Sox

ww-fichte
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Hallo zusammen,

mein Name ist Ben und bisher war ich stiller Mitleser und hab hier schon viel interessantes und nützliches gelesen. Daher einen großen Dank an die Woodworker-Gemeinschaft.

Mir geht es um folgendes: Ich will beruflich in der Holzbearbeitung tätig werden (bisherige Fräs- und Dreherfahrungen nur mit Metall), bin handwerklich geschickt und arbeite im privaten Bereich gerne mit Holz. Für Produkte die mit einer CNC-Portalfräse gemacht werden, hätte ich Aufträge. Leider habe ich noch keine Ahnung & Erfahrung bzgl. der machbaren Fräsgeschwindigkeiten (im Bezug auf Torsion einer Fräse die primär aus Holz ist, Art des zu bearbeitenden Holzes und der Fräserart) und möglicher Notwendigkeit einer Nachbearbeitung. Da werden bestimmt noch einige Fragen von mir kommen und ich bitte um Geduld mit mir :emoji_wink:

Das zu bearbeitende Holz ist Buche.
Das fertige Werkstück ist in Bildern angehängt. es ist ca. 11 mm dick und hat einen Umfang von rund 310 mm. Die "Außenkante" hat einen Radius von ca. 7 mm.
Meine Idee:
Ich verwende eine 11 mm dicke Buchenplatte, saug sie auf einer Vakuumplatte an, die so gefräst ist, dass sie jedes Werkstück einzeln ansaugt und alle dauerhaft (damit die Teile nicht durch die Gegend fliegen, wenn der Fräser direkt weiterfährt um das nächste Stück aus dieser Platte zu fräsen).
Als Fräser habe ich dabei an einen Halbstabfräser gedacht (Sowas in der Art).
(Angebotener Auftrag ist über eine Menge mit oberer fünfstelligen Stückanzahl und Anfragen von anderen Produkten aus Buchenholz stehen auch schon)
Dafür will ich Vollzeit mit Holzarbeiten durchstarten und mir für diese Arbeiten eine Portalfräse bauen, mit einer 2,2 kW wassergekühlten Chinaspindel und einer Absaugung.

Die Fragen:
- Kann ich das Werkstück der Photos so herstellen, wie ich es mir gedacht habe, ohne anschließende Arbeitsschritte? (Muss die Zeit für die einzelnen Teile wahrscheinlich leider sehr sehr knapp halten)
- Welcher Vorschub sollte bei so einem Holz, mit einem Halbstabfräser und einer 2,2 kW Chinaspindel noch möglich sein?

20210427_151827.jpg 20210427_151854.jpg 20210427_151906.jpg

Bei einem positiven Feedback geht es dann zurück an die weitere Planung der Portalfräse, welche bestimmt mit noch mehr Fragen verbunden sein wird, aber das in einem folgenden Thema :emoji_rolling_eyes: :emoji_wink:

Schon mal in Voraus ein großes Danke!

Viele Grüße
Ben
 

heiko-rech

ww-robinie
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Hallo,
Woher bekommst du die 11mm dicken Buchenplatten?
Problematisch wird mit Sicherheit das Spannen der kleinen Teile mit Vakuum. Meine CNC-Erfahrungen sind schon ein paar Jahre her. Vielleicht hat sich da inzwischen grundlegend was geändert. Aber wir konnten trotz kräftigen Pumpen von Becker solche Teile nicht umlaufend bearbeiten. Wenn sie uns nicht um die Ohren flogen, haben sie sich meist zumindest verschoben.
Wir hatten solche kleinen Teile aber nur selten und haben dann einfach die Oberfräse zum Abrunden genommen.
Gruß
Heiko
 
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Sox

ww-fichte
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Danke Heiko, ich bin mitten in Siebenbürgen, hier ist es voll mit Buchen und die Produzenten sind hier anscheinend etwas flexibler :emoji_slight_smile:
Hmm, selbst wenn die Teile sich "nur verschieben" werden sie ja nicht so, wie sie werden sollen :emoji_frowning2:
Die Vakuumplatte wollte ich so gestalten, dass fast das komplette Teil unter Vakuum steht, also dass eine größtmögliche Fläche angesaugt wird um den größtmöglichen Halt zu erhalten.

