Stämme Kirschbaum

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Hallo liebe Forengemeinde,
verfolge dieses Forum schon einige Zeit, finde es wirklich toll. Heute habe ich meine erste eigene Frage.

Wir müssen in meinem Garten aus Platzgründen einige einige Bäume fällen. Unter anderem sind zwei gesunde, recht junge, wilde Kirschbäume dabei (schade drum...). Stammduchmesser liegt bei ca. 35cm bzw. 30cm. Die Stämme sind gerade, der Baum mit 35cm Durchmesser verzweigt sich bei etwa 4m Höhe, der andere bei ca. 2m Höhe. Eigentlich ist mir das Holz zu schade, um es im Kachelofen zu entsorgen. Nur bin ich mir nicht sicher, was ich sondt damit machen könnte. Ich bastle gerne hobbymäsig, kann immer wieder Brettholz für Regale usw. brauchen. Eine andere Alternative wäre ein Parkett aus eigenem Holz, hat nicht jeder... Kann so etwas sinnvoll aus diesen Stämmen gemacht werden, müsste denn das Splintholz ausgetrennt werden, wenn ja, dann bleibt ja kaum was übrig. Im Falle von Parkett, was ist Eure Schätzung, wieviel m2 Massivparkett (8 oder 10mm Dicke) würde man aus diesen beiden Stämmen (2m x 0,30 DM, 4m x 0,35 DM)herausbekommen?
Viele Fragen eines Anfängers, würde mich aber sehr freuen, wenn ich von Euch Antworten bekommen könnte.

Danke!
Viele Grüße
Thomas
 

carsten

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Hallo

Bei Kirschbaum ist wie bei vielen Obsthölzern häufig mit Faukstellen zu rechnen. Das sieht man aber erst beim Fällen, bisweilen sogar erst nach dem Auftrennen und trocknen. KB als Parkett ist mir noch nicht untergekommen. Könne vom Holz her funktionieren. Aber gerade bei Parkett ist ds Trocknen sehr wichtig und für wirklich gutes Parkett wird ausschließlich über Jahre natürlich getrocknetes Holz verwendet. ( Bis auf die technische Fertigtrocknung auf die per natürlicher Trocknung nicht erreichbare Holzfeuchte für Parkett von deutlich unter 10 %).
Ich würde mir wenn das Holz tauglich ist lieber daraus ein passendes Möbel oder auch mehrere Schreinern lassen. Aber nicht zu euporisch sein. Der Splintholzanteil kann bei noch recht jungen Bäumen recht hoch sein. Also erst mal umhören wo man das Holz evtl auftrennen lassen könnte. Dann Fällen und mgl rasch auftrennen und zum Trocknen aufschichten.
 

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Hallo Carsten,
vielen Dank für die Antwort.
Die beiden Bäume sind vorher gefallen, tut schon weh, einen gesunden Baum so liegen zu sehen...., aber was muß das muß.
An der Schnittkante sind keine Faulstellen zu sehen, durchgehend sehr helles Holz. Allerdings scheint der Baum sehr schnell gewachsen zu sein, die Jahresringe haben einen sehr großen Abstand, hast Du das gemeint mit hohem Splintanteil? Gibt dies Probleme bei der Verwertbarkeit? Lässt sich überhaup etwas brauchbares machen aus einem DM35 Stamm?
Nochmals Danke im voraus für Eure Kommentare.
Viele Grüße
Thomas
 

Felix49 (RIP)

ww-esche
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Hallo,
meiner Meinung nach kommt es darauf an was Du mit dem Holz anfangen willst.
Der Splint ist auch nicht gerade unbrauchbar. Für Regale od. ähnlichem muß man
den nicht wegschneiden. Für eine Tischplatte könnte es schon eher mehr abge-
schnitten werden müssen. Ich würde mir das Holz im Sägewerk aufschneiden
lassen. Gut wäre es wenn Du schon eine Vorstellung von der Nutzung hättest,
wegen der Stärke. Die Länge der Stämme ist wichtig. Die meisten Sägewerke
können nur Stämme im Bereich ab 2,50 m Länge bearbeiten! Für kürzere Teile
muß man ggf. länger suchen, habe da schon meine Erfahrungen gemacht.
 

Nairolf

ww-birke
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Hallo Thomas,

Tipp zur Kirsche, wenn Du sie nicht gleich brauchst oder über die weitere Verwendung unsicher bist:

Man kann den Stamm in der Rinde gut zwei Jahre liegen lassen, bevor man ihn zu Bohlen aufschneidet. Nicht direkt auf der Erde, sondern auf Holzlagern, an einem schattigen Plätzchen, und alle paar Wochen etwas drehen. Die Schnittkanten vorher gut versiegeln (würde ich sehr bald machen, um Risse zu vermeiden!). Dem Holz tut das gut, Splint- und Kernholzfarbe gleichen sich oft an.

Der braunrote Farbton entsteht erst mit der Zeit beim Nachdunkeln unter Lichteinwirkung.

Kirschholzboden kenne ich, sehr schön und edel. Nachdem die perfekte Trocknung aber schwierig sein dürfte und Verziehen bei Parkett sehr problematisch ist, würde ich auch eher zur Verwendung im Möbelbau raten.


Florian
 

Felix49 (RIP)

ww-esche
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Darmstadt
Hallo,
ich habe ein Stück liegen, das dann aber auf die gesamte Länge einen tiefen
u. breiten Riss hat! Möglicherweise im Sommer gefällt.:mad:
 

Philipp

ww-birnbaum
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Hallo Thomas,

wie immer bei Anfragen wie der Deinigen, wäre es sinnvoll den Ort, wo das Holz liegt, zu nennen. Vielleicht können Dir dann Leute aus der Region weiterhelfen.
Für den Raum Bergstraße könnte ich Dir ggf. anbieten, einen Auftrennversuch mit dem Timmerjigg von Logosol zu machen (wobei ich hierbei noch mehr an Erfahrung sammeln muß). Weite Reisen dürften Deine Stämme aber sicherlich nicht rechtfertigen, schätze ich mal.

Viele Grüße

Philipp
 

leo

ww-fichte
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Ich habe letzten Monat gerade bei unserer Holzsubmission Kirsche gekauft. Die angebotenen Durchmesser waren 30 - 50 cm, d.h. 35 ist gut! Kirsche ist ein super Holz - für mich das schönste einheimische. Ob es für Dielen/ Parkett reicht, ist fraglich (rechnen!).

Für Dielen/ Parkett/ Möbel würde ich 3cm dick schneiden lassen (gibt 2,0 bis 2,3 cm getrocknet und gehobelt), für Tischplatten u.ä. 5 cm (gibt 4cm gehobelt).

Mein Holz geht in`s Sägewerk zum Sägen + Trocken (ca. 150,- € pro Festmeter, ohne Transport). Bei Kleinmengen wie bei Dir ist der Transport meistens das Problem - via gelbe Seiten bekommt man die regionalen Sägewerke raus; fast überall gibt es auch mobile Sägewerke, bei uns z.B. 75,-€ Anreise plus 60,-€ pro Festmeter Laubholz. Da wärst Du zum Beispiel mit einem Hunni dabei, was sich m.E. lohnt! Für Dielen/ Parkett muß das Holz aber sicher kammergetrocknet werden.
 
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