Kreissegement ausstechen auf einem Holzrechteck

chdhesi0

ww-pappel
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Hallo zusammen

Ich frage mich gerade eher etwas theoretisches, da ich nicht vom Fach bin und keinerlei Erfahrung mit Holz und den Techniken in diesem Bereich mitbringe.

Ich habe eine kleine Skizze angehängt und frage mich, wie man heut zu Tage ein Kreissegment auf eine rechteckige Holzscheibe übertragen würde und wie man das ohne Technik gemacht hat. Ich kenne mich wage mit der Geometrie des Kreises und eines Kreissegmentes aus. Hat man früher grosse Zirkel gehabt, um ohne Technik die Rundungen einzutragen? Hat man dann anhand der einen Masse des runden Körpers zuerst auf dem Papier gerechnet? Die Maschine kann ja relativ einfach nach den Formeln und Massen die Formen berechnen, skalieren etc. Kann mir das kurz jemand anschaulich erklären? :emoji_slight_smile:

Danke!
 

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civil engineer

ww-robinie
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Hat man früher grosse Zirkel gehabt, um ohne Technik die Rundungen einzutragen? Hat man dann anhand der einen Masse des runden Körpers zuerst auf dem Papier gerechnet?

Hallo,

google mal nach Bildern unter dem Begriff "Stangenzirkel" oder "Müllerzirkel". Eine Möglichkeit Kreisbögen anzureißen, wenn Zirkel mit zwei Schenkeln nicht mehr ausreichen. So etwas kann man leicht selbst bauen. Wenn Bedarf besteht kann ich meinen aus Holz selbst gebauten, max. Radius ca. 75cm, mal fotographieren. Den max. einstellbaren Radius kannst Du theoretisch so lange herstellen, wie Du die Stange machen willst. Und so ein Teil funktioniert auch heute noch. Habe unlängst den Ausschnitt für ein kreisförmiges Spülbecken mit ca. 42cm Durchmesser auf einer Küchenarbeitsplatte damit angerissen.

Im Zimmerhandwerk wurden in Vortaschenrechner- und -computerzeiten geometrische Sachverhalte üblicherweise zeichnerisch gelöst, oftmals im Maßstab 1:1. Ich denke, das war in anderen Gewerken ebenso.

Gruß
Jochen
 

holzdackel13

ww-nussbaum
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um nicht einen großen zirkel zu bauen kannst du auch einen nagel und schnur zur hilfe nehmen!!

nagel im richtigen abstand einschlagen
schnur daran befestigen
und deinen radius ziehen
gruß
dackel^^
 

kölner77

ww-buche
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Hallo ja damit haben unsere altvorderen ganze Katedralen tempel usw gebaut, kommt nur aufs exakte arbeiten an. Ist was komplizierter wie bei nem Zirkel
 

Eddy

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Und wo kommt es bei so großen Radien auf den Zehntel an?

Liebe Grüße
Pedder

Was ist denn für dich groß?
chdhesiO schrieb von einer Holzscheibe.
kölner 77 von Kathedralen.

Ich habe die Bleistift-Schnur-Variante auf die Holzscheibe bezogen,und das ist gegenüber
des Stangenzirkels ungenau.
Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

Ich finde es nur sehr verwunderlich das hier im Forum sehr oft von 10tel
gesprochen wird,aber hier wohl nicht relevant ist.
 

