Materialkunde – was ist das für eine Platte, und welches Material für Neubau?

Neven1534

ww-ulme
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Hallo zusammen,


ich hab zwei Fragen in einem Post, weil sie zusammenhängen.


Frage 1 – Material identifizieren


Ich habe ein bestehendes Möbelstück (Foto im Anhang) das aussieht wie eine weiße Hochglanzplatte, ca. 50mm stark, relativ leicht für die Größe aber beim Draufklopfen klingt es voll, nicht hohl. Kann jemand anhand des Fotos oder der Beschreibung sagen was das wahrscheinlich für ein Material ist? Ich tippe auf entweder LISOCORE mit MDF-Deckschicht oder irgendeinen beschichteten Leichtbauwerkstoff, bin aber unsicher.


Frage 2 – Neubau mit ähnlichen Anforderungen


Ich möchte selbst etwas bauen (im Prinzip nen kasten der am boden offen ist, auf der oberseite geschlossen und an einer Seite mit ner Tür 70x70x115) mit folgenden Anforderungen an das Material :
  • ca. 50mm stark
  • weiß, Hochglanz, beständige Oberfläche, soll genau so aussehen wie auf dem Bild (oder muss ich es wenn selber lackieren?)
  • leicht (kein MDF-Vollmaterial)
  • beim Klopfen soll es sich nach Vollmaterial anfühlen und klingen, nicht hohl
  • ich muss Teile auf Stoß verbinden können
  • an bestimmten Stellen muss ich lokal einen Holzklotz einarbeiten können (z.B. ausgefräste Tasche) um dort Räder oder ähnliche Beschläge zu verschrauben

Ich habe bisher recherchiert und bin auf LISOCORE 50mm mit 8mm MDF-Deckschicht gestoßen, oder gibts noch weitere?


Frage 3 – Kanten


Wie macht ihr die Kanten bei solchen Platten sauber? Gibt es konfektionierte ABS-Hochglanzkanten die man einfach aufbügeln kann wie bei normalen Spanplatten? Oder ist das bei Leichtbauplatten komplizierter weil der Kern weich/hohl ist?


Über Erfahrungsberichte aus der Praxis würde ich mich sehr freuen, gerade was Verarbeitung, Verbindungstechnik und Kantenabdeckung angeht.


Danke schon mal!
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Moosheini

ww-kiefer
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Um ein wirklich sauberes Top Ergebnis zu bekommen kommste ums Lackieren und damit Einsatz von MDF nicht drum rum. Ich kann mich schon erinnern, dass wir mal hochglanz Flächen bekantet haben aber die Rundung der Kante war immer sichtbar… Aufbügelbare Kanten sind bei einer bspw. Pappwabenplatte voraussichtlich schwierig. Die Industrie verwendet diese Dinger weil sie sie ausgiebig getestet haben und genau wissen wie viel Klebefläche für was taugt etc.. Da wäre ich vorsichtig! Alternative wäre evtl Pappel Sperrholz? oder Pappel Spanplatte? Bedenke bitte, dass man bei Hochglanz jede kleine Unebenheit sieht. Wenn du die Fläche nicht hundert prozentig Plan bekommst oder Spanplatte verwenden musst, dann nimm lieber eine matte OF. Erspart einiges an Ärger m. M. nach
 

kberg10

ww-robinie
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Das ist ein Artikel genau dafür gedacht um im Regal zu stehen und gekauft zu werden. Der eigentliche Nutzen für den Käufer bleibt gleich schon aussen vor. Nachhaltigkeit schaut anders aus.
 

carsten

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Hallo

hab vor ca 15 Jahren SEHR ähnliche für die damals noch zu Karstadt gehörenden Edelkaufhäuser gebaut. Dienten als Verkaufspäsenter und Beratungstresen.
60mm Egger Eurolight mit eingeleimten Verstärkungen für die Kanten und Verbindungen. Belegt mit einem Hochglanz HPL (Aufgeleimt mit Sprühkleber). Die Kanten haben wir auch mit dem Sprühkleber aufgeleimt, weil optisch besser als mit unsere alten KAM.
Heute mit Laser bzw PU Kante und einer guten KAM ist die Optik problemlos erreichbar.

Klar kann man auch vorbeschichtete Platten auf Gehrung abfalten. Oder nur im Kantenbereich aufdoppeln und 2 mm Kante. ABER für die oben beschriebene Variante dürfte eine Hobbywerkstatt nicht geeignet sein. Für die Gehrungsvariante braucht es eine gute Formatkreissäge. Aufdoppeln und Kante per Hand, da braucht es schon ne gut ausgestattete Werkstatt und auch etwas Erfahrung.
Lackieren könnte man machen lassen.
 
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