Kunz oder Stanley Hobel?

Murkoff

ww-birke
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Benötigt wird ein Universallhobel. Abricht/Dickenhobelmaschine, Bandschleifer und Exzenterschleifer nebst einer Felder sind vorhanden, aber hin und wieder wäre ein kompakter Hobel doch praktisch. In den kommenden Monaten werden am landw. Hof viele Holzdielen (z.b. Decke der Werkstatt etc.) getauscht. Da stört es besonders wenn immer wieder Fugen auftauchen, also die Bretter nicht vollständig gerade sind. Für solche Zwecke wird der Hobel am ehesten gebraucht.

Meiner Meinung nach wäre en Schlichthobel am geeignetsten. Da ich den Hobel später aber auch für feiner Arbeiten einsetzen möchte, wäre ein Doppelhobel wohl noch besser. Habe den Kun Doppelhobel Nr. 4 (240mm) und Nr. 5 (350mm) in der Vorauswahl.
Wie seht ihr bis hier meine Einschätzung? Welchen der zwei (kürzer oder länger) wäre eurer Meinung nach geeigneter?

Stanley hat anscheinend auch brauchbare Metallhobel. Allerding nur Putz und Raubankhobel. Gibt es von Stanley keinen Vergleichbaren?

Allgemein: Ist Kunz besser als Stanley? Finde von Kunz so gut wie keine Anbieter online, das macht mich etwas stutzig. Ein guter Hobel sollte doch auch breit vertreten sein?!

Freue mich über jede Antwort! :emoji_slight_smile:
 

rafikus

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Hallo.

Denkst du bei den Stanleys an die Standard-Serie, oder an die Sweethearts? Die Normalen sollen kaum empfehlenswert sein. Die Sweetheart sind schon was ganz anderes, aber da las ich vor kurzem, dass es für die keine Eisen einzeln zu kaufen geben soll.
Ich habe schon lange nicht mehr gelesen, dass jemand einen "normalen" Kunz benutzt. Die Kunz Plus Serie soll da schon viel besser sein, davon hatte ich schon die Nr. 4 in den Händen und bei den Momentanen Preisen braucht man nicht mehr zu einem JUUMA greifen.
Wenn es in Richtung Fügen geht, dann würde ich schon zu einem Hobel Nr. 5 greifen.
 

Murkoff

ww-birke
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Die Produktpräsentierung ist bei Stanley eine Katastrophe. Die Sweatheart Serie ist jene mit Hozgriffen? Expliziert als Swearheart werden nämlich keine bezeichnet. Und auch hier wieder selbe Problem (wie auch bei JUUM und Dictum): Es gibt nur Schichthobel aber keine Doppelhoebel.
Oder konnte hier jemand eine passendes Modell finden? :emoji_slight_smile:

Bei Kunz gibt es aber auch eine "Plus" Serie, die offenbar bessere Qualität mit Holzgriffen bestitzt.
 

Murkoff

ww-birke
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Habe heute kur mit Dictum telefoniert zwecks Beratung. Der Berater meinte das ein Doppelhobel eher ein Auslaufmodell sei, da man die Kappe sehr exakt einstellen muss um ein gutes Ergebnis zu bekommen und ein Schicht bzw Putz oder Simshobel bei richtiger Einstellung selbiges Ergebnis produzieren können und wahlweise einen sehr feinen aber auch groben Abtrag bewerkstelligen können.

Nun bin ich noch mehr verwirrt. Irgendwie scheinen die Funktionen von Schicht, Doppel und Putzhobel zu verwischen und jedes Teil ist für jedes Zweck bei richtiger Einstellung zu gebrauchen. Ist es somit die beste Optionen einen sehr hochwertigen Hobel anzuschaffen der alle Funktionen vereint?
 

