Parkett verfärbt sich dunkel/orange nach Möbelpolitur

flokohfeldt

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Hallo Woodworker Community,

ich habe folgende Problematik, bei der ich eure Hilfe brauche.

Ich ziehe aus meiner aktuellen Wohnung aus und wollte dafür ein paar Mängel im Echtholzparkett beseitigen. Denke das Parkett ist mit Hartwachsöl versiegelt.
An einer Stelle sind weiße Flaschenrand Spuren gewesen. Diese habe "leider" mit folgendem Produkt versucht zu entfernen: Poliboy Möbelpolitur helles Holz.
Ich habe leider erst später gesehen, dass es nur für lackiertes Holz geeignet ist.
Die Möbelpolitur hat folgende Inhaltsstoffe: C10-13 ALKANE PARAFFINUM LIQUIDUM BUTOXYPROPANOL DIMETHYL METHYLGLUTARATE PARFUM(HEXYLCINNAMAL, LINALOOL )COLORANT

Die Stelle hat sich dunkel/orange verfärbt. Ich habe anschließend die gesamte Diele mit 80er Körnung mehrfach geschliffen. Leider hat sich dadurch die gesamte Diele verfärbt.
Meine Frage kann man die noch irgendwie retten? Zumindest so das es nicht mehr ganz so auffällig ist?

Eine weitere Frage:
An einer anderen Stelle hat eine Zimmertür am Boden geschliffen. Die Stelle wollte ich "kaschieren" indem ich mit einer Walnuss darüber gerieben habe. Dadurch ist das Fett der Walnuss wohl in die Stelle eingezogen und die Stelle hat sich verfärbt. Was kann man da machen um das Fett wieder loszuwerden?

Hoffe Ihr könnt mir weiterhelfen.

Bitte keine Diskussion wie dumm die Aktionen waren, dass weiß ich selber. Man lernt aus Fehlern.
 

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flokohfeldt

ww-pappel
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Das klingt gut und logisch. Danke für eure Antworten. Werde dass dann mit dem Mixol Farbkonzentrat probieren.
Die Farbe 25 Oxyd Weiß ist geeignet dafür?
Kann ich das auch in Bondex Hartwachsöl (farblos) dazugeben?
 

flüsterholz

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Ich bin auch bei weiß gefärbtem Öl. Besorge dir doch ein kleines Fläschchen Mixol Farbkonzentrat in Cremeweiß aus dem Baumarkt und mische davon ein paar Tröpfchen in das Öl, mit dem du die abgeschliffenen Stellen nachbehandelst.
Melanie
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Die Poren sehen ja recht dunkel aus. Könnte das evtl auch gebleichte Eiche sein?
 

fahe

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Vielleicht bin ich ja der einzige, der das so sieht: Falls das - so liest es sich - eine Mietwohnung ist, finde ich das so la la.

Vieles, was an Gebrauchsspuren vor der Verschlimmbesserung vorhanden war, wäre bei der Übergabe wahrscheinlich als Folge normaler vertragsgerechter Nutzung durchgegangen. Je nach Dauer des Mietverhältnisses wäre es ja vielleicht ohnehin auf der Hand liegend gewesen, dass der Vermieter sich um eine Überarbeitung des Bodens kümmert.

Wenn ein Vermieter sich dann wie hier hinter die Fichte geführt fühlt, hätte ich aber Verständnis dafür, dass dessen Bereitschaft, vielleicht etwas mehr als normale Gebrauchsspuren zu akzeptieren, geringer ausfällt.
 

Holzsinn

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Jetzt ist es aber nunmal schon passiert und es ist an uns Profis, Tipps zu geben, wie der Schaden möglichst gering zu halten ist.

Die größte Herausforderung beim Retuschieren ist, durch neuen Farb- und Oberflächenmittelauftrag die Gleichmäßigkeit der alten Fläche wieder herzustellen. Da spielen dann mehrere Faktoren eine Rolle: die Farbe und ihre Dichte muss passen, der Untergrund sollte nicht negativ auffallen und der Überzug muss in Dichte und Glanzgrad zum alten Boden passen. Das ist für ungeübte Laien schon ein Brett, das nicht so leicht zu bohren ist!
Ich würde die beiden Stellen fein, aber nur so viel schlefen, dass der natürliche Holzton wieder zum Vorschein kommt und ein sanfter Übergang zur Umgebung entsteht. Dann eine kleine Menge des vorhandenen HWÖs in ein Glas füllen und nur 1-5 Tropfen des cremeweißen Farbkonzentrates einmischen, bis ungefähr der passende Farbton des alten Bodens entsteht. Mit einem etwa 2 cm breiten Borstenpinsel die Mischung in Faserrichtung auftragen und mit einem trockenen Pinsel den Überschuss oder die zu hohe Farbkonzentration wieder abnehmen und damit auch einen Übergang zu der alten Holzfläche malen.
Wie man/frau vielleicht schon raushören kann, ein gewisses Farbgefühl und malerisches Talent schaden bei so einer Arbeit nicht.
Viel Erfolg!

