Massives Stabparkett oder lieber 3-Schicht-Stabparkett?

Curly

ww-fichte
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Hallo,

nachdem wir uns nun dazu entschlossen haben unser schwimmend verlegtes Bucheparkett wegzuschmeissen, möchten wir gerne stattdessen ein Stabparkett vollflächig verkleben. Wir haben uns auch schon in mehreren Parkettgeschäften informiert aber irgendwie hat jeder eine andere Meinung :emoji_slight_smile: .
Der eine Parkettfachmann riet uns zu massivem Stabparkett, wäre hochwertiger als Mehrschichtstäbe und würde genauso verlegt werden können.
Ein anderer Parkettleger würde lieber das mehrschichtige Parkett verkleben, da es sich nach dem Verlegen durch die mehreren Schichten nicht mehr so verziehen kann und keine Rillen entstehen.
Was würdet Ihr eher empfehlen, oder ist das eigentlich egal?

Viele Grüsse
Sabine
 

robs

ww-ahorn
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Hallo Sabine,

wie Du selbst schon siehst hat jeder eine andere Meinung...

Grundsaetzlich sind alle Parkettarten die es auf dem Markt gibt, wenn fachgerecht verlegt, empfehlenswert.

Welches das hochwertigere Produkt ist liegt im Auge des Betrachters. Und sollte auch vom Fachmann fuer die spezielle Situation (fussbodenheizung, Feuchtraum..) ausgesucht werden.

Grundsaetzlich wenn man von Sicherheit bezueglich Rillenbildung, verwerfen, reissen spricht sollte man in Richtung Laminat gehen (im Prinzip hat das dann kaum mehr was mit Holz zu tun)

Alle anderen Parkettarten in denen Vollholz verarbeitet wird besitzen die holztypischen Eigenschaften- die eine Parkettart mehr, die andere weniger.

Prinzipiell sollte sich der Endverbraucher ueberlegen was ihm am besten gefaellt, bezueglich Holzart, Holzfarbe, Verlegemuster, Endbehandlung( nuturbelassen, geoelt, gewachst oder lackiert...)

Mit diesen Vorstellungen sollte er/sie dann zum Parkettverleger gehen und sich von diesem beraten lassen (hier spielt dann der Preis auch eine Rolle).

Wichtig ist, dass man von vornherein klar macht was man nicht akzeptieren kann in bezug auf Farbe, Struktur des Holzes, Rissbildung, offene Fugen, Aeste...,
damit der Parkettleger es spaeter einfacher hat vor dem Verlegen das Parkett entsprechend zu sortieren.

Nebenbei sollte man nur mit wirklich proffessionellen Parkettlegern zusammenarbeiten am besten solchen, deren Firma schon lange besteht.

Und meiner Meinung nach sollte man als Endverbraucher etwas Toleranz gegenueber kleinen Maegeln zeigen, da wir es hier immer noch mit einem Naturprodukt zu tun haben welches sich nicht 100% ig baendigen laessts.

Also ich wuerde mir gar nicht so viel gedanken ueber den technischen Aufbau und die Verlegeart machen, denn am Ende sieht man ja sowieso nur die Oberflaeche, und diese ist unabhaengig von Struktur des Unterbaus.
Alles technische den Fachmann entscheiden lassen, der ja dann auch fuer die Aussfuehrung verantwortlich gemacht werden kann.
Und bitte dem Handwerker das leben nicht zu schwer machen, also wenn nach dem ersten Winter leichte Fugenbildung neben dem Heizkoerper auftreten, dann sollte das als Beweis angesehen werden, dass man sich fuer ein Naturprodukt entschieden hat und eben nicht fuer Plastik Laminat mit Holzimitation.

Gruss aus Indonesien

Robert
 

Curly

ww-fichte
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Also ich wuerde mir gar nicht so viel gedanken ueber den technischen Aufbau und die Verlegeart machen, denn am Ende sieht man ja sowieso nur die Oberflaeche, und diese ist unabhaengig von Struktur des Unterbaus.
Alles technische den Fachmann entscheiden lassen, der ja dann auch fuer die Aussfuehrung verantwortlich gemacht werden kann.


danke für Deine Ausführungen! Ich bin aber gar nicht der Typ Mensch der andere für sich entscheiden lassen möchte :emoji_wink: , ich möchte mir schon selber eine Meinung dazu bilden und mich dann entscheiden. Zumal die beiden Parkettarten (Stabparkett massiv und mit 3schichtigem Aufbau) preislich nicht weit auseinanderliegen, die massiven Stäbe sind sogar billiger.
Deshalb habe ich auch Bedenken das die massiven Stäbe vielleicht nicht so gut sind, obwohl sie mir schon besser gefallen.

