Kleiner Badspiegel

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Nabend!

nach guten Tipps zu Topfbändern für ein Spiegeltürchen in einem anderen Thread habe ich mittlerweile mit dem Bau des Türchens selbst begonnen.

Sicher werde ich wieder Fragen haben und ich dachte mir, die versteckste einfach mal in einer Projektvorstellung.

Deshalb vorab meine Selbsteinschätzung: Der Holzbienerich ist so ahnungslos wie overequipped und willens. Kritik, Anregungen und Tipps willkommen :emoji_stuck_out_tongue::emoji_upside_down:

Mein Plan: Ein gerahmtes Spiegeltürchen, um eine Nische zu schliessen.

Mein Material: Ein Spiegel vom Glaser, ein Rest Eiche, ein paar Streifen "Mahagoni" (was es genau ist, weiss ich nicht. Ich bekam 42 Treppenstufen aus den 80ern geschenkt, ich vermute Meranti oder Sipo).

Entstehen soll ein quadratischer Spiegel mit gut 12 cm Rahmenbreite, Spiegelfläche 30 x 30 cm. 4 identische Rahmenteile, auf Gehrung.

Der Eichenrahmen soll zum Rand hin verjüngt werden und in einen Rand aus Mahagoni übergehen.

Hier eine Skizze des Querschnitts:

Threema_2026-08-11_19-01-57.jpeg

Und hier ein Stückchen Eiche, aus dem der Rahmen entstehen soll. Gut 100 cm lang, 24 cm breit und 5 cm stark:

Threema_2026-08-11_19-01-46.jpeg

Jetzt erstmal ablängen und in zwei Kanteln je 70 x 11 x 5 cm aufschneiden und einseitig abrichten, damit ich die Kanteln besser auf der Bandsäge auftrennen kann...
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
... Kanteln aufgeschnitten und an je einer Breit- und Schmalseite abgerichtet:

Threema_2026-08-11_19-02-01.jpeg

Breites Sägeblatt rein, nach Sicht die Kantelmitte angepeilt. Zum Parallelanschlag und zum Maschinentisch die beiden abgerichteten Flächen. Wie trennt das der Profi auf? Nur gesägt, längsseits eine Linie drauf und frei nach Adlerauge?

Threema_2026-08-11_19-01-53.jpeg

Sägebild am Ende ungleichmässig, Wäre nicht passiert, hätte ich den Maschinentisch zur Ausgabe hin verlängert. Für den Zweck aber einerlei:

Threema_2026-08-11_19-01-55.jpeg

Die aufgesägten Rahmenbretter noch abrichten und auf gleiche Dicke und Breite hobeln. Aus 5 cm Bohle wurden leider nur Bretter mit je 18 mm Stärke. Das richtig einzuschätzen, darf ich auch noch lernen :emoji_expressionless:

Threema_2026-08-11_19-01-41.jpeg

Das Rohmaterial steht. Jetzt erstmal die Mahagonistreifen an die Brettkante leimen:

Threema_2026-08-11_19-01-24.jpeg

Threema_2026-08-12_08-45-50.jpeg

Der spätere Rahmen soll zum Rand hin dünner werden. Mit leichter Schräge, wie bei einer Schweizer Kante.

Die Schräge möchte ich mit dem Dickenhobel hobeln, den dafür nötigen Schlitten werde ich heute zusammendengeln....
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Da ist was dran. Auch dürfte beim Auftrennen die Mitte genauer passen, wenn die Dicke über die Länge konstant bleibt. Könnte im Beifang auch für einen geringeren Dickenverlust sorgen.

Dankeschön :emoji_pray:
 

brubu

ww-robinie
Registriert
5. April 2014
Beiträge
7.499
Ort
CH
einfach weil die beiden Teile nur noch einmal durch den Dickenhobel müssen.
Wenn alles spannungsfrei ist und sich nach dem Auftrennen nicht verzieht. Es ist wie oft beim Holz, je nach Holzart, Stärke, Feuchtigkeit, auch je nach Stamm kann viel wieder anders sein. Dies zur Info falls das dickengenaue Holz nach dem Auftrennen nicht bei allen gerade bleibt.
 

teluke

ww-robinie
Registriert
26. Oktober 2015
Beiträge
9.468
Ort
Pécs
Ja richtig, aber meist klappt das.

