Säulenbohrmaschine: Bohrtiefe > Hub der Bohrmaschine

Kingstyler

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Bitte haut mich jetzt nicht....aber wie bohrt man eigentlich mit einer Säulenbohrmaschine ein Loch mit Tiefe>Hub der Bohrmaschine? Ich habe eine ELMAG Radialbohrmaschine vom Typ RKBM und habe keinen Plan, wie ich mit dem Ding ein 15cm Loch bohren soll, da sie ja nur einen Hub von 80mm hat. Auf YT habe ich ein Video gefunden, wo eine Möglichkeit gezeigt wird:


Allerdings habe ich mir jetzt gedacht ich frage erst einmal nach ob das so hinhauen kann, da bei meiner Bohrmaschine die Arretierungsschrauben für die Höhenverstellung der Säule auch gleichzeitig deren Drehung sperren und ich Angst habe, dass sich dadurch der Bohrer leicht umpositionieren, in dem Loch off-center gehen, sich verkanten und dadurch alles in die Luft fliegen könnte. Brauche ich dafür einen speziellen Bohrer oder gibt es eine möglichkeit nur die Höhenverstellung zu entsperren, ohne dabei die Rotation der senkrechten Säule zu entsperren?

Wie gehe ich also vor?
 

PrimaNoctis

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Bohr doch einfach deine 80mm rein. Rest mit demselben Bohrer und Akkuschrauber. Wenn der Bohrer nicht lang genug ist, brauchst du einen längeren.

Was genau hast du denn vor? Wie breit soll das Loch werden? Dünne, lange Bohrer gibt's z. B. aus dem Metallbereich für kleines Geld (Suchbegriffe z. B. "HSS G lange Bohrer".
 

Kingstyler

ww-ahorn
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Wollte das eigentlich mal generell wissen, da man sowas ja immer braucht, z.B.: beim Einbohren von Tablarträgern oder wenn man sich so ein Lacktrockenregal mit austauschbaren Rechen bauen will.

Den Trick mit der Handbohrmaschine hab ich früher als ich noch keine Säulenbohrmaschine hatte auch immer gemacht, aber mich hat die Methode in dem video fasziniert, da ich mir davon mehr Präzision verspreche, da man mit der Handbohrmaschine ja rein theoretisch den Rest des Lochs leicht schräg bohren kann.
 

PrimaNoctis

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Meine Tablare (11,1mm) bohre ich mit dem 11,5mm Holzbohrer und den Rest mit dem Akkuschrauber. Das passt alles gerade so zusammen, von der Bohrerlänge her. Meine Stationäre hat übrigens 120mm Hub.

Das schmale Teil im Video hätte ich mit dem Schraubstock gemacht, geht auch ohne Vorrichtung. Zwei Bilder hänge ich dir an. So kann man das natürlich mit einem langen Bohrer auch machen, wenn alles fixiert ist. Nur wozu?

Wenn du 80mm Führung in Hartholz hast, musst du schon mutwillig verkanten, um da irgendwas zu bewegen. Und schief bohren würde ich das auch nicht nennen, eher Maschine-quälen oder Bohrrand ausnudeln. :emoji_grin::emoji_stuck_out_tongue:
 

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Kingstyler

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120mm Hub klingt ja mal richtig heftig, was ist das für ein Modell bzw Hersteller?

Kann das sein, dass dabei auch der verwendete Bohrer eine Rolle spielt? Weil mir kommt vom Gefühl her vor, dass meine Bohrer von Alpen leicht konisch sind, sich also im Loch etwas neigen lassen.
 

PrimaNoctis

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Ich sehe gerade, die hat sogar 125mm Hub:
Quantum / Optimum B32
Eine Chinamaschine ohne viel Schnickschnack, reicht mir aber vollauf. In der Preisklasse würde ich keinen Schnickschnack (wie Radialbauform) wollen.