An eine Oberfräse hatte ich auch kurz gedacht, aber dann den Gedanken schnell wieder verworfen, da es wahrscheinlich zu lange dauern würde, um jedes Teil mit der Oberfräse abzurunden. Als ihr die Teile umlaufend bearbeitet hattet, habt ihr das in 2 Schritten mit der Oberfräse gemacht, oder denke ich da zu kompliziert? (Mit einer Oberfräse habe ich bisher leider noch nicht gearbeitet, was sich aber bald ändern wird)
 

GertG

ww-robinie
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Ich hab so was Ähnliches in der Firma mal durchkalkuliert.
Bei geringeren Stückzahlen ist man manuell mit einer Kopierfräse deutlich schneller als mit CNC.
Das waren aber keine gerundeten Teile, sondern gerade.
Da konnten wir einen Stufenfräser über einen Revolveranschlag benutzen. Raustrennen und Schruppen mit der ersten; Schlichten mit der zweiten Stufe.
Gespannt via Vakuum über ein dem Formteil nachempfundenen Rahmen mit eingelegter Silikonschnur an der Kontur.


Aber das nützt Dir sicher wenig bei Deinen Überlegungen.
 
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Holzfummler

ww-robinie
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Hi Ben,
wenn ich mir das Teil anschaue und die 5 stellige Stückzahl, würde ich über eine andere Fertigungsstrategie nachdenken.

Wie lange dauert es, ein Teil zu fräsen? Wann glaubst du, alles fertig zu haben.

Ich schätze mal, dass der Löffel Durchmesser groß 35 mm, klein 15mm hat. Wenn es für den Kunden ok ist, dass der Löffel aus 2 Hölzern geleimt ist, würde ich wie folgt vorgehen:

Rundholz Buche so zu zuschneiden, dass ich ein 11mm Brett, beides min 2 m, daran leimen/dübeln kann (oder Handlauf) kann.

Brett an einer Seite schon mal die Basisrundung rein fräsen.

Daraus viele 11mm Scheiben mit Bandsäge sägen. Schnittflächen schleifen. Dann die Kanten mit einem Fräser gleichzeitig abrunden.

Sollte schneller und deutlich preiswerter sein als mit der Portalfräse.

Bei der Portalfräse müsstest du erst aus einer Platte viele Löffel raus fräsen, bei der Tiefe 2 oder 3 Durchgänge. Danach könntest du dann die Kanten abrunden. Außerdem müsstest du gut absaugen.

Bei 10000 Stück viel Arbeit.

Gruß
Thomas
 
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RUMBA

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Moin,

würde ich diesen Auftrag haben wollen, müßte dafür eine Protalfräse bauen, wären meine Arbeitsschritte folgendermassen:

Ich rechne mit mindestens 100k zu produzieren
Ich rechne mich reich.
Dann rechne ich Kosten rein.
Dann merke ich, ich habe keine Erfahrung mit dem zu Machendem.
Und hab auch die CNC noch nicht....
Aber es ist ja ein 5-stelliger Auftrag....
Ich suche mal im Internet, vielleicht gibt es ja Hilfe.....
Es kommt was aus dem Internet......

Aber ganz ehrlich, bau Dir erstmal ne kleine Portalfräse und taste Dich dran.
Du hast zwar CNC Erfahrung, aber programmierst Du auch?
Von 0 auf 100 geht es leider nicht....

Gruß,
Rumba
 

FräserStephan

ww-birnbaum
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Das zu bearbeitende Holz ist Buche.
Das fertige Werkstück ist in Bildern angehängt. es ist ca. 11 mm dick und hat einen Umfang von rund 310 mm. Die "Außenkante" hat einen Radius von ca. 7 mm.
Meine Idee:
Ich verwende eine 11 mm dicke Buchenplatte, saug sie auf einer Vakuumplatte an, die so gefräst ist, dass sie jedes Werkstück einzeln ansaugt und alle dauerhaft (damit die Teile nicht durch die Gegend fliegen, wenn der Fräser direkt weiterfährt um das nächste Stück aus dieser Platte zu fräsen).
Als Fräser habe ich dabei an einen Halbstabfräser gedacht (Sowas in der Art).
(Angebotener Auftrag ist über eine Menge mit oberer fünfstelligen Stückanzahl und Anfragen von anderen Produkten aus Buchenholz stehen auch schon)
Dafür will ich Vollzeit mit Holzarbeiten durchstarten und mir für diese Arbeiten eine Portalfräse bauen, mit einer 2,2 kW wassergekühlten Chinaspindel und einer Absaugung.

