Kann man erst beizen und dann lasieren?

digihaddy

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Hallo Zusammen,
ich habe folgendes Problem das ich bisher nicht lösen konnte:
An meinem 30 Jahre alten Haus muß ich im Eingangsbereich rechts neben der Tür das Holz neu machen (neue Klingel passt nicht mehr und daher muß hier eine neue Holzplatte drauf) und es soll später möglichst gleich aussehen wie der Rest.
Die Tür ist massiv Meranti in rötlich wirkendem Dunkelbraun. Ich habe nach viel Suche eine schöne Merantiplatte bekommen die ich für die neue Klingel nehmen kann.
Auch ein zusätzliches Stück für Probeanstriche habe ich.
Ich habe nun schon 3 verschiedene Dauerschutzlasuren gekauft (Remmers Palisander und Nussbaum, Bondex Palisander), bei denen zwar das Farbmuster sehr an den Originalfarbton meiner Tür ran kommt, aber wenn ich die Farbe dann aufmache, ist diese viel zu wenig rötlich. Im Fachhandel sagte man mir, das die Farben früher eher mal rötlich waren und heute das nicht mehr gefragt ist. Habe schon überlegt, die bereits gekauften Lasuren zu mischen, wenn ich eine rote bzw magentafarbene Lasur bekommen könnte - dem ist aber leider nicht so.
Ich habe nun eine sehr rötlich wirkende Beize gefunden und stelle mir die Frage, ob ich das neue Holz erst damit beizen kann und nach reichlicher Trockenzeit dann meine vorhandene Lasur auftragen kann? Bin mir eben nicht sicher, ob sich die Beize mit der Alkydlasur verträgt? Auch frage ich mich, ob ich erst beizen sollte und dann den Holzschutzgrund auftragen sollte oder umgekehrt?
Ich hoffe, das mir jemand helfen kann und bedanke mich schon mal für Euer Feedback.
 

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Holzrad09

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Hallo
Spricht eigentlich nichts dagegen. Ich würde zwar eher eine dünne offenporige / Tauchlasur nehmen aber mit einer Beize sollte es auch gehen.
Vorher trotzdem an einem Probestück erstmal testen.
LG
PS: schöne Tür !
 

magmog

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Guuden,

beizen, was ist beizen? Beizen ist ein farbgebender Arbeitsgang,
für den eine Vielzahl an Mitteln verwendet wird.
Schon als Basis stehen Spiritus, Wasser, NC-Verdünnung und andere Stoffe zur Verfügung.
Mit den Lasuren geht's weiter, Dünnschicht, Dickschicht, wasserbasiert, lösemittelbasiert...
Was willst Du verwenden?


"...gleich aussehen wie der Rest."

Wird nicht gelingen, die Verwitterung und die Auswirkungen des UV Einflusses sind nicht nachstellbar.

"Die Tür ist massiv Meranti in rötlich wirkendem Dunkelbraun."
Bei Lasuren bestimmt viel von dem Holzfarbton den endgültigen Farbton.
Musterkarten auf anderem Holz führen in die Irre.

"aber wenn ich die Farbe dann aufmache, ist diese viel zu wenig rötlich."
Trocken auf Originalholz sieht auch wieder anders aus.

"Ich habe nun eine sehr rötlich wirkende Beize gefunden..."
Ich würde gegebenenfalls eine fast passende Lasur mit Abtönpaste anpassen. Vorsichtig, die Pasten sind extrem farbstark!
 

uli2003

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Sei vorsichtig mit rot. Ist ganz schnell zu viel und das bekommst du nicht rückgängig gemacht. Langsam herantasten.
Und wie Justus schon sagt - durch Licht veränderte Farbtöne lassen sich so gut wie nicht nachstellen. Das liegt hauptsächlich daran, dass Holz und Lasur farbgebend wirken.
Wenn es im einen Blickwinkel passt, dann im anderen nicht mehr.
Da muss man versuchen den Mittelweg zu finden.
 

Macchia

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Soll das ganze Brett ausgetauscht werden wegen dem Klingelschild?
Wäre es keine Option ein Messingblech mit passender Klingel zu suchen?
Denn wie schon geschrieben wurde, wird das nie so wie das alte Holz und das wäre
Schade denn der Rest schaut doch noch sehr gut aus.
 