Melanie
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flüsterholz

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Die Stellen wurden ja beide durch die verwendeten Mittel mehr oder weniger gebeizt. In der Politur war ein Colorant enthalten, dass kann ein Farbstoff oder Pigment sein, während Wallnuss durch die enthaltene Gerbsäure Holz dunkel verfärbt. Gut, dass du sie vorher nicht noch ausgegekocht hast.
Beides wirst du letztendlich nur durch schleifen oder bleichen restlos entfernen können. Bleichen mit stärkeren Mitteln, wäre hier punktuell aber schwierig und nicht empfehlenswert. Bleibt letztendlich nur schleifen, was aber durch den nötigen Materialabtrag wiederum zu Problemen führt.
Was man versuchen könnte, wäre vorher noch mit Zitronensäure die betroffenen Stellen leicht zu bleichen. Wahrscheinlich wird es bei der Walnuss besser funktionieren. Erstmal nur wenig auf einen Lappen geben und an einer Stelle probieren, ob überhaupt eine Reaktion entsteht. Wenn ja, die betroffenen Flächen weiter damit behandeln. Dann so weitermachen, wie von Melanie empfohlen. Viel Erfolg.
 

Time_to_wonder

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Jetzt ist es aber nunmal schon passiert und es ist an uns Profis, Tipps zu geben, wie der Schaden möglichst gering zu halten.
Das sehe ich nicht so.

Es ist das Eigentum des Vermieters. Ja, der Schaden ist da, aber ein dranrumbasteln macht es vielleicht noch schlimmer.

Nach meiner Ansicht ist man hier zur Schadensminderung angehalten und da ist für mich der einzige Weg, mit dem Vermieter offen zu sprechen. Man hat für sowas doch eine Haftpflichtversicherung.

Dass der TE nicht vor absurden Ideen zurückschreckt, wissen wir ja nun schon. Er hat das Recht, den Boden zu nutzen, und zwar bestimmungsgemäß.

So ein Dranrumfuhrwerken halte ich für vertragswidrig.
 

Hoosier

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Der Vermieter soll sich darum kümmern.
genau das sollte doch mit der obigen Anfrage umgangen werden... Ich kann teilweise nachvollziehen, dass man diesen Weg gehen möchte, manchmal klappt es ja auch, Fehler ästhetisch soweit zu korrigieren, dass man durch die Abnahme kommt. Ich erinnere mich hier an manche Buden im Studentenwohnheim....
 

MarcBerlin

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Ich bezweifle ein wenig, dass die ursprüngliche Behandlung ein (Hartwachs-) Öl ist. @flokohfeldt versuch mal wirklich die ursprüngliche Behandlung zu klären. Es sieht mir ganz nach einem Fertigparkett (wahrscheinlich 2-Schichter) aus mit werkseitiger Behandlung. Das kann ein Lack oder auch so ein unsägliches "UV-Öl" sein. Die waren nichts als zu dünne Lacke. Inzwischen sind sie aufgrund massiver Probleme zumindest bei den renommierten Herstellern wieder aus den Sortimenten verschwunden. Sehr preisbewusste Kunden ohne Scheu vor unseriösen Quellen finden solche Produkte immer noch.
Egal ob Lack oder "Öl", diese Produkte dringen kaum ein und feuern nicht an. So sieht das für mich aus. Nun hast Du bei einem Stab die ursprüngliche Behandlung entfernt und alles, was Du aufträgst, vor allem wenn es ein Öl (oder eben auch eine Politur) ist, dringt tief ein, feuert die Holzfarbe an und erzeugt einen gänzlich anderen Ton, als auf dem Rest der Fläche. Wenn da wirklich eine Art Lack drauf ist, kann es wesentlich besser sein, anstatt zu Ölen, den Bereich einfach wieder zu lackieren. Ein weißliches Öl kann schon helfen, den Ton anzugleichen. Alles was @Holzsinn und @flüsterholz geschrieben haben ist absolut richtig. Aber wenn drum herum einfach ein Lack vorliegt, wird das ganz schwierig, mit dem angleichen.
 

brubu

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Wenn man sich die schön braune Eiche ansieht war wohl ursprünglich ein Aufhellack, die hatten früher weisse Pigmente drin, oder ein nicht anfeuernder Lack verwendet worden. Sonst wäre die Eiche auch gelblich. Wie man nun das gelbe Zeug mit weiss überdecken will um damit einen hellen Braunton zu erreichen kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich hoffe mir fehlt nur das Wissen und so möchte ich es hier lernen.
 

brubu

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Danke, ich bin mit dem Buch und Kursen von Strohofer schon länger praxisorientiert unterwegs, schreibe hier aber nicht viel dazu weil mir bei euch vieles anders erscheint.
 