Die Fragen:
- Kann ich das Werkstück der Photos so herstellen, wie ich es mir gedacht habe, ohne anschließende Arbeitsschritte? (Muss die Zeit für die einzelnen Teile wahrscheinlich leider sehr sehr knapp halten)
- Welcher Vorschub sollte bei so einem Holz, mit einem Halbstabfräser und einer 2,2 kW Chinaspindel noch möglich sein?

Guten Morgen,

meiner Meinung nach ist das so wie du es vorhast nicht umzusetzen. Aus folgenden Gründen:
- mangelnder Erfahrung, du wirst dir nicht einfach eine CNC bauen können und dann fröhlich 20-30-40k und mehr von den Teilen da durchjagen. Ne CNC aus Holz halte ich dafür auch als denkbar ungeeignet , zumindest wenn du sie erst noch selber planen und konstr willst. Das beansprucht Monate wenn nicht sogar Jahre bis sowas gescheit läuft und viel try and error.
- für das sogenannte Nesting verfahren, so nennt man das wenn viele Teile verschachtelt aus einer Platte gearbeitet werden sollen, brauchst du je nach Plattengröße eine Drehschieberpumpe mit min. 100m3 /h oder das doppelte und mehr. Vakuumtisch ist auch nicht mal eben konstruiert.
-mit dem verlinkten Fräser geht das eh nicht, da durch das umfahren des Werkstückes , das Werkstück am Rand „höher“ liegen muss. Du hast unten ne Schneide die 7mm is. Schau ihn dir mal genau an.
- es gibt noch viele Gründe die gegen deine Idee sprechen, aber das waren die wichtigsten für mich.

Grüsse Stephan
 
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Holzfummler

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Hi Ben,

schau mal nach Stepcraft 2/600. Meine, dass die auch einige Linke bzgl. Fräser, Vorschub etc. haben. Ich habe mir das Buch CNC-Fräsen für Maker und Modellbauer, 33,- € , gekauft, da stand einiges drin. Die Stepcraft gibt es in verschiedenen Größen und als Bausatz so ab 2000,- €.

Vielleicht hilft es dir bei der Entscheidungsfindung.

Gruß
Thomas
 
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luchsi

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Hallo Ben
Bei den verlinkten Fräser: der fräst oben und unten, also wird die Spannfläche noch kleiner. Beim Stiel fast null.
Bei Buche wäre es gut mit links und rechts lauf zu arbeiten ( oben ist es abhölzig...

Erlös für so ein Teil sehe ich bei 1 €.
 
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Sebl

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Bezüglich Vakuum noch ein Tipp: Wir haben eine Datron Neo in der Firma, mit der wir Hauptsächlich Alu zerspanen, viel Davon Vakuumgespannt. Datron arbeitet bei den Vakuumtischen mit sogenannten "Vacucards". Das sind Kartonstücke die eine Spezifische "Leitrichtung" für das Vakuum haben, es besser Verteilen und so bei Unterdruckverlust an einer Stelle nicht gleich den Halt verlieren... gibts z.B. im 400x500 Format. Das zeug ist auch mit Kleberkaschierung erhältlich und hält so auch sehr kleine Teile noch zuverlässig. Dabei dürfte in Alu der Schnittdruck doch erheblich größer sein.

VacuCard+++ | VacuCards | Verbrauchsmaterial | Zubehör | DATRON Online Shop

edit: Die Vacucard dient auch als Opfersicht, sofern die Fräse natürlich Planeben genug ist und innerhalb der Fläche nur wenige 100tel in Z abweicht.
 
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VolkerDK

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Graasten
Selbstgebaute lets Bastel Fräse und dann Großauftrag annehmen?
Das geht in die Hose, ist denke ich dir auch selber klar.
Schonmal eine Industriemaschine aus Holz gesehen? Außerhalb eines Museums?
Warum wohl...
 

Besserwisser

ww-robinie
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Fräst man sowas echt als Einzelteil aus dem Brett? Bei Stückzahlen?
Echt nicht mein Thema, aber aus dem Bauch heraus würde ich sowas quasi als "Strang" fräsen, an der Säge Scheiben abschneidenn und dann in der Trommel rundlutschen.
Wirklich nur so als spontane Überlegung und erdste Assoziation.
 
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Rookie77

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Macht es nicht Sinn, hier mit einem sehr leistungsstarken Laser zu arbeiten? Zumindest um die Teile auszuschneiden.

Wobei 11mm Buche eine Hausnummer sind und sich die Nachbearbeitung wohl nicht rechnet.

