Türmontage vor dem Aufkommen von PU Schaum?

Kingstyler

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Hi, neulich ist mir ein interessanter Gedanke gekommen:

Wie wurden eigentlich Futterzargen vor dem Aufkommen von Montageschaum, ohne die Verwendung von außen sichtbaren Befestigungsmitteln, montiert?
 

SteffenH

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Genagelt, die Löcher wurden verspachtelt. In die Mauer wurden oft Holzklötze mit eingemauert, in die man die Nägel schlagen konnte.
 

holzsurfer

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Hallo,
bei uns hat ein Tischler Schrauben mit Holzplatten in Dübel eingeschraubt und daran die Zarge verleimt, komplett ohne Montageschaum-

Gruß
Folker
 

Sägenbremser

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Ist jetzt wirklich nicht nur in grauer Vorzeit
eine Einbaumöglichkeit der Türzargen gewesen.

Eine ordentliche Methode war schon früher der
Einsatz von Blindzargen, da "könnte" der Putzer
auch ordentlich drauf abziehen und bei Rauputzen
auch noch einen Kellenschlag fürs Türloch ziehen.
Hat für den Tischler den Vorteil das er mit exakten
Einbaumassen arbeiten kann, er muß dafür aber
schon vorher auf der Baustelle auftauchen. Ist so
aber im Zeitalter des schnell und preiswert Bauens
zu Gunsten der chem. Mittel etwas selten geworden.

Was da heute in Foren noch alles an Methoden mit
Furnierstreifen auf Blindhölzern rum geistern mag,
ist sicher für einen engagierten Selbermacher noch
vertretbar, gewerblich aber leider kaum verkäuflich.

Die simplen Türfix -Teile wurden auch noch lange
von Würth verkauft, habe damit viele Türen gesetzt,
aber wirklich exakt und zeitgerecht funktionierte das
auch nur wenn eine winkelgerechte Einbaulehre für
die Vormonate verwendet worden ist. Wirklich preis-
wert/wettbewerbsfähig war dieses System damit nicht.

Gruss Harald
 

Time_to_wonder

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Wenn man ne Zarge von Kilsgaard kauft, sind zwei Methoden der schaumlosen Montage in der Montageanleitung beschrieben. Entweder so wie in #4 beschrieben oder man verkeilt die Zarge in der Türöffnung, nimmt die Dichtung raus und verschraubt sie dann im Schlitz der Dichtung schräg in die Laibung. Wenn die Dichtung wieder reinkommt, sind die Schrauben unsichtbar. Ich habe das mal praktiziert, das ging bei mir ganz gut, da die Tür in eine GK-Wand mit Holzständerwerk eingebaut wurde. Man muss aber extrem aufpassen, dass man das Ganze gut unterfüttert, da man die Schrauben schräg (ca. 45°) setzen soll. Damit kann man eine Zarge auch schnell kaputtmachen, daher ist glaube ich die Wanddicke begrenzt.

Ist aber irgendwie nicht vorstellbar, dass man das im großen Stil macht. Wenn man hingegen nur mal ne einzelne Tür hat, geht das schon.

Gruß Jörg
 

falco

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Eine der ganz wenigen, sinnvollen Anwendungen für PU-Schaum am Bau.

Hier im Haus, BJ 1905 ist es exakt wie in #2 geschrieben.
 

Sägenbremser

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Ich kenne wirklich keine sinnvolle Anwendung
von PU Schaum im häuslichen Anwendungsfall.

Mit ein wenig Aufwand läßt sich das Zeugs immer
umgehen, nur müßte das auch honoriert werden.

Hier in Köln gibt es "Monteure" die dir bei grössere
Stückzahl Futtertüren für unter 30 Euro einsetzen.
Die Schaumdose unbekannter Herkunft ist bei der
Preisgestaltung aber auch schon inclusive. Ja und
es gibt auch Auftraggeber denen das wirklich völlig
am Arsch vorbei geht. Dabei ist das ein marginales
Bauteil, was da noch in den billig hochgezogenen
Hütten sonst noch alles im Verborgenen schlummert,
mag ich mir wirklich nicht vorstellen müssen.

Gruss Harald
 

Kingstyler

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Montageschaum hat durchaus seine Existenzberechtigung, insbesondere bei der Installation von Schallschutztüren, da man durch das Ausstopfen mit Mineralwolle nie eine so hohe Abdichtung, wie durch die Verwendung von expandierendem dauerelastischem Schaum erreicht.

Die oben genannten Konstruktionen sind trotzdem handwerklich "eleganter". Danke für die Infos.
 

