Sinnhaftigkeit Bohlen gegen Leimholz

dsdommi

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Moin
Ich mache mir gerade Gedanken über mein nächstes Projekt.
Dafür benötige ich 2 Platten 800x600x 26mm
Nun habe ich die Möglichkeit mir Bohlen zu besorgen und die Platten selbst herzustellen oder fertige Leimholz Platten mit durchgehender Lamelle in A/B Qualität.
Die fertige Platte in 1000x1210 würde mich 200Euro kosten. Da würde ich beide Platten draus bekommen.
Nun frage ich mich was müsste ich an Bohlen ca. ausgeben um die Platten selbst herzustellen?
Mal abgesehen vom Spaß kann sich das doch nicht lohnen oder?
Ach ja. Als Holz Esche oder Ahorn.
Was meint ihr?
Lohnt sich das wirklich sowas selbst zu verleimen?
Wäre für eine Einschätzung dankbar da ich die Bohlen Preise nicht kenne.
Edit : Was bedeutet denn A/B Qualität?
Danke
Gruß dsdommi
 

wirdelprumpft

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kommt darauf an - ob feste Lamellenbreite oder variabel - Lamellenbreite an sich
dann auf die Rohware - gibt es eine passende Länge z.b. 3500 mm mit wenig Verschnitt bzw. passende Breite der Diel - stärke der Rohware
so Faktor 1,5 Verschnitt bei Ahorn - Esche - sofern kein Kern drin ist bei Esche obwohl das optisch auch ganz nett sein kann mit dem braunkern
Preis für Bohlen ca. 1400 -1600 Euro der m³ - mit Glück liegt einer beim Händler rum der 3500/400/35 mm hat dann würde einer wohl reichen
also 3,5x0,4x0,035x1600=78,40 Material + Zeit ca. 3 - 4 Stunden bis die Platten fertig sind oder länger je nach Ausstattung
A/B ist normale gute Leimholzqualität - meist ist eine Plattenseite gerinfügig schlechter -
 

bberlin

ww-buche
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Hi,

bin zwar kein Profi, ich versuche mich aber dennoch daran.

800x600x26. Das ganze 2x, das sind ca. 0,025 m3. Nicht besäumt würde ich grob Faktor 2 rechnen, d.h. 0.05 m3. Bei mir in Berlin kostet Esche 1.800 brutto, Ahorn etwas mehr. Damit kommst Du auf Materialkosten von 80-100 Euro. Musst selbst entscheiden, ob sich für 100Euro den Aufwand lohnt, wenn die Platten nicht etwas besonderes sein sollen und es z.B. auf eine besonders schöne Maserung ankommt..

A/B = Möbelqualität (A-Seite: fehlerfrei; B-Seite: holztypische Fehler erlaubt)

Grüße
Bernd
 

dsdommi

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Guuden,

ein Gesichtspunkt ist, möchtest Du Streifenhörnchenplatten haben
oder welch die die Schönheit des natürlichen Holzbildes zeigen,
also mit klassisch handwerklicher Anmutung.
Schön soll es werden :emoji_joy:
Also Faktor 2 oder mehr um ein schönes Bild zusammenzustellen?
 

wirdelprumpft

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Schön soll es werden :emoji_joy:
Also Faktor 2 oder mehr um ein schönes Bild zusammenzustellen?
nicht unbedingt Faktor 2 - Brett mit stehenden Jahresringen raussuchen - dann ist es relativ gleichmäßig - bei liegenden wird das schwieriger je nach dem ob man ruhig oder wild Optik haben möchte sollte man seine Holzauswahl treffen - sofern der Händler überhaupt ne große Auswahl hat das hat die letzten Jahre extrem nachgelassen - meist nur noch eine Länge und mit Glück 2-3 Stärken....
 

dsdommi

ww-robinie
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Das ist es ja immer.
Der Händler gibt mir nicht die guten Stücke. Die will er natürlich an die Schreiner verkaufen. Und erkennen konnte ich auch nicht wie es nach dem Hobeln aussieht. Zumindest war das bei Wallnuss und Akazie so
 

wirdelprumpft

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Das ist es ja immer.
Der Händler gibt mir nicht die guten Stücke. Die will er natürlich an die Schreiner verkaufen. Und erkennen konnte ich auch nicht wie es nach dem Hobeln aussieht. Zumindest war das bei Wallnuss und Akazie so
Die haben ein Stapel der mit dem Stapler raus geholt wird und gut - ob da ein Privatkunde steht ist dem vermutlich recht egal
auch als Schreiner kann man Pech haben (wenn der Stapel schon durchsortiert ist von Vorgängern) muss man halt das verfügbare nehmen
die machen wegen ein oder 2 Bohlen keine neue Stapel auf - oft sind die ja Stammweise sortiert - und werden auch so Verkauft
bei deinen kurzen längen könntest du auch Fragen ob er dir für die schlechten Bohlen einen besseren m³ Preis macht die sind meist froh wenn sie das weghaben -
wie das nach dem Hobeln aussieht ist schwierig zu beurteilen feine Risse und andere leichte Holzfehler sieht man meist nicht auf dem Holzplatz da liegen auch Profis hin und wieder daneben.
 