Martin Graf

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Hallo,
für Deine Anwendung (begradigen sehr langer Kanten) würde ich einen sehr langen Hobel empfehlen, d. h. eine Rauhbank. Die bekommt man von Ulmia oder Ece in gutem gebrauchten Zustand ab etwa 50€.
Das ist dann aber kein "Universalhobel" mehr, den Du ja auch gerne hättest.
Deshalb würde ich als Ergänzung entweder zu einem No 62 (gibt es von Kunz Plus, Juuma, Dictum und den Premiumherstellern) raten, wenn es ein Metallhobel sein soll, oder alternativ einen hölzernen Schlichthobel und einen hölzernen Doppelhobel (auch gebraucht) dazu.
Auf jeden Fall musst Du in der Lage sein, die Eisen schärfen zu können. Und wer das kann, der kann auch den Spanbrecher am Doppelhobel einstellen.
Also erst einmal klären, welchen Hobeltyp Du benötigst und dann eine Marke auswählen. Idealerweise den Hobel vor dem Kauf testen, dann merkt man schnell, ob man mit dem Modell gut zurecht kommt.
Die Marke ist dann nicht mehr so wichtig, wobei ich die normalen Kunz und Stanley (neu) ausschließen würde. Ich selbst bin auch mit einem Sweetheart nicht zufrieden gewesen.
Gruß
Martin
 

heiko-rech

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Hallo,
das ist ein Armutszeugnis für Dictum!
Die meisten Metallhobel, die verkauft werden sind im Prinzip auch Doppelhobel, da sie einen Spanbrecher haben, das ist etwas ganz anderes als eine Klappe. Es macht in meinen Augen auch keinen Sinn die gleiche Terminologie für Holz- und Metallhobel zu verwenden. Dictum probiert das, es gelingt aber nicht und stiftet nur Verwirrung. Scheinbar sogar bei den Beratern. Meine eigenen Erfahrugen mit der Kundenberatung bei Dictum sind da leider auch nicht besser.
Zum Thema Hobel für Einsteiger wurde hier schon viel geschrieben. Jeder hat da andere Empfehlungen und Vorlieben und schreibt diese auch. Ich zum Beispiel mag Holzhobel überhaupt nicht. Ich empfehle sehr gerne für den Einstieg einen Nr. 62. Das ist ein Flachwinkelhobel, der in der Tat keinen Spanbrecher hat. Andere empfehlen einen No.4 oder No.5, der dann wiederum einen Spanbrecher hat. Wieder andere werden dir zu gebrauchten Holzhobeln raten. Ich würde dir empfehlen dich erst einmal etwas mit den unterschiedlichen Hobeltypen auseinander zu setzen.
Zu deiner eigentlichen Frage:
Die Höherwertige Sweetheart Serie von Stanley ist so gut wie tot. Ich glaube offiziell gibt es sie auch nicht mehr. Es gab da auch nur wenige Modelle. Ich hatte drei davon und es gab leider große Qualitätsschwankungen. Die günstige Serie von Stanley ist meiner Meinung nach ihr weniges Geld, das sie kostet nicht wert. Die Hobel von Kunz aus der Plus-Serie sind soweit in Ordnung, haben mich aber auch nie vom Hocker gehauen. Qualitativ würde ich sie wie Juuma oder die Dictum Eigenmarke einordnen. Aber, und das muss man ihnen zu Gute halten, Made in Germany. Die günstige Kunz Serie wird oft als eher schlecht bezeichnet. Das kann ich mir gut vorstellen, habe damit aber keine eigenen Erfahrungen.
Gruß
Heiko
 

Holzrad09

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Falls ein Gebrauchtkauf in Frage kommt, dann schau mal ins Ebay UK , alte Record oder Stanley findet man da recht günstig. Alte Anant sollten den heutigen billigen Stanley auch überlegen sein.
LG
 

Keilzink

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Habe heute kur mit Dictum telefoniert zwecks Beratung. Der Berater meinte das ein Doppelhobel eher ein Auslaufmodell sei, da man die Kappe sehr exakt einstellen muss um ein gutes Ergebnis zu bekommen und ein Schicht bzw Putz oder Simshobel bei richtiger Einstellung selbiges Ergebnis produzieren können und wahlweise einen sehr feinen aber auch groben Abtrag bewerkstelligen können.

