Sicherheit an der Tischfräse: Fräsen am Anlaufring

isso

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Schablone oben halte ich halt wirklich nicht immer machbar oder so aufwendig, dass man eher die Bogenfräshaibe drauf macht.
Da reichen bei mir 6(?)mm vom Kniehebelspanner bis zur Werkstückkante.
@DZaech zeigt das ja auch!

https://youtube.com/shorts/VCy3yz7Zs0k?is=4vN35hK_dr6YkKEI

Im Link habe ich das einmal gefilmt. Das sind Glasleisten 20/20.

Merke: Bogenfräshaube ist beim Bogenfräsen, gerade für die Geschichten mit Spanner, richtig super!
 

Lorenzo

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Wie Ben sagt, Schablone oben ist schön, manchmal nicht möglich und oft ziemlich aufwändig.

Ich lieb ja den Schablonenbau. Und am liebsten ganz pragmatisch genau für die anstehende Aufgabe. In der Schreinerei liegen immer genug Reste rum, und auch zuhause hab ich Plattenreste die nur für den Schablonenbau da sind.

Im Idealfall ist die Schablone selbst der wichtigste Sicherheitsmechanismus. Siehe Aigner Spannlade. Da kann man die Frässchutz auch nicht bis aufs Werkstück absenken, und trotzdem ist das Ding sicher.
Um Stefans Schablone noch bisschen sicherer zu gestalten:
-Ein weiterer Kniehebelspanner am rechten Ende des Werkstücks.
-ein zweiter Handgriff für die linke Hand
-und was ich ganz gerne mach, ich schraub mir noch ein Brett vor die Handgriffe die Späne oder auch mal n Aststückchen abfangen. Außerdem hat man nen Stopp falls man abrutscht.

Hier mal ne bisschen aufwändigere Schablone. Vorgabe war: Tischbein, in zwei Richtungen um je 5° ausgestellt. Im Bereich der Zargen als vierkant, dann einsetzen und das Bein konisch rund machen. Maße waren komplett vorgegeben, also Abstand zur Oberkante ab dem das Bein rund sein soll. Querschnitt vom Vierkant, Durchmesser Rundung an der ersten Stelle an dem das Bein vollständig rund ist, und Durchmesser unten. Für die 1-Personen-Bedienung: Akkuschrauber um das Bein in seiner Aufnahme zu drehen. In der selben Lade wurde das Bein nach dem Fräsen gleich noch geschliffen. Schablone läuft an den Sicherheitslinialen.

Der Frässchutz kann sich da nur an der Schablone orientieren, der Fräser liegt also relativ offen wenn nicht gefräst wird. Da halten die Kollegen respektvoll Abstand und wenn sie was wollen winken sie im richtigen Moment.

Screenshot_20260530-090505.jpeg Screenshot_20260530-092125.png Screenshot_20260530-090705.png
 
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weissbuche

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Sehr schön, Vorrichtungsbau der besseren Art, eigentlich wie immer bei Lorenz. Solche runden Beine mache ich dann aber doch lieber auf der Drehbank.
 

Lorenzo

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Solche runden Beine mache ich dann aber doch lieber auf der Drehbank.
Nicht vorhanden! Es gab dann die Idee das extern machen zu lassen. Da war ich dagegen :emoji_wink:
Ging übrigens um 48 Beine, ich hab mal plus vier mit vorbereitet falls eines beim fräsen flotten geht, oder die Masse nicht paar hätten.

hast du einen speziellen Fräser genommen oder einfach einen Falzkopf
Nen Falzkopf

Ich hab paar verschiedene Varianten probiert wie man das schnell und sauber fräsen kann.
Anfangs ohne sich drehendes Bein den Großteil des Materials weg, dann mit Drehung. Kam mir Recht langsam vor...
Dann mit drehendem Bein, aber ohne die Schablone schon voll gehen den Anschlag zu drücken, quasi frei Hand geführt, was bei der schweren Vorrichtung kein Problem ist. Bisschen schneller aber irgendwie immer noch nicht so toll.
Die schnellste Variante war dann aber am Anschlag, der auf der Tischverbreiterung fixiert ist, und den Einsatzpunkt für die Fräsung vorgibt, ein schmales Stück Holz zwischenlegen, dann zügig durchschruppen, dann Hölzchen weg, alle Späne wegpusten und einen langsameren Schlichtgang.
Bei zu viel Vorschub gab es recht interessant aussehende Interferenzmuster. Sah mal aus wie Schlangenhaut, mal wie ne spiralförmige parallel verlaufende Wendelung.
Bei langsamem Vorschub war dann fast kein Relief mehr vorhanden, das war schnell weggeschliffen. Den Konus entlang mit Schleifpapier auf nem Brett um die Hochpunkte wegzubekommen. In der Rundung, an der Stelle an der eingesetzt wurde, einfach mit Schleifpapier in der Hand. Das Bein war dabei noch in der Schablone und würde von Akkuschrauber angetrieben.

Die Vorrichtung war in ner guten Stunde fertig, und ab dem 10. bis 15. Teil war dann der beste Kompromiss gefunden. Das erste beim hat so 35-40 Minuten gedauert bis es fertig für die Oberfläche war. Die schnellste Variante hat dann noch ne gute viertel Stunde gedauert.

