Tipps für zerlegbare Werkbank gesucht.

marcelluswallace

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Hallo,
Da ich im Moment viel Zeit habe und in absehbarer Zukunft ein Umzug bevorsteht, würde ich die Zeit gerne nutzen mir meine erste richtige Werkbank zu bauen. Sie soll zerlegbar sein, um dann später auch einfach zu transportieren zu sein. In der Zwischenzeit würde sie bei mir in der Wohnung als Schreibtisch und Werkbank für Modellbau oder zum Üben von interessanten Holzverbindungen ihre Anwendung finden.

Ich habe mal was modelliert und würde gerne eure Einschätzungen lesen ob das ganze ohne Leim funktionieren könnte, da ich die Längs- Quer- und Diagonalstreben mit Gewindestangen und Muttern an den Beinen befestigen würde. Problematischer meiner Meinung nach wird dann die Verbindung von Gestell und Bankplatte. Ich hätte an eine zweiteilige Schlitz- und Zapfenverbindung (wie heißt die genau?) gedacht. Das Ganze müsste natürlich auch ohne Leim funktionieren. Hättet ihr da bessere (einfachere) Ideen?

werkbank-perspektive.png zapfenverbindung-detail.png werkbank-front.png

Die Maße werden sich im Bereich von:
Werkbanklänge: ~160cm
Werkbankstärke: 8-10cm
Werkbankbreite: 70-80cm
Werkbankhöhe: 85-90cm (müsste ich nochmal genau nachmessen, meine Handwurzel ist so bei 87cm bei 180cm Körpergröße)
Beine so Querschnitt von 8x8cm bis 10x10cm
bewegen.

An Holz wird es wohl auf etwas günstiges hinauslaufen, also wahrscheinlich Fichte. Ich werde das ganze in einer offenen Werkstatt (war dort noch nie) anfertigen. Professionelle Maschinen sollte es dort geben.

Achja bezüglich Spannmöglichkeiten: Vorderzange ist klar, dann 2 Reihen Bankhakenlöcher sollten ausreichen oder? In welchem Abstand setzt man am besten die Reihen und Löcher untereinander? Hinterzange bin ich mir noch unschlüssig. Klassiche Hinterzange ist mir zu aufwändig. Ich würde dort vielleicht auch einfach eine kleine Vorderzange montieren, müsste ich nur drauf achten nicht den Beinen in die Quere zu kommen. Also entweder die Beine etwas einrücken (dann würde mir aber Stauraum unter der Bank verloren gehen, was mir nicht gefällt) oder den Zangenmechanismus ein bisschen mittiger platzieren (dann könnte ich wenn es blöd läuft aber vielleicht die Werkstücke nicht direkt an der Längskante der Bank spannen).

Würde mich über ein paar Anregungen und Tipps freuen.
 

Holzfummler

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Moin,
spannende Idee.
Wenn die Werkbank dich länger begleiten soll, nimm ein anderes Holz, jedenfalls für die Platte, z. b. Buche oder Multiplex. Laut Überschrift soll die zerlegbar sein. In alle Einzelteile oder ggfs. nur geteilt Platte und Untergestell für mobilen Transport?
Generell stellt sich die Frage, was du darauf alles bauen willst?
LG
Thomas
 

marcelluswallace

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Ich muss mal gucken ob ich an günstiges trockenes Hartholz drankomme. Die Bankplatte und Spannbacken wären schon besser aus Hartholz, das stimmt sicher. Na die Platte wird wohl in einem Stück bleiben müssen aber der Rest sollte schon irgendwie demontierbar sein. Im Moment möchte ich die Werkbank nutzen um Modelle von Zimmermannsverbindungen zu bauen und um japanische und andere interessante Holzverbindungen zu üben. Es wird also viel gesägt und gestemmt. Später werde ich dann das ein oder andere kleinere Möbelstück für das renovierte Haus anfertigen.
 

marcelluswallace

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Ne da ist noch nichts in Stein gemeißelt. Aus dem Video gefällt mit die Schwalbenschwanzverbindung von Querstrebe zu Bein und die Keilstegverbindung der Längsstrebe - das könnte man bestimmt auf meine Konstruktion ummünzen. Würde mir ein bisschen Eisen sparen und es sieht viel besser aus.
 

