Silo schaufeln - Welche Maske?

azubi345

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Hallöchen ,

ich bin Azubi bei einer Tischlerei - ich muss dort 1-2mal täglich ins Silo hoch und mit einer Schaufel die Späne in die Mitte Richtung „Schnecke“ schaufeln.

Ob ihrs mir glaubt oder nicht haha - das staubt extrem!!!!!!! nach ein paar hüben sieht man nichts mehr. Aber damit kann ich noch leben. (Ziehe eben meine Brille ab weil bringt ja eh nichts).

Mein Problem ist folgendes: wir bekommen ffp2 Masken aber ich habe das Gefühl die Reichen nicht aus - der Staub kommt überall rein.

Hat jemand hiermit Erfahrung? Lg Jonas
 

SebastianThiel

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Dräger X-plore 3300 Handwerkerset mit P3 Partikelfilter – Halbmaske für Handwerker, zuverlässiger Schutz gegen Feinstaub, Partikel & Schimmel


Zum Beispiel.

Ja, es ist Aufgabe vom Arbeitgeber und wenn da nichts kommt, muss man sich überlegen, was man macht.
 

WinfriedM

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FFP2 reicht völlig aus, aber die meisten tragen dies Einweg-FFP2 so, dass es überall an der Maske vorbeizieht. Viele billige FFP2 Masken bekommt man gar nicht erst dicht, weil sie schlecht konstruiert sind. Kommt auch noch drauf an, dass die indiduell gut passt, muss man ausprobieren.

Ein paar Masken, die recht gut sind:
* Dräger X-Plore 1720
* Dräger X-Plore 1920 (mein Favorit)
* 3M Aura (wenn Kopf nicht zu groß)
* 3M VFlex (recht universell, passt auf viele Köpfe, sieht etwas komisch aus)
* Moldex 2405 oder ähnliche dieser Bauart

Wichtig ist vor allem der Nasenbereich, dass die Maske dort dicht schließt. Dazu muss bei den meisten Masken das eingebaute Blech gut passend gebogen werden.

Statt Einweg kannst natürlich auch eine Dauermaske verwenden. Auch da ist Dräger und 3M führend.
 

mj5

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Moin!

Ich bin auch fuer eine richtige Halbmaske. Ich finde die lassen sich besser einstellen, sitzen verlaesslicher und sind vielseitger.
Zum Spaene schippen einen Feinstaubfilter plus Vorfilter einbauen, zum Lackieren und soweiter dann den Loesemittelfilter. 3M bzw. einen Vorgaenger hatte ich und war sehr zufrieden. Irgendwie habe ich auch Zweifel, dass eine Vliesmaske das dauernde Auf- und Absetzen lange mit macht.

A propos "dauernd":
2x am Tag schaufeln gehen klingt fuer mich nach einer aelteren Anlage. Mit moderneren Systemen habe ich so etwas noch nicht erlebt.
Wenn Du @azubi345 am (oder gar im :emoji_astonished:) Silo arbeitest, dann stell sicher das die Anlage abgeschaltet ist und gegen unbefugtes Einschalten gesichert ist!
 

Alceste

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Ich bin dagegen, dass du als Tischlerazubi das überhaupt machst! Arbeiten im Silo sind gefährlich! Neben der massiven Staubexposition (Holzstaub ist ein Gefahrenstoff), selbst mit FFP Maske (ganz gleich welche - du siehst vor lauter Staub nichts mehr wtf), ist da zum Beispiel auch noch das Risiko verschüttet zu werden!

Sofern du unter 18 bist unterliegst du erstmal § 22 Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) – Gefährliche Arbeiten. Und da steht:

„Jugendliche dürfen nicht beschäftigt werden mit Arbeiten, bei denen sie schädlichen Einwirkungen von Gefahrstoffen im Sinne der Gefahrstoffverordnung ausgesetzt sind.“ ( https://www.gesetze-im-internet.de/jarbschg/__22.html )

Aber selbst wenn du über 18 bist gilt immer noch laut § 14 Berufsbildungsgesetz (BBiG) – Fürsorge- und Schutzpflicht:

„Ausbildende haben dafür zu sorgen, dass Auszubildende charakterlich, körperlich und gesundheitlich nicht gefährdet werden.“

( https://www.gesetze-im-internet.de/bbig_2005/__14.html )

Außerdem besagt § 14 Abs. 1 Nr. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG):

„Auszubildende dürfen nur mit Tätigkeiten beschäftigt werden, die dem Ausbildungszweck dienen.“

Ich sehe da keinen Ausbildungszweck, außer vielleicht dass der Auszubildende lernt, dass er das nicht machen sollte! Ich würde mich an deiner Stelle da schnellstens entweder an die Handwerkskammer, die BG oder zumindest einen vertrauensvollen Lehrer/in wenden.
Das ist IMO unterste Kanone von deinem Betrieb und dieser Praxis ein Ende zu setzen ist nicht nur eine Pflicht gegenüber dir selbst, sonder auch jenen, die dir als Azubi folgen werden, sowie deinen Kollegen (was meinst du wer da seinen Job verlieren wird, wenn in ein paar Jahren rauskäme, dass du von dem Scheiß bleibende Schäden erlitten hast und die BG sich die Behandlungskosten vom Betrieb erstatten lässt; wenn du nicht gerade bei IKEA arbeitest, gehen die 100% pleite).
 

mj5

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Hi!

