Tipps zum Aufarbeiten, Flohmarktfund

flüsterholz

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Hatte im Urlaub seit langem mal wieder Zeit für einen Floh- und Trödelmarkt. Eigentlich nur mal schauen. Aber ein Stand hat mich dann doch magisch angezogen und ich hab mich in Unkosten gestürzt. Zwei Zieheisen, zwei Axtköpfe, zwei Rindenschäler und eine(n) Dexel für insgesamt 30€ waren die Ausbeute.

Jetzt würde ich die Werkzeuge gerne wieder aufarbeiten. Bei den meisten, außer dem Dexel und einem Rindenschäler müssten die Klingen/Schneiden erstmal wieder in Form gebracht werden, bevor ich sie schärfen kann. Ich hatte da an den Bandschleifer fürs Grobe gedacht. Oder habt ihr da noch andere Ideen, wie man das sinnvoll machen könnte? Evtl Feilen?

Dann würde ich die Werkzeuge gerne so herrichten, dass sie wieder etwas neuer aussehen und ich sie auch längere Zeit weglegen kann, ohne dass sie Rost ansetzen. Einölen, oder gibt es da noch andere Möglichkeiten? Insbesondere möchte ich die schwarze Zunderschicht, Schmiedehaut erhalten, aber trotzdem den Rost entfernen. Wie geht man da am besten vor?

Dann hätte ich noch eine Frage zu dem linken Rindenschäler. Ist das überhaupt ein Rindenschäler, oder hat der eine andere Funktion? Ich kannte bisher nur die rechte Variante.

Danke für eure Tipps

Gruß Michael
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bast_ig

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Hallo Michael,

ich bin gespannt auf die Tipps. Sehr schöne Funde!

Letztens hatte ich das auch bei EINEM alten Zugeisen.

Da hat es dann tatsächlich leicht funktioniert, die Schneide mit einem sehr groben Diamantstein im Feinmecchanikschraubstock wieder in Form zu bringen. Das Eisen war weich genug, dass es richtig viel Abtrag gab. Das geschärfte Eisen hat trotzdem eine ganz vernünftige Standzeit.

Edit: das Eisen ist auch geschwungen. Ich habe gar nicht versucht, einen präzisen Winkel anzuschleifen. Das Ergebnis ist aber trotzdem akzeptabel.

Grüße
 

Urbexopa

ww-esche
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Irgendwann ist mir auch ein Zugeisen zugelaufen (schönes Wortspiel) das ich im Grunde genommen nur mit so einem ovalen Wetzstein schärfe wie man ihm auch für die Sense benutzt.
 

Martin45

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Erstmal. Schöner Fund.
1. Also du willst reinigen, aber später vor Rost schützen und Zunderschicht erhalten. Ich glaube das schließt sich aus. Schon reinigen und späterer Rostschutz ist schwer. Je sauberer desto weniger Rostschutz. Klar, ölen kann man, aber wie lange bleibt das aktiv, wenn du z.B. nasse Bäume entastest? Richtiger langfristiger Rostschutz wäre verchromen lassen o.ä.
Am besten gegen Rost ist doch so eine Patina wie du jetzt hast.
Was spricht funktionell gegen den Rost bei diesen eher groben Werkzeugen?

2. Für derartige gröbere Arbeitsmittel erscheinen mir die Klingen OK. Etwas nachschärfen und fertig. Das sind ja keine Stechbeitel oder Hobeleisen für eine Schlicht-/Endbearbeitung.

Fazit, ich verstehe feinen Wunsch, würde aber gerne in den Raum werfen, ob man es bei Nutzwerkzeug nicht pragmatisch sehen sollte.
 

flüsterholz

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Danke Martin
Ich hatte es schon fast befürchtet. Die Äxte und Rindenschäler wollte ich nicht für die normalen Forstarbeiten nutzen, dafür habe ich Werkzeug, bzw lasse durch die Hanglage auch viel in Lohnarbeit machen.
Ich hatte langfristig vor, mir eine kleine Kiste mit Werkzeug für Grünholzarbeiten zuzulegen. Ein paar besser erhaltene Werkzeuge habe ich jetzt schon, die Flohmarktfundstücke sollten das sinnvoll ergänzen. Der kleinere Axtkopf soll auch noch einen speziellen Anschliff bekommen. Spricht irgendwas gegen den Einsatz des Bandschleifers? Zwischendrin Kühlen wäre klar. Den größeren werde ich wahrscheinlich gar nicht nutzen, da könnte ich etwas rumexperimentieren.

@bast_ig welchen Diamantstein hast du dafür genutzt? Einen normalen Bankstein, oder hast du da eine spezielle Form?

@Urbexopa den habe ich auch immer dabei. Reicht auch in den meisten Fällen für eine brauchbare Schärfe.
 

Martin45

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das linke Schäleisen eignet sich besser zum Schälen seitlich am liegenden Stamm
Kannst du den Grund erklären?Hauptunterschied sehe ich ja an der Position des Stieles. Aber was/wieso hat das für eine Auswirkung? Eigentlich kann ich da doch nach meiner Vorstellung eher (minimal) schlechter Anpressdruck auf die Klinge ausüben bzw. kriege ein Drehmoment rein. Übersehe ich was?
 

fried.chycken

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Ich kühle am Bandschleifer mit einigen wenigen sprühern verdünntem Glasreiniger, das geht sehr gut und ohne Wärmeeinwirkung. Allerdings macht es Sauerei, dafür keine Funken.

Du könntest die Sachen mit der Drahtbürste reinigen (für etwas mehr Abtrag eine große Runde in die Ständerbohrmaschine einspannen) und dann mit Leinölfirnis einreiben. Das gibt auf leichtem Rost eine schöne schwarze Oberfläche (grobe Schuppen und loses Material müssen natürlich weg sein), geht sogar besser als auf blankem Metall.
 
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