Restaurierung Hochkommode Mahagoni

Ratsuchend

ww-ahorn
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Hallo zusammen,

nach über vier Monaten ist meine Kommode endlich fertig. Die Restaurierung war ziemlich herausfordernd, aber genau das wollte ich auch. In einem andern Beitrag kann man meinen Leidensweg nachlesen.

Die Laden laufen jedenfalls leichtgängig, alle Schlösser lassen sich sperren. (eines musste ich ersetzen) und der Korpus ist umkonstruiert. Viel Aufwand für ein Ergebnis von dem ich selbst gar nicht so begeistert bin. Wahrscheinlich steht die Kommode auch schlecht. Die Eckdaten: Hochkommode, Mahagoni, um 1820, Schellackpolitur, Restaurierungsalbtraum.

Würde ich es nochmal machen - bei einem anderen Objekt würde ich sicher nochmal soviel Zeit reinstecken. Nicht aber für ein solches. Egal, hier die Bilder:

Schöne Grüße,
Gerhard

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Mathis

ww-robinie
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Lieber Gerhard, Chapeau!!!
Eine lange Geschichte, die am Ende sicher die ursprüngliche Konstruktion verbessert hat und nun das Möbel wunderschön dastehen lässt!
Jenseits aller Vernunft ein tolles Ergebnis und sicher hast du auch noch jede Menge dabei gelernt. Ich zih drei mal meinen imaginären Hut!
 

welaloba

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Schließe mich an, ich kann die Aktion nachfühlen!!
Und: Ich würde gern hören,mit welchem Teil des Ergebnisses du noch nicht zufrieden bist!
Gruß Werner
 
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wirdelprumpft

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Ist oft so das man während bzw. nach dem „Bau“ eines Möbels nicht so begeistert ist, bzw. einem der Abstand fehlt.
Ist immer schön wenn man was besonderes nach Jahren beim Kunden wieder sieht, da denkt man dann plötzlich wow….
Das Ergebnis deiner Überarbeitung ist super, viel mehr geht bei solchen Arbeiten nicht, es gibt immer stellen die nicht besser machbar sind.
 

Ratsuchend

ww-ahorn
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Ich bin schon zufrieden mit dem Ergebnis - die obere Kranzleiste an der Front ist bei der Demontage etwas mitgenommen worden und es wäre gar nicht notwendig gewesen sie zu demontieren. Gelernt habe ich bei der Restaurierung jedenfalls wahnsinnig viel. Ich muss nur zugeben dass mir die Kommode gar nicht so besonders von Stil gefällt ... und sie auch keinen guten Platz in der Wohnung hat.

Ich möchte mich bei allen im Forum für die Unterstützung bedanken. Ohne diese wäre es nicht möglich gewesen das Teil fertigzustellen. Besonderer Dank geht an Michael und auch an Werner!

Schöne Grüße
Gerhard
 

Lico

ww-robinie
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Ich hab einen Sekretär in Kirsche auf Eiche. Sieht vom Stil her sehr ähnlich aus, stammt vermutlich aus der gleichen Zeit und war auch in einem miserablen Zustand. Ich hab mir das nicht zugetraut und das deshalb von einem Restaurator machen lassen. Ich hab die allerhöchste Bewunderung für dein Ergebnis und dafür, dass du dich da ran getraut hast.
 

flüsterholz

ww-robinie
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Hallo Gerhard
Die Oberfläche ist ja wieder traumhaft geworden und die Funktion hast du ja auch wieder hergestellt. Top! Schade mit der Kranzleiste. Blöde Stelle.
Aber ich kann dich verstehen, dass du etwas unglücklich bist. Er wirkt nicht so richtig harmonisch. Oder liegt das an der Kameraposition? Bei der Breite hätte ihm eine zusätzliche Schublade optisch gut gestanden oder noch irgendein Aufsatz, Giebel. Die Füße wirken auch etwas hoch. Das ist mir bei Biedermeier Möbeln schon öfter aufgefallen, dass die nicht immer so ganz unseren heutigen Vorstellungen von Proportionen entsprechen.
Auf deine Arbeit kannst du aber ohne "Wenn und Aber" stolz sein. Und deine Geduld ist bewundernswert.

