Spaltkeil und Sicherheit bei alten Kreissägen

Milchkanne

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Hallo zusammen,
wie ist eure Meinung zum Thema Spaltkeil bei alten Kreissägen, z.B. Ulmia oder Frommia.

Bei beiden Fabrikaten kommt diese Halterung zum Einsatz:

IMG_6153.jpeg


In das Loch in der Mitte kommt eine Schraube rein. Damit wird der Keil relativ gut mittels Kraftschluss gehalten. Der Schlitz des Spaltkeils wird zudem durch die gelb markierte Konstruktion geführt. Diese Konstruktion hat eine Dicke von etwa 10 mm.

So, heißt das jetzt ich brauche einen Spaltkeil mit 10 mm Schlitz/Nut? Oder reicht die Kraftschlüssige Klemmung?

Wie bewertet ihr diese Befestigung mit Spaltkeil mit 13 mm Nut?

IMG_7297.png

Keile mit 10 mm Nut sind extrem selten. Und sorgt das dann wirklich dafür, dass der Keil nicht ins Sägeblatt rutschen kann, falls sich die Schraube löst??
Hintergrund: Die Spaltkeilhalterung lässt sich bei geöffneter Schraube ca. 20 Grad drehen mit Drehpunkt Schraubenmitte. So würde doch auch ein Keil mit 10mm Nut bei gelöster Schraube ins Blatt kippen??

Danke für die Teilnahme an der Diskussion…
 

brubu

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Hallo
Kenne diese Halterung nicht aber bei uns sind alle Spaltkeile nur mit 2 Schrauben geklemmt. Spaltkeile müssen gehärtet sein damit die Sägezähne im Extremfall nicht angreifen können. Wenn die Schraube genug spannt sollte sich der Spaltkeil nicht verdrehen können, kannst als Versuch im Stillstand von hinten mit einem Stück Holz draufklopfen.

An der Halterung ein zusätzliches Teil montierten damit der Standardspaltkeil besser passt geht nicht?
 

Milchkanne

ww-kastanie
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Der Spaltkeil passt super und hält auch bombenfest. Einzig könnte er sich im Extremfall durch Vibrationen lockern.
Auf Bild 2 sieht man das die Nut etwa 3 mm Spiel hat. Falls er sich lockert, könnte er ins Sägeblatt geraten.

Mich würde lediglich interessieren, ob ein Keil mit 10 mm Nut/Schlitz tatsächlich sicherer wäre bzw. dieses oben erwähnte Spiel irgendeinen Unterschied macht?!
 

Johannes

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Hallo,
ich vermute, das sich die Bestimmungen irgendwann geändert haben. Früher mußten bei größeren Sägen die Spaltkeile so gestaltet sein, dass sie bei Kontakt mit dem Sägeblatt nich aus der Halterung gezogen werden konnten. Zu diesem Zweck war bei einigen Spaltkeilen die Nut am unteren Ende geschlossen und eine seitliche Öffnung wurde zu Demontage genutzt. Ich kenne auch Spaltkeile die am unteren Ende eine Stahlniete haben um ein rausrutschen zu verhindern. Dies wäre in meinen Augen sicherer als die schmallere Nut.

Es grüßt Johannes
 

hainwerker

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Also mein Spaltkeil hat auch dieses spiel. Ich klemme ihn quasi immer so schräg ein, dass er den maximalen Weg in Richtung Sägeblatt schon gemacht hat. So könnte er sich wenn er sich löst also höchstens vom Sägeblatt weg bewegen. Und das ja auch nicht viel.
 

Milchkanne

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Also mein Spaltkeil hat auch dieses spiel. Ich klemme ihn quasi immer so schräg ein, dass er den maximalen Weg in Richtung Sägeblatt schon gemacht hat. So könnte er sich wenn er sich löst also höchstens vom Sägeblatt weg bewegen. Und das ja auch nicht viel.
Ja, so mache ich das auch aber wenn ich testweise die Klemmung löse, rutscht er trotzdem ins Sägeblatt. Einfach auch weil die Halterung diese Drehmöglichkeit hat.

