Handsägen

m4rku5

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Hi!

Ich bin noch bei der Grundausstattung und suche dafür eine Metall- und mehrere Holz-Handsägen.

Es sollte schon gute Qualität sein! (Kann man mit so 20-30 Euro pro Stück rechnen?)

Bei meiner Suche bin ich auf die Marke Bahco gestoßen. Was ist zu deren Qualität bei Sägen zu sagen?

Eine einfache Metallsäge Bahco Metallsäge 319 (~20 Euro) sollte eigentlich reichen.

Dann haben die noch ein Handsägesystem mit einem Griff und wechselbaren Holz-Sägeblättern. Hat da einer schon Erfahrungen zu? Oder kann schon Bedenken äußern? (Es ist halt schön kompakt, hab leider noch keine dedizierte Werkstatt :emoji_frowning2: )

Ansonsten hab ich noch Stanley gefunden und, speziell für Japansägen, Dick. Was ist bei denen zur Qualität der Holzsägen zu sagen?

Für halbwegs feine Schnitte in Echtholz denk ich an eine Ryoba von Dick und für etwaige Schnitte in Flachpressplatte mit Kunststoffbeschichtung an eine HSS Kataba ebenfalls von Dick.

Meinungen/Empfehlungen?
 

etaller71

ww-esche
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Metall:
Die Bahco Metallsägen sind absolut professionell. Wir verwenden die 320 und 319 im Betrieb, nix zu meckern, ist halt die Frage, ob man einen Stabgriff (lässt sich etwas präziser führen) oder Bügelgriff (Mehr kraft und angenehmere Handhabung) bevorzugt.
Es gibt auch noch die Bahco Ergo, die finde ich noch ne Nummer besser als die 319.

Zuhause habe ich eine Stanley Fatmax. Die ist auch nicht verkehrt, und lässt sich auch als Stichsäge in kleinen Ecken einsetzen. Ist so aber um einiges Klobiger als die Bahcos.

Holz:
Das Bahco Wechselgriffsystem finde ich eher Teuer und umständlich, und das ist auch eher eine Säge fürs Grobe.

Ich habe auch die Dick Japansägen - im Angebot im 3er set gekauft. Irgendwann werd ich wohl auch mal eine Veritas ausprobieren, bisher bin ich zufrieden.
 

MysteriumHolz

ww-robinie
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Was willst Du eigtl. sägen, geht es Dir auch ums Schwalbenschwanzzinken u.ä. per Hand?
Dann sind Feinsägen oder "dovetail saws" und kleine japanische Sägen leichter zu handhaben als eine mittelgroße Ryoba mit 240mm.

Ich stimme inzwischen der Meinung zu - bei japanischen Sägen - , dass die Mittelgröße 240mm irgendwie gut ist, aber für verschiedene Aufgaben doch verschiedene (verschieden große) Sägen vielleicht besser zum Ziel führen. Die Bezahnung bezüglich grob bis fein hängt traditionell extrem mit der Sägengröße (-länge z.B. 240mm) zusammen. Eine 300mm Ryoba hat normalerweise extrem viel größere Zähne als eine mit 240mm und sollte entsprechend "schneller" sägen.

Hier, diese Aufstellung finde ich ganz gut:
giant Cypress: Japanese woodworking tool punk • The problem with buying a Japanese saw
Dort wird auch auf Blog-Artikel zweier Autoren verwiesen

Ich bin kein Sägenexperte, ich fasse nur meine nicht persönl. Erfahrungen hier zusammen und verweise auf Blogs.

Es gibt auch den Heiko Rech, der einen recht bekannten Blog führt und bei der Holzwerken mitarbeitet, ich zitiere ihn mal kurz:

Mir persönlich liegen die kurzen Japansägen inzwischen auch mehr als die langen Sägen.

Kurze Katabas und abrichten mit Diamant | Holzwerkerblog von Heiko Rech

Ich denke zumindest bei Markensägen von Lee Valley Veritas, Lie Nielsen u.w. mit entsprechendem Preiskennzeichen kann man das übliche Anwendungsgebiet i.d.R. vom Modellnamen ablesen - "dovetail saw" für kleine Arbeiten wie Schwalbenschwanzzinken, "tenon saw" etwas größer / gröber für Schlitz & Zapfen, eine "rip saw" für Längsschnitte usw., aber es gibt ja dutzende Sägentypen. Die Handsägen sammeln sich ganz schnell zusammen (8 * 25,- € sind irgendwie auch schon viel Geld...), mein Rat wäre daher, genau zu überlegen, was genau Du vorhast zu sägen - damit Du, wenn Du eine Ryoba kaufst, gleich eine Größe wählst, mit der Du am meisten Spaß hast (oder eben 2 Ryobas, z.B. klein & groß).
 

