Paraffinöl. Wer hat Erfahrung damit?

diy

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Hi alle miteinander,

ich lese hier schon eine ganze Weile und sehr interessiert mit. Da googeln sowie die Suchfunktion hier mir nicht weitergeholfen hat, möchte ich jetzt selber mal eine Frage stellen:

Ich möchte eine Küchenarbeitsplatte aus Buchen-Leimholz ölen. Habe schon einige Öl-Erfahrung, aber noch nicht mit Paraffinöl. Da hier nun solch eine Flasche von Ikea rumsteht ("Skydd"), würde ich gerne wissen, ob sich das Zeug auch eignet, denn es scheint mir konkurrenzlos billig zu sein, lässt sich leicht verarbeiten, zeigt keine/kaum Geruchsbelästigung, geringe Veränderung des Holzfarbtons und ist offenbar völlig ungiftig.

Die Arbeitsplatte wir übrigens zweckentfremdet: dient im Bad als Schrankabdeckung, in die ein Waschbecken eingelassen wird. Falls es geeignet wäre und sich bewährt, könnte ich auch meine Küchenfronten aus Buche damit behandeln.

Ich bedanke mich schon im Voraus bei jedem, der bereit ist, mir mit seiner Erfahrung weiter zu helfen. :emoji_slight_smile:

Viele Grüße
Wolfgang
 

heiko-rech

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Hallo,

Paraffin ist wunderbar, als Beimischung zu harten Wachsen, aber als alleinige Oberflächenbehandlung ungeeignet. Es ist zu weich und zu wenig Wiederstandsfähig.

Gruß

Heiko
 

edelres

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Parafinoel

Hallo Wolfgang,

Bei Parafinoel, handelt es sich um ein Petrochemiedestillat. Es wurde frueher als Schmieroel verwendet, da es weder ranzig wird noch dickfluessig. Als Holzschutz vollkommen ungeeignet, da es keinen schuetzenden Film bildet.

Parafinoel ist als Gleitmittel beim Polieren gut geeignet.

Einen wirklichen Oberflaechenschutz geben nur filmbildende Oele, das sind Leinoel und Tungoel, sowie Mischungen aus denselben.

In D werden da viele Produkte zu diesem Zweck angeboten, hier im Forum wurde dies schon xmal behandelt.

mfg

Ottmar
 

diy

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Hi Heiko und Ottmar,

jetzt bin ich wieder ein wenig schlauer :emoji_grin: Vielen Dank euch beiden!

Schade, ja; wäre schön gewesen. Aber: Paraffinöl ist beim Polieren von Nutzen. Das kann ich nutzen!

Weiter habe ich jetzt den entscheidenden Anstoß beommen, mich doch mal um Tungöllack zu kümmern. Habe diesbezüglich wegen Geruchsbildung eine entsprechende Anfrage an den (einzigen?) deutschen Anbieter von Tungöllack (fängt mit K an) gerichtet. Oder würdet ihr eher reines Tungöl auf einer Grundierung mit Leinölfirnis vorziehen?

Tja, eine Antwort, eine neue Frage. Sorry... :emoji_wink:

Grüße

Wolfgang
 

edelres

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Oellack

Hallo Wolfgang,

Oelfinish und Oellack sind Produkte mit vollkommen verschieden Eigenschaften und Anwendungsgebieten.

Der Vorteil des Oelfinisches (Leinoel- Leinoelfirnis- Tungoel + Mischungen aus diesen) liegt darin, dass in der Holzoberflaeche ein unloeslicher Film aufgebaut wird, welcher bei mehreren Oelauftraegen mit der Holzoberflaeche gleich ist. Wird diese Oberflaeche durch die Benutzung unansehnlich, kann mit einem neuen Oelauftrag der optische Eindruck wieder hergestellt werden. Die nicht so gut aussehende Oberflaeche war immernoch dicht, da die Schutzschicht sich im Holz befindet.

Fuer den normalen Gebrauch, ist Leinoelfirnis vollkommen ausreichend, Tungoel ist im Gegensatz von Leinoel haltbarer beim Einsatz in Meerwasser.

Lacke sitzen auf der Holzoberflaeche und bilden hier die Schutzschicht, wird diese beschaedigt, kann durch Risse usw Feuchtigkeit in das Holz eindringen welches unter dem Lack weisse Flecken verursacht und durch die Feuchtigkeit das Holz zum Schwellen bringt und dabei den Lack absprengt.

Der Begriff Tungoellack ist mir fremd, gute Bootslacke basieren auf Tungoelbasis. Jedoch beduerfen dies Lacke staendige Pflege, fuer Arbeitsplatten halte ich diese fuer ungeeignet.

