Türfutter - Durchgangszarge bauen - klassisch

Mater1984

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Hallo zusammen,

Ich bin gerade dabei mehrere Türfutter / Türzargen zu bauen.
Diese sollen in Durchgänge eingebaut werden wo keine Türen vorgesehen sind.
Das Haus ist von 1719 und steht unter Denkmalschutz.
Wir müssen zwar nicht möchten uns aber möglichst an klassische Techniken halten.
Leider finde ich kein Buch o.ä. In dem der Türfutter Bau beschrieben ist.

Das Buch:
Holztüren und Holztore von Ulrich Raitmayer

http://delibra.bg.polsl.pl/Content/3549 ... Holzto.pdf

Hab ich gefunden online aber mich würde von Spannagel - Das Türenbuch interessieren wie er das macht.
Leider gibt es den Verlag nicht mehr der 2001 einen Reprint gemacht hat.
Und im Antiquariat kostet es über 100 €. :emoji_frowning2:
Hat jemand das Buch und kann mir ggf. Die Seiten über Türfutter/Zargen scannen?
Gerne auch gegen ne kleine Aufwandsentschädigung.

Weil alle Aspekte hier im Forum zu beleuchten ist denke ich zu viel.
Viele Grüße

Philipp
 

carsten

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Hallo

das Buch kenne ich nicht. Aber Türfutter erst recht Durchgangsfutter sind erstaunlich einfach aufgebaut. Brett links, Brett rechts, Brett oben.
Ganz einfach wurden die zusammengenagelt. Oder mit eher groben Zinken verbunden. Bei Mauerwerk wurden dickere Holzklötze irgendwie ins Mauerwerk eingebaut und das Futter dann dort festgenagelt. Die Bekleidungen wurden beidseitig stumpf aufgenagelt. Das war selbst bis Mitte der 1950er und darüber hinaus die gängige Konstruktion. Hab beim Ausbau schon gezinkte Tischlerplatte und sogar Spanplatte angetroffen meist zusätzlich genagelt.
Breitere Futter wurden gern als Rahmen Füllung Konstruktion ausgeführt.
Hab vor gut 10 Jahren mal für einen ebenfalls denkmalgeschützten Bau Türen nachgebaut.
Wurden denkend gestrichen. Wurden so wie heute üblich mit eingenuteter Bekleidung und loser Zierbekleidung als Wanddickenausgleich gebaut und wir durften auch mit Schaum einbauen. Die breiteren Futter als Rahmen Füllung. Material war Yellow Poplar / American Whitewood. Ist ein recht dichtes, festes Holz was sehr wenig arbeitet und viel und gern für deckende Lackierung genommen wird.

Von der Konstruktion würde ich mich eher an der heutigen Variante als an den stumpf aufgenagelten orientieren.
Knackpunkt ist die Befestigung. Schaum will nicht jeder auch gerade im Denkmalbereich. Wobei es sich bei Innentüren mit etwas mechanischem, Aufwand fast rückstandfrei entfernen läßt und (im Innenbereich) auch nicht die Bausubstanz schädigt.
 
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Mater1984

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Von der Konstruktion würde ich mich eher an der heutigen Variante als an den stumpf aufgenagelten orientieren.
Knackpunkt ist die Befestigung. Schaum will nicht jeder auch gerade im Denkmalbereich. Wobei es sich bei Innentüren mit etwas mechanischem, Aufwand fast rückstandfrei entfernen läßt und (im Innenbereich) auch nicht die Bausubstanz schädigt.
Ok das ist ein Ansatz. Würde vermutlich mit ner Fremdfeder arbeiten und damit das Futter und die Blenden zusammenfügen. Einbau ist kein Problem denke ich, da die Durchgänge in Fachwerkwände kommen. Da kann ich entweder Klötzchen draufschrauben und verleimen oder das Futter festschrauben an den Klötzchen und dann die Schraubenlöcher abdecken o.ä.
Schaum wäre für mich die letzte Option
 

weissbuche

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Das Türenbuch von Spannagel habe ich. Da werden verschiedene Optionen gezeigt und erklärt, wie Futter gebaut und eingebaut werden können. Die von carsten geschilderte ist eine davon und wohl die gängigste Variante. Sollen die Futter streichfähig oder natur werden?
"Im Antiquariat kostet das 100€", einen Tod muß man sterben.
Vieles was Spannagel beschreibt, findet sich bei Raitmayer wieder, ebenso wie in den Lehrbüchern der damaligen Zeit. War eben lange Zeit der Stand der Technik.
Wir bekommen gleich Besuch aber ich werde morgen mal eine Skizze machen, wie wir das schon zigmal, auch für Denkmalschutz, gemacht haben.
 