Nun bin ich noch mehr verwirrt. Irgendwie scheinen die Funktionen von Schicht, Doppel und Putzhobel zu verwischen und jedes Teil ist für jedes Zweck bei richtiger Einstellung zu gebrauchen. Ist es somit die beste Optionen einen sehr hochwertigen Hobel anzuschaffen der alle Funktionen vereint?
Es ist schon erstaunlich, wieviel Unsinn man in einen Satz packen kann (Dictum meine ich damit).
Natürlich sollte man erstmal Bankhobel von anderen Bauformen unterscheiden. Dann Europa (oder Teile davon) von den USA und Kanada. Dort haben Bankhobel immer einen Spanbrecher, in D und Teilen von Europa nicht immer. Spanbrecher heißt das Ding, das aufs Messer geschraubt wird und das man penibel einstellen sollte. Klappe oder Kappe heist das Teil, mit dem bei amerikanischen Bauformen die Kombination aus Messer und Spanbrecher auf die Bettung (auch Frosch genannt) gedrückt wird. Gibt es so aber auch bei speziellen Bankhobeln in D. BTW: Es heißt Schlichthobel. Und Schlichthobel deutscher Bauart haben keinen Spanbrecher, das ist richtig, Deutsche Putzhobel dagegen haben immer einen.

Was man grundsätzlich sagen kann: wenn man feine Hobelergebnisse haben will, sollte das Messer einen Spanbrecher haben. Wenn gröbere Arbeiten zu verrichten sind, kann man unter Umständen auf den Spanbrecher verzichten.
Sog. Flachwinkelhobel erzeugen sehr feine Ergebnisse, haben aber keinen Spanbrecher, weil bei denen das Hobelmaul die Aufgabe des Spanbrechers übernimmt. Deshalb ist es auch in vielen Fällen verstellbar und man muss dann die penible Einstellarbeit am Maul statt am Spanbrecher vornehmen.

Wenn du jetzt noch mehr verwirrt bist, dann hat das folgenden Grund: Mit Hobeln ist es wie mit vielen anspruchsvollen Tätigkeiten: Erst erarbeitet man sich mal die Theorie. Dann hat man schon mal einen Eindruck, was man brauchen könnte. Dann geht man in die Erprobung. Spart Nerven, Zeit und Geld. Und erspart Frustration.

Alles nur meine Meinung, beruht aber auf Erfahrungen in Theorie und Praxis

LG: Andreas.
 
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joh.t.

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Mein Weg hat mit Ulmia begonnen. Dann Eisenhobel. Letztendlich als Profi bei Rali gelandet. Ich benutze sie selten. Am häufigsten noch den kleinen Stanley Einhandhobel zum Kantenbrechen etc.
Haben tue ich fast alle. Tunen müsste ich sie, aber die Zeit.
Einen Flachwinkler würde ich ausprobieren.

Man kann da ziemlich viel Geld versenken.
Und jeder Hobbyist hat mehr Hobel als wir Profis. Weil wir die trotz Wappen kaum noch benutzen.
 

Gammelfrog

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Ich besitze einen relativ neuen, klassischen Ulmia mit Pockholzsohle und Keilklemmung
Außerdem ein "No.5" Eisenschwein der Englischen Bauart mit Verstellung per Rädchen.
Ich habe mir auch günstig ein paar Rali Hobel geschossen (die höherwertigen laminierten).

Während die erstgenannten beiden Hobel jedes mal ein wohles Gefühl auslösen wenn ich die Schublade aufmache, greife ich doch immer daran vorbei zu den Rali Varianten. Warum?

Super Simpel einzustellen, direkt einsatzbereit und Pflegeaufwand = 0.