Wird das Holz vor dem auftrennen nicht gedickt ändert sich dadurch allerdings nichts zum guten.
Es wird im Gegenteil erst recht schwierig weil das eine Teil ja dann auch noch abgerichtet werden muss.
Das ist aber schwierig wenn es krumm ist.
Dickten aber geht auch wenn das Holz leicht krumm ist.

Kommt ja immer drauf an was man damit macht.
 

Markus L

ww-birke
Registriert
1. Dezember 2003
Beiträge
60
Was ich gerade noch sehe:
Beim Auftrennen hättest du den Parallelanschlag an der Bandsäge hochkant stellen sollen, so dass du eine bessere Führung hast, dann geht das Auftrennen deutlich einfacher und gibt auch ein besseres Schnittbild :emoji_slight_smile:.
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Was ich gerade noch sehe:
Beim Auftrennen hättest du den Parallelanschlag an der Bandsäge hochkant stellen sollen, so dass du eine bessere Führung hast, dann geht das Auftrennen deutlich einfacher und gibt auch ein besseres Schnittbild :emoji_slight_smile:.
Tatsächlich hatte ich den Parallelanschlag zunächst auf hochkant umgebaut.

Nachdem der Anschlag aufgrund seiner Höhe aber deutlich über die Kantel hinausragte, erschien mir die Kontrolle des Vorschubs und des Andrucks nach unten / zur Seite bei flachem Anschlag übersichtlicher.

Das unregelmässige Schnittbild der letzten 10 cm (wir sprechen von 0,5 mm tiefen Sägemarken) habe ich wohl durch innehalten beim Vorschub verursacht, als der Schwerpunkt der Kantel über den Maschinentisch ging und das ding leicht hecklastig wurde.

Nächste Mal mit Supportrollen hinterm Auslauf und Anschlag auf Hochkant. Versprochen :emoji_slight_smile:
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Und weiter gehts. Mittlerweile ist der Schlitten für die Dickte soweit fertig, dass ich mich an erste flache Fasen an Reststücken wagen kann:

Threema_2026-08-13_17-28-55.jpeg

Das erste Stück Fichte lief problemlos durch, an die Dickeneinstellung muss man sich rantasten. Deutliche Spuren der Einzugswalze machen mir Sorgen:

Threema_2026-08-13_17-28-55.jpeg

Threema_2026-08-13_17-28-54.jpeg
 
Zuletzt bearbeitet:

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Augen auf und durch. Praktisch keine Spuren der Einzugsrollen mehr, aber minimal Hobelschlag. Zum Glück wird die Stelle später weggeschnitten.

Um 4x gleich breite Fasen zu bekommen, ist bei den letzten Durchgängen wieder ein Herantasten mit 1/10mm Zustellung nötig:

IMG_6716.jpeg

Für meinen Geschmack dürfte die Fase deutlicher sichtbar sein. Bei homogenerer Holzart wäre das gegeben, hier lenkt die Maserung etwas den Blick vom Knick.

Mein nächster Fasenschlitten für die Dickte bekommt eine Auflage mit einstellbarem Winkel.
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Hallo,
davon möchte ich abraten. Es gibt nichts ärgerlicheres, als ein verstellter Schlitten.
Gerne passiert das bevor das letzte Stück fertig ist.

Es grüßt Johannes
Einstellungen, die sich verstellen können (oder versehentlich verstellt werden) sind grundsätzlich ärgerlich.

Hier sehe ich die Herausforderung aber eher in der Konstruktion und der Ergonomie. Mal sehen, ob und wann mich die Muße packt. Gibt ja noch andere Ideen, die auf Umsetzung warten :emoji_slight_smile:

LG
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Weiter gehts. Jetzt die Rahmenprofile so auf Gehrung schneiden, dass die 45°-Winkel exakt passen und alle Längen identisch sind.

Hatte ich mir in der Tat einfacher vorgestellt. Meine (einfache) Kapp-Zugsäge auf - 45° / + 45° eingestellt und einen Stopper für die Länge gesetzt. Nur, die Testhölzer aus Fichte zeigten beim Zusammensetzen immer irgendwo Spalte in der Fuge, nach X korrigierten Einstellungen wurden die Spalte zwar kleiner, der Frust aber merklich größer :emoji_slight_smile:

Das Ding ist, dass die zu korrigierenden Wnkel nah an den 45° Raststufen lagen und sich langsam selbständig in selbige buchsiert hatten.

