Tischbeine in X-Form

Mountainbiker83

ww-kastanie
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Liebes Forum!

Vermutlich gab es so einen Thread schonmal, allein die Suchfunktion mag mein "X" nicht, da das als Wort zu kurz sei. Deshalb hier meine Frage:

Ich möchte mir demnächst einen neuen Schreibtisch bauen und bin am überlegen die Beine als X auszuführen. Mich irritiert, dass bei allen käuflichen Schreibtischen in einem solchen Design die X-Beine aus Metall sind. Ist Holz dafür auf Dauer nicht stabil genug? Beim Dachstuhl stehen die Balken doch auch schräg, das Dach liegt darauf und sie biegen sich nicht durch? Ich bin noch in der Planungsphase, vermutlich würde ich Fichte-/Tanne-Balken nehmen, auf 60x60 mm hobeln und am Kreuzungspunkt mit einer Überplattung verbinden. Das müsste doch halten?

Schonmal vielen Dank für Eure Hilfe!

Mountainbiker83
 

magmog

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Guuden,

klar, warum nicht?
Wenn Du die beiden X-Beine noch in der Vorderansicht schräg anstellst,
ist der Tisch wackelfrei.
 

Friederich

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Meinen Küchentisch habe ich ebenfalls so gebaut.
Allerdings ohne den hier früher üblichen Steg. Der ist dazu da, die Beine gegen Abkipen in Längsrichtung zu stabilisieren. Ich würd ihn nicht weglassen. Und wenn man ihn einbaut, dann wiederum ist ein rechtwinkeliger, flacher Querschnitt der Beine sinnvoller.
 

de_max89

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Wie hast Du die Beine an der Platte befestigt?
Mittels Forstnerbohrer 35mm Löcher gesenkt und dann passend für eine M8 Schraube aufgebohrt. In der Platte befinden sich die dazugehörigen Rampamuffen.

@Friedrich: ja stimmt, ich muss die Beine etwa alle drei Monate nachziehen, aber das Design ohne Querstrebe und dem damit verbundenen Freiraum unterm Tisch war's es mir wert.
Für einen Kunden würde ich das so nie anbieten und wenn nur nach strenger und ausführlicher Belehrung bezüglich der Nachteile.
 

Macchia

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Mittels Forstnerbohrer 35mm Löcher gesenkt und dann passend für eine M8 Schraube aufgebohrt. In der Platte befinden sich die dazugehörigen Rampamuffen.
wie reagiert der Tisch auf seitliche Kräfte?
Bei 4 x M8 von unten in die Tischplatte....
Kann mir nicht vorstellen das der nicht seitlich schwingt....
 

IngoS

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Die Auflagefläche der Beine ist ja viel zu klein.
Ich sehe nur in der klassischen Konstruktion einen Sinn; mit hohem Quersteg von X-Bein zu X-Bein.
Dem kann ich nur zustimmen. Die klassische Konstruktion mit dem verkeilten Steg ist bewährt und langfristig stabil. Und natürlich müssen die Beine rechteckigen Querschnitt haben.

Gruß Ingo
 

de_max89

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Dem kann ich nur zustimmen. Die klassische Konstruktion mit dem verkeilten Steg ist bewährt und langfristig stabil. Und natürlich müssen die Beine rechteckigen Querschnitt haben.

Gruß Ingo
Mag alles Stimmen! Keine Frage.
Aber der Zeitgeist und Geschmack der Jahrgänge 1980 Aufwärts, möchte keinen altbewährten klassisch Konstruierren Tisch mit Zargen etc.
Es wird derzeit nunmal mehr Augenmerk auf Design statt Funktionalität gelegt.
Da muss man einfach auch mal Kompromisse eingehen.

Gruß
 

Little John

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Aber der Zeitgeist und Geschmack der Jahrgänge 1980 Aufwärts, möchte keinen altbewährten klassisch Konstruierren Tisch mit Zargen etc.
Es wird derzeit nunmal mehr Augenmerk auf Design statt Funktionalität gelegt.
Hallo,
dann hat da wohl die Vorbildfunktion und Erziehung der Elterngeneration versagt.