Als Gedankenanstoss

mfg

Ottmar

PS: Warum und fuer was sorry? Der Sinn und Zweck des Forums ist, Fragen zu stellen, meist bekommt man dann eine Antwort, nicht jede Frage kann beantwortet werden, das ist hier jedoch recht selten.
 

diy

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Hallo Ottmar,

danke für deine informative Antwort!

Ich habe vor Jahren etliche Teile aus Fichte-Leinmholz mit Leinöl bzw. Leinölfirnis behandelt, die dann sehr stark nachgedunkelt sind, was mir nicht gefällt. Die Fronten meiner Küche aus Buchenleimholz habe ich mit Parkett- oder Treppenlack von Clou gestrichen, was mir auch nicht gefällt: vergilbt trotz UV-Schutz, ausgeblichen, Oberfläche etwas rau. Den Lack will ich jetzt abschleifen und die Fronten, ebenso wie die oben erwähnten Buche-Arbeitsplatten, ölen.

Aufgrund meiner Erfahrungen mit Leinölfirnis suche ich nach Alternativen. So kam ich auf Tungöl bzw. Tungöl-Lack. Mag aber auch sein, dass das starke Nachdunkeln eher dem Fichtenholz bzw. der Kombination Fichte / Leinöl(firnis) zuzuschreiben ist. Falls das bei Buche anders sein sollte, hätte ich nichts gegen Leinölfirnis. Tungöl wird allerdings eine wesentlich stärkere wasserabweisende Wirkung nachgesagt, im Bad evtl. nicht unwichtig. Und es soll eine widerstandsfähigere Oberfläche haben; auch nicht schlecht. Aber ist das auch wahr?

Ich würde mich über eine Antwort freuen!

Grüße
Wolfgang


PS: Tungöl-Lack wird von Kremer angeboten und beschrieben als Verkochung von Leinöl und Tungöl. (Kremer Pigmente GmbH & Co. KG - Holzlacke - Tungöl-Lack)
 

carsten

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Hallo

fast egal ob du Öl oder Lack nimmst, die Verfärbungen duch Lichteinfluß wird sich immer bemerkbar machen.
Stell dir das Abschleifen und dann Ölen bitte nicht zu einfach vor die alten Lackreste müssen wirklich zu 120 % runter und zwar auch aus der letzten Pore sonst wird das Ergebnis noch unschöner als die Verfärbung ( nämlich unschöne Flecken durch ungleichmäßige einziehen des Öls. Die meisten Öle Feuern mehr oder weniger stark an und machen das Holz dunkler. Bei Fichte würde ich evtl ein leicht weißlich pigmentiertes Öl einsetzen. Buche wird häufig leicht rötlich gebeizt um der Vergilbung entgegenzuwirken.
 

diy

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Hallo Carsten,

danke für deine Antwort!

Buche wird häufig leicht rötlich gebeizt um der Vergilbung entgegenzuwirken.

Verstehe ich das richtig: dann war es also gar nicht der Lack, der vergilbt ist, sondern das Buchenholz hat diese Eigenschaft? Ebenso ist die einstmals doch deutliche Maserung stark reduziert (ausgebleicht). Öl könnte diesem Effekt dann wohl entgegenwirken, denke ich.

Von wegen nicht zu einfach vorstellen: eine Schublade ist schon seit Monaten ohne Front, weil ich zuerst mal 'ne Schleifprobe gemacht hab. Hatte dann schon keine Lust mehr für ca. 20 weitere... :emoji_frowning2:

Grüße
Wolfgang
 

U.Tho

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Ich bin ja ziemlich experimentierfreudig und ziemlich eigensinnig, auch wenn es nicht immer vorteilhaft ist. Den Boden vom Balkon (Beton) habe ich mit Fichtenbrettern gestaltet (28 mm dick, 30 cm breit, gebürstet, Nut / Feder), damals (über 15 Jahre) mit Kerzenwachs behandelt (Heißluftfön). Hier haben wir einen nichtbewitterten Außenbereich, d.h. bei ca. 2,50 Dachüberstand kommt da nicht so oft Wetter hin. Mit der Zeit werden die doch auch ziemlich dunkel und fleckig, wie oben schon erwähnt und die breiten Bretter machen ganz schön Bewegung zwischen Sommer und Winter. Ich habe die auch nur an einer Seite festgeschraubt, dass die sich bewegen können. Ob ich das nochmal so machen würde, weiß ich auch nicht - ist jetzt so. Ich sag mal Holz wird im Außenbereich immer dunkel mit den Jahren - bis schwarz, wenn man keinen farblich deckenden Anstrich wählt - oder?
Gruß Uwe
 

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