Dazu vergeben Sie jeden noch so groben Umgang (Beim Schreiner wird das Ding auch mal aus 1m Entfernung rücksichtslos in die Montagekiste geworfen). Ersatzklingen sind Preiswert und die Standzeit gut. Wenn man nach einem Tag Leim- und Farbreste hobelt und dann kurz vor Ende noch einen Nagel erwischt, kommt innerhalb von 30 Sekunden eine neue Klinge aus dem Staufach im Handgriff rein.

Wenn es um eine praktikable Lösung geht, ein ordentliches Hobelergebnis zu erreichen, sind die Rali ganz vorne.
Alles andere ist Liebhaberei oder spezielle einsatzgebiete (z.B. Schiffs- oder Profilhobel)

Aber im Hobby und der Liebe ist alles erlaubt, was Spaß macht :emoji_wink:
 

Sebl

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Marktleuthen
Hab gerade in einem schwachen Moment einen Ralimatic und 2 ersatzklingen (15€ für 2 Stück :emoji_open_mouth:) und einen 105er als Monobloc bestellt.... klingen hab ich vom 220er noch einige da.... Ihr bösen Menschen ihr :emoji_rage: (an die letzten 2 Profis gerichtet^^)
 

Gammelfrog

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Hab gerade in einem schwachen Moment einen Ralimatic und 2 ersatzklingen (15€ für 2 Stück :emoji_open_mouth:) und einen 105er als Monobloc bestellt.... klingen hab ich vom 220er noch einige da.... Ihr bösen Menschen ihr :emoji_rage: (an die letzten 2 Profis gerichtet^^)
15€ für 2 Stück? :emoji_open_mouth:

Ich bezahle normalerweise ca. 30 EUR für 10 Stück HSS. Die Klingen kommen Standard im 10er Pack (HSS) oder 2er Pack (HM)
Im Netz sogar noch günstiger:
https://www.banemo.de/484329/brueck-ersatzklingen-fuer-rali-105/220-standardqualitaet-410
HM Messer sind allerdings schweineteuer (45-50 EUR für 2 Stk), gehen aber auch durch kleine Nägel durch.
 

Sebl

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Marktleuthen
15€ für 2 Stück? :emoji_open_mouth:

Ich bezahle normalerweise ca. 30 EUR für 10 Stück HSS. Die Klingen kommen Standard im 10er Pack (HSS) oder 2er Pack (HM)
Im Netz sogar noch günstiger:
https://www.banemo.de/484329/brueck-ersatzklingen-fuer-rali-105/220-standardqualitaet-410
HM Messer sind allerdings schweineteuer (45-50 EUR für 2 Stk), gehen aber auch durch kleine Nägel durch.
Ich mein die Messer für den Ralimatic, für den 105/220/260er sind die klingen mit ~2,50 durchaus bezahlbar, sonst hätte ich ja nicht mit dem 105er aufgestockt

https://rali-shop.de/chomstahl-wendemesser-30mm-fuer-ralimatic.html
 

Gammelfrog

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achso sorry, ging um Ralimatic.

Den habe ich nicht in Verwendung und nicht auf dem Schirm gehabt.
Nach kurzer Recherche ein kleiner Flächenhobel, d.h. die Messer haben abgerundete Ecken.

Klingen bei meinen üblichen Verdächdigen unauffindbar, habe auch leider keine EAN dazu finden können.
In der Schweiz interessanterweise mit 8,30 CHF (7,50 EUR) bezahlbar:
https://www.toolster.ch/de/rali-ersatzmesser-zu-hobel-ralimatic-666024.0100.html
EDIT: Hornbach CH sogar noch günstiger:
https://www.hornbach.ch/shop/Ersatzmesser-2-Stueck-30-mm-fuer-Rali-Matic/5077757/artikel.html
Jetzt gilt es einen deutschen Händerler zu finden :emoji_wink:
 