Gruß Michael
 

bast_ig

ww-esche
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Hallo,
danke Dir, dass Du den Prozess dokumentiert hast und das Ergebnis zeigst! Sehr interessant.

Kannst Du/jemand von Euch Restauratoren einordnen, ob das Stück damals schon eine maschinelle Bearbeitung erfahren hat? Ich habe da historisch keine Ahnung, aber ich würde annehmen, dass das Holz noch ein maschinelles Sägewerk gesehen hat und dass danach noch keine Maschinen in einer (gehobenen) Schreinerei vorhanden waren?

Grüße
 

flüsterholz

ww-robinie
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In der ersten Hälfte des 19. Jhd fingen so langsam die Erfindungen an, mit Hilfe der Dampfkraft maschinell zu arbeiten. (Industrielle Revolution) Im Möbelbau wurden Maschinen aber erst in der 2. Hälfte vermehrt eingesetzt. Typisches Beispiel wäre da die Herstellung von Zierleisten. Die wurden von den Schreinerein auch meistens zugekauft und nicht mehr selber hergestellt. Auch industrielle Möbelproduktion ( z.B. Thonet) fing so langsam an. Richtig Fahrt nahm das dann nach dem 1.Weltkrieg auf, als überall Strom zur Verfügung stand und man nicht mehr auf die Dampfkraft angewiesen war. Da war es dann auch für die Dorfschreinerei interessant in Maschinen zu investieren. Die erste Martin Formatkreissäge kam, glaube ich, kurz vor dem 1.WK auf den Markt.

Die Kommode ist aber noch von Hand gefertigt. Ungleichmäßig Materialstärken, Sägefurniere, nur grob gehobelte Innenseiten sind immer gut als Indiz für handgefertigt.

Gruß Michael
 

Mathis

ww-robinie
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Die Füße wirken mir deutlic etwaszu hoch. Das ist mir bei Biedermeier Möbeln schon öfter aufgefallen, dass die nicht immer so ganz unseren heutigen Vorstellungen von Proportionen entsprechen.
seh ich genauso, die Länge der Füße ist deutlich zu hoch. Da das Möbel eindeutig holländisch ist, mag es sein, dass das dort Usus war, weiteres kann ich nicht beitragen
 

welaloba

ww-robinie
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Den Füßen fehlt die Platte, sorry, ich weiß keinen Namen, ich meine die Platte unter den Füßen mit rundum Viertelstabprofil. Werde versuchen, ein Foto nachzuliefern
 

flüsterholz

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Den Füßen fehlt die Platte, sorry, ich weiß keinen Namen, ich meine die Platte unter den Füßen mit rundum Viertelstabprofil. Werde versuchen, ein Foto nachzuliefern
Du meinst wahrscheinlich gesockelte Vierkantfüße? Da könntest du richtig liegen.

Edit, oder meinst du diese schmalen, meist ebonisierten Plättchen? Da sind die Füße meistens kürzer und auch die Säulen ebonisiert. Kenne ich hier aus der Gegend zumindest so.
 
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Ratsuchend

ww-ahorn
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Ja ihr habt Recht, man sieht es jetzt nach dem Poren füllen und der Politur nicht mehr, aber es gab ursprünglich Abdrücke für einen solchen Sockel. Vielleicht sollte ich den Sockel noch nachbauen. Ob sie dadurch stimmig wird, weiß ich aber nicht. Richtig in einem Raum positioniert würde die Kommode bestimmt besser zur Geltung kommen. Eingezwängt zwischen einem Biedermeier Kirsch Schreibtisch und einem Spatbiedermeier Nuss Kasten, ist nicht optimal.

Hinweise auf eine maschinelle Bearbeitung konnte ich bei der Kommode keine finden. Die Metallnägel waren Hand geschmiedet, die Material Dicken so unterschiedlich, dass eine industrielle Bearbeitung ausscheidet.
 
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