Ich hab ENT Duradrill Bohrer (gibt's heute auch mit anderem Aufdruck etwas günstiger), daher kann ich dazu nichts sagen. Ich würde die eher als solide Mittelklasse sehen. Halt doch mal den Messschieber dran, dann weißt du es. Klar, ein bisschen Spiel hast du immer, aber das wird doch sicher nicht dermaßen viel ausmachen, zumal mit 80mm (!!) Führung. Auch bei weniger wäre mir das egal, zumal bei Holz.
 

Kingstyler

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Also jetzt bin ich ja schon um einiges schlauer. Aktuell muss ich z.B.: ein Loch mit d=14mm und einer Tiefe von 150mm für einen Satz Tablarträger bohren. Nicht einmal so einfach da überhaupt nen Bohrer zu finden. Deine infos haben mir auf jeden fall um einiges weitergeholfen. Aber gibt es bezüglich der in dem Video gezeigten Technik noch irgendwelche sicherheitsteschnischen Aspekte die ich berücksichtigen muss oder könnte ich das einfach so durchziehen?

Mein Plan ist nämlich einfach mal beides auszuprobieren, die Präzision zu vergleichen und mich dann wieder zu melden.
 

PrimaNoctis

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Ich bin gleich zum Ende des Videos gesprungen, da ich mir schon gedacht habe, was er da macht. Wie gesagt, schmale Teile würde ich im Schraubstock machen und danach mit dem Akku-Schrab-Schrab weiter. Größere Teile würde ich mit 2 Schnellspannzwingen auf den Tisch spannen und dann von dort aus weiter mit... du weißt schon.

Wenn du Tablare hast, dann kommen die sicher nicht in die Stirnseite, oder? Was du vorhast, weiß ich nicht. Ich versuche immer eine einfache Lösung zu finden.
Ideen:
  • 80mm rein mittels Stationärmaschine
  • Rest mit Akkuschrauber
  • Tablar mit Flex kürzen, wenn Länge noch nicht passt / das Brett eh nur ca. 20cm Tiefe hat
    alternativ bzw. wenn ich das öfter mache
    14mm Metallbohrer in lang holen
Nur der Vollständigkeit: Ich hab z. B. nen Schlangenbohrer in 14mm da, der ist lang genug. Bedenke aber, dass der sich da ins Material selber reinzieht, also einfach mit Verstand und Vorsicht.

Wenn du das wie im Video machst, musst du gucken, dass alles fix ist. Bei meiner ist dieselbe Verriegelung für das Drehen und die Höhenverstellung des Tisches zuständig. Wenn es dir das Werkstück dreht bzw. hochzieht zur Pinole, wäre das potentiell gefährlich. Also mit mind. 2 Klemmen am Tisch fixieren und gucken, dass der Bohrer im Loch frei dreht, nachdem du ihn hochgekurbelt hast. Alles auf eigene Gefahr.
Aber nochmal: WENN dein Bohrer doch die Länge hat, dann bohr doch 80mm vor und den Rest handgeführt in der Bohrmaschine / Akkuschrauber (je nach Spannfutter). Das sollte doch kein Problem sein, oder hat der Bohrer auch einen 14mm Schaft zum Spannen?

Ich hab mal schnell deine Maschine gegooglet, die hat ja ein 16mm Bohrfutter (wie meine). Aber hast du allen Ernstes um die 3000€ für so ein Maschinchen hingelegt? :emoji_scream: Ich möchte dir die nicht madig reden, aber für das Geld stünde bei mir vorne dick Alzmetall drauf oder "notfalls" Ixion etc. (jeweils gebraucht versteht sich). Oder brauchtest du unbedingt die Radialfunktion in Verbindung mit der Höhe?
 

Kingstyler

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Ich wollte unbedingt die Radialfunktion, weil man das im Tischlerhandwerk extrem gut gebrauchen kann. Ich muss mal die Rechnung raussuchen, aber das Ding war früher nicht so teuer glaub ich. Außerdem ist der schwenkbare Rundausleger relativ cool, weil man damit auch schräge Bohrungen setzen kann ohne den Tisch neigen zu müssen. Hatte damals beim Händler auch zahlreiche modelle mit el. Drehzahlregelung zur Auswahl, aber da war mir dann wie gesagt die Radialfunktion einfach wichtiger, auch wenn ich jetzt schon Weltmeister im Gurte umspannen bin.