Also Plan B. Eine Gehrungalade für den Formatschlitten gebastelt, mit exakt 90° und mit zwei Stellschrauben zur Winkeljustage. Ein spaltfreier Ablänganschlag, in den sich keine Gehrungsspitzen zwängen können:

Threema_2026-08-15_20-25-45.jpeg

Test an Fichte passt, und die 4 Teile des Eichenrahmens liegen jetzt spaltfrei so, wie sie liegen sollen:

Threema_2026-08-15_20-25-44.jpeg

Den rückseitigen Falz zur Aufnahme des Spiegels werde ich noch etwas verbreitern, aktuell liegt er schwimmend mit nur 1 mm Luft und soll mit etwas grauem Silikon auf Position gehalten werden ...
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Die Verbindung wollte ich stumpf verkleben, jede Fuge mit 1 Lamello.

In die Ecken soll dann in den bereits verklebten Rahmen von aussen eine 3-4 mm starke Nut gesägt werden, in die dann eine lose, an der Aussenkante später sichtbare Eichenfeder eingeleimt wird.

Das Holz ist mit 7% sehr trocken aktuell und wird sich irgendwann ausdehnen wollen. Die Federn in den Ecken, damit die Fugen an der Aussenseite nicht aufgehen.

Was meint ihr? Welche Alternativen gibt es?

LG
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Endspurt! Der Falz wurde fix per Hand verbreitert, damit der Spiegel etwas mehr Luft bekommt:

Threema_2026-08-16_19-11-22.jpeg

Anstatt einem, wurden es jetzt zwei Lamellos pro Verbindung, mit leichtem Höhenversatz:

Threema_2026-08-16_19-11-27.jpeg

Zum Verleimen bleibt wenig Zeit bei der Hitze, kann bei mir gerne zur Schnappatmung führen. Probleme gabs letztlich keine, umsonst nervös geworden :emoji_slight_smile:

Threema_2026-08-16_19-11-26.jpeg

Threema_2026-08-16_19-11-28.jpeg

Zum Schleifen habe ich mich für einen Handschliff mit Schleifklötzen in 80 / 120 / 180 entschieden. Mühsam zwar, aber ohne die Gefahr, die Fasenkante zu verrunden.

Interessant fand ich, dass sich im letzten Durchgang das Klingspor 180 sehr schnell zusetzte. Für den Schliff in 80 und 120 hatte ich Festo Granat aufgeklebt, da setzte sich praktisch nichts zu. Gleich noch einen Klotz mit Granat 180 zum Vergleich gebastelt und siehe da: kein zusetzen mit Schleifstaub. Hier das Klingspor 180:

IMG_6757.jpeg

Und hier das Granat 180:

Threema_2026-08-16_19-33-23.jpeg
 

Holzbienerich

ww-nussbaum
Registriert
11. Juni 2026
Beiträge
87
Ort
Bischberg
Letzte Schritte: Löcher für die Topfbänder bohren, Ölen, Spiegel rein und fixieren

Zu bequem fürs Fräsen, deshalb wird gebohrt. Blöd nur, dass das Topfscharnier 12 mm Tiefe will und der Rahmen hinter dem Topfloch teils nur 13,5 mm stark ist.

Also mit dem 35er Forstner 8 mm tief rein, dann mit nem 8mm Nutfräser das Lochzentrum bis auf 12 mm Tiefe aufgebohrt und letztlich wieder mit dem 35er Forstner (Bohrspitze ausgebaut) bis auf 12 mm runter. Klingt umständlich, geht aber Ratz-Fatz:

Threema_2026-08-16_19-11-24.jpeg

Threema_2026-08-16_19-11-25.jpeg

Threema_2026-08-16_19-11-29.jpeg

Allseits mit Walnussöl geölt, Spiegel rein, aufgehängt, Feierabend :emoji_relieved:

IMG_6784.jpeg

Threema_2026-08-16_19-49-37.jpeg
 
Oben Unten