Terrassen-Unterkonstruktion

Dennis-1990

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Hallo liebe Community.

Bislang habe ich wenig Erfahrung in der Konstruktion und Statik mit Holz als Werkstoff. Daher bräuchte ich mal ein wenig Schwarmwissen. :emoji_slight_smile:

Für unser Mietshaus ist nun der Plan, 6 Paletten in 3x2-Anordnung zu einer 2,4m x 2,4m großen "Plattform" für eine Sitzecke zu bauen.
Der Unterbau soll wie auf den Bildern zu sehen mittels Kanthölzern als Grundträger (rot/orange) und Quersteben (grün) verwirklicht werden. Die Grundträger werden dann an einbetonierten Stützschuhen im Boden befestigt (3 Stück pro Balken: je außen einer und in der Mitte jedes Balkens, sodass es am Ende 9 Fundamentpunkte sind).

Als Kanthölzer hätte ich nun 9x9cm mit Längen von 2,4m genommen (oder ist das schon "drüber" und selbst 7x7 oder 8x8 würden es tun?). Oder ist es sinnvoller, alles in Rechteck-Querschnitten wie 7x10 oder 8x12 hochkant anzuordnen, was gegen Durchbiegung sicherlich besser wäre?

Ich habe aber z.B. keine Ahnung, ob ich mit 3 Grundträgern überhaupt hinkomme, oder eher 4 Grundträger und damit auch 12 Fundamentpunkte nötig werden? Theoretisch liegen alle 5 oder 6 Querträger ja auf den 3 unteren Balken auf und die freie Spannweite wäre von der Mitte nach außen somit jeweils etwa 1,2m - finde ich bei 9er-Kantholzern jetzt nicht viel? (Bei 4 Grundträgern wären es dann entsprechend nur 80cm zwischen den 4 Balken...) Und die spätere Terassenbelastung wird dank der Paletten an sich und Querträger schon so weit flächig verteilt, dass die einzelnen Grundträger in meinen Augen nicht sonderlich hoch oder gar überbeansprucht werden, oder bin ich da auf dem Holzweg? :emoji_thinking:

Gewichtstechnisch wiegen allein die 6 Paletten ja schon 150kg und mit einer Sitzgarnitur wäre die dauerhafte Belastung der Unterkonstruktion etwa 200kg. Plus der zeitweisen Belastung durch 4-6 Personen sind es insgesamt dann circa 500kg.
Im Vergleich zur Traglast einer Europalette (wo die Bretter nur 2,2 cm dick sind) von 1500kg, kommt mir die ganze 9x9cm-Kantholz-Konstruktion aber abstrus massiv vor???

Evtl. kann jemand so was mit Software statisch überprüfen? Ich hatte leider nur die Möglichkeit, das Projekt grob in CAD aufzuziehen, aber zur statischen Berechnung reicht es leider nicht mangels Wissen/Programmumfang...

Für eure Einschätzung, Verbesserungen und Zeit schon mal vielen Dank :emoji_slight_smile:

VG Dennis
 

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IngoS

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Hallo,

ich mache ja so Einiges aus Paletten, aber als Terrasse, das würde ich nicht mal in Erwägung ziehen.
Paletten sind aus minderwertigen Fichtenholz, welches bei Bewitterung in kurzer Zeit verrottet. Dann wird es gefährlich. Was ist mit den Schlitzen zwischen den einzelnen Brettern? Und dann noch für Mieter.
Nein, das funktioniert absolut nicht.
Wo hast du denn die Idee her?

Gruß Ingo
 

Dennis-1990

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Hallo Ingo :emoji_slight_smile:
Danke für deine schnelle Antwort. Hatte mich vlt. missverständlich ausgedrückt: Wir wohnen nun seit letztem Herbst in einem neuen Mietshaus und die Terrasse wäre am Ende des Gartens eine zusätzliche zur Haupt-Steinterrasse direkt am Haus. Also nicht für andere Mieter zur Überlassung :emoji_v:

Wir hatten im alten Haus auch eine Paletten-Terrasse, wo wir uns nicht wirklich beklagen konnten. Natürlich ist es letzten Endes "nur" Fichtenholz und kein Massivholz á la Buche, Eiche oder Leimschichtholz - aber die Paletten halten ja auch so einiges aus? Im Anhang 2 Bilder unserer alten: Die Paletten haben dort (so wie sie zu sehen sind!) 7 Jahre gelegen. Damals auch nur als "Provisorium für 2-3 Jahre gedacht, bis wir die Terrasse dann richtig bauen werden" :emoji_sweat_smile: Ergo haben wir die damals nur unbehandelt auf Kies gelegt (wodurch die unteren Palettenbretter außer im Sommer eigentlich immer nass und feucht waren) und weder gestrichen noch zusätzlich gegen Witterung behandelt. Bis letzten Sommer wurde die Terrasse des Öfteren noch genutzt, ohne, dass es aufgrund morscher Paletten zur Gefahr wurde. Die rausgerissen Stücke zeigen nur den Zustand, als wir vor dem Umzug im Herbst angefangen haben, mit der Brechstange alles zum Abtransport auseinander zu hauen (auch das hatten wir uns leichter vorgestellt als es am Ende wurde).

Daher nun der Plan, es auch in unserem neuen Domizil ähnlich zu machen, aber halt Oberflächen geschliffen, mit richtigem Unterbau und alles mit Außenfarbe gestrichen. :emoji_muscle: Die Schlitze zwischen den Brettern würde ich mit Leisten wieder verschließen.

LG Dennis
 

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Martin Graf

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Wenn Du schon bereit bist, so eine aufwändige Unterkonstruktion zu erstellen, warum legst Du dann nicht einfach "normale" Bretter drauf statt der Paletten? Bei 2,4 x 2,4 m² ist das von den Kosten doch egal.
Und wenn Du das Ganze später beim Auszug wieder abbauen musst, dann würde ich mir das mit den Beton-Fundamenten auch noch einmal gut überlegen. Dann lieber ein paar Betonplatten (altes Pflaster) in ein Splittbett gelegt und darauf die Unterkonstruktion.

Gruß
Martin
 

methylase

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Ich glaube das eine Balkenlage in Richtung der grün gezeichneten, und die auch nur an den Palettenstößen ausreichend sein wird. Wie du ja schriebst: die Paletten selbst sind ja unglaublich stabil. Die Anmerkungen von Ingo solltest aber durchaus bedenken.

Grüße Matthias
 

Dennis-1990

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Hallo Martin & Matthias,
auch euch danke für eure Rückmeldung und Meinung. :emoji_slight_smile:

@Martin: Wir fanden es mit den Paletten bislang ganz charmant, da es auch so ein bisschen unseren Rustikal/Industrial-Style widerspiegelt. Ginge natürlich auch mit einfachen Brettern/Terrassenplanken. Und auf der Arbeit komme ich (legal) kostenlos an relativ neue Paletten, da sich keiner mit Rückgabe/Umtausch der Paletten beschäftigen und aufhalten will. :emoji_sunglasses:
Die Überlegung war, als "Fundamente" für die Stützanker einfach Fix-Beton in Blumentöpfe mit Ø15cm zu füllen. Da die Ankerstange auch nur 2cm Durchmesser hat und 20cm lang ist, braucht es keine großen und tiefen Fundamente. Die kann man später dann relativ einfach wieder nach oben rausziehen (ist sicherlich einfacher, als gegossene Betonklätze freizulegen und rauszuhieven :emoji_innocent:). Deine Idee, mit Betonplatten/Rasenkantensteinen zu arbeiten, ist aber auf jeden Fall auch ne Überlegung wert - vielen Dank für den Tipp :emoji_thumbsup:

@matthias: Du meinst dann so, wie im Anhang zu sehen? Spart auf jeden Fall ne Menge Material und Geld, wenn ich 6 Kanthölzer und etliche Verbindungswinkel weniger brauche. Aber ich glaube, dass ist mir dann doch eine zu große Spannweite: 1,2m zwischen den Trägern und in der Mitte würden die Paletten dann nur etwa 4cm aufliegen... Das ist mir glaub ich dann doch zu heiß :emoji_innocent:

Habt einen guten Start in die neue Woche :emoji_wave:
 

