Schraubensicherung für Scheppach Hobelmaschine

WerkstattWilli

ww-pappel
Registriert
2. November 2025
Beiträge
12
Ort
Frankfurt
Hallo zusammen, ich hab ein kleines Problem mit meiner stationären Hobelmaschine (älterer Abricht- und Dickenhobel). Das Teil läuft an sich super, vibriert aber naturgemäß beim Arbeiten ziemlich ordentlich. Mir ist jetzt schon zum zweiten Mal aufgefallen, dass sich an der Abdeckung und im Bereich des Vorschubantriebs ein paar Befestigungsschrauben durch das Gezappel gelockert haben. Das ist mir auf Dauer einfach zu gefährlich, falls da mal ein Teil im Betrieb komplett flöten geht.

Ich habe von einem anderen Projekt hier zu Hause noch die Schraubensicherung von INBUS in mittelfest rumstehen. Jetzt bin ich mir aber unsicher, ob die mittelfeste Variante für die Vibrationen einer Messerwelle normalerweise aus reicht oder ich lieber direkt zu einer hochfesten Variante greifen sollte? Ich hab aber auch etwas Schiss, dass ich die Schrauben bei der hochfesten Sicherung nie wieder aufbekomme, ohne das Gehäuse mit dem Brenner zu bearbeiten, was ich wegen der Lager und Riemen ungern machen würde.

Hat hier jemand Erfahrung mit flüssiger Sicherung an Holzkraft- oder Scheppach-Maschinen und kann mir einen Tipp geben?

Beste Grüße, Willi
 

Martin45

ww-robinie
Registriert
10. März 2013
Beiträge
7.195
Ort
417xx
Zuletzt bearbeitet:

fried.chycken

ww-robinie
Registriert
11. März 2022
Beiträge
1.075
Ort
Dresden
Die selbstsichernden Muttern sind eher fürs Gefühl.
Da würde ich als Maschinenbauer doch widersprechen. Klar, die Nord-Lock Dinger sind gut, hab welche auf dem Schreibtisch liegen. Aber 98% der industriellen Anwendung sind mit selbstsichernden Muttern ausreichend abzudecken (was nicht heißt, dass man nicht eine Bedingung findet, in denen es nicht hält, siehe Video).
Wirklich wirkungslos sind nur die Federringe.
 

Martin45

ww-robinie
Registriert
10. März 2013
Beiträge
7.195
Ort
417xx
Da bin ich aber über deine Aussage doch sehr erstaunt. Gerade wenn du Maschinenbauer bist, müsstest du auf fachlicher Ebene wissen, dass die einzigen vernünftigen Schraubensicherungen, wo auch die Klemmkraft erhalten bleibt bestimmte Scheiben bzw. Schraubenköpfe (Nordlock, Schnorr) und Kunststoffsicherungsklebstoft (landläufig Loctite) sind.
Die restlichen derartigen Hilfsmittel sind eher bessere Verliersicherungen etc.
Auch im Video siehst du dass der Unterschied zwischen Federringen und den selbstsichernden keine Welt ist.

Edit:
Maschinenelemente I, Prof. Gold, RWTH Aachen, S. 143, 144 sagt:

Als losdrehhemmende Elemente:
- Verriegelungszähne,
- Oberflächenverfestigende Haftschrauben und
- Verkleben.


Verliersicherungen:
- Sechskantmutter mit Klemmteil, z.B. Din 982, 985
- Schrauben mit Kunststoffstreifen
- Kronenmutter und Drahtsicherungen
 
Zuletzt bearbeitet:

fried.chycken

ww-robinie
Registriert
11. März 2022
Beiträge
1.075
Ort
Dresden
Das Video hat halt keine Aussagekraft, das ist genau ein Vibrationsmuster. Natürlich würde ich als nordlock auch genau dieses Auswählen, um mein Produkt anzupreisen.

Und natürlich spielen die Einsatzbedingungen eine Rolle und unter den richtigen Bedingungen geht alles kaputt. Manchmal braucht man keine Schraubensicherung, manchmal wird geklebt und manchmal nimmt man Stop-Muttern. Mein Auto, mein Fahrrad und meine Kreissäge sind in jedem Fall noch zusammen, obwohl an keinem davon nordlock Scheiben verbaut sind...

Mir ist keine unabhängige Quelle bekannt, die die generelle untauglichkeit von Stop-Muttern beschreibt, in der Norm (ISO 7040) steht m. W. Auch nix drin, dass es Einschränkungen in der Vibrationsfestigkeit gäbe.
 

Martin45

ww-robinie
Registriert
10. März 2013
Beiträge
7.195
Ort
417xx
Auch wenn er von Nordlock gemacht wurde, so ist der Junkers Test ein üblicher, anerkannter Testaufbau für Vibrationstests.

Maschinenbau läuft ja i.d.R. andersrum. Es ist etwas für eine Anwendung freigegeben.
Die diskutierten Muttern erhöhen durch den Klemmteil das Reibmoment. Wie du aber ja selber sagst, macht da niemand (meiner Meinung nach aus gutem Grund) eine Aussage zur Vibrationsfestigkeit.

Henkel (Loctite) gibt für niedrigfeste Schraubensicherung hingegen explizit "Vibrationsbelastete Baugruppen" an und für mittelfeste und hochfeste Varianten hingegen explizit "sichert dauerhaft gegen Losdrehen durch Stoß und Vibration".

Um zur Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ab Mittelfest ist das Loctite also geeignet.
 

WoodyAlan

ww-robinie
Registriert
28. Februar 2016
Beiträge
7.136
Ort
Vilshofen
Ich nutze seit ner Ewigkeit eine HM0 Solo und das recht intensiv. Die einzige Schraube die sich in all den Jahren mal gelockert hat, war die zur Befestigung des Handrades. Da vibriert auch Nix.abgesetzte Hobelspäne an dercweite bleiben da auch im Betrieb liegen. Da stimmt was nicht und das solltest du zügig rausfinden!
 

willyy

ww-robinie
Registriert
19. Oktober 2020
Beiträge
3.359
Ort
Pfaffenhofen (Ilm)
jetzt ohne in die Schlaumeierei abdriften zu wollen, aber warum zählt eine selbstsichernde Mutter nicht als Sicherung zum lösen ?
Beide (Kleber und Mutter) arbeiten doch nach demselben Prinzip: die Reibung massiv erhöhen ?

Und ganz nebenbei: ich hab erst vor Kurzem eine Schraubensicherung weggeworfen, weil die nicht mehr fest geworden ist. Das Zeug kann scheinbar schlecht werden.
 

IngoS

ww-robinie
Registriert
5. Februar 2017
Beiträge
11.484
Ort
Ebstorf
Hallo,

neben der interessanten Diskussion über Schraubensicherungen wollen wir aber nicht vergessen, dass es unzählige Schraubverbindungen gibt, die auch ohne die genannten Schraubensicherungen zuverlässig halten, auch bei Schwingungen, wie z.B. Radmuttern, Radschrauben, oder Zylinderkopfschrauben.

Im hier vorliegenden Fall ist m. E. nicht die Schraubensicherung das Problem, sondern unzulässige Vibrationen der Maschine. Da hilft eine ausgeklügelte Schraubensicherung nicht, sondern eine Reparatur der Fehlerquelle.

Gruß

Ingo
 
Oben Unten