Dem @azubi345 helfen weder Aufregung und Empoerung noch bundesdeutsche Gesetze in seinem Lehrbetrieb in Oesterreich. :emoji_wink:
Aber ich gebe Nicolas dahin gehend Recht: Arbeitssicherheit und zulaessiges Vorgehen ist bei solchen Aufgaben ist ungeheuer wichtig.
"Mal eben schnell schippen gehen" kann hoechst gefährlich sein.
 

yoghurt

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Für die Arbeitssicherheit ist dein Chef verantwortlich. Sprich mit ihm über deine Probleme, lass dir ggf. eine Einweisung bez. Dauermaske etc. geben. Der Umgang mit Stäuben ist nicht ohne!
Gruß Andi

Möchte ich so unterstreichen.

Ich kann den Zusammenhang nicht beweisen - es mag ihn tatsächlich nicht geben, ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, dass ich nicht viel Spaß an meinem Asthma habe und mit Stäuben zu Beginn meiner Tischler-Karriere noch nicht sehr achtsam umgegangen wurde. (Und damals noch in einem Umfang in geschlossenen Räumen in Gegenwart von Kindern und anderen Nichtrauchern geraucht wurde - das kann man sich kaum noch vorstellen!)

Nachtrag:
Wenn hinterher jemand erkrankt, verliert deswegen niemand seinem Job und es gehen keine Firmen bankrott. Der Nachweis einer einzigen einzelnen Ursache dürfte so kompliziert werden, dass alles im Sande verläuft.
 
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Kerstenk

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Eine P2 Maske ist nur für grobe Stäube, es braucht eine P3. Ich habe eine Halbmaske von 3M und P3 und P2 Filter, die P2 sind nicht ausreichend, man merkt den Unterschied, nicht sofort, aber nach einer gewissen Zeit.

Edit Fehler bei den Filterklassen korrigiert
 
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wirdelprumpft

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Ok, Silo ist leer, Späne kommen nicht mehr zur Schnecke, die vermutlich an die Heizanlage geht.
Problemlösung: Lehrling schaufelt......
Da stellt sich mir die Frage ob man das nicht anders lösen kann z.b. durch einbau einer schrägen ebene die zur Schnecke führt
oder oben einen Trichter der dafür sorgt das die Späne auf der Schnecke landen.
evtl. könnte der Lehrling auch mal schauen ob er seine Technik beim Schaufel (mit Halbmaske) verbessern kann z.b. eher schieben statt werfen
 

syntetic

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Eine P3 Maske ist nur für grobe Stäube, es braucht eine P2. Ich habe eine Halbmaske von 3M und P3 und P2 Filter, die P3 sind nicht ausreichend, man merkt den Unterschied, nicht sofort, aber nach einer gewissen Zeit.
Ist das nicht genau umgekehrt? P3 filtert doch mehr als P2.

Ich war mit den einfachen Masken auch immer unzufrieden (Bartträger) und habe mir dann eine Dräger Halbmaske mit Bajonett-Filtern geholt, das funktioniert trotz Bart sehr gut.
 

Alceste

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Nachtrag:
Wenn hinterher jemand erkrankt, verliert deswegen niemand seinem Job und es gehen keine Firmen bankrott. Der Nachweis einer einzigen einzelnen Ursache dürfte so kompliziert werden, dass alles im Sande verläuft.

Soweit ich weiß, ist da ein Einzelnachweis nicht nötig - hier gehts nicht um Zivilrecht, sondern um Arbeitsrecht. Aber ich bin kein Experte. Was allerdings klar sein dürfte ist, dass die BG alles in ihrer Macht stehende tut um auf Behandlungs- und Rentenkosten nicht sitzen zu bleiben. Deswegen haben die auch so gute Kliniken. Ich nehme an deren Anwälte stehen den Ärzten in nichts nach (selbige gilt vermutlich auch für die Österreicher also die AUVA). Außerdem wird hier auch die Schärfe der Umstände ins Gewicht fallen: Der TE steht in einem Silo und kann vor lauter Staub nichts sehen. Allein die Aufnahme durch die Schleimhäute (z.B. Augen) dürfte gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen.
Ich rate auf davon das Gespräch mit dem Chef zu suchen: Entweder er weiß es nicht besser oder er macht es wider besseren Wissens. Beides bedeutet, dass ein entsprechendes Gespräch vermutlich nicht zielführend sein wird. Ich suche ja auch kein Gespräch mit dem Einbrecher, oder dem Schläger. Ich wende mich an die Polizei.
 