Murkoff

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Nach den vielen Beiträgen bis ich meinem Ziel wohl noch weiter entfernt als zu Beginn :emoji_grin:
Habe mir vor kurzen eine neue Bandschleifmaschine (Makita) zugelegt, da konnte man sich innerhalb weniger Stunden einen Übersicht alle Geräte verschaffen und sich dann für den Testsieger (Bosch & Makita) entscheiden. Bein einem viel simpleren Hobel ist die Thematik allerdings überraschenderweise viel komplexer. :emoji_dizzy_face:

Denke am Besten wäre es von dem Universalhobel abzurücken hin zu einem fürs mäßig Grobe (hauptsächlich fälzen) und einem fürs Feine (kleine Unebenheiten, Kanten brechen, Möbel). Auch werde ich gerbrauchte ins Visier nehmen. Für den Schlichthobel hätte ich max. 160€ angesetzt. Dafür bekommt man euer Meinung nach noch nicht ganz ausgefeilte Hobel. Gebraucht hingegen hoffentlich schon. :emoji_slight_smile:

Der Rali ist mir schon einige male im Neureither Shop aufgefallen. Sollte somit auch hochwertiger sein, da Neureither auf Qualität wert legt.

Alle Stanleymodelle scheiden aus, da die Sweatheart (seltsame Bezeichnung für ein Hobelserie) ihr Geld auch nicht wert sind.

Sind die Nummerierungen wie fein ein Hobel ist, herstellerübergreifend identisch? Es macht jedenfalls den Eindruck wenn man die Kommentare liest.

Es sind nun Ulima, Anant, Record, Dictum und Rali gefallen. Sollte noch andere Marken in die Auswahl mitaufgenommen werden?

Zum Schlichthobel: Eine Rauhbank - wie oben empfohlen - wäre mir persönlich etwas zu massiv und wohl auch schwierig in der Handhabung. Zum Fälzen sollte ein mittellanger Schlichthobel auf das selbe Ergebnis kommen, zudem gibt es diesen auch als Metallausführung, was meint ihr? :emoji_slight_smile:
 

Murkoff

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Habe mir mal eine Übersicht von Rali verschafft. Für Profimodelle habe die eine ziemlich moderaten Preis. Allerdings ist die Produktbeschreibung etwas zu kurz geraten. Was bedeutet leichte oder schwere Sohle? Den Doppel und die Spahnöffnung zu verstellen ist wohl ein großer Vorteil? Also werden alle Modelle ausscheiden, bei denen dies fix ist. Was ist unter Doppel genau zu verstehen? :emoji_slight_smile:


Edit: Die schwere und leichte Sohle wird doch auf der Homepage erläutert. Alleine schon dadurch das man bei einem Hobel mit leichter Sohle aufgrund der Bauweise keine Teile wechseln kann, fallen diese weg. Somit verbleiben RALI 260 Evolution, RALI 260 Evolution N und RALI 220 Evolution N.
 
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Keilzink

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Nach den vielen Beiträgen bis ich meinem Ziel wohl noch weiter entfernt als zu Beginn :emoji_grin:
Habe mir vor kurzen eine neue Bandschleifmaschine (Makita) zugelegt, da konnte man sich innerhalb weniger Stunden einen Übersicht alle Geräte verschaffen und sich dann für den Testsieger (Bosch & Makita) entscheiden. Bein einem viel simpleren Hobel ist die Thematik allerdings überraschenderweise viel komplexer. :emoji_dizzy_face:

Denke am Besten wäre es von dem Universalhobel abzurücken hin zu einem fürs mäßig Grobe (hauptsächlich fälzen) und einem fürs Feine (kleine Unebenheiten, Kanten brechen, Möbel). Auch werde ich gerbrauchte ins Visier nehmen. Für den Schlichthobel hätte ich max. 160€ angesetzt. Dafür bekommt man euer Meinung nach noch nicht ganz ausgefeilte Hobel. Gebraucht hingegen hoffentlich schon. :emoji_slight_smile:

Der Rali ist mir schon einige male im Neureither Shop aufgefallen. Sollte somit auch hochwertiger sein, da Neureither auf Qualität wert legt.

