Holz und Stahl verkleben

David Wilhelm

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Hallo,

ich würde gerne einen Stahlwinkel in die Nut einer Holzleiste kleben da nicht genug Material für eine stabile Verschraubung zur Verfügung steht. Ich habe an Monatgekleber gedacht. Hat jemand damit Erfahrungen und kann mir einen guten Kleber empfehlen?

Danke!
 

David Wilhelm

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Was meinst du mit flexibel? Das es mit dem Holz arbeitet? Ich denke das es durch den unflexiblen Stahl auch nicht flexibel sein muss. Was heißt PU?
 

Hubraumschrauber

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PU steht für Polyurethan. PU Kleber wird von manchen Lieferanten auch als Konstruktionskleber angeboten.
Meistens als 2K. Dh 2 Komponenten Klebstoff. Achte darauf, dass beim 2K der Härter im Set enthalten ist.
 

Flyer01

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Hol dir UHU Endfest 300 (2-Komponentenkleber), damit geht so ziemlich alles. Nach Warmhärtung auch hoch belastbar. Sollte jeder daheim haben :emoji_thumbsup: Ist einfach zu bekommen, einfach in der Anwendung und macht keine Sauerei.
 

Flyer01

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Lass das. Wieso eine Kartusche anbrechen um einen Winkel zu verkleben? Die ist früher oder später hin. Den 2K Kleber kannst du in jeder Menge anmischen, einfach zwei gleich große Tropfen oder Bahnen nebeneinander auf ein Stück Klebeband setzen und mit einem Hölzchen vermischen. Fertig. Das restliche Gebinde hält ewig. Der Endfest 300 ist top.
 

David Wilhelm

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Der Endfest klingt auch interessant aber da könnte ich meine normale Pistole nicht verwenden weil er eine Doppelpistole braucht. Ich muss übrigens 16 Winkel einkleben und die sind jeweils 40cm lang. (Lange Geschichte) Aber die Kartusche würde schon leer werden. Was ist den der Unterschied zwischen den beiden Klebern?
 

Holz-Fritze

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Der Endfest klingt auch interessant aber da könnte ich meine normale Pistole nicht verwenden weil er eine Doppelpistole braucht. Ich muss übrigens 16 Winkel einkleben und die sind jeweils 40cm lang. (Lange Geschichte) Aber die Kartusche würde schon leer werden. Was ist den der Unterschied zwischen den beiden Klebern?
Du kannst locker den Pattex nehmen,
Mit dem Pattex habe ich mal eine Schraube in meinem Bimsbetonmauerwerk bei welcher sich der Dübel druchdrehte eingeklebt.
Die Schraube läßt sich nun auch mit rabiater Gewalt nicht mehr ausdrehen. Es ist schon unglaublich wie gut PU klebt. (ich hatte die Schraube extra eingeölt damit er sich nicht mit der Schraube verbindet, hat nicht viel geholfen)
 

WinfriedM

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Kommt sehr auf den konstruktiven Aufbau an, welcher Klebstoff der Richtige ist. MS-Polymer bleibt flexibel, was einerseits gut ist, weil z.B. bei Schlagbelastung nichts abreißt. Kann also dynamische Kräfte gut ab. Epoxy wird hart, kann durch stärkere Schläge dann versagen, kann aber wesentlich höhere Kräfte aufnehmen, etwa Faktor 10 höher, als MS-Polymer oder auch ein flexibler PU.

Wenn du also genauer beschreibst, wie die Verklebung aussieht und welche Kräfte auftreten, kann man mehr zu sagen. Eine Skizze wäre auch hilfreich. Vielleicht kommt auch bei raus, dass eine Verklebung so überhaupt nicht funktioniert.
 

uli2003

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Was meinst du mit flexibel? Das es mit dem Holz arbeitet?
Winfried hat's schon beantwortet. In einigen Fällen muss der Kleber das Arbeiten des Materials aufnehmen können, damit sich keine Spannungen in der Klebefuge aufbauen können. Gerade wenn es lange Klebeflächen sind und sich die Materialien unterschiedlich ausdehnen (können).
Ich kenne jedoch deine Konstruktion nicht. Eine mehrfach hohe Festigkeit kann u.U. schnell durch Schubspannungen vernichtet werden.
 

uli2003

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Würde ich mit MS-Polymer kleben. Ein etwas dünnerer, glasklarer, wie zum Beispiel WEKEM multiflex.
Die Beine werden oft auf Biegung beansprucht, würde ich nicht starr verkleben.
Nicht das wir uns missverstehen - die Klebung ist nicht beweglich, der Winkel sitzt später richtig fest. Aber im Kleber ist eine Restelastizität, sodass man die Klebefuge dehnen kann, ohne dass sie abreißt.
 