Offenbar hat es früher gereicht, wenn der Spaltkeil einfach fest angezogen wird. Noch ältere Maschinen, z. B. Ulmia 1619 aus den 50erm, haben ja einfach eine gerade Nut/Schlitz, da fällt er zwangsläufig nach unten ins Blatt falls die Klemmung sich löst.
 

brubu

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Ja, so mache ich das auch aber wenn ich testweise die Klemmung löse, rutscht er trotzdem ins Sägeblatt. Einfach auch weil die Halterung diese Drehmöglichkeit hat.
Den hält man nicht einfach so in der Luft, ein Brettchen hochkant längs an Keil und Sägeblatt legen, mit der einen Hand Keil und Brettchen zusammenpressen. Am Brettchen wird Oberkante Sägeblatt angerissen und 2mm unter dem Riss Oberkante Spaltkeil eingestellt.
Dann den Keil gut klemmen und fertig.
 

Milchkanne

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Den hält man nicht einfach so in der Luft, ein Brettchen hochkant längs an Keil und Sägeblatt legen, mit der einen Hand Keil und Brettchen zusammenpressen. Am Brettchen wird Oberkante Sägeblatt angerissen und 2mm unter dem Riss Oberkante Spaltkeil eingestellt.
Dann den Keil gut klemmen und fertig.
Wie man den Spaltkeil einstellt dürfte den meisten klar sein. Es geht doch drum, ob der Keil ins Sägeblatt fallen kannn, wenn die Schraube sich lockert.
 

Micha83

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Verstehe auch nicht, warum sich das lockern soll.
Ist mir in 25 Jahren noch nicht unter gekommen.
Mit Verstand den Spaltkeil festziehen und die für mich obligatorische Probedrehung am Sägeblatt, ob es frei läuft. Mehr nicht. Du kontrolliest doch beim Auto auch nicht vor jeder Fahrt ob die Radschrauben fest sind. nach dem Radwechsel noch einmal kontrollieren und fertsch.
 

magmog

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Guuden,

wenn von „gut anziehen oder fest anziehen" geschrieben wird, muss ich immer an die vielen abgerissen Schrauben denken und an völlig vernudelte Schraubenköpfe, wie auch an aufgeschlagene Hände vom Abrutschen.
Das bringt nichts, jeder an Maschinen schraubende muss sich mit den richtigen Anzugsmomenten auseinandersetzen!

Die Spaltkeile haben in Kombination mit den Maschinen seit langem eine genormte Zwangsführung. So ist das Einstellen eine Angelegenheit von Sekunden und eine Kollision mit dem Sägeblatt ist bei richtiger Befestigung ausgeschlossen.
Meine Empfehlung: einen passenden Spaltkeil beschaffen und das Paar Spaltkeil und Halterung auf Zwangsführung anpassen.

Spaltkeile mit angebauter Spanhaube müssen mit einer Sicherung gegen Herausschleudern aus der Maschine bei Kontakt mit dem Sägeblatt gesichert sein.
Sonst könnte es zur Spaltung des Schädels führen, womit dem Namen der Schutzeinrichtung sehr unschön entsprochen würde.

Spaß beiseite, deshalb sind Spaltkeile mit einem Fanghaken am Ende ihres Schlitzes versehen oder mit Nieten an gleicher Stelle.
Aus Unkenntnis wurden diese Niete häufig entfernt, sollten aber auf alle Fälle wieder angebracht werden.
 

Kerstenk

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Spaß beiseite, deshalb sind Spaltkeile mit einem Fanghaken am Ende ihres Schlitzes versehen oder mit Nieten an gleicher Stelle.
Aus Unkenntnis wurden diese Niete häufig entfernt, sollten aber auf alle Fälle wieder angebracht werden.
diese unsäglichen Nieten braucht es nur, damit der Spaltkeil nicht entnommen werden kann, mehr nicht. Ein loser Spaltkeil richtet so schon erheblichen Schaden an, rausfliegen wird er mit Sicherheit nicht. Ich habe auch noch keine neuere Säge gesehen, wo der noch drinnen ist. Er hat oft zur Folge, dass die Montage so blöd ist, dass der Spaltkeil nicht gewechselt wird, wenn es einen anderen braucht, weil er nicht zum verwendeten Sägeblatt passt.
 

