Ist dieses Vorgehen gut?

Holzarbeiter_Dirk

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Hallo zusammen,
ich habe eine Frage zur Herstellung eines Zapfenloches, das auf einer Seite eine 45/135 Grad Schräge hat (je nachdem, wie man den Bezug wählt).
Ich möchte die Zapfenverbindung vollständig von Hand herstellen. Handbohrer, Stemmeisen, Stechbeitel und Holzklüpfel sind die Werkzeuge der Wahl.
Es gibt Anleitungen, nach denen man Bohrungen entlang der Innenseite des Loches anbringt und dann das Material aus dem Loch herausstemmt.
Macht es auch Sinn an der 45/135 Grad Schräge Löcher im entsprechenden Winkel zu bohren?
Und noch eins, was ist sinnvoller zuerst zu fertigen, Den Zapfen oder das Zapfenloch?

Die Zapfenverbindung soll in Fichte-/Kiefer Vierkantholz von 10x10 cm hergestellt werden. Breite des Loches ca. 3cm und Tiefe an der tiefsten Stelle ca 5 cm.

Vielen Dank für eure Unterstützung im Voraus.
 

IngoS

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Hallo,

Zapfenloch und Zapfen mit der gleichen Streichmaßeinstellung anzeichnen. Beim Arbeiten von Hand arbeite ich lieber ohne vorbohren nur mit dem Stechbeitel. Erst das Zapfenloch fertigen und dann den Zapfen, der dann im Bedarfsfall angepasst wird.

Gruß

Ingo
 

jho

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Hier wird öfter das folgende Video zum Herstellen von Zapfenlöchern vorgeschlagen:


Das veranschaulicht die Technik ohne Vorbohren ganz gut. Damit sollte die Schräge auch zu bewerkstelligen sein. Voraussetzung ist ein Beitel in der richtigen Breite.

Gruß
Julian
 

Friederich

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Unter dem schrägen Zapfenloch kann ich mir überhauptnichts vorstellen. Worum gehts denn?
Um Kopfbänder vielleicht? Für die wären die Zapfenlöcher nicht schräg sondern senkrecht zur Fläche.
 

Mitglied 67188

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Beim Arbeiten von Hand arbeite ich lieber ohne vorbohren
Dito.
Der Stechbeitel hat keine seitliche Führung mehr, da ist es
mir auch lieber aus dem Vollen zu arbeiten.

Was am Anfang hilft, ist eine Führung für den Winkel aufspannen.
(Bei waren es aber nur 15° aus der Senkrechten.)
Man hat aber relativ schnell ein Gefühl für den richtigen Winkel entwickelt und
kann diese bald weglassen.
Das 30mm breite Zapfenloch konnte ich mit einem 30mm Stechbeitel
sehr präzise auf Breite stemmen, da war kaum was nachzuarbeiten, nur säubern.

das aufgespannte Kantholz hat auf der rechten Seite die 15° Schräge:
stemmen_II.jpg

30mm Beitel:
stemmen_III.jpg

zuerst das Zapfenloch, dann den Zapfen:
stemmen.jpg

viel Erfolg
 
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Gelöscht Mitglied 91199

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Unter dem schrägen Zapfenloch kann ich mir überhauptnichts vorstellen. Worum gehts denn?
Um Kopfbänder vielleicht? Für die wären die Zapfenlöcher nicht schräg sondern senkrecht zur Fläche.

Das wäre in der Tat interessant... Denke, dass es einen einfacheren Weg gibt
 

Holzarbeiter_Dirk

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Ja es soll ein verzapftes Kopfband werden. Dabei ist aber doch die eine Seite des Loches schräg oder habe ich etwas grundlegend falsch verstanden.

Leider bin ich gerade nur am Handy unterwegs. Morgen werde ich eine Skizze einstellen, wie ich die Konstruktion verstanden habe.

Bis hier aber auf jeden Fall schon einmal Danke für die Rückmeldungen.
 