Werkzeugprofi

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Ich rate auf davon das Gespräch mit dem Chef zu suchen: Entweder er weiß es nicht besser oder er macht es wider besseren Wissens. Beides bedeutet, dass ein entsprechendes Gespräch vermutlich nicht zielführend sein wird. Ich suche ja auch kein Gespräch mit dem Einbrecher, oder dem Schläger. Ich wende mich an die Polizei.
Ähnliche Situationen hatte ich damals im Lehrbetrieb. Chef von Haus aus ein A.....och und als Lehrling beißt die Zähne zusammen und machst gute Mine zum bösen Spiel und diverse -auch gesundheitsschädliche- Blödheiten mit.

Drei Jahre nach mir hat ein Lehrling genug gehabt und ihm zu Recht das Arbeitsinspektorrat auf den Hals gehetzt. Kurz darauf war die Bude dauerhaft geschlossen.

Vom heutigen Standpunkt aus gesehen hätte ich das schon machen sollen. Wäre absolut legitim gewesen. Um die Bude war es nicht schade...
 

willyy

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Du bist noch eine Weile in dem Betrieb? Oder bald fertig ?
Falls noch länger beschäftigt, würde ich nicht zuerst über eine übergeordnete Stelle auf den Chef einprügeln. Die Prügel kriegst Du 100 % in anderer Form zurück. Außer das geht 100 % anonym, aber wenn Du der Einzige bist, der schaufeln, darf, kommt auch ein Blinder drauf, wer ihn verpetzt hat.

Versuche mal so mit ihm zu reden, dass Dir das Probleme macht und dass "Du gehört hast, dass es Arbeitsschutz, Masken .... gibt und der Betrieb dafür zuständig ist."
Und je nachdem wie er reagiert, würde ich dann weiter handeln. Evtl. gibst ein schnelles Einsehen. Also hoffentlich.
Und wenn schon Maske, dann doch die Augen mit. Staub im Auge macht mir auch keinen Spaß .
 

MarcBerlin

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@azubi345, da hast Du ja was losgetreten!
Du solltest Dich übrigens mal kurz hier im Thread zurück melden - das wird gern gesehen. Wenn die Community so engagiert antwortet, mag sie es, wenn man zeigt, dass man die Antworten auch liest und versteht.

Nebst all dem Gesagten nur noch ein paar Hinweise von mir aus der Praxis. Ich hab in meiner Jugend auch EXTREM staubintensive Arbeiten gemacht. Meist mit FFP2 Masken - die reichen wirklich aus. Folgendes musste ich aber selbst herausfinden musste, weil es (fast) nirgends steht:

  • Nur Masken mit 2 Gummibändern könne nach meiner Erfahrung wirklich dicht sitzen: Das obere kommt schräg nach oben an den Hinterkopf, das 2. in den Nacken. Ich hab allein dabei schon gröbste Fehlanwendungen gesehen.
  • Nun den Nasenbügel anpassen. Der muss sich wirklich plastisch verformen lassen und seine Form auch halten. Da hab ich bei Blligmasken auch schon den größten Mist gesehen: Bügel die entweder viel zu weich sind oder aber zu elastisch und sich sich gleich wieder verstellen. Ohne einen gut angepassten Nasenbügel ist keine Staubmaske jemals dicht! Leider hängt der Erfolg auch sehr von der Nasenform ab; an manche Nase lässt sich der Bügel tatsächlich schwer anpassen.
  • Jetzt kommt der wichtige Dichtigkeitstest: Beide Hände auf die Maske legen, um sie weitestgehend abzudecken. Bei Masken mit Ventil, auch dieses abdecken. Nun kurz kräftig ein und ausatmen. Dann spürt man, ob der Druck gleichmäßig entweicht bzw beim einatmen, dass sich die Maske ans Gesicht zieht. Wenn die Maske irgenwie (meist eben am Nasenbügel) schlecht anliegt, nimmt man dort einen deutlichen Luftzug wahr. Ggfs. Bügel nochmals anpassen oder notfalls einräumen, dass die Maske eben nicht passt und nach einer anderen suchen. Trotz undichter Maske sich dem Staub auszusetzen ist keine Option! Es gibt auch keine "ein bisschen" dichte Maske, entweder ist sie dicht oder nicht.
  • Möglichst Masken mit Ventil nutzen. Das hat weniger mit Sicherheit zu tun, ist aber wesentlich angenehmer und hygienischer
  • Rasieren! Eine Staubmaske kann bei einem Bartträger schlicht keinen Schutz gewähren. Punkt. Ich hab schon manchen Bartträger, der sehr an seiner Gesichtsmatte hing, das Gegenteil behaupten gehört. Aber Physik gilt auch für Bartträger. Ich selbst neige bisweilen zum Nachlässigkeitsbart und musste immer feststellen, dass selbst Stoppeln die Effizienz der Staubmaske bereits stark herabsetzen.
 
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