Milchkanne

ww-kastanie
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Aus den bisherigen Antworten folgere ich, dass es egal ist, welche Nutbreite der Keil hat, solange er gut angezogen und mit richtigen Abständen eingestellt ist.

Sehe ich ehrlichgesagt ähnlich, bin nur verwundert, warum in manchen langen Fäden hier der Nachbau/Lasern von Spaltkeilen alter Maschinen diskutiert wird, nur weil die Nutbreite nicht übereinstimmt?!
 

brubu

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So wie ich die SUVA Spaltkeile kenne sind die unten alle offen. Einen mit abgeschnittenem Haken ist Original Altendorf. Mehr braucht es wirklich nicht, allerdings haben wir die alte SUVA Halterung mit 2 Schrauben. Spaltkeile müssen gehärtet sein, dann gibt es nur Funken wenn sie schlimmstenfalls das Sägeblatt berühren würden.

In der Lehrzeit durfte ich mit einer ELU TGS Erfahrungen sammeln mit einem weichen, ungehärteten ELU Spaltkeil. In Kippstellung war die Schnitttiefenbegrenzung nicht in die richtige Stellung gedreht. Der Spaltkeil stand am Sägetisch an, wurde vom Blatt erfasst, ein Stück herausgerissen und das Blech des Maschinentischs verbeult. Zum Glück war der Lehrmeister unterwegs, also die Maschine demontiert, passende Zulagen gemacht, den Tisch in der Presse gerichtet und teilweise zurecht gedengelt. Maschine zusammengebaut und niemand wusste davon.
 

magmog

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diese unsäglichen Nieten braucht es nur, damit der Spaltkeil nicht entnommen werden kann, mehr nicht. Ein loser Spaltkeil richtet so schon erheblichen Schaden an, rausfliegen wird er mit Sicherheit nicht. Ich habe auch noch keine neuere Säge gesehen, wo der noch drinnen ist. Er hat oft zur Folge, dass die Montage so blöd ist, dass der Spaltkeil nicht gewechselt wird, wenn es einen anderen braucht, weil er nicht zum verwendeten s


Gemeint sind Spaltkeile mit angebauter Spanhaube die gegen Wegfliegen gesichert sein müssen. Der BG sind solche Vorfälle bekannt.

Spaltkeile mit angebauter Spanhaube müssen mit einer Sicherung gegen Herausschleudern aus der Maschine bei Kontakt mit dem Sägeblatt gesichert sein.
Sonst könnte es zur Spaltung des Schädels führen, womit dem Namen der Schutzeinrichtung sehr unschön entsprochen würde.

Spaß beiseite, deshalb sind DIESE Spaltkeile mit einem Fanghaken am Ende ihres Schlitzes versehen oder mit Nieten an gleicher Stelle.
Aus Unkenntnis wurden diese Niete häufig entfernt, sollten aber auf alle Fälle wieder angebracht werden.
 

Kerstenk

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Aus Unkenntnis wurden diese Niete häufig entfernt, sollten aber auf alle Fälle wieder angebracht werden.
wahrscheinlich wird aus Unkenntnis heute überhaupt nicht mehr so ein Unfug eingebaut. An meinen Rädern, am Auto, sind auch keine Fangseile, damit ich sie nicht verlieren kann, obwohl viele Räder wegfliegen, weil die Radmuttern lose waren. Man kann also auch beim Spaltkeil, wie beim Auto auch, voraussetzen das mit einer gewissen Sorgfalt darauf geachtet wird, das Schrauben richtig angezogen werden.
Ich habe mir die Mühe gemacht bei der BG über Spaltkeile nachzulesen. Man findet aber nichts über solche eine Sicherung, das diese vorgeschrieben ist, nicht mal Bilder wo so was zu sehen ist. Macht auch wenig Sinn, es steht nur für Umständliches wechseln des Spaltkeiles, wenn der es erforderlich macht, bei einem Wechsel des Blattes, verführt dazu den falschen drinnen zu lassen.
 
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