Dietrich

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Hallo,

also das Teil da oben ist alles andere als eine zerlegbare Werkbank (meißt wird zerlegbar auch transportabel gemeint).
Vor Jahren habe ich eine transportabel und sehr schnell zerlegbare Werkbank genbaut.
Aus Seekiefersperrholzplatte Streifen gesägt und so genutet das ein Doppel-T-Profil entsteht, das widerum auf Gehrung mit Lamellos verbunden, die beiden umlaufenden Profile mit 2 Schwingen auch aus Doppel-T-Profil mittels Berliner Betthaken verbunden, eine 28mm Buchenplatte vom Baumarkt und einen engl. Tischlerschraubstock dran.
Sehr leicht, aber wenn man sie am Boden festzwingt/schraubt erstaunlich stabil.
Das Doppel-T-Profil hatten wir in der Firma auf der Presse, also ein Probestück, hielt über eine Tonne aus, hätte niemand der Anwesenden Metaller gedacht.

Gruß Dietrich
 

carsten

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Hallo

ich sehe keine Zangen frage mich weshalb so dick. Und warum bei den Verbindung so verkünstelt. Soll das ein Schaustück werden ? Oder soll daran ernsthaft gearbeitet werden. 2 solide Böcke und ne 40 Multiplexplatte drauf. Bei uns lag meist noch ne 16er oder 19er Spanplatte drauf. Sozusagen als Opferplatte.
 

FredT

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Platte anständig doppelt lose verdübelt mit dem Untergestell sollte zu transportieren sein. Nix verleiben oder verzapfen. Ggf. dann nochmal an einer Wand verschrauben: Stockschrauben!
 

ChrisOL

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Moin,

Wie oft willst oder musst du die Bank denn zerlegen?

Meine selbst gebaute Hobelbank hat Stockschrauben von unten in der Platte um die damit mit Gestell zu verschrauben.

Die Beine rechts und links sind fest verleimt. Die langen Schwingen oder Streben sind in die Seitenteile eingezapft und mit M10 Sechskantschrauben verbunden.

Für einen Umzug einmal in fünf Jahren geht das.

Alternativ kannst du die Streben auch mit einem Keil sichern. Das ist stabil und hält erstaunlich gut.
 

IngoS

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Hallo,

zwei verzapfte Beinrahmen die durch Traversen verbunden werden, Die Traversen mit Keilverschluss. Die Bankplatte aufgelegt und durch Zapten gesichert. Plattendicke nicht mehr als 6cm, Als Vorderzange ein Tischlerschraubstock.
Das ist stabil, einfach, schnell zerlegbar und praktikabel.
Hier zeige ich das Bauprinzip an einem Pflanztisch. Größe und Dimensionierung kann leicht an eine Werkbank angepasst werden,
Nach genau diesem Prinzip sind auch Hobelbänke gebaut.

Gruß

Ingo
 
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marcelluswallace

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Sorry für die späte Antwort, hat ein bisschen gedauert bei mir...

Hallo

ich sehe keine Zangen frage mich weshalb so dick. Und warum bei den Verbindung so verkünstelt. Soll das ein Schaustück werden ? Oder soll daran ernsthaft gearbeitet werden. 2 solide Böcke und ne 40 Multiplexplatte drauf. Bei uns lag meist noch ne 16er oder 19er Spanplatte drauf. Sozusagen als Opferplatte.
Vorderzange hab ich sowas da: https://www.feinewerkzeuge.de/Grosse-Vorderzange/307758
Ich möchte gerne eine Leimplatte selbst herstellen, weil ich es noch nie gemacht habe und es mal probieren möchte. Darüber hinaus bringen starke Bankplatten doch auch ein bisschen Masse ins Spiel und ich stell es mir angenehmer vor auf einer 80mm starken Platte zu stemmen als auf einer 40 MPX Platte. Preislich ist das bestimmt auch kein großer Unterschied. Ich finde die Verbindungen nicht gerade verkünstelt, ich dachte mir nur, dass ein wenig Aussteifung mit Diagonalen nicht schaden kann, vielleicht ist es ein wenig übertrieben aber deswegen frage ich ja nach Rat.
Es soll definitv kein Schaustück werden aber hab auch nichts dagegen eine schöne Keilverbindungen wie z.B. von @IngoS vorgeschlagen zu verwenden.

