Hartholzdiele richtig vorbohren und verschrauben

Dieses Thema im Forum "Neuling fragt Profi" wurde erstellt von mabuse, 13. Mai 2015.

  1. mabuse

    mabuse ww-kastanie

    Beiträge:
    31
    Ich will eine kleine Holzterasse aus Hartholz bauen.
    Ich habe hier schon viel gelesen und viele meiner Fragen sind beantwortet.
    Beim Thema Vorbohren bin ich aber noch verunsichert.

    Zum Vorbohren habe ich auf der Seite bangkirai.de folgendes gefunden:
    Sicher haben Sie schon gelesen / gehört, dass Bangkirai unbedingt vorgebohrt werden muss. Auch ein Ansenken (Platz für den Schraubenkopf) ist Pflicht. Ansonsten reissen die spröden Edelstahl-Schrauben schnell ab. Und der Arbeitswand für die Entfernung defekter Schrauben macht keine Freude am neuen Garten.

    Die Profis machen es jedoch noch etwas besser - mit 2 Vorbohrungen, ohne erhöhten Arbeitsaufwand:


    Für eine 5 x 60 mm V2A-Schraube wird zuerst der verstellbare Senker auf Brettstärke (25 mm in unseren Beispiel) eingestellt und so nur das Brett in Schraubenstärke (5 mm) vorgebohrt.

    Mit einem Akkuschrauber und eingespanntem 3 mm Bohrer geht man nun durch das entstandene Bohrloch und bohrt so die Unterkonstruktion vor.

    Die Schraube läuft so frei durch das Brett und hat in der Unterkonstruktion genügend "Fleisch" für einen guten Halt. Das Ergebnis ist eine kraftschlüssige Verbindung ohne Abrissrisiko.


    Die gleiche Beschreibung findet sich auf einer Anbieterseite von Dielen, allerdings mit einem gravierenden Unterschied:
    Die Profis machen es jedoch noch etwas besser – mit 2 Vorbohrungen ohne erhöhten
    Arbeitsaufwand:
    Für eine 5x60mm V2A-Schraube wird zuerst der verstellbare Senker auf Brettstärke (25mm
    in unserm Beispiel) eingestellt und so nur das Brett größer als die eigentliche
    Schraubenstärke (6mm) vorgebohrt.
    Mit einem Akkuschrauber und eingespanntem 4mm Bohrer geht man nun durch das
    entstandene Bohrloch und bohrt so die Unterkonstruktion vor.
    Die Schraube läuft so frei durch das Brett und hat in der Unterkonstruktion genügend
    „Fleisch“ für einen guten Halt. Das Ergebnis ist eine kraftschlüssige Verbindung ohne
    Abrissrisiko.


    Ja, was denn nun:emoji_frowning2:
    Vorbohren mit Schraubendurchmesser oder grösser?

    Die Aussage "ohne erhöhten Arbeitsaufwand" finde ich auch nett....
     
  2. WinfriedM

    WinfriedM ww-robinie

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    Ort:
    Dortmund
    Man bohrt in der Regel immer etwas größer, als Schraubendurchmesser, damit die durchrutschen kann und nicht klemmt. Du hast dann auch etwas mehr Raum, damit das Holz arbeiten kann.

    Vielleicht gibts dafür ja auch Stufenbohrer, das wäre dann wirklich eine Optimierung des Arbeitsaufwandes. Wobei die meisten Terrassenschrauben doch glaube ich selbstschneidend sind und so ein Vorbohren in die Unterkonstruktion nicht nötig ist.

    Wenn du Terrassenschrauben hast, die auch oberhalb ein Gewinde haben, siehts anders aus, da muss ja auch das obere Gewinde greifen können. Sowas hier meine ich:

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  3. steigerwälder

    steigerwälder ww-robinie

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    schweinfurt
    wie winfriedM ja schon geschrieben hat, kommt es halt auf die schraube und deren Beschaffenheit an.
    ich verwende auch die letzte zeit fast ausschließlich die spaxD. für diese schrauben gibt es von spax einen passenden bohrer, welcher die diele mit 4,1mm (plus minus, will mich da nicht festlegen) vorbohrt und entsprechend der kopfgröße auch mit etwas Untermaß senkt, so daß der Schraubenkopf schön stramm im holz sitzt.

    bei würth z.b. bohr ich mit 5mm vor, bei anderen Herstellern auch schon mal mit den genannten 6mm.