flüsterholz

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Kursen von Strohofer
Den kenne ich nicht. Wer ist das und welche Kurse bietet der an?
Dass die Hilfestellungen bei solchen Anfragen wie dieser, natürlich sehr auf Anfängerniveau bleiben, sollte klar sein.
Bei Fussböden halte ich mich auch lieber zurück, das ist nicht gerade der Bereich, mit dem ich mich gut auskenne. Von dem weißpigmentierten HWÖ war ich auch nicht so überzeugt. Da fand ich die Erklärung von @MarcBerlin schon stimmiger.
Andererseits, wenn schon jemand gezielt fragt, möchte man ja auch Hilfestellung geben, wobei der Hinweis "Vermietersache" sicherlich auch nicht verkehrt ist. Der Fragesteller hat ja jetzt Optionen und kann sich entscheiden.
 

brubu

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Das war die Firma Reform Beizen und Lacke, die gibt es nach etwa 3 Generationen nicht mehr. Strohofer selber kannte ich auch nicht, war glaube 1. Generation.
Die waren aber nicht im Bodenbereich tätig, Holz färben und beizen funktioniert immer etwa gleich.

Das Buch gibt es nur noch gebraucht. https://www.eurobuch.de/buch/isbn/9783858910028.html
 

wirdelprumpft

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flüsterholz

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Die waren aber nicht im Bodenbereich tätig, Holz färben und beizen funktioniert immer etwa gleich
Klar. Aber wie willst du das hier vermitteln. Ich bin früher oft von Bekannten gefragt worden, die sich selber an eine "Restauration" gewagt haben, "Du, wie färbe ich denn das neu eingesetzte Holz ein, dass es zu dem alten passt. Oder sie hatten es schon gebeizt und nach dem Auftragen der Oberfläche hat es dann doch nicht so richtig gepasst. Wie bekomme ich das noch passend hin?"
Soll ich dann antworten, kauf dir zwanzig verschiedene Beizen und nochmal genauso viele Pigmente, dazu Pinsel für ein paar hundert Euro und übe 3 Jahre unter Anleitung?
Und dann bin ich vor etwa 4 Jahren auf das Video von Melanie gestoßen, in dem sie zeigt, wie man auch mit Filzstiften farbliche Anpassungen machen kann. In dem Augenblick hab ich nur gedacht, genial. Das ist doch ein einfacher Weg, wie man auch Anfängern zu einem guten Ergebnis verhelfen kann, ohne dass er erst ewig üben muss. Klar sind Farbstoffe nicht so lichtecht wie Pigmente. Aber eine Zeitlang wird auch das halten und derjenige ist glücklich, dass er es alleine hinbekommen hat. Finde ich viel wichtiger, als dass man es jetzt 100% fachlich richtig gemacht hat.
Und wenn ich dann auch mitbekomme, wenn Fragesteller glücklich ihre Ergebnisse zeigen, auch wenn die den Anforderungen von Profis nicht entsprechen, dann ist doch alles gut, oder?
 

brubu

ww-robinie
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Mit Glück passt es, mit Pech geht es gröber daneben. So geht es auch den Profis, wir dürfen immer wieder Möbelergänzungen passend beizen.
Einmal sogar billig passend zu einem ehemaligen Programm des Möbelhauses mit 4 Buchstaben, da gab es aber nur etwas eingefärbten Lack.

Warten wir ab ob der TE Glück hat.
Ich frage mich immer noch wie man mit weiss einen Gelbstich wegbringt und auf einen Braunton kommt. Wäre super wenn es klappt.
 

flüsterholz

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Perfekt wird es sicher nicht, aber schlimmer mit Sicherheit auch nicht. Und vielleicht wird es so gut, dass er durch die Übergabe damit kommt. Drücken wir ihm die Daumen.
 

seschmi

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Bei dem Walnussfleck würde ich Zitronensäure probieren. Etwas Pulver in Wasser lösen und einen kleinen Tropfen an eine Stelle geben und schauen, ob es hell wird.

Das wird Gerbsäure aus der Walnuss sein, denke ich, die entfärbt sich eventuell dadurch. Aber vorsichtig testen.

Wie man auf so eine Idee kommt (Walnuss?), frage ich jetzt nicht.

Meine Empfehlung für zukünftige Instandsetzungsaktionen: Erstmal auf der Webseite der Firma Heinrich König schauen. Ich habe gerade erst wieder einen Schaden an meinem eigenen Parkett mit „Sprüh-König Ansatzlos Plus“ nachlackiert und bin (wieder) sehr angetan.

Bei dem anderen Brett ist auch mein Eindruck, dass da ein leicht pigmentierter Lack drauf war und jetzt einfach Eiche zu sehen ist. So eine schwache Pigmentierung passend hinzukriegen traue ich mir auch nicht zu - bei ganz großer Verzweiflung würde ich einen Tropfen weißes Mixol in verdünnten Klarlack geben und es damit probieren..,
 
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