PrimaNoctis

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Hallo Dommi,

die Frage ist genau, was Justus schreibt: Sind es irgendwelche Fachböden für einen Schrank, die man nachher sowieso nicht sieht, oder sind es Ansetzplatten für den hochwertigen Esstisch? Eine richtig hochwertige, homogene Optik bekommst du i.d.R. nur durch Selbstverleimen.

Esche sollte brutto bei irgendwo 1100-1200€ / m³ und Ahorn bei 1600€ / m³ liegen. Bei deinen Mengen spielt das kaum eine Rolle.
Ergo bin ich bei Esche bei 50€ Holz mit 1,7 Verschnittfaktor. Musst du jetzt die Zeit rechnen mit 60€, musst du da schon recht flott sein inkl. verputzen ohne Bandschleifmaschine, aber das musst du ja gar nicht. Verleimt hast du das in einem halben Tag, wenn alles eingerichtet ist.

Ich hänge dir mal 2 60x90cm Leimholzplatten an, die ich aus vorhandener Eiche gemacht habe. Da das Holz aus zwei Bäumen kam, habe ich eine mit liegenden und eine mit stehenden Ringen gemacht. Optik ist unterschiedlich, fertig sah beides gut aus.

Bei meinem Händler kauf ich übrigens von oben oder unten runter aus dem Stamm. Da wird nicht rausgefischt. Ist auch voll ok so. Der schlägt bei Privatleuten einfach knackig auf, kann mir auch gut denken wieso.
 

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Johannes

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Hallo,
falls eas die Geduld zuläßt, kannst du dir das Holz ja auch bei Justus bestellen und eventuell dort am 28. direkt fieletieren.

Es grüßt Johannes
 

dsdommi

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:emoji_sunglasses:
Das war so der Hintergedanke
Aber zum Aussuchen von Holz beim Händler.
Bei der Akazie war es ihm wurscht. Aber als ich mir ein schönes Wurzelholz ausgesucht habe hat er gestreikt. Ok. War der Chef persönlich der mir mit dem Stapler alles hin und her gefahren hat. Vielleicht wäre es bei einem Angestellten anders.
 

dsdommi

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Nun nochmal für mich.
In der Regel sind also leimholz Platten recht langweilig zusammengeleimt.
Und das verstehe ich nicht so ganz.
Was machen die denn anders?
 

Johannes

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Nun nochmal für mich.
In der Regel sind also leimholz Platten recht langweilig zusammengeleimt.
Und das verstehe ich nicht so ganz.
Was machen die denn anders?
Hallo,
das ist ganz einfach, bei der industriellen Produktion wird auf Wirtschaftlichkeit geachtet. Also wird das Holz in gleichbreite Streifen geschnitten, damit es superschnell durch den Leimautomaten schießt und ruckzuck zu einer Platte verleimt wird. Da ist keine Zeit und kein Interesse daran da noch was zu sortieren. Meist werden dann fehlerhafte Leisten automatisch aussortiert und zu den längsgestossen Platten verarbeitet.

Es grüßt Johannes
 

PrimaNoctis

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Nun nochmal für mich.
In der Regel sind also leimholz Platten recht langweilig zusammengeleimt.
Und das verstehe ich nicht so ganz.
Was machen die denn anders?
Das ist vollautomatische Fertigung in der Industrie, da kommt Holz aus verschiedenen Bäumen an und wird nicht nach Verleimregeln und z. T. nicht nach Optik sortiert. Handwerklich achtet man auf mehrere Aspekte, die zwar bei einer Platte nicht unglaublich ins Gewicht fallen (hängt auch von der Übung ab), aber bei großen Mengen eben schon.

Ich erinnere mich an diese Platte. Die war zwar handwerklich gemacht (offenbar), aber eben sehr wild zusammengestückelt was das Holzbild angeht. Guck dir die Bilder an, du merkst sicher, was ich meine.

Dass der Händler die Sahnestücke ungern für günstig Geld abgibt bzw. bei Privaten ungerne für eine Bohle ewig rumgucken lässt, ist verständlich. Wenn du ganz genau weißt, was du brauchst und nicht lang rummachst, dem Lageristen ggf. mal Trinkgeld gibst, dann läuft das sicher auch gut.

Akazie ist es vermutlich nicht, was er da hat. Du meinst Robinie? Oder ist Akazie wieder ein Platzhalter für ziemlich jedes beliebige, billige Tropenholz? :emoji_grin:
 

dsdommi

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Jepp. Es war am Ende wohl robinie.
Ich denke ich verstehe was ihr meint und mach einfach mal mit Bohle.
Danke
 
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