Querholz auf Langholz bei Laufleisten, Streichleisten und Kippleisten

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von ca.sch, 18. Mai 2018.

  1. ca.sch

    ca.sch ww-kastanie

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    Ich würde gerne einen Schrank mit klassischer Schubladenführung bauen. Wie befestige ich denn bitte die Laufleisten, Streichleisten und Kippleisten? Mit Schrauben in Langlöchern? Einfach leimen wird nicht gehen, da Quer- auf Langholz, oder?
     
  2. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    da die Dimension bei den Schubkastenleisten doch eher gering ist spricht nix dagegen die zu leimen. Dass muss ja nicht vollflächoig geschehen, da reichen ein paar Punkte Leim. Evtl darauf achten Holz mit eher stehenden Jahresringen zu nehmen.
     
  3. derdad

    derdad Moderator

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    Ich glaub die Frage bezog sich auf die Befestigung an den Schrankseiten. Da kann schon einmal 60cm Breite sein.

    Wie schon geschrieben, Schrauben in Langlöchern. Die ersten 15cm kann man gleich 2 Schrauben setzen die fix sind. Hier tritt auch die grösste Belastung auf.

    LG

    LG Gerhard
     
  4. ca.sch

    ca.sch ww-kastanie

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    Ja.

    Werde ich dann so machen.

    Schrank soll aus Kiefer gebaut werden. Für die Leisten würde ich dann aber Buche nehmen, oder?
     
  5. Keilzink

    Keilzink ww-robinie

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    ... in alten deutschen Möbeln find ich immer wieder folgende Situation: Die Flanken der Schubkästen wurden meist aus Tanne gefertigt, damit konnte man das Gewicht der Kästen niedrig halten. Die Laufleisten waren aus dem selben Material - ich vermute, dass die Alten davon ausgegangen sind, dass zwei gleich "harte" Materalien sich am wenigsten tun. Tanne kann dabei aber auch als recht zäh und abriebfest gelten, Fichte hatte wohl zuviel Harz.
    In den USA nimmt man heute wie früher für beides (Kästen und Leisten) Tulpenholz (Tulip Poplar). Weich, leicht und sehr abriebfest. In D wurde auch aus diesem Grund manchmal Pappel verwendet, das ähnlich Eigenschaften hat, aber schlechter zu verarbeiten ist. Tanne war dann der gängige Kompromiss.

    Andreas
     
  6. Wäre denn dann Tanne auch hier angezeigt? Gefühlt würde ich ja zum härteren Holz tendieren, also Buche. Ggf. Ahorn? Um den Verschleiß zu verringern, könnte man die Laufflächen wachsen.
    Und ja, die Leisten mittels Schrauben in Langlöchern befestigen.
     
  7. Friederich

    Friederich ww-robinie

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    3.387
    Könnte was dran sein. Ähnliche Überlegungen kenn ich vom Lagerspiegel in Plattenspielerlagern.
     
  8. Keilzink

    Keilzink ww-robinie

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    Raum Stuttgart
    ... ich kann nur sagen, was ich vorgefunden habe: Fast immer Tanne auf Tanne. Wenn da mal an der Schublade oder der Streichleiste ein anderes Holz war, dann war es offensichtlich eine Reparatur wegen Abnutzung. Aber was klar ist: wenn ich die Schublade so leicht wie möglich baue, verhindere ich damit schon Abnutzung. Von daher war die Wahl von Tanne für die Schublade klar.

    Wachsen, allerdings mit Stearin, also Kerzenwachs, war damals gang und gäbe. Das hat mir noch mein Großvater beigebracht.

    Die Streichleisten waren übrigens bei höherwertigeren Möbeln eingenutet und hatten auf den vorderen paar Zentimetern einen Schwalbenschwanz. Dieser wurde eingeleimt, der Rest nicht. Deshalb konnte sich die Seitenwand bewegen wie sie wollte. Wenn man heute eine Kommode findet, an der die Seitenwand gerissen ist, kann man sich fast sicher darauf verlassen, dass irgendwer bei einer Reparatur die Streichleiste (Streichleisten) voll eingeleimt hat. Und natürlich dann mit Weissleim, was eine saubere Korrektur sehr schwer macht.

    Andreas
     
  9. ca.sch

    ca.sch ww-kastanie

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    Berlin
    Ich muss noch eine Frage hinterherjagen:

    Derzeit plane ich, auf Zwischenwände zu verzichten und die Laufleisten der obigen Schublade als Kippleisten der unteren zu nutzen. Wie kann ich hier verhindern, dass die Schublade komplett herausgezogen werden kann? Ich kann ja keinen Klotz an der Decke des jeweiligen Einschubs befestigen. Oder soll ich lieber nur eine Leiste am Korpus befestigen und an den Schubladen eine entsprechend passende Nut fräsen?
     
  10. Friederich

    Friederich ww-robinie

    Beiträge:
    3.387
    Also "hängende Führung"? Geht auch. Schubladenseite müsste dann halt etwas dicker sein als bei "klassich", wegen der Nut. Ansonsten wüsste ich keinen Nachteil.

    " Wie kann ich hier verhindern, dass die Schublade komplett herausgezogen werden kann?".
    Da würde ich garnichts unternehmen. Man muss halt ein klein bisschen aufpassen.
     
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