Ist das eine gute Idee? DIY Magnetschraubstock für die Bohrmaschine

Alceste

ww-robinie
Registriert
12. Mai 2020
Beiträge
4.357
Alter
40
Ort
Seligenstadt
Ich bin letztens über ein Video gestolpert ( https://www.youtube.com/watch?v=Z7RZ-eSG8RI ) in dem der Autor sich einen magnetischen Maschinenschraubstock baut indem er einen normalen Schraubstock mittels Adapterplatte auf so einen schaltbaren Magneten ( https://www.amazon.de/dp/B0C7QL66DK?linkCode=ml1&tag=workshop43-21 ) schraubt.
Leider findet sich in der Beschreibung des Magneten nichts zur Haltekraft, weshalb ich zögere das nachzubauen, auch wenn ich da ziemlich viel Lust zu hätte.

Weiß jemand, ob diese Magnete für den Zweck ausreichen?
Hat vielleicht jemand eine alternative Idee?

Viele Grüße

Nico
 

pb57

ww-esche
Registriert
18. September 2023
Beiträge
493
Ort
Rheinland
Grüß' Dich, Nico!

Zu Deinen technischen Fragen kann ich leider nichts beisteuern, aber mir ist aufgefallen, daß der Magnet im Video mit GTLongbo bezeichnet ist, in der Anzeige wird ein GLongbo angeboten. Ob sich das bei den technischen Werten unterschiedlich auswirkt? Der Preisunterschied jedenfalls ist deutlich.

Viele Grüße
Peter
 

Dale_B_Cooper

ww-robinie
Registriert
17. November 2020
Beiträge
1.632
Ort
HH
Der Typ hätte auch einfach die Nuten mal säubern können... :emoji_grin: Dann passt da auch wieder was in die T-Nut rein.

Es gibt doch auch so Spannpratzen für T-Nuten - das wäre mir lieber als irgendwas Magnetisches zu frickeln. Aus den oben genannten Gründen.
 

Mitglied 132096

Gäste
Hallo Nico,

eine Magnetplatte oder ein magnetischer Schraubstock auf der Bohrmaschine ist nicht üblich. Die Vorredner haben es schon geschrieben. Durch den Magneten hast du keine gute Spanabfuhr. Das geht soweit, dass die Späne sich in der Drallnut vom Bohrer verhaken können und ggf. der Bohrer bricht.
Wenn du schon mal mit einer Magnetbohrmaschine gebohrt hast, kennst du das Problem. Selbst wenn du den Magneten ausschaltest hast du immer einen Restmagnetismus am Schraubstock und am Werkstück und du bekommst du Späne schlechter ab.

Besser ist einen Schraubstock mit Spannpratzen nehmen und über die T- Nuten spannen. So hab ich das mit meinen Ständerbohrmaschinen gemacht und das funktioniert sehr gut.
 

Uranus

ww-eiche
Registriert
13. Januar 2025
Beiträge
373
Ort
Weißblau
Mein Permanent Magnetspannfutter der Drehmaschine hat angegeben 80N/Cm², also ziemlich mittelmäßige Spannwirkung. Oft muss ich filigrane Teile einmauern, dass sie bearbeitet werden können. Manchmal segelt ein Bauteil auch schon mal weg. Sowas ist auch nur was für leichte Bauteile.
Man kann sich fragen, warum kein Maschinenbauer so ein Futter für die Bohrmaschine anbietet, weil es es einfach zu gefährlich ist, wenn Hebelkräfte oder starke Schnittkräfte wirken. Magnetspannfutter sind lediglich bei Schleifmaschinen Standard.
Die Späne sind nicht das Problem, die bekommt man weg.

Exzenterhebel für T-Nuten sind deutlich besser.
 

Mitglied 132096

Gäste
Magnetspannfutter sind lediglich bei Schleifmaschinen Standard.
Die Späne sind nicht das Problem, die bekommt man weg.

Exzenterhebel für T-Nuten sind deutlich besser.
+1
Absolut richtig. Bei meiner Flachschleifmaschine habe ich eine Magnetspannplatte. Das ist aber ganz etwas anderes, als bei Bohren und nicht damit zu vergleichen. Beim Flachschleifen hast du ganz andere Bedingungen:

1. sind die Kräfte deutlich niedriger als beim Bohren
2. Die Späne vom Schleifen werden mit der Schleifemulsion wegbefördert
3. sehr flache Teile kann man nicht mehr vernünftig mit einem Schraubstock spannen
4. Man spannt flache Teile über eine sehr große Fläche. Dadurch sind die Haltekräfte entsprechend groß
 

Uranus

ww-eiche
Registriert
13. Januar 2025
Beiträge
373
Ort
Weißblau
Mein Magnetspannfutter nehme ich nur für ganz komplizierte filigrane Teile, die nicht vernünftig ins Futter passen ohne verzerrt zu werden. Ich kenne auch nur dafür eine Anwendung zB wenn ich Passringe drehen muss, die absolut planparallel sein müssen, oder ein <5mm dickes Werkstück.
So etwas kann man in der Bohrmaschine aber sauber über Spannpratzen, Parallelzwingen oder mit Beilagen auf den Bohrtisch spannen.
 

Kerstenk

ww-robinie
Registriert
27. Februar 2022
Beiträge
3.181
Ort
Greifenstein
Magneten setzen eine absolut saubere und plane Oberfläche voraus, sonst halten die nicht. Ich habe so eine Platte für meine Flachschleifmaschine und hatte diese Idee auch schon umsetzen wollen. Macht keinen Spass :emoji_slight_smile:
 

antoni

ww-buche
Registriert
27. November 2024
Beiträge
255
Ort
Stanf ort
Wenn du einen Magneten benutzt, verlässt du dich zwangsweise auch auf ihn. Logisch. Kann aber sehr fatal sein und zu bösen Verletzungen führen. Festgeschraubt bleibt festgeschraubt. Soviel Zeit muss sein. Eine Pratze und ein fester Anschlag zum Schnellspannen, oder 2 Pratzen wenn nur der Schraubstock zum Werkstückwechsel geöffnet werden muss.

Und die Späne lassen sehr, sehr, sehr viel leichter entfernen, wenn sie nicht magnetisiert wurden.

Antoni
 
Oben Unten