Plan B wäre eine Schablone, in die das Werkstück dann gelegt werden kann und mit der man dann an den Bündigfräser gehen kann. Also Werkstück einlegen, bündig fräsen, Werkstück drehen, erneut fräsen, nächstes Werkstück.

Bei der Stückzahl bist Du da aber eine ganze Weile dran.
 
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Holzfummler

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Hi Ben,

ggfs. 2 Stepcrafts, 1x Starterset mit der 600 fürs Nesting, die 300 für die Endbearbeitung. Vorteil ein System, Lernkurve innerhalb einer Woche sehr steil. Aber bitte nicht unbeaufsichtigt lassen.

Muss natürlich alles zum Preis passen.

Gruß
Thomas
 
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Sox

ww-fichte
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Guten Morgen und vielen Dank an alle bisherigen Antworten. Die Antworten haben mir teilweise weitergeholfen, teilweise neue Möglichkeiten gezeigt und teilweise neue Fragen aufkommen lassen...

Ich hab so was Ähnliches in der Firma mal durchkalkuliert.
Bei geringeren Stückzahlen ist man manuell mit einer Kopierfräse deutlich schneller als mit CNC.
An eine Kopierfräse hatte ich auch gedacht, aber bei der Stückzahl und Teileform kam mir eine CNC dann doch geeigneter vor.
So ähnlich habe ich mir das Spannen vorgestellt.


Hi Ben,
wenn ich mir das Teil anschaue und die 5 stellige Stückzahl, würde ich über eine andere Fertigungsstrategie nachdenken.

Wie lange dauert es, ein Teil zu fräsen? Wann glaubst du, alles fertig zu haben.
Die Größenschätzung kommt hin, es sind rund 40mm groß und 17mm klein.
Leider geht es aus 2 Teilen nicht, da das Teil aus einem Stück gefertigt sein soll.
Das mit den 2 oder 3 Durchgängen war meine Hauptfrage. Ich habe gesehen dass man mit einem Halbstabfräser sowas in einem Durchgang gemacht hat, aber da war keine Information über das Holz. Da Buche ziemlich hart ist, war ich mir nicht sicher, ob man mit einem Halbstabfräser das in einem Durchgang machen kann. Mit einem Durchgang wäre es perfekt. Denkst du, das sowas möglich ist?
Beim Absaugen war mein Gedanke, sauber mit Bürsten an der Absaugung zu fräsen.


Moin,

würde ich diesen Auftrag haben wollen, müßte dafür eine Protalfräse bauen, wären meine Arbeitsschritte folgendermassen:

Ich rechne mit mindestens 100k zu produzieren
In etwa, aber mit einer anderen Reihenfolge und dass ich mich nicht reich rechne da mir klar ist, dass ich dafür sehr genau kalkulieren muss.
Das mit "keine Erfahrung" war aber der erste Punkt (stört mich aber nicht, da jeder am Anfang keine Erfahrung hatte. Jeder Mensch in der Geschichte der Menschheit hatte am Anfang keine Ahung von dem war er gemacht hat. Entwerder wurden mit try and error selber Erfahrungen gesammelt oder, wenn es schon jemanden gab der Erfahrung hatte, wurde diese Person gefragt, also heutzutage die Internetgemeinschaft der Profis.
Eine CNC wollte ich schon seit langer Zeit haben und damit basteln&arbeiten, was jedoch nie eine Priorität war. Durch den Wegfall von gewissen Arbeitsbereichen in der Coronazeit habe ich nun die Chance beruflich umzusteigen.
Bevor ich mich dieses Thema erstellt habe, hatte ich aber schon dutzende Stunden Recherche um überhaupt zu sehen, was ich fragen muss...
Ich programmiere noch nicht und will die Fräse mit Estlcam betreiben.
Mir reicht es wenn ich von 0 auf 100 einer Dampflock gleiche, es muss da nicht unbedingt die Beschleunigung eines Autos sein :emoji_wink:


Guten Morgen,

meiner Meinung nach ist das so wie du es vorhast nicht umzusetzen. Aus folgenden Gründen:
- mangelnder Erfahrung, du wirst dir nicht einfach eine CNC bauen können und dann fröhlich 20-30-40k und mehr von den Teilen da durchjagen. Ne CNC aus Holz halte ich dafür auch als denkbar ungeeignet , zumindest wenn du sie erst noch selber planen und konstr willst. Das beansprucht
Holz war das Material meiner Wahl, da ich es am besten bearbeiten kann und andere Werkstoffe teuerer sind. Beim Holz bin ich mir jedoch nicht sicher, da ich da nicht weiß, welche Torsonskräfte durch so einen Fräse beim fräsen von Buchenholz auftreten, also ob eine Konstruktion sich dabei sich verdreht/verbiegt.
Da das Endprodukt relativ klein ist, muss ja die Holzplatte nicht extrem groß sein. Der Vakuumtisch war m.M.n. eines der einfachsten Herausforderungen, wenn ich wüsste, dass das Vakuum bei so einer kleinen Fläche stark genug ist um einen Halbstabfräser zu nutzen ohne dass das Teil verschoben wird.
Der verlinkte Fräser sollte eher ein Beispiel sein. Wenn es irgendwie möglich sein sollte, das Teil in einem oder 2 Druchgängen zu produzieren, und ich mit der Maschine umgehen kann, würde ich mir einen passenden Fräser anfertigen lassen.
Was sind denn die anderen vielen Gründe?


Hi Ben,

schau mal nach Stepcraft 2/600. Meine, dass die auch einige Linke bzgl. Fräser, Vorschub etc. haben. Ich habe mir das Buch CNC-Fräsen für Maker und Modellbauer, 33,- € , gekauft, da stand einiges drin. Die Stepcraft gibt es in verschiedenen Größen und als Bausatz so ab 2000,- €.
Danke, werd ich mir genauer anschauen.


Hallo Ben
Bei den verlinkten Fräser: der fräst oben und unten, also wird die Spannfläche noch kleiner. Beim Stiel fast null.
Bei Buche wäre es gut mit links und rechts lauf zu arbeiten ( oben ist es abhölzig...
Der verlinkte Fräser sollte nur als Beispiel dienen, da ich genau die Problematik gesehen hatte. Ich hatte im Internet, auf die Schnelle, kein besseres Bild gefunden.
Arbeiten will ich mit einem Fräser, der oben und unten fast garnicht über den Fräsradius hinausgeht (nur im 1/10 Bereich), damit ich die Spannfläche doch noch so groß wie möglich halte. Beim Stiel komme ich auf eine Breite der Vakuumfläche von ca 7mm, und insgesamt auf eine Vakuumfläche von ca. 15 cm2.
Bei so einem Erlös hätte ich wahrschenlich ohne großartig nachzudenken angefangen :emoji_wink: Der Erlös ist leider viel geringer. Die Teile wurden bisher in Deutschland, mit seinen hohen Kosten, produziert, aber da der Produzent der gesteigerten Nachfrage nicht fristgerecht nachkommen kann, wurde ich diesbezüglich gefragt. Hier bei mir in Siebenbürgen sind Strom, Miete, und Hilfsarbeiterkosten wesentlich niedriger als in Deutschland, wodurch ich die Machbarkeit gesehen habe, auch wenn der Erlös sehr gering ist. Reich wird man dadurch nicht, aber ich lerne was dabei, sollte Spaß haben (auch wenn es bestimmt zu gelegentlichem Fluchen kommt) und sollte meine niedrigeren Lebenshaltungskosten decken können.
Ist es bei Buche ein großer Unterschied/ eine Notwendigkeit, mit Links- und Rechtslauf zu arbeiten?


Bezüglich Vakuum noch ein Tipp: Wir haben eine Datron Neo in der Firma, mit der wir Hauptsächlich Alu zerspanen, viel Davon Vakuumgespannt. Datron arbeitet bei den Vakuumtischen mit sogenannten "Vacucards". Das sind Kartonstücke die eine Spezifische "Leitrichtung" für das Vakuum
Werd ich mir anschauen.


Selbstgebaute lets Bastel Fräse und dann Großauftrag annehmen?
Das geht in die Hose, ist denke ich dir auch selber klar.
Schonmal eine Industriemaschine aus Holz gesehen? Außerhalb eines Museums?
Warum wohl...
Die Fräse soll ja nicht nur zum Basteln konstruiert werden. Hab das eigentlich nicht als Großauftrag gesehen.
Bin mir nicht im klaren, dass das in die Hose geht.
Nein, habe ich noch nicht gesehen, aber ich habe auch nicht vor, 24/7 an der Maschinene zu stehen und alles für eine Industrielle Produktion perfekt optimiert zu betreiben. Mir ist klar, dass so eine Maschine aus Holz meilenweit von einer Industriemaschine entfernt ist, genauso wie deren Anschaffungspreis. Ich muss nicht unbedingt einen Ferrari fahren, wenn ich auch mit einem alten Punto ans Ziel komme. Wer Geld hat kauft sich ein Supersportwagen, wer nicht so viel hat, schaut wie er mit seinen begrenzten Mitteln ans Ziel kommt.
Wenn es sowas im Museum gibt, wurde ja wohl mit sowas schon produziert und es bewiesen, dass es nicht unmöglich ist:emoji_wink:


