... wenn du deine Buchen-Platten im Baumarkt kaufst, hast du auf jeden Fall folgendes Problem: Die Stabverleimten oder Keilgezinkten Platten werden bei der Herstellung bis auf unter 5 % heruntergetrocknet - das bringt Vorteile beim Schleifen. Dann werden sie vor dem Transport "vacuum-verpackt", weil sonst schon auf dem Laster oder im Baumarkt das "Arbeiten" anfangen würde. Und verzogene Platten kauft ja nun keiner - und Buche ist ein Holz, dass bei Flüssigkeits-Aufnahme recht stark arbeitet (deshalb das Fluchen).
Wenn du also diese Platten mit in die Werkstatt nimmst und auspackst, fangen die sofort an Wasser aus der Luft aufzunehmen und verziehen sich. Das ganze ist eine einfache Rechnung: wenn du in deiner Werkstatt Wohnungs-Verhältnisse hast (Zentralheizung mit 45 bis 55 % Luftfeuchtigkeit) wird die Buche innerhalb einiger Tage von unter 5 % auf etwa 9 - 10 % Wassergehalt raufgehen. Die Wasseraufnahme läuft ungleichmässig ab, aussen stärker als innen - die Platte verzieht sich. Wenn deine Werkstatt eher Aussenverhältnisse aufweisst - also um die 70 % Luftfeuchtigkeit, geht deine Buche auf 12 bis 14 % - der Verzug ist noch schlimmer.
Abhilfe kann man folgendermassen schaffen: Man braucht eine zentralgeheizte Werkstatt, ein Hygrometer an der Wand und einen Holzfeuchte-Messer (Baumarkt, zB von Burgwächter unter 15 Euro). Pack die Buche aus und säge sie sofort grob zu. Wickle die Teile wieder in die Kunststoff-Folie und warte zwei, drei Tage. Pack sie wieder aus, lass sie ein paar Stunden offen liegen und pack sie wieder ein. Das machst du, bis der Feuchtegehalt am Hirnholz bei einem kürzeren Stück gemessen bei etwa 9 % liegt (wenn der Hygrometer in deiner Werkstatt um die 50 - 55 % zeigt). Die Buche hat dann immer noch ein unausgeglichenes Verhältnis von aussen nach innen, wird aber, vor allem wenn sie keilgezinkt ist, nicht mehr allzu stark arbeiten. Mit dieser Methode hab ich jedenfalls gute Erfahrungen gemacht. Wenn dann das fertige Möbel in deiner Wohnung steht und du auch dort normale, ausgeglichene Feuchtigkeits-Verhältnisse hast, dürfte nicht mehr viel passieren. Innerhalb von einem halben Jahr hat sich das Holz dann akklimatisiert. Und sollte die Schiebetür in dieser Zeit doch noch klemmen: Vorsichtig abhobeln bzw schleifen.
Viel Spass: Andreas