Meine Hobelbank aufarbeiten

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von Rei123, 17. Januar 2008.

  1. Rei123

    Rei123 ww-robinie

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    Hallo,

    ich habe es geschafft und eine preiswerte Hobelbank aufgetrieben.
    Sie stammt aus dem Werkraum einer Realschule, ist 10-15 Jahre alt, und ensprechend dem Alter der Schüler mißhandelt worden. :mad:

    Egal, die Basis ist gut: 12 cm Platte, 90*140cm, alles Buche, 2 fr. Vorderzangen und 2 Hinterzangen, jeweils über Kreuz. Mit großer Ablage in der Mitte.

    Aus Gründen des Transports habe ich bis jetzt nur die Zangenkörper und das Untergestell.

    Die muss ich jetzt aufarbeiten.
    Natürlich habe ich mich schon durch das Forum gelesen...da habe ich mir folgendes Vorgehen ausgedacht (Ich will mit dem Gestell beginnen):

    1.) Komplett zerlegen
    2.) Lack abkratzen (Spachtel) und waschen
    3.) Schleifen mit 120er, Excenterschleifer bzw. Hand
    4.) Ölen

    Dazu zwei Fragen:

    - Reicht schleifen mit 120er, oder lieber noch mit 180er, 240er etc?
    Excenterschleifer sollte funktionieren, oder lieber hauchfein abhobeln?

    - Das Öl: Klassisch mit Leinölfirnis, oder modern mit Osmo Hartwachsöl?

    Leinölfirnis: Mind. 2 Aufträge, mit Zwischenschliff Nass mit 180er
    Osmo Hartwachsöl: Angeblich zwei Aufträge ohne Zwischenschliff

    Danke

    Reiner

    P.S.: an Bildern interessiert?
     
  2. Hacki

    Hacki ww-esche

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    HAllo Reiner,
    das ist eine Hobelbank und kein Wohnzimmerschrank!
    120 er und 2x Leinöl ist schon Luxus!
    Schau lieber nach den Zangen: Kein Spiel? Parallel? Kein Verkanten?
    Gehen die Bankhaken leicht?
    Ist das Gestell stabil?
    Das ist wichtig bei einer Hobelbank, wenn das Arbeiten Freude machen soll!
    Gruß Gerd
     
  3. UlZ_5000

    UlZ_5000 ww-kastanie

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    HI RAINER

    Sorry aber die Funktion der Zangen und die Stabilität der hobelbank stehen da meiner Meinung nach im Vordergrund. Wie Gerd schon sagt das ist Luxus aber wieso nicht das musst du selber wissen, denn du sollst sie mögen und damit arbeiten. Ich finde auch eine Hobelbank kann geflegt werden. Also viel Spaß bei der Arbeit.

    MFG: ULZ
     
  4. Rei123

    Rei123 ww-robinie

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    Hallo,

    sehe ich auch so, alles der Reihe nach!

    1.) Ist schon klar, aber wenn ich es jetzt einmal machen muss, dann soll es auch vernünftig sein. Aber der Aufwand sollte in Relation zum Zweck stehen.
    Deswegen dachte ich auch an das Osmo Hartwachsöl, ist schnell und einfach zu verarbeiten. Gute Idee :confused:

    2.) Zangen: Kommen als nächstes dran, muss ich aber auch renovieren. Haben alle leichten Rostansatz an den Metallteilen. Führung macht aber einen stabilen Eindruck.
    Da werde ich aber viel Zeit investieren müssen.

    3.) Bankhaken: Zwei verrostete Teile lagen dabei...Wurden wohl falsch gelagert. Werde mir neue bestellen. Da lohnt sich keine Arbeit.

    4.) Stabilität: Ist sehr gut, sonst hätte ich sie nicht genommen.
    Keine Risse im Holz, alles sitzt sauber und ohne Luft. Auch bei kräftigem Gegentreten von der Seite keine fühlbare Bewegung. Am Gestell muss ich nichts nacharbeiten, das muss nur gesäubert und versiegelt werden.