Mater1984

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Das Türenbuch von Spannagel habe ich. Da werden verschiedene Optionen gezeigt und erklärt, wie Futter gebaut und eingebaut werden können. Die von carsten geschilderte ist eine davon und wohl die gängigste Variante. Sollen die Futter streichfähig oder natur werden?
"Im Antiquariat kostet das 100€", einen Tod muß man sterben.
Vieles was Spannagel beschreibt, findet sich bei Raitmayer wieder, ebenso wie in den Lehrbüchern der damaligen Zeit. War eben lange Zeit der Stand der Technik.
Wir bekommen gleich Besuch aber ich werde morgen mal eine Skizze machen, wie wir das schon zigmal, auch für Denkmalschutz, gemacht haben.
Hi gerne wie du willst entweder Skizze oder kurz die Seiten fotografieren.

100 € finde ich zu viel.
 

wirdelprumpft

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Ich kenn das auch nur vom ausbauen.
Nagelsteine/eingemauerte Holzklötze waren eine Zeitlang gängig damit man bei Mauerwerk nageln konnte.
Gezinkte Türfutter hatte ich auf öfters, ganz toll wenn die Türschwelle Teil des Türfutters war, also mit eingezinkt.
Aber ich glaube ich hatte nie Türfutter von 1719, denke nicht mal älter als 1900.
Befestigung genagelt, meist mit sehr vielen 50x2 Stauchkopfnägel
und meist zur Sicherheit nochmal 3-5 Stück Nägel je Bekleidungsseite/Futterbrett 4x100 oder so in die Wand.
Der Vorteil damals wurden die Farbe noch dick aufgetragen, Ölfarben etc. meist zeichnen sich die gekitteten Nägel nicht mal ab.
Bei heutigen Lacken keine gute Idee mit Nägel zu Arbeiten.

Die Bekleidungen waren sehr häufig mit Schlitz und Zapfen an den Ecken verbunden, seltener Überplattet.
 
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brubu

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Ich habe mir das Buch in #1 angeschaut, die Konstruktionen passen schon aber stammen aus der Zeit der Auflage.
Das sind ganz einfache Konstruktionen. Früher wurden Türfutter auf dem Bau zusammengenagelt, die Verkleidungen
aufgenagelt und die Türen gebandet.
Die Futterseiten wurden mit dem Handhobel an die möglicherweise nicht ganz geraden Türblätter angepasst.

Dafür brauchten die Anschläger ihre leichteren Anschlägerhobelbänke auf der Baustelle.
 

Holzrad09

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flüsterholz

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Ich kenn das auch nur vom ausbauen.
Nagelsteine/eingemauerte Holzklötze waren eine Zeitlang gängig damit man bei Mauerwerk nageln konnte.
Gezinkte Türfutter hatte ich auf öfters, ganz toll wenn die Türschwelle Teil des Türfutters war, also mit eingezinkt.
Aber ich glaube ich hatte nie Türfutter von 1719, denke nicht mal älter als 1900.
Befestigung genagelt, meist mit sehr vielen 50x2 Stauchkopfnägel
und meist zur Sicherheit nochmal 3-5 Stück Nägel je Bekleidungsseite/Futterbrett 4x100 oder so in die Wand.
Der Vorteil damals wurden die Farbe noch dick aufgetragen, Ölfarben etc. meist zeichnen sich die gekitteten Nägel nicht mal ab.
Bei heutigen Lacken keine gute Idee mit Nägel zu Arbeiten.

Die Bekleidungen waren sehr häufig mit Schlitz und Zapfen an den Ecken verbunden, seltener Überplattet.
Genauso, wie du es beschreibst, waren die Türen bei uns im Haus 1821 verbaut. Im Erdgeschoss ohne Schwellenbrett, die waren aus den 50ern. Im ersten OG waren auf einer Hälfte wohl noch die Originalen mit gezinkter Türschwellen. Die haben wir auch drin gelassen. Im Keller/Stallbereich nur genagelte, verzierte Brettertüren, einfach auf der Mauer angeschlagen. Auch noch original, wenn auch etwas angefressen.
 
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