

Seien wir mal ehrlich:

Wieviel Zeit eines Werkstattaufenthalts eines Heimwerkers ist wirklich Maschinenzeit, und dann teilen wir das auf die einzelnen Maschinen auf.

Aus dem Grund brauch ich keine elektrische Höhenverstellung an der HM.

Der Profi wohl schon eher.

Gruß
Robert
 

BlackSheepWW

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Danke euch für die Antworten!

@lunateide: Was mir an den amerikanischen Modellen zusagt ist der robuste und einfache Aufbau ohne viel Schnick-Schnack (ausser bei der SawStop). Die Maschinen haben kaum bis kein Plastik (ausser SawStop) verbaut, sogar die Stellräder für die Höhen- und Winkeleinstellung sind aus Guss! Die gesamte Maschinenaufhängung ist aus Guss! Der Maschinentisch ist sauber gefertigt, d.h. keine Grate und Ausrisse. Ich glaube einfach, dass sich die Hersteller bei solchen Maschinen sich auf weniger Komponenten konzentrieren, diese aber in hoher Qualität fertigen und montieren können.
Die von dir genannte Scheppach Precisia 6.0 ist wirklich sehr nahe an meiner Vorstellung (Danke für den Tipp). Ich hätte aber noch ein paar Fragen an dich:

Wie sieht es mit der Planheit und Verarbeitung der Tischplatte aus?
Wie ist die Einstellung der Endanschläge bei 0 bzw. 90Grad und 45Grad ab Werk?
Wie sieht es mit der Präzision der Schnitte aus?
Ist der Parallelanschlag verwindungssteif bei Schnitten in z.B. schwere Bohlen?
Wie gestaltet sich der Sägeblattwechsel (fummelig) ?
Wie würdest du sie in Punkto Langlebigkeit bewerten?


Die anderen genannten Maschinen hab ich mir auch lange überlegt (Erika und Hammer K3) und sind sicher auch in engerer Auswahl. Vor allem Die Hammer hat es mir schon angetan, aber auch da der Schiebeschlitten… ist sicher gut gefertigt und funktioniert eine Zeit lang gut. Meiner Meinung nach wird dieser nach ca. 5 Jahren lottrig und muss neu justiert oder ersetzt werden (nur meine Meinung). Die Erika ist auch ohne Zweifel eine top Maschine für die Montage, stationär kann man da auch einiges damit anfangen, aber für den Preis bekomme ich z.B. die Hammer…. Bei alten Maschinen fehlt mir einfach das Wissen von der Instandstellung bis zur richtigen Auswahl.

Preislich würde ich zwischen 2500 und 5000Euro ausgeben.

Danke nochmals für die Antworten! Die Scheppach Precisia 6.0 würde mich wirklich sehr interessieren und wäre daher froh über weitere Erfahrungsberichte und Infos.
 

BlackSheepWW

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Hab noch vergessen was zu den Vorrichtungen zu sagen die sich die Amis selber bauen.
Wenn man sich vorstellt wie viel Platz ein Formatschiebetisch wegnimmt… Da braucht man ja schon fast eine Halle für sein Hobby. Ein Cross Cut Sled hingegen ist auf dem Maschinentisch und kann man so lange bauen wie es der Erweiterungstisch zulässt. In Kombination mit einem Zuschnittisch hinter der Maschine, welcher mit eingefrästen «Nutverlängerungen» ausgestattet ist, wir das wegkippen verhindert. Ich finde es interessant solche Vorrichtungen selber zu bauen, weiterzuentwickeln und den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Mit ein paar Metern T-Nut Schienen und Multiplex kann man da wirklich praktische Sachen bauen Und wir haben ja die Zeit dafür, als Hobbyisten.
 

tomkaes

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Hab noch vergessen was zu den Vorrichtungen zu sagen die sich die Amis selber bauen.
Wenn man sich vorstellt wie viel Platz ein Formatschiebetisch wegnimmt… Da braucht man ja schon fast eine Halle für sein Hobby. Ein Cross Cut Sled hingegen ist auf dem Maschinentisch und kann man so lange bauen wie es der Erweiterungstisch zulässt.
Nur so zum nachdenken:
Zeichne dir mal 1 m Besäumlänge vor und hinter dem dem Sägeblatt auf und vergleiche die Länge des erforderlichen Besäumbrettes (Deutsch), CCS (Ami) und eines Formattisches, in Bezug auf den Platzverbrauch in deiner Werkstatt.