Fräst man sowas echt als Einzelteil aus dem Brett? Bei Stückzahlen?
Echt nicht mein Thema, aber aus dem Bauch heraus würde ich sowas quasi als "Strang" fräsen, an der Säge Scheiben abschneidenn und dann in der
Dieser Vorgang war meine logischste Überlegung (ich kenne bisher jedoch nur wenige Möglichkeiten der (Massen-)Holzbearbeitung.


Macht es nicht Sinn, hier mit einem sehr leistungsstarken Laser zu arbeiten? Zumindest um die Teile auszuschneiden.

Wobei 11mm Buche eine Hausnummer sind und sich die Nachbearbeitung wohl nicht rechnet.
An einen Laser habe ich bisher garnicht gedacht, da ich so wenig Arbeitsschritte wie möglich wollte und daher bei der Idee mit dem Nestingferfahren gelandet bin.
Dein Plan B war auch ein Gedanke, aber ich bin auf keine Idee gekommen, wie man das händisch schnell machen kann, ohne dass dabei ein Verletzungsrisiko besteht. Wie du gesagt hat, das dauert eine ganze Weile, aber wenn man das sicher so produzieren kann, kann ich mir dafür einen Helfer einstellen der dann nur dies macht...


Hi Ben,

ggfs. 2 Stepcrafts, 1x Starterset mit der 600 fürs Nesting, die 300 für die Endbearbeitung. Vorteil ein System, Lernkurve innerhalb einer Woche sehr steil. Aber bitte nicht unbeaufsichtigt lassen.
Werde ich mir genauer anschauen und auch den Preis berücksichtigen da dieser für mich aktuell eine große Rolle spielt. Eine steile Lernkurve klingt gut!
Generell würde ich keine Maschine unbeaufsichtigt laufen lassen (außer meine Waschmaschine :emoji_wink: )


Das ist jetzt ein langer Post, aber ich hoffe dass man trotzdem alles überblicken kann.
 

Leibhaftiger

ww-robinie
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Interessanter Faden, vor allem interessante Herangehensweise :emoji_grin:

Hast Du Dir das wirklich realistisch durchkalkuliert? (IMHO: Wohl kaum, dafür weisst Du ja zu wenig über das Thema) Wie viel Zeit hast Du denn für den Auftrag?
Ich hab mal mit 80k Stück (oberer fünfstelliger Auftrag, wie oben geschrieben) stupide gerechnet: 1min pro Werkstück (inkl. Allem, wahrscheinlich schon sehr optimistisch) macht ca 1333 Stunden Arbeitszeit. Bei nem 10 Stunden Tag sind das 133 Arbeitstage, oder knapp 27 Arbeitswochen (bei ner 5 Tage-Woche). Sprich, Du könntest gegen Ende des Jahres liefern, wenn das mit dem Produktionsaufbau jetzt schnell voran geht.
Und bei den Kosten: Was darf so ein Teil kosten? bekommst Du das überhaupt kostendeckend produziert (Maschinenkosten, Stundenlohn, Material, Gemeinkosten etc)

Ich finde es sehr mutig, so dermaßen schwungvoll ins kalte Wasser zu springen, aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich drück die Daumen, dass es funktioniert. Viele Tipps wirst Du hier bestimmt noch bekommen.
 
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Holzfummler

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Hi Ben,

vielleicht Alternativen zur Stepcraft. Die MPCNC. Ist keine Portalfräse.
Beschreibungen im Internet, YT oder ct 6/2021. Einige Forumsmitglieder haben damit schon Erfahrungen gesammelt, einer würde seien sogar verkaufen.
Die Vorteile: Mit eigenem 3D-Druck (habe mit den Ender 3 rd. 14 Tage) alle Verbindungsteile, Rohren etc. im Selbstbau ca. 350 bis 400 €.
Über die Homesheet gibt es einen Flächengrößenkalkulator, so dass du eine kleine, für die Endbearbeitung, eine Grössere fürs Nesting bauen kannst.
SW ist kostenlos.
In der ct 8/2021 gibt es einen Artikel zu feeds & speeds.