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Martin Graf

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Hallo Dennis,
ich würde es entweder richtig, d. h. dauerhaft, oder richtig einfach machen. Schau Dir mal Deine alten Paletten an: wo sind diese morsch/beschädigt? Ich nehme an, dass die unteren Bretter vergammelt sind, weil sie nicht gut abtrocknen konnten.
Bei der einfachen Lösung würde ich, wie bereits geschrieben, Betonplatten (30 cm x30 cm) in Split verlegen und ausrichten. Die Betonplatten sollten immer in den Ecken der Paletten angeordnet sein, so dass teilweise 2 oder 4 Paletten mit ihren Ecken auf einer Platte liegen. Darauf die Paletten legen. Die Leisten, mit denen Du die Lücken ausfüllen willst länger wählen, so dass Du benachbarte Paletten miteinander verbinden kannst. Dann hast Du schon einmal eine halbwegs ebene Fläche. Außerdem kann man zusätzliche Verbindungen zwischen den einzelnen Paletten herstellen, indem Du im Hohlraum der Paletten (dort, wo normalerweise der Stapler/Hubwagen eingreift) (Dach-)Latten verschraubst, die über die komplette Breite der Terrasse gehen. Die oberen Leisten verbinden die Paletten also längs und die Dachlatten quer.
Wenn Du die Leisten zum Ausfüllen der Lücken etwas schmaler machst, dann kann auch noch etwas Luft zirkulieren.
Damit sparst Du Dir den ganzen Aufwand mit der Unterkonstruktion aus Holz und in ein paar Jahren tauschst Du die Paletten einfach aus, wenn diese verrottet sind.
Wenn Du es "richtig" machen willst, dann ohne Paletten. Dafür gibt es hier im Forum haufenweise Infos (Suchfunktion!).

Die Idee mit dem Beton in kleinen Blumentöpfen halte ich nicht für sinnvoll. Die halten die Terrasse nicht und sind deutlich teurer und aufwändiger als die Variante mit den Betonplatten.

Gruß
Martin
 

Holzfummler

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Moin Dennis,
wenn jemand darauf barfuss laufen möchte (z.B. Kinder oder das weibliche Geschlecht), wird es/sie sich Splitter in den Fuß jagen. Echte Kerle können das ab. Das sollte dabei bedacht werden.
LG
Thomas
 

Dennis-1990

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Hallo Martin & Thomas :emoji_slight_smile:

@Martin: Also wir machen nun die einfache "Split & Platten-Auflage"-Lösung. :emoji_innocent: In der Tat ist es den Aufwand, den die Unterkonstruktion erfordern würde mit zig Balken, Verbindungswinkeln und Betonfundamenten nicht wert... Gerade kostentechnisch hatten wir anderes im Kopf abgeschätzt, als man dann am Endpreis im Warenkorb gesehen hat, wenn man dann mal alle Artikel in benötigter Anzahl reinlegt. :emoji_fearful:
Da machen die 150€ für Kies und 12 Betonplatten (á 0,79€) dann echt nix mehr aus. :emoji_hushed: Die 6 Paletten werde ich dann mit Stahlverbindern noch aneinanderschrauben und oben die Schlitze mit durchgängigen schmaleren Latten zumachen, sodass die ganze Plattfom eine Einheit ist und bei 150kg verrutscht da dann auch nix mehr.... :emoji_muscle:

@Thomas: Die Oberflächen der Paletten werde ich dann zumindest abschleifen und alles mit Wetterschutz streichen - das sollte dann schon mal die Splittergefahr deutlich minimieren. Ein Restrisiko bleibt natürlich - aber das Leben birgt nunmal seine Gefahren... :emoji_stuck_out_tongue_winking_eye:
 

Holzfummler

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Die Oberflächen der Paletten werde ich dann zumindest abschleifen und alles mit Wetterschutz streichen
Moin Dennis,
das darfst du dann auch jedes Jahr machen. Farbe wird durch das Arbeiten des Holzes reißen und das Holz an diesen Rissen quellen. Und wie willst du Farbe zwischen die Stoßkanten bekommen? Öl wird durch den Regen schnell ausgewaschen. Einen durchgängigen "Wetterschutz" direkt auf dem Pallettenfeld, der mehrere Jahre hält, wird es nicht geben.
Nicht umsonst sind ältere Steganlagen mit unbehandelten Harthölzern, neue mit Kunststoffdielen gebaut.
LG
Thomas
 
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