Hochbett für die Kinder / 3,30m überspannen

tafkamp

ww-pappel
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Liebe Woodworker,

wir planen ein Hochbett für unsere Kinder bzw. zunächst für unseren Sohn. Später soll es dann auch nutzbar sein für unsere Tochter (mit 1 Jahr noch etwas klein dafür :emoji_wink:. Die Besonderheit ist, dass wir zwei Matratzen längs hintereinander packen wollen, also am Ende eine Liegefläche von 80 x 350 cm realisieren wollen.

Heute war ich im lokalen Holzfachmarkt in Berlin (Possling), aber meine Fragen konnte mir da niemand beantworten, da ich als Privatkunde zwischen all den Gewerbekunden ein bissel untergegangen bin. Ich möchte unser Projekt hier kurz vorstellen und euch fragen, ob wir damit auf dem richtigen Weg sind oder an einigen Stellen über- oder unterdimensioniert haben. Rausfallschutz, Leitern und andere wichtige Hochbett-Themen habe ich hier zur Vereinfachung mal weggelassen, die werden keinen oder nur geringen Einfluss auf die Lastsituation haben.

Wir haben eine sehr massive Wand, an der wir eine Längsseite des Gestells gut verankern können. Die Seitenwände (an denen die Stirnseiten des Betts dann anliegen) sind auf der einen Seite Rigips. Auf der anderen eine ca. 20cm tiefe Vertiefung in der Außenwand - hier können/wollen wir nichts tragend befestigen. Deshalb soll die in den Raum reichende Längsseite auf zwei Pfosten gestützt werden, die wir dann aber zumindest an der Wand fixieren wollen.

Jetzt habe ich ein paar Fragen zu Material und Dimensionen (ich habe die Bauteile in den Sketches weiter unten farbig markiert, damit klar wird, was gemeint ist):
  • Für alles habe ich erst einmal Fichte vorgesehen, weil ich das im Holzhandel gefunden habe und erst einmal als Einstieg in die Planung genommen habe.
  • Der Querbalken (gelb) soll 3,30m überspannen. Lastseitig wäre der Worst Case ein Erwachsener plus Kind, die in der Mitte des Bettes sitzen, zusammen 110-120kg. Als Material würde ich Brettschichtholz ins Auge fassen. Auf den Sketches habe ich jetzt 80x160 genommen. Passt das von den Lasten oder ginge es vielleicht auch filigraner (60x120) oder mit einem anderen Querschnitt (z.B. 60x200)?
  • Als Pfosten (grünlich) habe ich jetzt Konstruktionsvollholz 80x80x1200 geplant. Die werden nur auf Druck belastet und an der Wand fixiert. Auch hier die Frage: Reichen auch 60x60 oder 60x80?
  • Das Lattenrost (18mm Glattkantbretter) liegt auf zwei Latten (rötlich im Bild) auf, die einen 45x70 Querschnitt haben. Auf der einen Seite wird die Latte direkt an der Wand befestigt, auf der raumzugewandten Seite mit dem Querbalken verschraubt. ggf. werde ich noch Querleisten zwischen die rötlichen Leisten schrauben, so dass ein richtiger Rahmen daraus wird und nicht das Lattenrost durchbiegen kann.

Was meint ihr zu dem Plan? Weil ich keine große Holzwerkstatt (Mietwohnung) und keinen Transporter habe, würde ich auch gern eine lokale Tischlerei mit dem Beschaffen und Vorbereiten der Einzelteile sowie wenn möglich dem Transport hierher beauftragen. Kennt ihr eine empfehlenswerte Adresse in/um Berlin Friedrichshain?

Ich würde mich sehr über Feedback und/oder Verbesserungsvorschläge freuen. Wenn ihr weitere Perspektiven von SketchUp braucht oder sonstige Infos: einfach kurz Bescheid geben.

Viele Grüße
Micha

HochbettV2.png HochbettV2 (1).png
 
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Daniboy

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Hallo Micha!

Jeweils ohne Gewähr:

16x8cm gehen sich bei 200 kg in der Mitte gerade noch aus. (Weniger Belastung tät ich nicht annehmen, Träger und restliche Konstruktion wiegt ja auch was...)

Die Stützen (bei je 200 kg Last) könnte man rechnerisch sogar auf 4x4cm reduzieren, tät ich auf 8x8cm lassen zum Träger passend.

Um den hinteren Träger nicht so stark mit der Wand verschrauben zu müssen, wäre es ev. einfacher diesen auch auf Stützen (ev. 3) zu stellen.

(verwendete Rechenhilfe: http://www.eurocode-statik-online.de/
Achtung rechnet mit verteilter Last, daher 400 kg einsetzen)

Matrazen in 175 x 80 cm?
Wie soll denn der Platz darunter genutzt werden?
Was spricht gegen einen mittigen Aufstieg?
Dann wären in der MItte Stützen und man braucht keine schweren 3.5m-Träger.
 

Little John

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Hallo Micha,
ich habe schon mehrere Hochbetten mit so einer Spannweite gebaut. Ich habe in der Regel als langen Träger einfach eine Baudiele genommen (270x45mm Querschnitt). An der unteren Kante eine Leiste dran, als Auflage für den Lattenrost, dann ist die Oberkante der Diele noch ca. 10cm höher als die Matratze und bietet einen guten Rausfallschutz.

Es grüßt Johannes
 

tafkamp

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Hallo Daniboy und Little John,

danke für die guten Gedanken zum Thema. ich versuches gleich mal inline zu beantworten.

Matrazen in 175 x 80 cm?
Erstmal nur 160x80 und eine flache Spielebene. Später wird dann noch eine Matratze nachgekauft (190x80)

Wie soll denn der Platz darunter genutzt werden?
Was spricht gegen einen mittigen Aufstieg?
Ursprünglich hatten wir genau das geplant, aber dann würde eben eine Leiter mitten im Raum stehen, die eher eine Treppe sein sollte (so dass wir als Eltern ggf. ein paar Stufen hochsteigen können, ohne klettern zu müssen. Wir würden aber gern den Platz unter dem Bett bzw. in der Raummitte freihalten. Die Aufstiege werden dann an beiden Bett-Enden sein, damit die Kids später auch unabhängig voneinander einschlafen und aufstehen können.

Ich habe in der Regel als langen Träger einfach eine Baudiele genommen (270x45mm Querschnitt). An der unteren Kante eine Leiste dran, als Auflage für den Lattenrost, dann ist die Oberkante der Diele noch ca. 10cm höher als die Matratze und bietet einen guten Rausfallschutz.
Das ist auch eine Überlegung wert, dann sollte von der Statik her alles in Butter sein. Bisher wollten wir die Matratze eher über den Rahmen stehen lassen als andersrum. Als Rausfallschutz soll ein Netz dienen, dass über die ganze Bettlänge vom Bett zur Decke führt. Wirkt etwas offener und erspart den Nachbarn das dumpfe Geräusch von herunterhüpfenden Kindern.
 
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