Eine andere Selbstbauportalfräse wäre die OX-CNC, ct 7/2021. Gibt es als kompletten Bausatz, ca. 750€.

Gruß
Thomas
 
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Sox

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Interessanter Faden, vor allem interessante Herangehensweise :emoji_grin:

Hast Du Dir das wirklich realistisch durchkalkuliert? (IMHO: Wohl kaum, dafür weisst Du ja zu wenig über das Thema) Wie viel Zeit hast Du denn für den Auftrag?
Ich hab mal mit 80k Stück (oberer fünfstelliger Auftrag, wie oben geschrieben) stupide gerechnet: 1min pro Werkstück (inkl. Allem, wahrscheinlich
Mein größtes Problem bei der Kalkulation ist die Zeit pro Werkstück, deshalb ja dieses Thema. Anfangs habe ich hier mit einem Schreiner gesprochen, der hat mir die Machbarkeit bestätigt und er wollte mitmachen. Leider wurde mich erst danach vor ihm gewarnt, da er anscheinend alle seine ehemaligen Geschäftspartner übers Ohr gehauen hat. Daher kann ich von dort keine Informationen mehr bekommen...

Es müssen jedenfalls mehrere Teile pro Minute gefertigt werden. So bin ich auf die Idee mit dem Nesting mit einer Portalfräse gekommen.
Es steht kein genauer Liefertermin. Wenn ich das schaffe, dieses Teil zu produzieren, kann das auch einige Wochen dauern....

Ich habe den Preis, zu dem es der überforderte Produzent gewinnbringend produziert hat, mit dem teuren Standort Deutschland. Den sollte ich, durch geringere Nebenkosten/laufende Kosten schaffen.

Was aber die beste/schnellste Produktionsmöglichkeit ist, das weiß ich nicht.
Mal sehen, wohin mich dieses Thema und die Profis bringen :emoji_wink:

Vielen Dank für deinen ermutigenden letzten Absatz! Auf die Tipps hoffe ich, da ich gesehen hab, dass es hier zu jedem erdenklichen Thema gute Tipps gibt.
 

Sox

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Hi Ben,

vielleicht Alternativen zur Stepcraft. Die MPCNC. Ist keine Portalfräse.
Beschreibungen im Internet, YT oder ct 6/2021. Einige Forumsmitglieder haben damit schon Erfahrungen gesammelt, einer würde seien sogar verkaufen.
Die Vorteile: Mit eigenem 3D-Druck (habe mit den Ender 3 rd. 14 Tage) alle Verbindungsteile, Rohren etc. im Selbstbau ca. 350 bis 400 €.
Hi Thomas, jetzt hast du mir einiges an Hausaufgabe gegeben. Werde mich auch da einlesen und informieren. Danke dir.

Viele Grüße
Ben
 

teluke

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Das richtige Vorgehen ist hier folgendes.

Plattenmaterial auf die Fräse.
Natürlich nicht nur für ein Teil sondern soviel auf die Fräse passt (so viele Nutzen mit einer Einspannung fräsen wie möglich).
Anschläge so einrichten dass die Platte paßgenau gedreht werden kann.
Mit einem Nutfräser Konturen 5,5mm tief fräsen.
Dann Rundungsfräser (Viertelkreis) einspannen und die Kanten 5,5mm tief runden.
Dann die Platte drehen und auf der zweiten Seite genau so verfahren.
Dabei aber den Fräser an zwei Stellen etwas anheben so dass die Einzelteile weiter mit der Platte verbunden sind.
Sind die Fräsvorgänge fertig die Platte entnehmen und die Einzelteile herausschneiden/brechen.
Die Schneidstellen verrunden und fertig.

Sowas kann man, wenn das rentabel sein soll, nie als Einzelteil fertigen.
 

GertG

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Das mit dem Holz als Material für die Fräse hatte ich übersehen.
So sehr ich Holz mag, aber davon würde ich doch abraten.
Holz (und es ist egal, welches) hat ein katastrophales E-Modul im Verhältnis zu Alu oder gar Stahl. Das ist viel zu weich unter Belastung.
Außerdem arbeitet das im Wandel mit Temperatur und Feuchtigkeit. Du bekommst da keine reproduzierbaren Ergebnisse hin.
Jedenfalls nicht, wenn Du halbwegs Genauigkeit haben willst.