    Zur Platte und zu den Zangen komme ich später, jetzt ist erstmal das Untergestell dran.
    Das möchte ich aber vernünftig machen, deshalb meine Fragen.

    Jemand eine Meinung zu diesen?

    Grüße

    Reiner
     
  5. SimonS

    SimonS ww-birnbaum

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    Schwäbisch Hall
    Hallo,
    ich würde Leinölfirnis bevorzugen, da die Bank nach einiger Zeit der Benutzung immer mal wieder eine Auffrischung benötigt / vertragen kann. Durch das Wachs lässt sich eher schlechter ein neuer Ölauftrag durchführen.
    Als Anregung
    Grüße
    Simon
     
  6. andama

    andama ww-robinie

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    Hallo Reiner,

    warum willst Du die Bankeisen wegen bißchen Rostansatz wegwerfen. Reinige sie mit der Drahtbürste, leicht einölen und fertig. Oder hast Du zuviel Geld :confused: ?

    Beste Grüße aus Sachsen

    Andreas
     
  7. andreas

    andreas ww-buche

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    Also, vielleicht bin ich ja altmodisch, aber "zu meiner Zeit" haben wir die Platte nur mit einem Zahnhobel bearbeitet bis alle groben Verschmutzungen und Leimkrusten entfernt waren und fertig. Leicht geölt haben wir höchstens die Hobelsohlen.
     
  8. Rei123

    Rei123 ww-robinie

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    Hallo Andama,

    die Eisen sehen wirklich nicht gut aus, da komme ich mit der Drahtbürste nicht weit. Aber ich könnte natürlich die Zopfbürste in die Flex spannen, dann noch die Auflagefläche per Hand nachfeilen und das Ganze dann noch mit Rostschutz behandeln. Die Feder ist auch schon etwas schlapp.
    Versuch wäre es natürlich wert.

    Hallo andreas und Andama:
    Die ganze Problematik mit der Platte und den Bankhaken will ich später angehen, jetzt ist erstmal das Gestell dran. Das wollte ich aber nicht mit einem Zahnhobel bearbeiten, so schlimm ist es auch nicht.

    Und wenn ich jetzt einmal die Bank neu aufarbeite, dann richtig. Denn wenn die erstmal im Betrieb ist, dann macht ich das nicht noch einmal. :rolleyes:

    Grüße

    Reiner
     
  9. Anatas

    Anatas ww-pappel

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    Südschwarzwald
    Hallo,

    also ich täte erst mal die hobelbankplatte einpacken und zu nem tischler fahren und sie dort auf der langbandschleifmaschine erst mal abschleifen lassen... der schmodder der auf so ner platte normalerweise ist, raubt dir den letzten nerv wenn du da mitdem exzenterschleifer dran gehst..... nur mal so nen tipp so....:emoji_grin:





    gretinx chris
     
  10. Rei123

    Rei123 ww-robinie

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    Rhein-Main
    Ja, das hatte ich auch vor.
    Es ist nicht nur Leim und Farbe auf der Oberfläche, die Jungs haben auch ganz kräftig mit Säge, Hobel und Stecheisen geübt. Leider haben sie das Holz nicht immer getroffen. :rolleyes:
    Ich hatte ja gehofft, daß es Abrichten mit der Durchlassbreite von über einen Meter in meiner Umgebung gibt, aber das scheint nicht der Fall zu sein.
    Selbst eine Breitband hat da ganz schän zu tun.
    Von Hand ist das Praktisch gar nicht zu machen.