Platte anständig doppelt lose verdübelt mit dem Untergestell sollte zu transportieren sein. Nix verleiben oder verzapfen. Ggf. dann nochmal an einer Wand verschrauben: Stockschrauben!
Hmm nur dübeln hört sich für mich irgendwie nicht sehr vertrauenserweckend an und ich möchte auch ungerne irgendwas an einer Wand festschrauben.

Moin,

Wie oft willst oder musst du die Bank denn zerlegen?

Meine selbst gebaute Hobelbank hat Stockschrauben von unten in der Platte um die damit mit Gestell zu verschrauben.

Die Beine rechts und links sind fest verleimt. Die langen Schwingen oder Streben sind in die Seitenteile eingezapft und mit M10 Sechskantschrauben verbunden.

Für einen Umzug einmal in fünf Jahren geht das.

Alternativ kannst du die Streben auch mit einem Keil sichern. Das ist stabil und hält erstaunlich gut.
Also auf jeden Fall wird die Bank in den nächsten 2 Jahren 3x ihren Standort wechseln. Stockschrauben finde ich eine interessante Lösung. Hast du dann Langlöcher ins Gestell gebohrt? Oder was für eine Bankplatte ist bei dir verbaut?
2 Beine rechts und links verleimen klingt logisch, das werde ich übernehmen. Die Streben als Keilverbindung finde ich auch super.

Hallo,

zwei verzapfte Beinrahmen die durch Traversen verbunden werden, Die Traversen mit Keilverschluss. Die Bankplatte aufgelegt und durch Zapten gesichert. Plattendicke nicht mehr als 6cm, Als Vorderzange ein Tischlerschraubstock.
Das ist stabil, einfach, schnell zerlegbar und praktikabel.
Hier zeige ich das Bauprinzip an einem Pflanztisch. Größe und Dimensionierung kann leicht an eine Werkbank angepasst werden,
Nach genau diesem Prinzip sind auch Hobelbänke gebaut.

Gruß

Ingo

Das gefällt mir richtig gut. Wie lang würdest du die Zapfen denn machen bei einer Plattenstärke von 8cm?
Ich habe bereits so eine Vorderzange hier: https://www.feinewerkzeuge.de/Grosse-Vorderzange/307758 Die Bankplatte sollte in meinen Augen also schon mindestens 6cm haben um da ordentlich was spannen zu können. Ich frage mich jetzt ob man die Beine in einer Flucht mit der Kante der Bankplatte montieren sollte oder ob es da durch das saisonale Arbeiten des Holzes Probleme geben wird wenn z.B. die Beine ein bisschen überstehen und man dann durch die entstehende Stufe das Werkstück nicht optimal einspannen kann.

werkbank-neu.png
 

marcelluswallace

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Hallo,

also das Teil da oben ist alles andere als eine zerlegbare Werkbank (meißt wird zerlegbar auch transportabel gemeint).
Vor Jahren habe ich eine transportabel und sehr schnell zerlegbare Werkbank genbaut.
Aus Seekiefersperrholzplatte Streifen gesägt und so genutet das ein Doppel-T-Profil entsteht, das widerum auf Gehrung mit Lamellos verbunden, die beiden umlaufenden Profile mit 2 Schwingen auch aus Doppel-T-Profil mittels Berliner Betthaken verbunden, eine 28mm Buchenplatte vom Baumarkt und einen engl. Tischlerschraubstock dran.
Sehr leicht, aber wenn man sie am Boden festzwingt/schraubt erstaunlich stabil.
Das Doppel-T-Profil hatten wir in der Firma auf der Presse, also ein Probestück, hielt über eine Tonne aus, hätte niemand der Anwesenden Metaller gedacht.