Gelöscht Mitglied 91199

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Ja es soll ein verzapftes Kopfband werden. Dabei ist aber doch die eine Seite des Loches schräg oder habe ich etwas grundlegend falsch verstanden.

Leider bin ich gerade nur am Handy unterwegs. Morgen werde ich eine Skizze einstellen, wie ich die Konstruktion verstanden habe.

Bis hier aber auf jeden Fall schon einmal Danke für die Rückmeldungen.

Ja. Der zapfen wird rechtwinklig zur schmiege gemacht und die länger werdende Seite wird rechtwinklig abgesägt. Das zapfenloch wird dann rechtwinklig gestemmt
 

Mitglied 67188

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Das zapfenloch wird dann rechtwinklig gestemmt
aber nur auf einer Seite.
Zumindest habe ich das so gemacht weil es auch so scheinbar gelehrt wurde.
Ich möchte dir nicht widersprechen, ist ja dein Beruf.
Ich stützte mich auf A. Opderbecke >Das Holzbaubuch< von 1909 :emoji_ghost:
Wie es heutzutage gemacht wird... keine Ahnung :emoji_thinking:

Meine Vorgehensweise die ich in Beitrag 5 geschildert habe wende ich an wenn
ich im wenigen 1/10mm Bereich Ergebnisse benötige/wünsche.
(Möbelbau)
In der "Zimmerei" gehe ich mit einem 32mm Forstnerbohrer vor (bei 10er Balken) und mit einem großen
Lochbeitel hinterher.
Sonst wird das ja nie fertig wenn man 40, 50 Verbindungen hat....
Die 3 Bohrungen stellen den rechtwinkligen Teil des Zapfenlochs dar.
Mit einem Famag Bohrständer sind die alle rechtwinklig gesetzt.
Die Schräge lässt sich bei 45° gut abschätzen und wird zum Schluß geschlagen.

...so wie der Zapfen aussieht habe ich auch das Zapfenloch gestemmt:
stemmen_IV.jpg

großer Lochbeitel und die 3 Forstnerbohrungen zu sehen.
stemmen_V.jpg
 

Mitglied 67188

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hat der Martin schon ein passendes Bild beigesteuert.
ja habe tatsächlich tausende Fotos und alle getaggt zum schnellen finden.
Smartphone macht´s möglich.
Auf dem Rechner sind Voreinstellungen gespeichert, so das mit einem Klick die Bilder
verkleinert und komprimiert werden.

Ich nutze die Fotos in erster Linie um Arbeitszeiten und Chronologie nachhalten zu können.
Auch Farben, Lacke, Beizen, Kleber sind im Bild dokumentiert um auch nach Jahren zu wissen
was ich da verwendet habe.
Unsichtbare Verbindungen oder all das was man nicht auf den ersten Blick zweifelsfrei erkennen kann.
Einige Fotos gebe ich auch dem Kunden mit, damit die auch wissen wie, was, warum....
 

Mitglied 67188

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6 Minuten pro zapfenloch per Hand sind glaub ich für Kalkulationen angesetzt.
sportlich. :emoji_flushed:
ich weiß nicht mehr genau...
so um 07.30 in der früh dürften es wohl um die 10-12 min. gewesen sein. :emoji_sleeping:
zum Feierabend hin wird's dann immer schneller... :emoji_relaxed: trotzdem 6 min. und noch dazu wahrscheinlich
in größere Querschnitte, nicht schlecht.
 

Friederich

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Dabei ist aber doch die eine Seite des Loches schräg
Stimmt, so wird das häufig gemacht. Muss zwar nicht unbedingt, ist aber sinnvoll. Das Kopfband kann sich dann weniger verdrehen.
Besondere Präzision ist hier aber nicht erforderlich, da diese Fläche sowieso nicht geeignetnet ist, Kräfte aufzunehmen. Da kann man also recht "freihändig"arbeiten und Luft lassen.
Wenn hier Kräfte aufgenommen weden sollen, wären dann Zugkräfte, dann stemmt man auch hier besser rechtwinkelig.