Time_to_wonder

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Schallschutz? Man möge mich korrigieren, wenn ich falsch liege, aber wirksamen Schallschutz erreicht man durch Masse und nicht durch Schaum oder Mineralwolle. Türen mit definierter Schallschutzanforderung werden meines Ermessens in Stahlzargen eingebaut und diese Stahlzargen werden vollständig mit Mörtel eingesetzt, so dass keine Hohlräume bleiben.

Gruß Jörg
 

Sägenbremser

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Schallschutztüren sind wirklich ein eigenes
Thema und da gibt es schon grössere Anforderungen
als es mit einfachem Schaum so möglich wäre. Die
Anschlussfugenproblematik, Dichtungspressdruck
und Schwellen/Türdichtungsausführung sind dabei
nur Randbausteine.

PU Schaum ist aber auch bei erhöhten Anforderungen
nicht zwingend dabei vorgesehen. Es gibt ausser der
sorgfältig gestopften Mifa auch noch Klebekork und
das Ausgiessen mit Mörtel/Lehm/Hanf ist dabei immer
eine überlegenswerte Alternative.

Gruss Harald
 

Holz-Fritze

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Montageschaum hat durchaus seine Existenzberechtigung, insbesondere bei der Installation von Schallschutztüren, da man durch das Ausstopfen mit Mineralwolle nie eine so hohe Abdichtung, wie durch die Verwendung von expandierendem dauerelastischem Schaum erreicht.

Die oben genannten Konstruktionen sind trotzdem handwerklich "eleganter". Danke für die Infos.

Da hat mir aber ein Fachmann mal das genaue Gegenteil erzählt. Da PU Schaum eine geringe Masse hat ist schallschutztechnisch Steinwolle diesem überlegen.

Ich kenne es auch so, dass die alten Zargen genagelt wurden. Hat mir bei mir in der Wohnung schon einige Sägeblätter vom Multimaster gekostet, da die Zargen ziemlich wei unten genagelt wurde,
 

uli2003

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Ich kenne wirklich keine sinnvolle Anwendung
von PU Schaum im häuslichen Anwendungsfall.

Mit ein wenig Aufwand läßt sich das Zeugs immer
umgehen, nur müßte das auch honoriert werden.

Mensch, es muss ja wohl noch ne Menge finanziell potente Kunden im Kölner Raum, wenn hier dem Montageschaum die Existenzberechtigung abgesprochen wird :emoji_slight_smile:
Zeitgleich verbessert das finanzielle Potential auch die Ökobilanz des Dieselmotors des vielleicht 3 mal anreisenden Handwerkers mit möglicherweise 20 km Anfahrtsweg :emoji_slight_smile:
 

Sägenbremser

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Mensch Uli

wir fahren hier in Köln doch mit dem E-Bike
zum umweltbewußten Kunden um die Ecke.
Mit ein wenig erzählerischem Geschick ist es
auch durchaus möglich ein Domradio Bike für
lau zu bekommen. Die tief rote Farbgebung
ist hier nicht nach jedem Geschmack, aber es
ist nun einmal die Farbe der Kardinäle.

Nur ich armer Wicht muß mich immer wieder
in meinen Tesla quetschen um die Aufträge erst
einmal zu bekommen. Dabei würde ich auf der
Fahrt zum Auftraggeber doch viel lieber das gute
Premium - Aral durch die Vergaser! meiner alten
BMW "fluten":emoji_grin:

Liebe Grüsse, Harald
 

ranx

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Moin, ich habe mal gesehen wie man für Schallschutz Korkbrei in die Anschlussfugen gepresst hat... Kork ist aber auch nicht mehr so richtig Öko ... viele Flaschen werden auch nicht mehr verkorkt.

Mahlzeit, uwe
 

Holzniet

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Da es bei uns vor 1989 kein PU-Schaum gab, habe ich an die Türleibung
rechts und links 3 Brettchen angedübelt und die Zarge daran angeleimt.
Die Zwischenräume zwischen Zarge und Brettchen wurden mit Sperrholz
und Furnier einschl. Holzleim aufgefüllt. Hält bis Heute.
 

bikerben

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Hallo,

bestätige #3, #4 und #16.

Bei den Stahlzargen im Obergeschoß haben wir es allerdings anders gemacht :emoji_slight_smile:

LG
bikerben
 

Donau

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Moin ich kann #2 bestätigen :emoji_slight_smile:

Bauschaum und Silikon ersetzt die Präzision :emoji_grin:

Gruß aus der Heide
Rainer
 

tirogast_2018

Gäste
ja der Bauschaum ist eine tolle Sache,so toll dass gelegentlich sogar Maurer
damit die Eckzargen von Brandschutztüren damit setzen.:eek:
Wenns eingeputzt ist siehts ja niemand mehr :rolleyes:
normaler Bauschaum, kein Brandschutzschaum:emoji_grin:
 
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