    ABER: einen bohrer für die unterkonstruktion mit 3mm würd ich schnell beiseite legen. erstens sind diese meist viel zu kurz um bei aufgelegter diele entsprechend der schraubenlänge vorbohren zu können, und zweitens würde zumindest mir mit regelmäßiger Häufigkeit der bohrer bei hartholz-uk´s abreißen. bei 3mm käme man mit dem lüften des bohrlochs nicht mehr nach, da die bohrspäne nicht abgeführt weren können.
    aus diesem grund bohr ich z.b. auch die spax D mit nur 5mm Kerndurchmesser mit 4mm vor, bis heute keine Probleme.
    die spaxD sind nur etwas zickig was die dielen angeht. diese sollten schon formschlüssig auf der uk aufliegen, ein beiziehen ist mit diesen schrauben nur bedingt möglich.

    ich schreib schonwieder zuviel, schönen feiertag
     
  4. rafikus

    rafikus ww-robinie

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    Ruhrgebiet
    Hallo,

    bei harten Hölzern würde ich die Konstruktion immer vorbohren. Bohrerdurchmesser knapp unterhalb des Kerndurchmessers der Schraube, auch wenn es umständlich sein sollte und länger dauert.
    Wenn wir aber schon bei dem Thema sind, könnte mir jemand den Sinn des lustigen Fixiergewindes bei den SPAX Terassenschrauben erklären?
    Wie @steigerwälder schon schreibt
    Wehe, die Diele liegt nicht bündig auf der Unterkonstruktion, dann versenkt man den Kopf in der Diele, weiterschrauben ist nicht möglich und die Diele hängt in der Luft. Ich gehe davon aus, dass bei späterer Belastung der Terasse, dieses Gewinde in der Diele nachlässt und diese locker wird. Bei jedem Schritt knallt dann die Diele gegen die Unterkonstruktion und der Schraubenkopf kuckt raus.
    Was noch dazu kommt ist, dass man die Dielen nicht alle in gleicher Höhe fixiert, was dann besch... aussieht.
    Also bitte - wo ist denn da ein Vorteil?

    Rafikus
     
  5. steigerwälder

    steigerwälder ww-robinie

    Beiträge:
    718
    Ort:
    schweinfurt
    den Vorteil seh ich ganz klar im schwundverhalten der hölzer:
    wenn man dielen mit entsprechend hoher holzfeuchte mit herzkömlichen schrauben befestigt kann es im laufe der zeit, durch die Trocknung des holzes passieren, das die diele "schlüpfrig" wird, im Extremfall sogar klappert, wenn man die diele deutlich größer vorgebohrt hat als der kerndurchmesser der schraube ist.
    bei normalen terrassenschrauben arbeitet man meist (zumindest sollte man das) mit normalen senkern zum aufweiten der dielen für die schraubenköpfe. dadurch entstehen schnell mehr oder weniger zu groß geratene Senkungen (durch den senker an sich oder durch die zu tief eingedrehte schraube).
    bei spax verhindert man dies durch eben das genannte fixiergewinde und durch die zylindrischen schraubenköpfe mit entsprechend untermaßigen vorbohren (spax bohrer von nöten).

    aber es ist wirklich ein elend, wenn man stark verworfene dielen mit einem solchen System befestigen will oder muss, ich greif dann auch auf würth und co. zurück.

    was die sichtbare Verschraubung angeht:
    die spax d sind da wirklich sehr dezent, anbei mal ein bild in handyqualität, aber man muss schon suchen, um die schrauben zu sehen.
     

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