Hast du schon mal mit einer Tischkreissäge bzw. Formatkreissäge gearbeitet?
Wenn nein, probier beide mal aus.
 

andama

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Ich habe an der CS70 den Schiebetisch erst später nachgerüstet, da ich gemerkt hatte, dass ich an die Grenzen gekommen bin. Nun möchte ich ihn nicht mehr missen. Zum Ablängen und für Winkelschnitte ist der Schiebetisch ein sehr rationelles Mittel.

Deshalb kann ich nur die Frage aus dem Vorpost wiederholen, hast du schon mit einem brauchbaren Schiebetisch gearbeitet.
 

bello

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Meine erste TKS war auch die CS 70, zum Glück direkt als Set gekauft. Die Maschine bot mir als Anfänger beim Hausumbau reichlich Möglichkeiten jede Aufgabe zu lösen.

Ich kann durchaus verstehen, wenn Montagesägen wie die Bosch oder Makita mit Selbstbauschlitten nachgerüstet werden.

Was ich nicht verstehen kann, ist - sofern Raum und ein entsprechendes Budget vorhanden -
eine Säge ohne Schiebetisch zu kaufen und vielleicht später mit (z.B.) teuren Incra-Erweiterungen zu versehen.

Meine nächste Maschine, eine Altendorf, war da dann mit ihrem 2600er Formatschiebetisch eine ganz andere Nummer. Aus dann folgendem Platzmangel musste ich auf eine kleine FKS wechseln.
Der Rückschritt zu dieser, war durchaus verschmerzbar. Allerdings den kleinen 1600er Schlitten möchte ich nicht missen.

Es gibt auch Schreiner, die zusätzlich auch auf einem Formattisch einen Cross-cut-sled nutzen, zu sehen in den Videos von Samuel Mamias.

Ich würde auch jederzeit wieder mit einer CS 70 arbeiten, aber sehr ungern mit einer Maschine ohne Schiebe- oder Rolltisch.
 

BlackSheepWW

ww-pappel
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Guten Morgen
Danke für die Anregungen! Ja ich habe schon einmal mit einem Schiebetisch gearbeitet, an einer Hans Schreiner Formatkreissäge S2000. Hat auch wunderbar funktioniert (war auch genügend Platz vorhanden). Ich will die Schiebetische nicht schlechtmachen, sie funktionieren ohne Frage… nur wie lange geht das ohne irgendein Teil verschleisst und man rumfummeln oder den Services haben muss? Bei einer Profimaschine siehts anders aus, ganz klar.

Das mit dem Platz ist eine gute Anmerkung, wie gesagt ein Schiebetisch ist praktisch und sicherer, wenn man genügend Raum hat.
Das mit dem Meter vor und hinter der Maschine finde ich zum Vergleich mit dem Auslegerarm einer ausgewachsene FKS «harmlos». Da der Auslegerarm/Schiebetisch auf der linken Seite der Maschine herausragt und noch das zu sägende Werkstück (z.B. eine 2m Brett). Also kommt die Rechnung Maschinenbreite bis zur rechten Seite des Sägeblattes plus 2m von der linken Seite des Sägeblattes… Für mich ist ein CCS platzsprarender. Man kommt bei einem CCS sicher Probleme bei Winkelschnitten und beim Zuschnitt von Plattenmaterial, da ist der Schiebetisch klar im Vorteil.

Zur CS70 kann ich nicht viel sagen, sicher eine gute Maschine. Für mich aber viel zu leicht… Ist eine sehr gute Montagesäge, aber in Sachen Präzision und Wiederholgenauigkeit einer schweren Säge unterlegen.