Das Zweite ist das Holz als zu verarbeitendes Material.
Du solltest mal ein bischen mit einer Oberfräse in Massivholz herumprobieren; dann weißt Du, daß da sehr individuell Ausrisse oder Rauhigkeiten an Biegungen und Werkstückenden auftreten können, die dazu führen, daß Du das Teil aufwendig nacharbeiten oder aber wegwerfen mußt....möglicherweise nach einem schon fast komplett abgelaufenen Produktionsdurchlauf. Das bremst Dich aus.


Meiner Meinung nach ist Dein Projekt mit den angegebenen Vorgaben von Stückzahl und Zeit nicht durchführbar.
 
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artibi

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Ich bin ja kein großer Freund der in Deutschland teils weit verbreiteten "Das klappt eh nicht"-Haltung. Aber, @Sox, mach dir wirklich Gedanken, wie das klappen soll. Die Bedingungen sind irgendwie sehr schlecht..du hast kein passendes Werkezeug, keine Erfahrung mit Holzbearbeitung, keine CNC-Programmiererfahrung. Aber du bist der Meinung, dass du den Preis für die Teile unterbieten kannst. Das finde ich ist eine ziemlich gewagte Herangehensweise. Was auch immer du da tust, schau, dass du nicht schon den Auftrag unterschreibst bevor du irgendwas anderes hast. Nicht, dass du dich irgendwann vor einem Gericht wiederfindest weil du nicht geliefert hast...
 
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Sox

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Das richtige Vorgehen ist hier folgendes.

Plattenmaterial auf die Fräse.
Natürlich nicht nur für ein Teil sondern soviel auf die Fräse passt (so viele Nutzen mit einer Einspannung fräsen wie möglich).
Das klingt sehr gut, danke. Was denkst welchen Vorschub man mit so ein Nutfräser in Buche fahren kann?

VG
 

Sox

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Das mit dem Holz als Material für die Fräse hatte ich übersehen.
So sehr ich Holz mag, aber davon würde ich doch abraten.
Holz (und es ist egal, welches) hat ein katastrophales E-Modul im Verhältnis zu Alu oder gar Stahl. Das ist viel zu weich unter Belastung.
Außerdem arbeitet das im Wandel mit Temperatur und Feuchtigkeit. Du bekommst da keine reproduzierbaren Ergebnisse hin.
Jedenfalls nicht, wenn Du halbwegs Genauigkeit haben willst.


Das Zweite ist das Holz als zu verarbeitendes Material.
Du solltest mal ein bischen mit einer Oberfräse in Massivholz herumprobieren; dann weißt Du, daß da sehr individuell Ausrisse oder Rauhigkeiten an Biegungen und Werkstückenden auftreten können, die dazu führen, daß Du das Teil aufwendig nacharbeiten oder aber wegwerfen mußt....möglicherweise nach einem schon fast komplett abgelaufenen Produktionsdurchlauf. Das bremst Dich aus.


Meiner Meinung nach ist Dein Projekt mit den angegebenen Vorgaben von Stückzahl und Zeit nicht durchführbar.
Okay, ich werde dann Alu auch mal durchrechnen und mir auch, wie weiter oben empfohlen, kleine "fertige" Portalfräsen ansehen.
 

Sox

ww-fichte
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Ich bin ja kein großer Freund der in Deutschland teils weit verbreiteten "Das klappt eh nicht"-Haltung. Aber, @Sox, mach dir wirklich Gedanken, wie das klappen soll. Die Bedingungen sind irgendwie sehr schlecht..du hast kein passendes Werkezeug, keine Erfahrung mit Holzbearbeitung, keine CNC-Programmiererfahrung. Aber du bist der Meinung, dass du den Preis für die Teile unterbieten kannst. Das finde ich ist eine ziemlich gewagte Herangehensweise. Was auch immer du da tust, schau, dass du nicht schon den Auftrag unterschreibst bevor du irgendwas anderes hast. Nicht, dass du dich irgendwann vor einem Gericht wiederfindest weil du nicht geliefert hast...
Es muss nicht unbedigt eine Unterbietung sein, gleicher Preis würde auch schon reichen. Danke für den Gedanken mit dem Gericht, hab ganz vergessen, wie schnell das in good old DE passiert. Werde schauen, dass ich mich, falls es zu dieser Produktion kommt, mich bestmöglich absichere und mir einen großen einräumen lasse.
 
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