Ach ja, einspannen vom Bein: in den aufrechten Holzklötzen in denen das Bein läuft waren Rohrstücke eingeklebt, die Beine wurden an den Stirnseiten per Lalo vorgebohrt durch die Metallhülsen kamen Sechskantkopf-Teilgewindeschrauben mit Beilagscheiben zum reduzieren der Reibung.
 
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Holz-Christian

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Servus, generell ist die Arbeit im Anfangspost eine „Fleißarbeit“.

Wenn ich eh schon säge,(hier mit Übermaß Vorsägen) kann ich auch gleich auf Fertigmaß sägen.
Nacharbeiten/ schleifen muss ich in beiden Fällen.
Zeit ist Geld, bezüglich der Frage wie das ein Profi macht.

Ansonsten:
Man kann die Arbeit mit Anlaufring machen, da es sich schlussendlich um eine gerade Kante handelt hätte ich vermutlich einfach mit Vorsatzbrett/ Leiste gearbeitet.
 

harald15w

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Wie Ben sagt, Schablone oben ist schön, manchmal nicht möglich und oft ziemlich aufwändig.

Ich lieb ja den Schablonenbau. Und am liebsten ganz pragmatisch genau für die anstehende Aufgabe. In der Schreinerei liegen immer genug Reste rum, und auch zuhause hab ich Plattenreste die nur für den Schablonenbau da sind.

Im Idealfall ist die Schablone selbst der wichtigste Sicherheitsmechanismus. Siehe Aigner Spannlade. Da kann man die Frässchutz auch nicht bis aufs Werkstück absenken, und trotzdem ist das Ding sicher.
Um Stefans Schablone noch bisschen sicherer zu gestalten:
-Ein weiterer Kniehebelspanner am rechten Ende des Werkstücks.
-ein zweiter Handgriff für die linke Hand
-und was ich ganz gerne mach, ich schraub mir noch ein Brett vor die Handgriffe die Späne oder auch mal n Aststückchen abfangen. Außerdem hat man nen Stopp falls man abrutscht.

Hier mal ne bisschen aufwändigere Schablone. Vorgabe war: Tischbein, in zwei Richtungen um je 5° ausgestellt. Im Bereich der Zargen als vierkant, dann einsetzen und das Bein konisch rund machen. Maße waren komplett vorgegeben, also Abstand zur Oberkante ab dem das Bein rund sein soll. Querschnitt vom Vierkant, Durchmesser Rundung an der ersten Stelle an dem das Bein vollständig rund ist, und Durchmesser unten. Für die 1-Personen-Bedienung: Akkuschrauber um das Bein in seiner Aufnahme zu drehen. In der selben Lade wurde das Bein nach dem Fräsen gleich noch geschliffen. Schablone läuft an den Sicherheitslinialen.

Der Frässchutz kann sich da nur an der Schablone orientieren, der Fräser liegt also relativ offen wenn nicht gefräst wird. Da halten die Kollegen respektvoll Abstand und wenn sie was wollen winken sie im richtigen Moment.

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Hallo, wäre bei der Herstellung der Rundung eine Drechselbank nicht ein besseres und vor allem sicheres Werkzeug?
 

Lorenzo

ww-robinie
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Hallo, wäre bei der Herstellung der Rundung eine Drechselbank nicht ein besseres und vor allem sicheres Werkzeug?
Ich kann nur aus der Sicht des Schreiners antworten, nicht aus der des Drechslers. Ich hab rudimentäre Erfahrung mit dem Drechseln, aber von Können kann keine Rede sein.

Ich kann sagen dass sich die Arbeit an der Fräse sicher angefühlt hat, es keinerlei Ausrisse gab und alle ca. 50 Beine exakt gleich geworden sind. Oberfläche perfekt.

Ich weiss dass es CNC Drehmaschinen gibt die die Wiederholgenauigkeit natürlich hätten. Wie sauber die Oberfläche damit wird kann ich nicht beurteilen
Ich bin mir auch sicher dass es Leute gibt die das von Hand evtl. mit Schablonen hinbekommen. Obs dann noch schneller ist?

Und zuletzt: Keine Drechselbank vorhanden!

P.S.:
Nicht vorhanden! Es gab dann die Idee das extern machen zu lassen. Da war ich dagegen :emoji_wink:
Ging übrigens um 48 Beine, ich hab mal plus vier mit vorbereitet falls eines beim fräsen flotten geht, oder die Masse nicht paar hätten.
Ich seh grad, der letzte Satz wurde bisschen von der Autokorrektur verstümmelt.
sollte heißen:
....falls eines beim fräsen flöten geht, oder die Maße nicht gepasst hätten.
 

weissbuche

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Ich habe die Hapfo AP7000 mit hydraulischer Abtastung, die braucht ca. 3-4 min. für so ein Bein. Ist aber alles Spekulatius, nackten Mann kannste nicht in die Tasche fassen, wenn keine Drehbank da ist, kannste keine Drehbank benutzen. Ich hätte an Lorenz Stelle genauso gehandelt. Der Ehrgeiz, so eine Schablone zu bauen und das ohne Drehbank hin zubekommen, hätte bei mir wahrscheinlich auch gesiegt. Auftrag erfüllt, er hat das gut gemacht, alles prima.
 
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