Teakdeckfugen sanieren mit Ober- oder Lamellofräse?

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Reimund, 9. Juni 2010.

  1. Reimund

    Reimund ww-pappel

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    Hallo ins Forum,
    in diesem Winter muss ich die Fugen des Teakdecks meines Bootes neu verfugen. D.h., dass ich die zwischen den Teakstäben befindliche Dichtmasse (Sikaflex) sauber entfernen muss. Für den Fein Multimaster gibt es hierzu ein spezielles Fugenmesser als Aufsatz, jedoch habe ich bereits erfahren, dass man hiermit mangels 'guter Führung' schnell in die Holzflanken einschneidet und somit eine unschönes Fugenbild erzeugt.

    Die Idee ist nun, entlang einer neben der Fuge befestigten Führungsleiste, die Fuge mittels einer Fräse zu säubern. Die Frage wäre, ob man hier besser eine sog. Lamellofräse, eine Oberfräse oder aber vielleicht die BEPo Twist UFS 115 nimmt.

    Auch wenn hier nicht das richtige Forum für diesen Anwendungsfall sein sollte, kann mir ja vielleicht jemand mit Erfahrung eine Entscheidungshilfe geben.

    Gruß
    Reimund
     
  2. dascello

    dascello ww-robinie

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    Wuppertal
    uiuiui!

    da würde ich die Finger von Maschinen lassen. Wir haben das früher an Deck der "Zeute Deern" mit nem Fugenkratzer gemacht.... von Hand!

    Selbst wenn Dir die Führung gelänge: Eine Lamellofräse arbeitet horizontal, nicht vertikal. Ein Nutfräser in der Oberfräse würde nur theoretisch funktionieren, Denn: Wie breit ist die Fuge? 5 mm, 6mm?
    oder nur drei mm?
    Ist die überall gleich breit?
    Die Standzeit eines so dünnen Fräsers ist im besten Fall ausreichend, eine bis zwei Deiner Fugen auszufräsen.
    Aber ich bezweifle, dass sich das überhaupt so genau führen lässt.

    Und wenn die Fugen bogenförmig verlaufen, dann Gute Nacht!

    Gruß vom Wasser des Rheins


    Michael
     
  3. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Hallo Reimund,

    Michaels Bedenken hinsichtlich der Führung teile ich nicht. Freihand wird das sicher nichts, aber mit einer Leiste oder einer Führungsschiene sollte das gehen - wenn die Fugen gerade sind. Ich habe auch schon Schlitze mit einer Lamellofräse geschnitten, das ist also nicht unmöglich.

    Aber ist diese Dichtungsmasse nicht schmierig zäh? Das setzt dir den Fräser fix zu, oder?

    Ansonsten könnte ich mir auch eine Kreissäge auf der Führungschiene vorstellen.

    Liebe Grüße
    Pedder
     
  4. HubertS

    HubertS ww-fichte

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    Servus Reimund,

    also mit der Oberfräse wird das nix, wie Pedder schon meint wird sich wohl der Fräser schnell zusetzen. (Nochdazu sehe ich die Befestigung einer Führungsschiene eher als schwierig an)
    Ausser das Sikaflex ist schon knochentrocken.
    Aber dann bekommst du es mit einem Stech- oder Lochbeitel auch schneller und besser raus. (würde ich eh empfehlen)
    Optional geht eventuell auch ein Grundhobel.
    Wobei ich die Variante mit dem Fein Multimaster schon gut finde (Ich meine, da war in der Yacht Ende 2008 auch ein Beitrag darüber)

    Gruß vom Starnberger See
    Hubert
     
  5. Georg L.

    Georg L. ww-robinie

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    Schau mal hier nach: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
     
  6. Reimund

    Reimund ww-pappel

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    den Multimaster kenne ich schon. Die, die ihn mit dem Teakfugenmesser eingesetzt haben, raten davon ab, da er mangels Führungsmöglichkeit ständig verreißt und in die Fugenflanken sägt.

    Mir sagte jetzt jemand, dass er sich eine biegsamen MDF-Leiste eine Führungsschiene jeweils neben die Fuge auf dem Deck befestigt hat. ICh weiß nur nicht, welche Radien man mit diesen Leisten hinbekommt, geschweige denn, wo man die bekommt (Baumarkt?).

    Sicherlich besteht die Gefahr, dass sich die Fräse/Säge mit dem Sika zusetzt, aber das würde ich nicht so kritisch sehen.

    Ich habe jetzt eine 'Einhandfräse' von Makita gesehen (z.B. hier: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.), die in meinen Augen den Vorteil hat, dass sie auf eine bestimmte Schnitttiefe fest eigestellt werden kann und man die Fräse nicht ständig gegen eine Federkraft nach unten Drücken muss (zumindest muss man das bei den Oberfräsen, die ich im Baumarkt gesehen habe).

    Ich habe nicht soviel Kenntnisse über Holzwerkzeuge, aber ich denke, dass ich vielleicht mit einer Fräse besser durch Fugen komme, die in Radien verlaufen, oder?

