Splitterbildung in Terrassendielen

Udo Schmitz

ww-pappel
Registriert
5. Juni 2009
Beiträge
5
Ort
Düsseldorf
Guten Tag zusammen,

ich bin das erste mal in diesem Forum und habe folgendes Problem:

Ich habe einem Kunden einen Balkon mit "Tali-Terrassendielen", französische Riffelung, verlegt. Diese habe ich 5mm vorgebohrt und sichtbar verschraubt. Ca. 25mm von der Kante in die Riffelung. Der Kunde hat die Arbeit abgenommen und für gut befunden.

Nach ein paar Tagen bekomme ich die Beschwerde, er habe sich einen Splitter in den Fuß gerammt und möchte dies behoben haben, was für mich noch in Ordnung geht. Man ist ja schließlich Kundenfreundlich.
Nachdem ich dann schließlich mit ihm telefoniert habe, stellt sich heraus, dass die geriffelten Schraubköpfe das Problem verursacht haben. Diese haben die Riffelung splittern lassen.

Da ich mir ungern sagen lasse, nicht fachmännisch zu arbeiten (ich bin aber einsichtig, wenn es denn so ist), habe ich mir noch mal ein geriffeltes Restbrett genommen und einen Test mit einem HM-bestückten Aufstecksenker gemacht. Ergebnis war leider dasselbe. Wieder Splitterbildung.

Nun zu meinen Fragen:

1. Wie umgehe ich dieses Problem bei ähnlichen Aufträgen?

Unsichtbare Verschraubung wäre zwar eine Möglichkeit, halte ich aber für eine teurere Lösung, da der Kunde nach dem Angebot schon sehr kritisch war.

2. Die Splitter von diesem Auftrag werde ich zwar entfernen, aber wie argumentiere ich dem Kunden gegenüber? Habe ich Fehler gemacht?

Ich bin der Meinung alles richtig gemacht zu haben, da dies nicht der erste Job dieser Art war und sich bisher keiner diesbezüglich Beschwert hat.

Ich bedanke mich im voraus und hoffe auf Antwort

Mit freundlichen Grüßen
Udo Schmitz
 

frankundfrei

ww-robinie
Registriert
19. Oktober 2007
Beiträge
2.124
Ort
Lichtenfels
Riffelung bei Terrassendielen

Zukünftig würde ich grundsätzlich bei Riffelung - besonders bei der feinen Riffelung - immer darauf hinweisen, dass es zur Splitterbildung kommen kann. Selbst wenn verdeckt geschraubt oder geklammert wird, können durch das Arbeiten des Holzes sich Fasern abspalten und aufstellen. Jede Durchbrechung verschlimmert das Problem natürlich.

Die Fasern können etwas mit dem schichtbildenden Terrassenöl gebunden werden. Das Holz arbeitet dann auch nicht mehr so stark. Aber die mechanischen Beschädigungen oder Durchbrechungen werden weiterhin eine Splitterbildung begünstigen.

Wenn Riffeldielen von oben geschraubt werden, dann sollte man vorbohren und mit einem konischen Senker noch mal nachbearbeiten. Das kostet natürlich Zeit und die Frage bleibt, ob der Kunde das Verständnis dafür hat.

Grüße aus Frangn

Frank von Natural Naturfarben
 

WinfriedM

ww-robinie
Registriert
25. März 2008
Beiträge
24.352
Ort
Dortmund
Senker ist ja immer so eine Sache, um Splitterungen wirklich weg zu bekommen. Ich könnte mir vorstellen, wenn man einen Schleifsenker hätte, wäre das Ergebnis besser. Schleifend bekommt man Splitterungen einfach besser in den Griff, als schneidend, wie das ja ein Senker macht.

Vielleicht eignen sich auch Frässtifte, sowas in der Art:

Frässtifte
 

Unregistriert

Gäste
Hallo,

ich denke man sollte ganz am Anfang klarstellen, dass es keine auf die Dauer Splitterfreie Holzterasse geben kann. Irgendwann werden sich nunmal Splitter aufstellen. Wenn ein Kunde
eine absolut Splitterfreie Terasse haben will, wird er mit Holz als Werkstoff nicht glücklich werden.

Immerhin muss der Schreiner ja 5 Jahre Gewährleistung auf solche Arbeiten geben. Da nutzt es auch nichts, wenn der Kunde im ersten Jahr zufrieden ist und nach dem ersten Winter nicht mehr.

Generell bin ich sowieso der Meinung, dass die meisten Leute im Bezug auf Holzterassen und Holz im Außenbereich völlig unrealistische Vorstellungen haben.

Gruß

Florian R
 

Sauerländer

ww-kastanie
Registriert
22. März 2009
Beiträge
31
Ort
Sauerland
Das mit dem Aufstellen von Fasern oder Veränderungen durch das Feuchteverhalten des Holzes sind doch so alt wie das Holz selber. Man sollte den Kunden von Anfang an immer wieder sagen das Holz ein natürlicher Werkstoff ist und sich ständig verändert. Am Besten auch schriftlich fixieren - leider kennt die heutige Spanplattengeneration kein echtes Holz mehr :emoji_wink:
Holz ist nun einmal kein homogener Werkstoff wie Metalle oder Kunststoffe.
das nutzt dir natürlich jetzt nicht mehr viel. Sag dem Kunden ganz klar das er ein Naturprodukt gekauft hat mit einem individuellen Charakter - und dazu gehört auch die Veränderung bei Wettereinfluß - und hier sehr stark die Nässe. Ansonsten mußt du ihn gleich fragen warum er nicht Plastikdielen gekauft hat ( meine ich natürlich nicht ernst ).
Die Stellen kannst du nur so weit es geht nacharbeiten.Vielleicht hast du den Senker zu schräg gehalten - ich glaube bei einem scharfen Senker und gerade Versenkt müßte das aber eigentlich gut gehen.Aufpassen das relativ genau gesenkt ist - wenn der Schraubenkopf zu sehr drückt kann es natürlich auch zum Aufstellen kommen. Zu sehr versenken würde ich aber auch nicht - das ändert ja nichts an der Tatsache und sieht auch bescheiden aus.
 

Udo Schmitz

ww-pappel
Registriert
5. Juni 2009
Beiträge
5
Ort
Düsseldorf
Hallo zusammen,

ich war dann heute beim Kunden. Er war dann doch nicht so mies drauf, wie ich nach seiner Mail befürchtet hatte.:emoji_slight_smile:

Nach einer sachlichen Unterhaltung und einer freundlichen Entschuldigung meinerseits, war er einsichtig, das er sich für ein natürliches Produkt mit gewissen Nachteilen entschieden hat.

Diesbezüglich werde ich auf jeden Fall demnächst im Angebot auf dieses Problem hinweisen.

Was das Problem mit der Splitterbildung betrifft, habe ich noch mal versch. Tests gemacht.

Das beste Ergebnis bekam ich tatsächlich mit einem Senker mit mehreren Schneiden (ähnl. Wie im Link von WinfriedM). Die paar Splitter, die sich dann noch bildeten, wären im Bereich des erträglichen.
Hat zwar zur Folge, das man etwas länger braucht, aber ich denke der Aufwand lohnt sich.

Danke jedenfalls für eure Kommentare und weiterhin frohes Schaffen.


Gruß Udo Schmitz
 
Oben Unten