Alle Stanleymodelle scheiden aus, da die Sweatheart (seltsame Bezeichnung für ein Hobelserie) ihr Geld auch nicht wert sind.

Sind die Nummerierungen wie fein ein Hobel ist, herstellerübergreifend identisch? Es macht jedenfalls den Eindruck wenn man die Kommentare liest.

Es sind nun Ulima, Anant, Record, Dictum und Rali gefallen. Sollte noch andere Marken in die Auswahl mitaufgenommen werden?

Zum Schlichthobel: Eine Rauhbank - wie oben empfohlen - wäre mir persönlich etwas zu massiv und wohl auch schwierig in der Handhabung. Zum Fälzen sollte ein mittellanger Schlichthobel auf das selbe Ergebnis kommen, zudem gibt es diesen auch als Metallausführung, was meint ihr? :emoji_slight_smile:
So kommst du nicht weiter. Du mußt dich erst mal für ein System entscheiden. Dann kaufst du dir einen Hobel, möglichst neu und in halbwegs gebrauchsfertigen Zustand. Damit hobelst du, machst alle Fehler, die möglich sind und irgendwann hast du es dann oder du verkaufst ihn wieder (und kaufst dir eine Hobelmaschine).

Kauf fürs erste keinen alten, keinen gebrauchten. Wenn der vermurkst sein sollte, kommst du nicht vom Fleck. (Das schreibt einer, der nur uralte Hobel hat, der es aber auch von der Picke auf gelernt hat.) Die ganze Liste da oben kannst du streichen: Bei Stanley gilt die Ricola-Frage: "Wer hats erfunden?" - Nicht Stanley, sondern sein Partner Bailey. Aber Stanley hat sie gebaut und vertrieben. Sweatheart kommt aus der Geschichte von Stanley, aus der Hoch-Zeit seiner Produktion, wurde reanimiert von Leuten, die Verkaufen wollten, aber keine Ahnung hatten. Ulmia neu ist nicht mehr Ulmia von Ott aus Ulm, sondern irgendwas anderes - Nachfolger halt, die nach der Pleite übernommen haben. Anant ist - Pardon - Gelumpe. Record alt ist gut, kommt aber für einen Anfänger nicht in Frage. Record neu - siehe Anant. Dictum ist eine Handelsgesellschaft, die die Hobel, von denen sie nichts verstehen, zukaufen. Und dann ihren Namen draufkleben. Was du von deren Know-how & Beratung zu halten hast - siehe meinen letzten und Heikos Beitrag. Zum Schluß: Rali. Ist kein herkömmlicher Hobel mehr, Rali ist eine schnelle, industriell gefertigte Alternative für Leute, die sich ,mit den Feinheiten der Materie nicht befassen können oder wollen. Mit einem Rali hast du Plastik in der Hand, kein "Rosewood". Aber sie hobeln, die Rali, ohne das ganze TamTam, was wir hier abziehen. Feinste Oberflächen stellst du damit eher nicht her, aber sie hobeln, erzeugen Späne. Unbestritten.

Fazit: Zieh dir die Materie von Grund auf rein, oder kauf dir einen oder zwei oder drei von Rali. Ganz im Ernst: Hier im Forum ist, soweit ich weiß, noch nie einer aufgelaufen, der mit seinem Rali nicht zurecht gekommen ist.
Falls du auf dem traditionellen Weg pilgern willst ist eventuell Heiko Rech dein Mann.
(Wie hat der unvergessene bayrische Restaurator aus Kalifornien das immer so schön gesagt: "Als Gedankenanstoß")
 

Gammelfrog

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Naja, normalerweise sind Handwerkzeuge aller Art für die Zielgruppe "Hobbyist und Heimwerker" höher eingepreist als die Werkzeuge für die Profis. Werkzeuge wie der Rali sind pragmatisch aufgebaut. Alles, was nicht der Zweckerfüllung dient wurde weggelassen. Deshalb gibt es für die Profis eben meist keine Ebenholzgriffe und von Japanischen Jungfrauen geschmiedete Stemmeisen.

