industriell Sperrholz schäften

Eitel91

ww-pappel
Registriert
15. Februar 2021
Beiträge
2
Ort
Horb am Neckar
Hallo zusammen,

ich arbeite in einem Unternehmen, dass "billiges" Sperrholz in Verpackungsqualität in sehr hoher Stückzahl umsetzt.
Aufgrund von Kundenwünschen sind wir an spezielle Maße der Plattenzuschnitte gebunden. Dadurch produzieren wir einen hohen Resteausschuss, den wir zukünftig vermeiden wollen bzw. weiter verwenden wollen. Wir möchten die Sperrholzreste mit einer Schäftanlage industriell aneinander kleben.
Nach längerer Recherche bin ich jedoch nicht fündig geworden.

Kennt sich jemand bezüglich solcher Anlagen aus bzw. kennt einen Hersteller?

Vielen Dank
 

carsten

Moderator
Teammitglied
Registriert
25. August 2003
Beiträge
20.118
Alter
51
Ort
zwischen Koblenz und Wiesbaden
Hallo

Je nach Dicke würde ich eher über eine Überblattung nachdenken als Schäftung, Dürfte wesentlich einfacher auszuführen sein. Dafür könnte man eine Tischfräse mit einem großen Schlitzfräser "missbrauchen". Passende Abdeckung, Absaugung, Führung konstruieren. Evtl ein großer 6 Rollen Vorschub, und eine Tischfräse mit großem Tisch. Pressen würde ich das mit einer handelsüblichen Furnierpresse.
Könnte mir auch eine Bearbeitung mit CNC Vorstellen. Evtl sogar inkl Tastaggregat um minimale Dickenunterschiede auszugleichen, und auch gleich irgendwelche Schwalben oder Haken fräsen die in der Länge ineinandergreifen vergleich Hakenblatt im Zimmereibereich.

Firmen die sowas im Standard anbieten kenne ich nicht. Wäre vermutlich ein klarer Fall für Sondermaschinenbau.
 

uli2003

ww-robinie
Registriert
21. September 2009
Beiträge
14.342
Alter
58
Ort
Wadersloh
Dafür könnte man eine Tischfräse mit einem großen Schlitzfräser "missbrauchen". Passende Abdeckung, Absaugung, Führung konstruieren. Evtl ein großer 6 Rollen Vorschub,
Das ist aber nix für die Industrie und 1000qm :emoji_slight_smile:

Die Westag-Getalit AG macht das bei den Schalungsplatten wenn ich nicht irre. Da die hier im Dorf ansässig sind, kann ich vielleicht herausfinden wer die Maschinen anbietet bzw. herstellt.
 

kberg10

ww-robinie
Registriert
12. Juni 2019
Beiträge
1.388
Ort
Hopfgarten
Wenn die Teile nicht zu breit sind, also ca max 150 mm, könnt ich mir Keilzinken an der Tischfräse mit Schiebetisch gutvorstellen. Da kann man verspannte Pakete mit ca 500 mm in einem Durchschieben. Gemeint sind lange Zinken. Schau dir mal die Zinkung bei
Breitschichtholz an (Leimbinder). Dabei ist eine Endlosfertigung möglich, Leimbinder werden in Breiten bis zu ca 250 mm erzeugt.
 

Astlochfräser

ww-esche
Registriert
7. Februar 2021
Beiträge
556
Ort
Berlin
Ich würde mal bei Sommerfeld und Thiele nachfragen, die bieten im Programm als Zusatzleistung geschäftete (1:8 bzw. 1:10 für dünnere Platten) Bootsbau Sperrholzplatten (mit und ohne Verleimung) an. Evtl. machen die das selber oder können Dir den Kontakt zum Zulieferer ermöglichen.

Gruß Georg
 

Hansi17

ww-ulme
Registriert
7. November 2017
Beiträge
162
Ort
Südtirol
Ich würd da auch nichts schäften, entweder überplatten oder keilzinken.
Bei goßen Mengen wär die passende Maschiene ein Doppelendprofiler.
 

Eitel91

ww-pappel
Registriert
15. Februar 2021
Beiträge
2
Ort
Horb am Neckar
@uli2003: Es wäre super, wenn du dort mal nachfragen könntest.
Ich werden den Themen mal nachgehen und berichten. Danke euch
 
Zuletzt bearbeitet:

Andreas W.

ww-robinie
Registriert
10. Juli 2011
Beiträge
785
Ort
Mittelfranken
Hallo Eitel91,

Dein Problem klingt interessant.
Für mich jedorch schwer vorstellbar, daß sich der Aufwand wirtschaftlich lohnen könnte, das von Dir als "billige Sperrholzreste" erwähnte Material aufzuarbeiten. Zumindest nicht im Vergleich zu einfach einen neuen Hub Platten nehmen.
Oder im Vergleich zur Anfrage nach Sonderformaten beim Hersteller (die für Dich besser passen). Bei großem Umsatz sollte das kein Problem sein.

Du müßtest erstmal Deinen Verschnitt sortieren, wahrscheinlich auf ein einheitliches Maß bringen, dann zwischenlagern.
Dann benötigst Du eine maschinelle Ausstattung zum Schäften, dann eine, die verleimt (Leim aufträgt und presst), weiterhin eine Anlage, in der das verleimte Material trocknet und dann muß das Material auch wieder vernünftig in den regulären Arbeitsprozeß gebracht werden.
Alles in allem wäre das richtig viel Maschinenbau und benötigter Platz.

Auch ist es für mich schwer vorstellbar, daß eine durch Schäftung "verlängerte" Sperrholzplatte die gleichen Eigenschaften haben soll, wie eine, bei der zumindest die Hälfte der Furnierlagen durchgeht.
Bei Verpackungen macht man sich ja die flächigen Eigenschaften einer Sperrholzplatte zu Nutze (ohne viel Aussteifungshölzer usw.)
Da täusche ich mich da aber auch gerne.
Eine - sozusagen - durchgehende Keilzinkung wird bei einem plattenförmigen Material nicht funktionieren.

Auf die Schnelle habe ich im Archiv von Höchmann Maschinen nur folgendes gefunden:

https://wtp.hoechsmann.com/en/lexikon/pdf/dim_hk_k_de.pdf
(siehe letzte Seite des Flyers unter Lieferprogramm)

Die Firma war mir bis dato nicht bekannt.
Gemäß den Angaben im Höchsmann-Archiv ist die Fa. Dimter 1993 von Weinig übernommen worden. Weing produziert am alten Standort weiter Keilzinkanlagen.

Gruß, Andreas
 

Astlochfräser

ww-esche
Registriert
7. Februar 2021
Beiträge
556
Ort
Berlin
Auch ist es für mich schwer vorstellbar, daß eine durch Schäftung "verlängerte" Sperrholzplatte die gleichen Eigenschaften haben soll, wie eine, bei der zumindest die Hälfte der Furnierlagen durchgeht.

Schäftungen haben ein entsprechendes Verhältnis vorrausgesetzt im Gegensatz zur Verblattung (die an den Enden der Verblattung eine mindere Stabilität aufweisen) eine ausreichende Stabilität. GL (Germanischer Lloyd) schreibt im Bootsbau eine 1:10 Schäftung für Stärken bis 10mm vor, darüber 1:8. Verleimt wird mit porenfüllenden Klebstoffen wie z.B. Epoxid. Die optischen Eigenschaften weichen allerdings meit von einem durchgehenden Deckfurnier ab.

/Georg
 
Oben Unten