Alles in allem ne super Maschine, auch wenn ich noch nicht so viel Erfahrung damit hab. Deswegen frag ich auch bei jedem Mist nach:emoji_innocent:.

Das Problem mit der Höhenarretierung = Rotationsarretierung habe ich auch. Man kann zwar glaube ich irgendwie die Rotation seperat arretieren, aber dazu finde ich nichts, weil die Anleitung einfach nicht mal als Klopapiert taugt und die ganzen Zeichnungen darin schwarz weiß und mit 5 dpi gedruckt sind (kein scherz).

Edit: Wenn ich das auf dem Tisch der BM mache, dann spanne ich das ganze selbstverständlich mit zwingen an meinem selbstgebauten Anschlag fest, ich glaub also dass schlimmste was passieren kann ist, dass entweder das Loch richtig mies wird oder der Bohrer Schaden nimmt.
 
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fahe

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...vielleicht verstehe ich das hier ja völlig falsch...:emoji_wink:

Im Video - no work shop without jig :emoji_wink: - zeigt er ja nicht unbedingt, wie er tiefe Löcher bohrt, sondern wie er Löcher in hohe Werkstücke bohrt.

Also ich bohre so tief, wie meine 1952er Huhnholz hergibt, schalte aus, lege ein parallel zugerichtetes Stück unter schalte ein... und bohre einfach weiter.
Zu einfach? Da denke ich noch einmal über das passende Jigidy nach.

Ach, stimmt nicht ganz: Ein "Jig" habe ich: Eine Platte auf dem Tisch mit einem verschiebbarem Anschlag. Nur kleine Werkstücke klemme ich da auch artig fest. Für große ist meine linke Hand das Spannmittel. Also bei Holz. Für Metall nehme ich die Platte ab... und einen Maschinenschraubstock.

PS: Mein Tischbohr-Opa mit seiner sehr massiven Säule (so ähnlich wie hier, nur halt komplett) lässt sich auch easy in der Höhe verstellen.
 

moriko

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Also ich bohre so tief, wie meine 1952er Huhnholz hergibt, schalte aus, lege ein parallel zugerichtetes Stück unter schalte ein... und bohre einfach weiter.
Zu einfach? Da denke ich noch einmal über das passende Jigidy nach.
Also so hätte ich das auch gemacht ohne lange zu überlegen ... spricht bei Dir (@Kingstyler) was dagegen?
Nur halt mit einem Schlangenbohrer in einer Stationärmaschiene ist so eine Sache ... da solltest Du das Werkstück unbedingt gegen Hochreissen sichern und mit minimalen Umdrehungen bohren ...

Gruß Marco
 

Macchia

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lege ein parallel zugerichtetes Stück unter schalte ein... und bohre einfach weiter.
Zu einfach?
ja zu einfach, es müssen schon mehrere Stücke darunter und 2 Plastikleimspachtel sein,
soll ja genau werden.

zuerst 50mm mehr ging nicht, meine alte Generali mit 32mm Bohrer hat mal endlich ein bißchen was zu tun...
wichtig sind die C-Zwingen in gleicher Farbe sonst schaut das sche... aus.
jigv8gti.jpg
und dann nochmal 50mm hochpräzise nivelliert und es fehlen immer noch 20mm
(hat dann der Akkuschrauber übernommen)
jigv8gti_1.jpg
 

wasmachen

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netsupervisor

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Holzbohrer zentrieren sich über eine Bohrung recht gut. Mag man auch nicht die Mitte wieder treffen nach dem Hochfahren der Säule, so kann ein wenig außermittiges Bohren nichts groß ausrichten. Also den erste Pinolenhub bohren, danach ist man frei ob man mit der Hand voll durchbohrt oder immer wieder die Pinole nachsetzt. Im Metallbereich hilft man sich meistens mit einer Hilfsmessung am Bohrer nach dem Hochkurbeln.
Der im Video gezeigte Schalungsbohrer ist nichts für Tieflochbohrungen, dafür gibt es HSS Bohrer in extra lang oder Schlangenbohrer.
 
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