Holzsinn

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Beizen und Lasieren hintereinander funktioniert nicht, aus mehreren Gründen.
Ich würde auch nicht ohne größere Not soviel Holz austauschen, sondern die Erneuerung wirklich auf einen möglichst kleinen Bereich beschränken.
Die einzige Möglichkeit der farblichen Anpassung sehe ich in Lasur plus Farbkonzentrat. Je nachdem, auf welcher Basis die gekauften Lasuren sind, kann man am ehesten mit Mixol aus dem Baummarkt einen anderen Farbstich geben. Die Mischung muss aber unbedingt auf dem Orginalholz getestet werden, vielleicht auf der Rückseite. Voraussetzung ist, dass das Musterbrett genauso vorbehandelt, d.h. geschliffen, evtl. gewässert, fein geschliffen sein muss wie es später die Vorderseite sein wird.

Melanie
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uli2003

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Beizen und lasieren funktioniert schon, warum auch nicht. Macht man bei Haustüren aber nicht, da gibt den Grundton der Beize in der Regel eine Grundierung, oft fungizid, vor. Darauf kommt eine (weniger, aber auch farbgebende) Dickschichtlasur.
So gesehen ähnelnd deinem Vorhaben.
Mit der Auftragsstärke und Farbe der Dickschichtlasur sollte sich der Farbton angleichen lassen. Wichtig ist aber, dass der Grundton der Grundierung stimmt.
Der auf dem Bild erkennbare Farbton geht Richtung Nussbaum auf Merantiholz.
 

Holzsinn

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Ich gehe von einer klassischen Wasserbeize aus, die schon mal nicht witterungsbeständig ist. Sind Beizen generell nicht, da für den Innenbereich gedacht. Je nachdem, welche Lasur man daraufstreichen würde, kann die Beize "durchbluten", d.h. durch die Lasur angelöst werden und sich unregelmäßig mit dieser mischen.
Ich habe öfters solche Renovierungsjobs und würde in so einem Fall mit einem pigmentierten Terrassenöl arbeiten, dass ich mit Farbkonzentrat noch nachfärben würde. Da es aber nicht nur auf die Farbe, sondern eine ähnliche Dichte des Überzugs, bzw. den Glanzgrad ankommt, ist das Ganze sowieso kein leichtes Unterfangen. Da braucht es i.d.R. ein bißchen Übung beim Farbenmischen und Angleichen. Deswegen hab ich ja auch den Tipp gegeben, das Holz auf keinen Fall großflächig zu ersetzen. So entsteht nicht so viel Fläche, die dann vielleicht negativ ins Auge fällt. Wäre bei so einer gut gearbeiteten Tür schade!
Die Idee mit dem aufschraubbaren Messingklingelschild finde ich sowieso am besten, da am leichtesten umzusetzen.

Melanie
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flow

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Soll das ganze Brett ausgetauscht werden wegen dem Klingelschild?
Wäre es keine Option ein Messingblech mit passender Klingel zu suchen?
Diesen Gedanken würde ich auch verfolgen. Vielleicht ein schönes Brett in stimmiger Farbgebung an Stelle der alten Plastikklingel, und die neue Klingel dort drauf setzen?

Wolf
 

uli2003

ww-robinie
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Ich gehe von einer klassischen Wasserbeize aus, die schon mal nicht witterungsbeständig ist.
Aus diesem Grund wie gesagt - Grundieren und dann DSL.
Als farbgebende Grundierung z.B. Remmers HK Lasur, darauf mehrmals dünn eine Dickschichtlasur streichen bis der Farbton passt.
Pigmente sind schwierig, es sei denn man hat sehr viele Farbtöne. Einfach irgendein Rot einmischen funktioniert nicht.
 

uli2003

ww-robinie
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demnach müsste Wasserfarbe auch so beständig sein wie die heutzutage verwendeten Dickschichtlasuren!????
Wasserbasiert sagt ja erst mal nix über die Bindemittel aus.
Grundierungen wie Dick- oder Dünnschichtlasuren sind heute häufig wasserbasiert.
 
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