    Grüße

    Reiner
     
  11. Dietrich

    Dietrich ww-robinie

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    Hallo,

    zunächst würde ich mit einem guten Metallsucher die Platte absuchen, Metalleinschlüsse markieren und möglichst entfernen, die Teile die nicht rauswollen mit Hammer und Dorn versenken, mind. 5mm, besser 10mm tief.
    Löcher ausbohren, mit dem Scheibchenbohrer und auf der Drechselbank passende Buchen-Querholzscheiben fertigen, einleimen. Danach das Hobelmesser der Rauhbank schärfen und diagonal über kreuz abhobeln bis es durchgängige Späne gibt.
    Hobelmesser erneut schärfen, evtl. Hobelmesserkanten verrunden, bzw. einen ganz leichten Radius anschleifen und damit und der Rauhbank längs drüber.
    So erhalten die Zangenoberflächen auch ein neues Kleid von oben und die bank ist plan. Jetzt ölen, mind. 3mal.
    Am besten die Beschläge werden vor dem Abhobeln überholt.

    Eine geschliffene Hobelbankplatte entspricht wohl nicht der Handwerkstradition.....

    Gruß Dietrich
     
  12. Mister G

    Mister G ww-robinie

    Beiträge:
    803
    Du kannst die Bankplatte auch mit der Oberfräse abfräsen. Wie man das macht ist z.B. im Heft Juli/August 2007 der Zeitschrift Holzwerken beschrieben:
    Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    Oder im Woodworking-Forum in diesem Beitrag: Dieser Link ist nur für registrierte Mitglieder sichtbar.

    Du musst aber sicherstellen, dass zuvor alle Metallteile (Nägel o.ä.) aus der Platte entfernt sind. Sonst ist der Fräser schnell hinüber.
     
  13. Rei123

    Rei123 ww-robinie

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    Rhein-Main
    Ja, die "Oberfräsen-Methode" habe ich auch schon gefunden.
    Aber ich muss sehr viel runterholen, so 5 mm wären schon notwendig.
    Da sind ganz schon viele und tiefe Einschläge auf der Platte.
    Das wollte ich mir und meiner eigentlich Oberfräse ersparen.

    Vielleicht sollte ich mit der Breitband die Drecksarbeit machen lassen und dann mit der Raubank hinterher. Dann sieht keiner mehr, daß ich gefuscht habe.

    Ich versuche erstmal, eine passende Tischlerei zu finden.

    Grüße

    Reiner
     
  14. Rei123

    Rei123 ww-robinie

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    Rhein-Main
    Noch mal eine Frage:

    1.) Das Leinölfirnis, härtet das auch mit Neonlampenlicht? Ich habe die Hobelbank im Keller, da kommt nicht viel Tageslicht rein.
    Oder brauche ich UV-Strahlung?

    2.) Oberfläche: Hobeln statt Schleifen? Traditionell wird eine Hobelbank ja nur mit einer gehobelten Oberfläche versehen, nicht mit dem Excenterschleifer bearbeitet. Soll ich also einfach mit dem Doppelhobel über die Oberfläche gehen?

    Danke

    Reiner
     
  15. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    also das Öle Licht brauchen zum Aushärten wäre mir neu. ( Ausnahme natürlich auf die UV Härtung ausgelegte Öle). leinöl braucht zum Aushärten Luft - kein Licht. Sonst würde vermutlich alle Öloberflächen in den emisten Schreienreien nicht trockenen, denn da läßt keiner über Nacht das Licht an damit das Öl trocknet.
     
  16. Marc2k

    Marc2k ww-kastanie

    Beiträge:
    42
    Ort:
    Koblenz
    Die wenigsten haben auch in ihren Werkstätten UV Licht .. :emoji_stuck_out_tongue:
     
  17. Rei123

    Rei123 ww-robinie

    Beiträge:
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    Ort:
    Rhein-Main
    Oje, alles Kellerkinder :cool:

    Noch jemand eine Antwort zu Frage 2 (Vor dem Ölen mit 180er schleifen oder einfach mit dem Doppelhobel rüber?)

    Danke

    Reiner
     
  18. carsten

    carsten Moderator Mitarbeiter

    Hallo

    wenn du im Umgang mit Rauhbank geübt bist würde ich nur Hobeln. Ich persönlich wäre ehrlich gesagt zu faul dafür und würde schleifen.
    Es ist für die "Qualität" bei einer Hobelbank egal.
     
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