Viele Grüsse
Sabine
 

robs

ww-ahorn
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Hallo Sabine,

die 3-Schicht Staebe sind schon etwas "stabiler", was Feuchteverformungen angeht, jedoch ist immer noch wesentlich wichtiger, die fachgerechte Verlegung.

3 schicht Staebe sind teurer, weil bei der Fertigung mehr Stufen durchlaufen werden muessen und mehr Rohmaterial verwendet werden muss.

Was nun besser ist ist wie gesagt abhaengig vom Betrachter.

Manche Parkettarten sind auch nur entstanden um anfallende Resthoelzer aus anderen Produktionen zu verwenden, Zum Beispiel 2-Lagen Parkett ist urspruenglich entstanden um die Abschnitte aus der Mosaikparkettvertigung noch verwenden zu koennen.
Wir Ingenieure versuchen dann ein technisch sinnvolles Produkt aus den vorhandenen Rohstoffen zu entwickeln, welches bestimmte Mindestanforderungen an Qualitaet nicht unterschreiten darf. Deshalb auch mein Kommentar dass es eigentlich egal ist welche Art von Parkett, da technisch gesehen alle am Markt gaengigen Parkettarten funktionieren. Wenn fachgerecht eingesetzt!!!

Es sind nur eben manche Parkettarten fuer bestimmte Bereiche besser geeignet als andere. Die Entscheidung sollte jedoch der Parkettfachmann vor Ort treffen.

Beispiel:

Beim 3 Schicht Parkett (in der Regel 3 schichten zu 5mm), ist die Nutzschicht 5mm. Sollte das Parkett nun in hochfrequentierten Bereichen verlegt werden, kann es gut sein, dass man hier alle paar Jahre mal nachschleifen und neu lackieren muss, Da kann es schon mal vorkommen, dass nach 3mal nachschleifen die Nutzschicht weg ist. In diesem Fall waere dann ein Vollstab besser.

Dort wo regelmaessig Feuchtigkeitsschwankungen vorherschen( Badezimmer..) wuerde ich einen 3-Schicht Stab vorziehen...

Gruss aus Indonesien

Robert
 

carsten

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Hallo

Robert hat ja schon sehr gut geschildert das die Art des Parketts ob mehrschicht oder einschicht weniger entscheidend ist. Wichtiger ist das der ausführende Parkettleger sein Werk versteht. Wenn man das geringer Arbeiten des mehrschichtigen Parketts als Vorteil anführt ( was ich durchaus als plausibel erachte) sollte man aber bei gleicher Stärke nicht den Nachteil der geringeren Nutzschicht nennen. Das einschichtige könnte man theoretisch bis zum Kleber mehrfach runterschleifen. Bei der mehrschichtigen Variante dürfe bei gleicher Gesamtstärke weniger Material für zukünftige Generalsanierungen vorhanden sein. Evtl ist das mehrschichtige auch von der Gesamtstärke dicker was du zwecks dem Anschluss an bestehende Böden berücksichtigen solltest. Massives Stabparkett wird seit jahrhunderten verlegt und verarbeitet, ist also mitnichten als Schlecht zu bezeichnen. Je nach Oberfläche ist auch die Erfahrung des Handwerkers mit dem Material und dem Holz entscheidend. Gerade bei exotischen Hölzern kann es zu unschönen Überraschungen kommen.
Deshalb nimm lieber den Handwerker bei dem du dich besser beraten fühlst der evtl Schwierigkeiten anspricht und Lösungeswege aufzeigt.
Zum Parkettlegen gehört mehr als nur das Holz irgendwie auf den Estrich kleben.
Untergrund vorbereiten, Feuchtemessung, passenden Kleber auswählen, passenede Holzart auswählen ( Fußbodenheizung oder ein Raum der starken klimatsichen Schwankungen unterliegt und als Holzart Buche halte ich für riskant da Buche sehr stark arbeitet).
Auch Hinweise das Holz eben ein Naturprodukt ist und mit der Zeit durchaus Ritzen im Boden enstehen können sollte der Handwerker erwähnen; dito Farbunterschiede zw evtl Bemusterung und Ausführung oder je nach Größe auch in der Fläche. Evtl sogar den Einsatz eines Luftbefeuchters in Betracht ziehen.
Pflegehinweise usw........
 

Curly

ww-fichte
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Hallo,

bekommt man ein verklebtes Stabparkett nach Jahren wieder vom Boden ab oder geht dabei auch der Estrich kaputt?

Viele Grüsse
Sabine
 

carsten

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Hallo

verklebt mit dem Estrich werden bei de Varianten, da unterscheiden die sich nicht. Der Estrich wird Schäden davontragen das ist bei einer Verklebung fast nicht zu vermeiden, sonst wäre auch die Verklebung mangelhaft.
 
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