Es grüßt Johannes
 

Pringles87

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Ich würde mir eventuell gerne einen Schreibtisch mit solchen X-Beinen bauen, reicht dann für die Stabilität eine hohe Strebe(Der Schreibtisch steht ja hinten sowieso an der Wand, da würde die nicht stören)?
 

Mountainbiker83

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Aber der Zeitgeist und Geschmack der Jahrgänge 1980 Aufwärts, möchte keinen altbewährten klassisch Konstruierren Tisch mit Zargen etc.
Es wird derzeit nunmal mehr Augenmerk auf Design statt Funktionalität gelegt.
dann hat da wohl die Vorbildfunktion und Erziehung der Elterngeneration versagt.
Das kann ich jetzt mal wirklich nicht unwidersprochen stehen lassen. Ich bestreite gar nicht, dass es "Design" (man bemerke die Anführungszeichen!) gibt, bei dem eine dekadente Extravaganz im Vordergrund steht, hinter die jede Benutzbarkeit zurücktritt. Ich bin kein Fan davon.

Auf der anderen Seite hat es sich wohl als evolutionärer Vorteil erwiesen, gute Bedienbarkeit und hohe Haltbarkeit instinktiv erkennen zu können. Erfolgreiches Produktdesign spricht häufig genau diese Instinkte an. Deshalb werden Kunststoffteile lackiert, damit sie aussehen als seien sie aus glänzendem Metall, aus diesem Grund werden Mountainbike-Rahmen immer dicker und bulliger (man vergleiche Mountainbikes der 90er mit heutigen Bikes!).

Wenn Little John beklagt, dass seit den 80er Jahren Vorbildfunktion und Erziehung der Elterngeneration (ich nehme an in Bezug auf Design) versagt habe, dann möge er sich beispielsweise mal anschauen, welchen überschwänglichen und nicht nutzbaren Protz der Barock hervorgebracht hat oder welch aufgeblasenes "Design" an absolutistischen Höfen geschätzt wurde. Wenn man noch weiter zurückgehen möchte, dann schaue man sich die Arabesken des antiken Griechenlands an.

Schlagen wir den Bogen zurück zu einem Tischgestell, das auf dicken, gekreuzten Hölzern basiert - und ich will hier überhaupt nicht die tatsächliche Halt- und Belastbarkeit ansprechen - dann sieht das Auge dicke, massive Holzbalken und die suggerieren nunmal Stabilität. Ferner könnte man praktische Vorteile erkennen - unter einem X putzt es sich nunmal leichter als unter einer mehr oder weniger flach auf dem Boden aufliegenden Kufe. Denkt man noch weiter, dann scheint das X Kniefreiheit zu bieten; zumindest mal stößt man sich beim daran sitzen nicht so leicht die Knie. Das die Verbindung mit der Tischplatte Schwachpunkt der Konstruktion ist - das sieht man nicht; deshalb schreibe ich hier auch mal nur über Design.

Ich habe noch ein Beispiel für meine These: Das IPhone. Ich habe noch bei keinem anderen Gerät so viele gesplitterte und defekte Displays gesehen; das Design suggiert aber genau etwas anderes: Nicht ganz zufällig wirkt der Korpus der meisten dieser Geräte als sei (oder ist er?) aus vollem, massivem Metall. Die Kanten dieser Geräte sind recht dick und stark; all das suggeriert eine Stabilität und Robustheit, die die Geräte wohl (siehe Displays) nicht einhalten können.

Also nochmal meine Schlussfolgerung: Design, wie es heute geschätzt wird, bedient ganz massiv den Wunsch nach Robustheit und Hochwertigkeit; täuscht dies aber gar nicht so selten nur vor.
 
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de_max89

ww-ulme
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