Flyer01

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Pauschal zu sagen, Epoxy wird hart, ist nicht zielführend. Was ist "hart"?
MS Polymerkleber wird sicher auch funktionieren, der Endfest mindestens genauso gut.
Die Längenausdehnung in Folge von Temperaturschwankungen kann vernachlässigt werden. Und die Flexibilität eines Stuhlbeines ist für den Epoxy ein Witz (schaut euch mal ein Video eines Bruchversuches eines Segelflugzeugflügels an, da wurde nix elastisch verklebt :emoji_grin:). Außerdem ist ein Blick in das Datenblatt hilfreich. Für genau solche Fälle kann das Mischungsverhältnis von Harz zu Härter angepasst werden, von "hart" bis "weich". Ist hier aber unnötig. Ich würde übrigens nicht die Kartuschenvariante nehmen, sondern die Tuben.
 

BigFossy

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schaut euch mal ein Video eines Bruchversuches eines Segelflugzeugflügels an, da wurde nix elastisch verklebt :emoji_grin:
Beim Segelflugzeug funktioniert das nur weil viel Glasfaser mit wenig Epoxy verklebt wird.
Die meisten Epoxy werden glasartig wenn die Schichtdicken stark werden, entsprechend bricht das dann auch früher...

Bei dem Stuhl würde ich an Stelle des Stahlwinkels eher Glasfaserrovings direkt reinlaminieren.

Viele Grüße
Johannes
 

WinfriedM

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Ich denke, in dem Fall funktioniert Epoxy wie auch MS-Polymer. Die Klebefläche ist groß genug, dass MS-Polymer hält und oben beim kurzen Schenkel hast du ja zusätzlich Schrauben. Wenn Epoxy, würde ich aber nicht das teure Uhu Endfest aus der Tube verwenden. Da wird man bei 16 Verklebungen arm von. Da gibt es auch Klebeharze ab 20 Euro pro Kg. Harz würde ich noch mit Baumwollflocken und Thixodropiermittel andicken.

Hier zum Beispiel:
https://shop.breddermann-kunstharze.de/2k-klebstoffe-epoxidharze-60min-e60k.html
 

Holz-Fritze

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und warum soll nun PU nicht halten? Ich würde mir doch bei so viel Leimarbeit das Geschmiere mit Epoxi nicht antun.
 

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Wenn Epoxy, würde ich aber nicht das teure Uhu Endfest aus der Tube verwenden. Da wird man bei 16 Verklebungen arm von.
Das Gebinde mit 168g für 30€ reicht doch locker. Die Nut soll doch nicht ausgegossen werden. 1mm dick mit dem Spatel auf den Stahlwinkel ziehen und gut ist.
Aber ja, das System von HP-Textiles ist auch gut. Bekommt man halt nicht im Baumarkt nebenan.

und warum soll nun PU nicht halten? Ich würde mir doch bei so viel Leimarbeit das Geschmiere mit Epoxi nicht antun.
Wer hat geschrieben, dass PU nicht hält?
Wie mir scheint hast du noch nicht mit EP-Harzen gearbeitet, oder wie kommst du auf Geschmiere? :emoji_rolling_eyes:

Ich will hier niemanden bekehren, wollte nur eine Alternative aufzeigen.
Als gelernter Flugzeugbauer habe ich einige hundert Liter EP Harze verarbeitet.
 

Holz-Fritze

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Ok, das wäre noch in Ordnung. Ich kenne aus Baumärkten nur die kleinen Tuben mit 33g.

@Holz-Fritze Was bei Epoxy mehr Geschmiere sein soll, als bei MS-Polymer oder PU, erschließt sich mir nicht. Aber da hat wohl jeder so ganz individuelle Erfahrungen.
Na ja man muss es anmischen und mit Spatel aufbringen, bei mir ist das immer Geschmiere. :emoji_grin:
PU aus der Kartusche spritze ich auf und fertig. Mann könnte natürlich einen Epoxykartusche mit Mischdüse nehmen, aber dann wird es teuer.
 

Holz-Fritze

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Das Gebinde mit 168g für 30€ reicht doch locker. Die Nut soll doch nicht ausgegossen werden. 1mm dick mit dem Spatel auf den Stahlwinkel ziehen und gut ist.
Aber ja, das System von HP-Textiles ist auch gut. Bekommt man halt nicht im Baumarkt nebenan.



Wer hat geschrieben, dass PU nicht hält?
Wie mir scheint hast du noch nicht mit EP-Harzen gearbeitet, oder wie kommst du auf Geschmiere? :emoji_rolling_eyes:
Es ist immer interessant, was Einige hier von einem Wissen. Es könnte durchaus sein dass ich mehr damit gearbeitet habe als Du. So etwas bringt mein Beruf mit sich.
Und dann für eine Verklebung 30 Euro ausgeben, wo MS-Polymer oder ein PU Kleber ca. 6 Euro kosten?
 
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