Diese Schräge hat beim Kopfband 45°. Kann man einfach mit der Schmiege überprüfen, und dann etwas steiler als 45° stemmen.
Viel zuviel wegnehmen sollte man nur deswegen nicht, um den Balken nicht unnötig zu schwächen. Ist aber unkritisch.
 
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Gelöscht Mitglied 91199

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Hier wird öfter das folgende Video zum Herstellen von Zapfenlöchern vorgeschlagen:


Das veranschaulicht die Technik ohne Vorbohren ganz gut. Damit sollte die Schräge auch zu bewerkstelligen sein. Voraussetzung ist ein Beitel in der richtigen Breite.

Gruß
Julian

Hab's gerade mal angeschaut. Mag sein, dass das für Möbelbau so sinnvoll ist aber ich habe es völlig anders gelernt...
Bei Bedarf kann ich mal n Video machen. Das dauert aber bestimmt, bis ich das hoch stellen kann
 

Holzarbeiter_Dirk

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Erkrath
Vorangestellt schon ein herzliches Dankeschön.
Die Hinweise bis hier sind echt hilfreich.

aber nur auf einer Seite.
...

...so wie der Zapfen aussieht habe ich auch das Zapfenloch gestemmt:
Anhang anzeigen 73136
...

So soll auch mein Zapfen aussehen
...

Danke Dir Friedrich für die zusätzliche Erläuterung.
Stimmt, so wird das häufig gemacht. Muss zwar nicht unbedingt, ist aber sinnvoll. Das Kopfband kann sich dann weniger verdrehen.
Besondere Präzision ist hier aber nicht erforderlich, da diese Fläche sowieso nicht geeignetnet ist, Kräfte aufzunehmen. Da kann man also recht "freihändig"arbeiten und Luft lassen.
Wenn hier Kräfte aufgenommen weden sollen, wären dann Zugkräfte, dann stemmt man auch hier besser rechtwinkelig.

Diese Schräge hat beim Kopfband 45°. Kann man einfach mit der Schmiege überprüfen, und dann etwas steiler als 45° stemmen.
Viel zuviel wegnehmen sollte man nur deswegen nicht, um den Balken nicht unnötig zu schwächen. Ist aber unkritisch.

Puh dann war meine Planung doch nicht ganz verkehrt. Habe schon angefangen an mir zu zweifeln.:emoji_relaxed:

Ich denke das anfangs erwähnte Video ist schon ein guter Hinweis.
Ansonsten muss ich einfach anfangen und ein wenig Übung bekommen.

Vielen Dank
Dirk
 

Gelöscht Mitglied 91199

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Vorangestellt schon ein herzliches Dankeschön.
Die Hinweise bis hier sind echt hilfreich.



So soll auch mein Zapfen aussehen
...

Danke Dir Friedrich für die zusätzliche Erläuterung.


Puh dann war meine Planung doch nicht ganz verkehrt. Habe schon angefangen an mir zu zweifeln.:emoji_relaxed:

Ich denke das anfangs erwähnte Video ist schon ein guter Hinweis.
Ansonsten muss ich einfach anfangen und ein wenig Übung bekommen.

Vielen Dank
Dirk

In dem Video wird das aber für deine zapfenloch Größe völlig unbrauchbar dargestellt...
Ich denke, dass das so nur beim Möbelbau Sinn macht

Eigentlich zeichnet man sich den zapfen an und sticht einmal den Rand ein, dann setzt man ca einen cm vor dem.Ende des Lochs an,haut einmal ordentlich auf den balken und hebelt dann den ganzen klumpatsch raus. Da schafft man immer gleich n halben cm Tiefe auf ganzer breite.man setzt n Stück vor her an, damit man das ende nicht total ausnudelt. Wenn man fertig ist sticht man den übrigen cm nach und putzt noch mal alles n bisschen nach. Dann schafft man das auch ungefähr in der angegebenen Zeit. Immer dran denken, es wird kein Möbel und verdeckt...
 
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