Bei den Schiebetischen ist für mich das Risiko zu gross, dass man im Feuer des Gefechts eine schwere Bohle auf den Schiebetisch klatschen lässt und da bröselt etwas ab. Dann braucht man den Service und es kostet massig Zeit bis man wieder starten kann…

Was haltet ihr von der Scheppach Precisa 6.0 mit 400v Motor?
 

bello

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Deine Einwände gegen einen Schiebetisch sehe ich gesamt so nicht.

Um so ein Teil, selbst bei einer leichten Säge zu zerstören. müsstest Du mit einer massiven Bohle schon auf einer Leite in drei Meter Höhe steigen und sie mit Wucht herunter werfen.
Das Heraufhieven einer schweren Platte oder Bohle können auch die leichten ab. Bei meiner Bernardo habe ich in vier Jahren noch nicht etwas am Schiebetisch nachjustieren müssen.

Nenn doch einmal ein US-Modell, dass Deinen Vorstellungen entspricht. Es wird bestimmt einer wissen, wo das produziert wird und wie es im Innern aufgebaut ist.
 

Holzrad09

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elchimore

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......

Das mit dem Platz ist eine gute Anmerkung, wie gesagt ein Schiebetisch ist praktisch und sicherer, wenn man genügend Raum hat.
Das mit dem Meter vor und hinter der Maschine finde ich zum Vergleich mit dem Auslegerarm einer ausgewachsene FKS «harmlos». Da der Auslegerarm/Schiebetisch auf der linken Seite der Maschine herausragt und noch das zu sägende Werkstück (z.B. eine 2m Brett). Also kommt die Rechnung Maschinenbreite bis zur rechten Seite des Sägeblattes plus 2m von der linken Seite des Sägeblattes… Für mich ist ein CCS platzsprarender. Man kommt bei einem CCS sicher Probleme bei Winkelschnitten und beim Zuschnitt von Plattenmaterial, da ist der Schiebetisch klar im Vorteil.

.....
Den Auslegerarm kannst du abbauen/abklappen, wenn du ihn nicht benötigst. Dann kannst du einen kurzen Anschlag auf dem Formattisch befestigen, der kaum mehr Platz benötigt als dein CCS. Und wenn du längere Bauteile ablängen möchtest brauchst du den Platz auch bei einer Säge ohne Schiebetisch (wobei ich mir ne 2,5m Schrankseite auf nem CCS nicht so ganz vorstellen mag).
Bei ordentlicher Pflege und sorgfältigem Umgang bekommst du so einen Schiebetisch im Hobbyeinsatz auch nicht kaputt....

Aber ich weiß auch, dass die Kirschen in Nachbars Garten immer viel besser schmecken und viel größer sind (habe ich zumindest im Internet gelesen und auf YT gesehen)!

Grüssle Micha
(der sich gerne eine Säge mit Formattisch kaufen würde, aber den Platz leider nicht hat und seine Montagesäge mit CCS immer durch die Gegend schleppt)
 

IngoS

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Hallo,

ich weiß nun nicht, wer dir eingeredet hat, dass Schiebetische schnell verschleißen und ständiger Wartung bedürfen.
Ich habe seit 33 Jahren eine fünffach kombinierte Holzbearbeitungsmaschine, zwar nicht mit Formatschlitten (gab es damals bei Kombis noch nicht), aber mit einem Schiebeschlitten.
Der Schlitten ist immer noch in Ordnung und funktioniert einwandfrei. Ich glaube nicht, dass ein selbstgebauter CCS der in einer Nut geführt wird so lange durchhält. Außerdem verringern diese Aufsatztische deutlich die Schnitthöhe und wenn ich sehe wie die Benutzer bei jeder Längenänderung mit Maßband, Klötzchen und Zwinge sich den Anschlag einstellen, kann ich nur den Kopf schütteln, von Winkelschnitten ganz abgesehen. Allerdings benutzen viele Amerikaner für Querschnitte Kappsägen, die mit großen Auflagetischen eine ganze Garagenwand einnehmen.
Ich habe ja schon etliche unterschiedlichste Projekte verwirklicht und weiß, wie oft man zwischen Quer- und Längsschnitt wechseln muss. Da immer so einen CCS runter und rauf zu wuchten wäre mir viel zu umständlich. Wenn ich den Schiebetisch wirklich mal weg haben will (kommt einmal im Jahr vor), wird er einfach an die Maschine geklappt. Übrigens gibt es ja auch Formattische mit etwa einem Meter Länge, die also über den Sägetisch gar nicht hinausstehen.
Auch die von dir gepriesene Robustheit der "amerikanischen" Sägen kann man so pauschal nicht bestätigen. Mathias Wandel hat da ein interessantes Video, bei dem er eine Säge mit eierndem Blatt und viel zu weicher Aggregataufhängung zeigt.