Gruß Dietrich

Sorry ich kann mir das gerade nicht vorstellen, hast du vielleicht ein Bild?
 

inselino

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Darüber hinaus bringen starke Bankplatten doch auch ein bisschen Masse ins Spiel und ich stell es mir angenehmer vor auf einer 80mm starken Platte zu stemmen als auf einer 40 MPX Platte. Preislich ist das bestimmt auch kein großer Unterschied. Ich finde die Verbindungen nicht gerade verkünstelt, ich dachte mir nur, dass ein wenig Aussteifung mit Diagonalen nicht schaden kann, vielleicht ist es ein wenig übertrieben aber deswegen frage ich ja nach Rat.
Also ich arbeite an der Hobelbank/MFT von Guido Henn auf einer 30mm MPX Platte und da merkst du beim Stemmen nix. Die ist auch verschraubt und lässt sich auseinanderbauen. Gerade wenn man mit Maschinen arbeitet ist die super und lässt sich sehr gut aus Plattenmaterial bauen, Sodass man weder groß von Hand arbeiten muss noch große Maschinen für die Massivholzverarbeitung braucht.
 

IngoS

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Sorry für die späte Antwort, hat ein bisschen gedauert bei mir...


Vorderzange hab ich sowas da: https://www.feinewerkzeuge.de/Grosse-Vorderzange/307758
Ich möchte gerne eine Leimplatte selbst herstellen, weil ich es noch nie gemacht habe und es mal probieren möchte. Darüber hinaus bringen starke Bankplatten doch auch ein bisschen Masse ins Spiel und ich stell es mir angenehmer vor auf einer 80mm starken Platte zu stemmen als auf einer 40 MPX Platte. Preislich ist das bestimmt auch kein großer Unterschied. Ich finde die Verbindungen nicht gerade verkünstelt, ich dachte mir nur, dass ein wenig Aussteifung mit Diagonalen nicht schaden kann, vielleicht ist es ein wenig übertrieben aber deswegen frage ich ja nach Rat.
Es soll definitv kein Schaustück werden aber hab auch nichts dagegen eine schöne Keilverbindungen wie z.B. von @IngoS vorgeschlagen zu verwenden.


Hmm nur dübeln hört sich für mich irgendwie nicht sehr vertrauenserweckend an und ich möchte auch ungerne irgendwas an einer Wand festschrauben.


Also auf jeden Fall wird die Bank in den nächsten 2 Jahren 3x ihren Standort wechseln. Stockschrauben finde ich eine interessante Lösung. Hast du dann Langlöcher ins Gestell gebohrt? Oder was für eine Bankplatte ist bei dir verbaut?
2 Beine rechts und links verleimen klingt logisch, das werde ich übernehmen. Die Streben als Keilverbindung finde ich auch super.



Das gefällt mir richtig gut. Wie lang würdest du die Zapfen denn machen bei einer Plattenstärke von 8cm?
Ich habe bereits so eine Vorderzange hier: https://www.feinewerkzeuge.de/Grosse-Vorderzange/307758 Die Bankplatte sollte in meinen Augen also schon mindestens 6cm haben um da ordentlich was spannen zu können. Ich frage mich jetzt ob man die Beine in einer Flucht mit der Kante der Bankplatte montieren sollte oder ob es da durch das saisonale Arbeiten des Holzes Probleme geben wird wenn z.B. die Beine ein bisschen überstehen und man dann durch die entstehende Stufe das Werkstück nicht optimal einspannen kann.

Anhang anzeigen 210060
Hallo,

Es gibt wohl kaum eine aktuelle Hobelbank die deutlich über 6cm Plattendicke hat. Was da in der Vorderansicht dicker aussieht, so 10 bis 12cm ist nur der vordere Riegel, in dem sich die Löcher für die Bankhaken befinden.
Es reichen ja Zwei Zapfen, je einer rechts und links, um die Platte sicher zu halten und da reichen 3 bis 4cm Zapfenlänge vollkommen.
Zu der Traverse, mit der die beiden Beinpaare verbunden werden. Quadratisch ist ungünstig. Besser mehr Höhe (12 bis 14cm) und weniger Dicke (4cm). Das bringt deutlich mehr Längsstabilität. Die hintere Traverse höher setzen.

Gruß Ingo
 

marcelluswallace

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Die hintere Traverse höher setzen.

Den Platz unter der Bank wollte ich mit aufgelegten Brettern als Stauraum nutzen. Ich nehme an, dass du die hintere Traverse zur besseren Aussteifung höher platzieren würdest? Wenn das wirklich viel bringt, könnte ich noch ne zweite Längstraverse im oberen Bereich der Rückseite einbauen?
werkbank-neu2.png
 
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