Leinöl zur Holzbehandlung

Murkoff

ww-kiefer
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Raabs an der Thaya
Dank des einen Walden wird in unseren kleinen aber keinen Holzwerksatt ausschließlich mit massivholz gearbeitet. Seinen es Reparaturen am Holz, Nistkästen, Möbel für den Garten Werkbänke etc.

Bisweilen wurde das Holz nur wenn notwendig mit Holasur oder Holzöl, meist aber aus ökologischen Gründen letzteres, behandelt. Nun bin ich mehr durch Zufall darauf gestoßen, dass eines der altbewährtesten Mittel zur Holzbehandlung Leinöl ist.
Nun die Frage: Kann bzw sollte man alle Werkstücke mit handelsüblichen Leinöl ohne Verdünnungs- und Trocknungsmittel behandeln? Mit einem Sprühgerät für Druckluft sollte das schnell und einfach möglich sein. Leinöl ist im Vergleich zu anderen Mitteln ja unschlagbar günstig. :emoji_slight_smile:
Wäre andere Pflanzenöle wie z.b. Rapsöl auch nutzbar?
 

PurplePony

ww-robinie
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Würde dir zunächst die Suchfunktion empfehlen.
Dazu gibt es ganz viele Information im Forum.
Von mir immer der Hinweis:
Mit Leinöl getränkte Lappen neigen dazu sich selbst zu entzünden.
Nach Feierabend die Lappen in einem verschlossenen Blecheimer lagern oder in einem Eimer Wasser nach draußen stellen.
LG
 

thilde

ww-birke
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Hallo Murkoff,
grundsätzlich funktioniert das mit Leinöl. Ist aber alles nicht so einfach :emoji_slight_smile:

Mit einigen anderen Ölen funktioniert es auch, das Stichwort ist härtendes Öl. Rapsöl gehört nicht dazu.¹
Was meinst du mit handelsüblichem Leinöl? Öle zum Verzehr haben besonders wertvolle Inhaltsstoffe, die als Oberflächenbehandlung ungünstig sind, da diese Schleimstoffe schimmeln können, besonders im Außenbereich kann das zum Problem werden. Wenigstens gereinigt (entschleimt) sollte das Öl also sein. Ab da gibts ganz unterschiedliche Erfahrungen: Von »eine super Möglichkeit« (siehe Video-Einführung unten), über eine zurückhaltende Bewertung (siehe Link reintechnisch unten) bis zur Einschätzung, dass das nicht funktioniert und das Möbelstück über Jahre bei Wärme (z.B. Sonneneinstrahlung) mit klebriger Oberfläche zurücklässt und im Außenbereich dann sowieso ruckzuck ausgespült würde.

Das nächste Problem ist, dass so ein Öl ziemlich stark vergilbt. Dagegen gibt es gebleichtes Lackleinöl.
Na ja, und dann bleibt die Frage, ob das überhaupt trocknet bzw. aushärtet. Der Aushärtungsprozess kann (muss aber nicht) Jahre dauern, je nach Anwendung kann das ein Problem sein. Trockenstoffe beschleunigen diesen Prozess ganz erheblich. Eine Einführung gibt es zum Beispiel von Lothar Jansen-Greef, der als Restaurator rohes Leinöl mit einer Woche Trockenzeit verwendet. Trockenstoffe (Sikkativ) gibt es auch, z. B. von Kreidezeit, einzeln zu kaufen.
Bei Trockenstoffen gibt es eine große Bandbreite, von Blei, Cobalt bis zu Mangan. Obwohl die nur kleinste Anteile am Öl haben, beeinflußen sie die Trockenzeit und auch die Art der Austrocknung enorm.

Einen schönen Überblick zu Möglichkeiten und vielen Experimenten mit gekauften und selbstgemischten Ölen gibt es von WinfriedM, der zeitweilig hier im Forum unterwegs ist, unter reintechnisch.

(Wenn es dir ganz speziell auf die ökologische Unbedenklichkeit ankommt, solltest du daran denken, dass auch dein Kompressor geringe Mengen Kompressorenöl versprüht, die dann auf deinem Werkstück sind.)

Viel Erfolg beim Experimentieren,
Christian

Fußnote 1: Trotzdem kann man auch diese Öle mit geeigneten Zusätzen zum Härten bringen. Osmo Hartwachsöl enthält zum Beispiel neben (trocknendem) Distelöl auch Sonnenblumen- und Sojaöl.
 
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