Zu den Ralis:
Ich habe zwei Rali 220, einen 105 und einen Simshobel (den ich so gut wie nie benötige). Mit dem 260 liebäugele ich immer wieder, kann aber keinen echten Mehrwert zum 220 erkennen.

Meine sind alle in der laminieren "schweren" Ausführung, die ich auf jeden Fall empfehlen wurde. Die "leichte" Sohle ist einfach nur (sehr massives) gebogenes Schwarzblech und der Unterschied in der erfühlten Wertigkeit ist enorm.

Der Hauptunterschied zwischen 220 und 260 ist die Bauform: der 220 ist europäisch und kann je nach Präferenz gezogen oder geschoben werden, der 260 ist englisch/amerikanisch und wird geschoben.

Abgesehen davon ist der 260 etwas länger, was beim abrichten hilfreich sein kann. Ich finde den 220er aber universeller einsetzbar.

Die "N" Variante ist wie ein "AMG Styling Paket". Funktional das selbe Gerät, aber gegen einen Aufpreis etwas mehr "Bling"
 

rafikus

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Sind die Nummerierungen wie fein ein Hobel ist, herstellerübergreifend identisch? Es macht jedenfalls den Eindruck wenn man die Kommentare liest.
Ich glaube, da denkst du in die falsche Richtung.
Die Nummerierungen bei den Hobeln, die ihren Ursprung in den USA haben, haben nichts damit zu tun wie "fein" der Hobel ist.
Nr. 3, Nr.4, Nr.5, ist der "gleiche" Hobel, nur jeweils etwas länger. Nr. 4 1/2, Nr. 5 1/2, Nr. 6, Nr, 7 sind mechanisch eigentlich gleich, aber mit einem breiteren Eisen. Nr.4 ist gleich lang wie die Nr. 4 1/2 , Nr. 5 ist gleich lang wie Nr. 5 1/2.
Alle diese Hobel können nicht nach der deutschen Kategorie "Schrupphobel", "Schlichthobel", "Doppelhobel", "Putzhobel", "Reformputzhobel", "Rauhbank" eingestuft werden. Es sind, wie oben schon beschrieben, Doppelhobel mit einstellbarem Hobelmaul, sie können also zum Putzen eingestellt werden.
Dann kommen die ganzen anderen Hobel, die jeweils eine Nummer haben. Es gibt einen Grundhobel aus Metall, auch einen Falzhobel und auch einen Simshobel. Und dann noch die anderen, die kaum ein Vergleichsmodell bei den hölzernen haben, wie z.B. den Ziehklingenhobel.


Zum Fälzen sollte ein mittellanger Schlichthobel auf das selbe Ergebnis kommen,
Zum Fälzen nimmt man einen Falzhobell, eventuell einen Simshobel, aber keinen Schlichthobel. Da hast du wieder was durcheinander gebracht.

Kauf fürs erste keinen alten, keinen gebrauchten. Wenn der vermurkst sein sollte, kommst du nicht vom Fleck. (Das schreibt einer, der nur uralte Hobel hat, der es aber auch von der Picke auf gelernt hat.)
Da muss ich widersprechen. Erstens gibt es unter den gebrauchten auch Hobel, welche in einem exzellenten Zustand sind und nicht uralt. Zweitens muss man es nicht von der Picke auf lernen. Ich habe es nicht gelernt und komme mit meinen hölzernen Hobeln sehr gut klar. Etwas Geschick und das technische Verständnis für die Funktionsweise eines Hobels reichen da aus.
Und wenn sich jemand einen gebrauchten kaufen möchte und hier Hilfe sucht, können ihm einige aktuelle Anzeigen aus dem Internet genannt werden.
 