Hier mal ein Filmchen zu Aufbau und Verwendung meines Schiebeschlittens.
etwa ab min. 15

https://www.youtube.com/watch?v=Aug0JQgGRb4

Gruß

Ingo
 

predatorklein

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Hallo

Meine nächste Maschine, eine Altendorf, war da dann mit ihrem 2600er Formatschiebetisch eine ganz andere Nummer.
Hab vor fast 30 Jahren mit dem Schreinern angefangen und eine Lehre gemacht .
Damals kamen gerade die EB Maschinen raus .
Hab dann alle möglichen Maschinen gekauft und ausprobiert .
PK 250 , Scheppach 4000 , Kity 619 , Metabo 1685 , Kity 609 .

" Richtig " Spaß hat erst eine Felder KFS 37 gemacht , die hab ich mir mit knapp 30 gekauft .
Hat damals richtig Geld gekostet , mit allem Zubehör waren über 20.000 Märker weg .
Die lief auch paar Jahre in unserer Schreinerei , dann kam eine KF 700 mit 280 cm Schlitten .

Wer genug Moos hat für eine gebrauchte KFS 37 ( einige Male gebraucht ab 2000 € gesehen ) sollte sich eine kaufen .
Bißchen Platz braucht man aber :emoji_wink:

Das Geld ist wirklich gut angelegt und kriegt man auch wieder beim Verkauf .
Und macht deutlich mehr Spaß als die oben genannten Heimwerkermaschinen :emoji_grin:

Gruß
 

BlackSheepWW

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Powermatic PM2000, 5HP ist z.B. eine Säge die meinen Vorstellungen entspricht.
Und naja ich glaube ich kann schon sagen das eine amerikanische Maschine in der Preisklasse die ich suche sehr stabil und robust gebaut sind... Hab solche Maschinen live in Übersee gesehen und auch reingeschaut, war schon überzeugt. Ich bin Polymechaniker/Konstrukteur von Beruf und verstehe daher schon ein bissl was von Maschinen und deren Aufbau... An eine alte Maschine trau ich mich trotzdem nicht!

@bello: Das mit der Bohle von 3 Metern Höhe auf den Schiebetisch glaubst du ja selber nicht, da reicht schon 1 Meter und es verzieht sich was:emoji_wink: Kannst ja gerne mal ein Video machen wo du eine 50kg bohle auf deinen Schlitten wirfst und alles noch an Ort und Stelle ist (dann bin ich 100% überzeugt):emoji_stuck_out_tongue:

@IngoS: Das mit dem Verschleiss am Schiebeschlitten hat mir niemand eingeredet, dass kommt von meinen Eindrücken solcher Maschinen:emoji_wink: Deine Maschine wurde auch in einer Zeit gebaut wo Qualität noch Qualität war. Das sehe ich tagtäglich im Beruf... was heute teilweise verbaut und gefertigt wird ist manchmal katastrophal...
Und die Maschine die Mathias Wandel testet ist eine kleine Montagesäge für 500Dollar, um die Preisklasse geht es hier nicht:emoji_wink: (Wenn ich mich irre, hätte ich gerne den Link zum Video). Bei einer Powermatic oder General glaub ich nicht das da was eiert...

P.S. Tolles Video! Und allgemein super Kanal!


Aber ich muss schon sagen, dass ihr überzeugend seit:emoji_slight_smile: Ich zweifle immer mehr an meiner Meinung, dass finde ich super! Wie schon erwähnt bin ich kein Freund der Amis! Bei den restlichen Maschinen des geplanten Maschinenparks macht Felder/Hammer das Rennen und das aus Überzeugung.
 
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