kölner77

ww-buche
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Hallo,
ka mich iritieren 10tel bei Holz eh, 2-3 macht das Brett je nach Tempertur- und Luftfeuchtigkeitsschwankung ja schon mal am Tag oder nicht?
Kann mich noch erinnern wie mein Opa das Stalldach mit einem alten Zimmermann neu gedeckt hat. Mein Gott hat der über Meinen Opa (schlosser) geflucht weil der nur am messen war.
Da früher oft an einem Bauwerk und sicher auch im Holzbau Schnüre mit Knoten als einheitsmaß genutzt wurden bietet sich die Seil Zirkel Variante an, Grade bei Kreis segmenten wo man nicht umgreifen muß, solte ein Solcher Zirkel recht genau sein, vorrausgesetzt man hält den Anreißer grade.
Vor der Nutzung von Schrauben zum feststellen dürfte ein Stangen Zirkel mit Klemmung änlich ungenau gewesen sein, da er schnell mal rutschen kann.
Aber ich denk da auch in Zeitlichen Größenordnungen des Archäologen vor 50 oder 100 Jahren war der Stangenzirkel sicher das Mittel der Wahl.
Klar gab es früher auch schon Zirkel mit 2 armendiese sind sehr selten erhalten (ok ein problem von Hoöz, aber halten Nieten da wirklich?) . Bildlich werden zirkel meist in verdindung mit dem Baumeister dargestellt, dem einfachen Arbeiter waren sie sicher zu teuer.

PS.: bei kathedralen ZB zieht sich oft ein Maß bis hin zum geschnitzten Chorgestühl hin, alles Vielfache von eineander oft sogar in werten die in der Mittelaterlichen Zahlenmythik eine Bedeutung haben.
 

Stick69

ww-esche
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Hi,

bezogen auf die Holzscheibe gebe ich Eddy wohl recht, das die Schnur etwas ungenau sein könnte. Da werden die Altvorderen auch zum Stechzirkel gegriffen haben.
Ansonsten kann man die Schnur auch durch eine Lange , etwas breitere Leiste ersetzen. Das funktioniert auch bei größeren Radien ganz gut und relativ präzise.
Mehrere Meter Durchmesser lassen sich da durchaus auch mit der OF realisieren, und zwar so das man mit dem Fräser auch am Anfangspunkt rauskommt...(fast).
Die restlichen 1/10 kann man dann schleifen.:emoji_slight_smile:


so long

Stick
 

dascello

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Lieber Eddy,

jetzt muss ich eine Lanze für meinen Altvorderen, nämlich meinen Papa brechen.

Der war Steinmetz und Steintechniker und hat Kathedralen restauriert (Bonner Münster, Xantener Dom, Altes Rathaus in Köln etc.). Er arbeitete mit Genauigkeiten unter einem Millimeter und seine Steinmetzen ebenfalls. Guck Dir mal ein gotisches Maßwerkfenster an. Wenn Du Dich da an irgendeiner Stelle um nur 0,3 vertust, passt das am Ende hinten und vorne nicht.
Als kleiner Junge habe ich bei Papas langen Zirkeln immer die Spitze festhalten dürfen. Er zeichnete 1 : 1 auf dem Boden. Für alles andere waren die Maßwerke zu groß. Und: Stein ist weder biegsam noch schwindet er.
Wenn Fugenmaße, also Spaltmaße, schludrig gearbeitet sind, bleibt das so für 1000 Jahre. Deshalb erschließt sich die Qualität der Arbeiten an alten Gebäuden u.a. in der Präzision der Fugenbreiten und im Fluchten der Profile an Säulen, Bögen, Lisenen und Gesimsen. Wenn ich mich recht erinnere ist die Präzision des Parthenons irgendwo im Bereich von 1,5 mm - über die gesamte Erstreckung. Dabei ist der Boden des Tempels nicht eine Ebene, sondern der Ausschnitt einer riesigen Kugeloberfläche. Ganz gerade Linien findet man nirgends, die wurden als langweilig und statisch empfunden.
Sensationell!


Gruß von steigenden Rhein

Michae
 

kölner77

ww-buche
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Hallo,
die Kummen linien und di auch gebauchten Säulen, der Parthenons in Athen, sind das es Optisch grade wirkt zumindest wirds in der Fach literatur so beschrieben, durch den Tiefen Standpunkt des Betrachters sollen exakte graden optisch leicht geschwungen wirken.
Das mit Maßstaab Schnur und Wasserschale als Haubtwerkzeug sehr exakte bauten möglich sind haben die Ägypter schon bewiesen.
 
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