Martin Graf

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Hallo Murkoff,
man merkt, dass Du etwas verwirrt bist und das ist auch ganz normal, wenn man neu in die Welt der Handhobel einsteigen möchte. Aber es gibt hier viele, die Dir helfen können.
Was Du aber erst einmal klären und uns mitteilen musst:
- Welche Arbeiten möchtest Du genau durchführen? (Erst ging es z. B. ums Begradigen langer Kanten, jetzt offenbar um das Erstellen oder Nacharbeiten von Falzen)
- Hast Du Erfahrung mit dem Schärfen von Eisen? Willst Du das lernen und bist Du bereit, die Zeit und zusätzliches Geld dafür in die Hand zu nehmen?
- Wo liegt Dein finanzielles Limit?

Solange diese Punkte nicht geklärt sind, stochern hier alle im Nebel und es wird Dir nicht wirklich helfen.

Gruß,
Martin
 

Murkoff

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Falls du auf dem traditionellen Weg pilgern willst ist eventuell Heiko Rech dein Mann.
Dessen Kritiken hatte ich ebenfalls gelesen. Allerdings beginnt das günstigste Set, dass er empfiehlt, bei 300€. Frage ich einen Tischer bzgl einer Bandschleifmaschine wird mir dieser, als Profi, ebenfalls eine Festool empfehlen. Makita und Bosch stehen dieser aber in nichts nach. Und als Analogie trifft es das was ich suche auf dem Punkt - ein guter Hobel, aber nicht das Premiumprodukt.



Hallo Murkoff,
man merkt, dass Du etwas verwirrt bist und das ist auch ganz normal, wenn man neu in die Welt der Handhobel einsteigen möchte. Aber es gibt hier viele, die Dir helfen können.
Was Du aber erst einmal klären und uns mitteilen musst:
- Welche Arbeiten möchtest Du genau durchführen? (Erst ging es z. B. ums Begradigen langer Kanten, jetzt offenbar um das Erstellen oder Nacharbeiten von Falzen)
- Hast Du Erfahrung mit dem Schärfen von Eisen? Willst Du das lernen und bist Du bereit, die Zeit und zusätzliches Geld dafür in die Hand zu nehmen?
- Wo liegt Dein finanzielles Limit?
1: Habe scheinbar begradigen mit falzen verwechselt, mein Fehler. Gemeint war durchgehend begradigen. :emoji_slight_smile:
2: Sollte es mit dem Schärfer einer Motorsägenkette vergleichbar sein, was ich nicht annehme, da schon.Ansonsten würde ich es mit der Zeit anlernen. Wobei dies bei Rali hinfällig ist, da nicht möglich.
3: 200€

Nach all den Informationen und meiner bescheidenen Sachkenntnis würde ich nun zu einem Rali RALI 220 Evolution N tendieren. Rali Hobel können gut angepasst werden und dieses Modell scheint mit am ehesten an einen Universallhobel heranzureichen. Der 260 wäre wohl etwas zu lang.

Der Hauptunterschied zwischen 220 und 260 ist die Bauform: der 220 ist europäisch und kann je nach Präferenz gezogen oder geschoben werden, der 260 ist englisch/amerikanisch und wird geschoben.
Das der 220 gezogen oder geschoben werden kann, ist ebenfalls ein weiterer Grund diesen zu wählen.

Übrigens an dieser Stelle mal ein herzliches Danke für die ausführlichen Antworten. Auch wenn ich nicht jede Zitieren, lese ich mir doch jede Antwort genau durch :emoji_slight_smile:
 

rafikus

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Da du den Preisrahmen genannt hast wollte ich noch was zu gebrauchten Holzhobeln und Schleifstein schreiben, aber die Würfel sind wohl gefallen.
Auf jeden Fall: viel Spass mit dem gewählten Hobel.

Zu der scheinbaren Verwechslung schreibe ich jetzt lieber nichts. :emoji_wink:
 

Martin Graf

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Bei dem Budget gingen entweder etwa zwei gebrauchte Holzhobel und ein einfaches Schärfset oder eben ein neuer Rali. Bei Rali kenne ich mich nicht aus, würde aber für deinen speziellen Anwendungsfall den längeren 260er nehmen.

Gruß
Martin
 
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