    Gruß
    Reimund
     
  7. koala

    koala ww-robinie

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    Also alle Oberfräsen die ich bis jetzt kennengelernt habe, drückt man gegen eine Feder nach unten, ABER: ist man auf der "Wunschtiefe" angelangt, kann man sie arretieren. (z.B. durch einen Hebel oder einen drehbaren Griff)
    Gruß Manfred
     
  8. garfilius

    garfilius ww-robinie

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    wenn ich mich recht an die von mir gelesenen Beiträge erinnere, wurde die Dichtungsmasse grob von Hand aus der Fuge entfernt ähnlich wie eine Silikonfuge. Also mit dem Cutter re+li einschneiden und rausziehen. Wenn du einen Anfang hast, kann man die Fuge wohl wie einen Schlauch rausziehen. Was an den Fugenflanken kleben bleibt, wurde dann meist mit der OF entfernt oder dem Fein.
    MDF-Streifen kannst Du Dir im Baumarkt zusägen lassen.
    Stöbere doch mal beim Freundeskreis klassischer Yachten im Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
     
  9. HubertS

    HubertS ww-fichte

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    Starnberg
    Servus Reimund,

    also wenn Du noch nicht soviel Kenntnisse über Holzwerkzeug hast - und dafür ist ja dieses Forum da - dann lass Dir doch ein paar gut gemeinte Ratschläge geben, die Du dann auch beherzigen solltest.
    Eine Oberfräse hat grundsätzlich einen verstellbaren Tiefenanschlag und eine Arretierung. (sonst kann man nich vernünftig arbeiten)
    Die gebogene Leiste kannst Du aus MDF machen oder Du kaufst einfach eine gehobelte Leiste oder eine Kurvenfrässchablone (Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar. ).
    Aber wie willst Du das Ding befestigen? Normalerweise muß Du das festschrauben, und dann hast Du die Schraublöcher im Teakdeck.
    Das nächste Problem kommt beim Fräsen.
    Wenn Du da nur leicht von der Schablone abweichst (und das kann als Einsteiger schon mal passieren) dann hast Du die Fuge aber so richtig ruiniert. (Und bei einem scharfen Fräser merkst Du es erst wenns zu spät ist).

    Weiterhin der Tipp, manuell machen oder mit dem Fein. (Mit dem richtest Du bei weitem nicht so viel Schaden an und der gibt Dir ein deutlicheres Feedback wenn Du mal neben der Spur bist)

    Gruß Hubert
     
  10. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Mit Lamellofräse oder ähnlichen Maschinen wird man nur die Nuten zerstören.

    Aber es gibt ja noch Experten, guckst du da: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    Im Beitrag #15 siehst du zwei selbst gemachte Handwerkzeuge. Wenn du aus einer alten Feile sowas herstellen solltest, dann schleife sie vorn in der Form eines Hakens, ähnlich wie diese Ziehmesser, mit denen man Unkraut aus Plattenfugen entfernt. Dann gehts noch viel besser. Die flachen Seiten der alten Feile sollten so geschliffen werden, dass haarscharfe Kanten entstehen.

    Ganz wichtig: Den Grund der Nuten sauber abkleben, damit das Teakseal nur an den senkrechten Flanken der Nut klebt! --> alles dort genau durchlesen.

    Viel Spaß

    -- veter
     
  11. dascello

    dascello ww-robinie

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    Na, dann kommen wir ja doch zu den Kratzeisen zurück, die ich vor 30 Jahren im Harburger Hafen auf dem alten Steinfischer so lieben lernte!

    Schmunzeld vom Rhein

    Michael
     
  12. Schorsch56

    Schorsch56 ww-pappel

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    Bocholt
    Hallo Reimund ,ich habe es vor ein paar Jahren mit dem Multimaster und dem Fugenmesser gemacht und ?es funktioniert ganz gut .Man muß halt ein bischen Geduld haben und vorsichtig arbeiten.Die Fugenmesser gibt es übrigens in verschiedenen Größen.
    Den Versuch mit einer Oberfräse oder Kreissäge halte ich für nicht so gut.
    Gruß
    Georg B.
     
  13. Unregistriert

    Unregistriert Gäste

    Multimaster

    Hallo, ich habe vor einigen Jahren div. Teakdecks saniert (ich war jung und brauchte das Geld).
    Als Führung haben wir eine schmale Leiste (ca. 2-3cm) aus Hartfaser mit Schmelzkleber aufs Deck geklebt, der Kleber geht leicht mit einem Heißluftfön wieder ab ohne das Teak zu beschädigen. Die Hartfaserleisten kann man leicht biegen und muß sie nicht aufwendig an die Biegung der Fugen zusägen. Die Platten sind in jedem einfachen Kleiderschrank als Rückwand verbaut und in jedem Baumarkt oder bei Ikeaer zu bekommen. An dieser Führung schneidet man ganz einfach mit dem Multimaster mit entsprechendem Fugenmesser entlang. Danach Silikon mit entsprechendem Primer in die Fugen, überschleifen und weitersegeln.

    Viel Spaß
     
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