Hainling

ww-eiche
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Bei meiner Suche bin ich auf die Marke Bahco gestoßen. Was ist zu deren Qualität bei Sägen zu sagen?
Es gibt von Bahco sehr gute Sägen. Empfehlenswert sind jedoch nicht alle uneingeschränkt. Obwohl die vermeintlich "schlechten" Sägen von Bahco kein Reinfall sind. Nehmen wir zum Beispiel die Feinsäge PC-10-DTR. In Weichholz arbeitet sie sehr gut, aber die gewählte Zahnung tut sich in Hartholz schwer. Das können andere Feinsägen ein Stück weit besser. Oder nehmen wir die 301 von Bahco. Das mitgelieferte Sägeblatt war nicht zu gebrauchen. Ich bin dann auf Blätter von PUK umgestiegen und damit ließ sich sehr gut arbeiten.
Eine einfache Metallsäge Bahco Metallsäge 319 (~20 Euro) sollte eigentlich reichen.
Bei den Metallsägen tut es vermutlich auch ein Sägebogen von Promat, Format, Forum, Fortis oder einer anderen Hausmarke eines Fachhändlers für unter 10 Euro. Die Sägebogen sind viel stabiler als man es für den Preis erwarten würde. Davon kann man sich vor Ort überzeugen. Die Bahcosägen sind im Vergleich dazu sogar Leichtgewichte. Mir ist das ein hohes Eigengewicht der Metallsäge lieber, aber das mögen andere Nutzer anders sehen. Wichtig ist vor allem das Blatt. Da sollte man dagegen schon auf Markenware setzen.
 

m4rku5

ww-kastanie
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Also ich denke die Wahl der Bahco Metallsäge 319 war nicht so verkehrt. Die 325 mit "ergo" mag noch etwas besser und schwerer sein, aber ich denke das rechtfertigt für meine Anwendung nicht den doppelten Preis. Es ist halt "nur" eine Metallsäge. (Was halt so im Haushalt bzw der Holzverarbeitung anfällt.)

Das Bahco Wechselgriffsystem finde ich eher Teuer und umständlich, und das ist auch eher eine Säge fürs Grobe.
Das sollte dann auch eher für grobere, schnelle Schnitte sein. Für die feinen sind wie oben schon gesagt die Japansägen.
Preislich sind die "Blätter" günstiger als die komplette Säge und den Griff braucht man ja nur einmal. Qualitativ sollten die Blätter ja vergleichbar sein und die von Bahco scheinen ja ganz brauchbar zu sein.
Meine Bedenken waren eher, dass der Griff zu lang ist bzw das Sägeblatt evtl nicht ordentlich und auf Dauer fest fixiert wird?

Was willst Du eigtl. sägen, geht es Dir auch ums Schwalbenschwanzzinken u.ä. per Hand?
Es sind (erstmal) nur kleinere Projekte, aber (noch) keine Schwalbenschwanzzinken. (Größenordnung Vogelhaus... wenns dann aber größer wird, spricht ja nichts gegen größere Sägen...)

Ich stimme inzwischen der Meinung zu - bei japanischen Sägen - , dass die Mittelgröße 240mm irgendwie gut ist, aber für verschiedene Aufgaben doch verschiedene (verschieden große) Sägen vielleicht besser zum Ziel führen.
Ja, die eine Säge die Alles perfekt kann, wäre ja auch zu einfach. :emoji_wink:
Mittlerweile tendiere ich auch eher zu kleineren Sägen, teilweise sogar die kompakten 180er. (Mit der Regel "Sägeblattlänge mindestens doppelte Schnittlänge" wären ja immernoch 90er Schnitte möglich, wenn es dann auch etwas ineffektiv wird.)

Ich denke zumindest bei Markensägen von Lee Valley Veritas, Lie Nielsen u.w.
Die sind etwas "zu gut" für den Anfang :emoji_wink:
 

Timer

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Ich hänge mich da kurz mit einer kleinen Frage an: Hat jemand der Anwesenden Erfahrung mit den Stanley Jet-Cut Fuchsschwänzen?

Zu denen habe ich jetzt einige positive Stimmen gehört, der Zahnschliff sieht vielversprechend aus und die Preise sind recht günstig. Das sagt natürlich noch nichts über die eigentliche Qualität der Sägen aus.

Um Zinken zu sägen sind die zu grob, aber für allgemeine Sägeaufgaben vielleicht eine gute Alternative zur Japansäge.
 

Hainling

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Für die feinen sind wie oben schon gesagt die Japansägen.
Sie bloß vorsichtig, wenn du Hartholz sägst, das härter ist als Paulownia. Japansägen sind empfindlich und verzeihen keine Bedienfehler. Ohne Übung kann man sie in Hartholz schnell ruinieren. Am Anfang würde ich mich an deiner Stelle mit einer Japansäge nur an Weichholz wagen. Dort endet ein falscher Schnittwinkel nicht gleich mit dem Verlust von Zähnen.

MfG Hainling
 

pedder

ww-robinie
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Mittlerweile tendiere ich auch eher zu kleineren Sägen, teilweise sogar die kompakten 180er. (Mit der Regel "Sägeblattlänge mindestens doppelte Schnittlänge" wären ja immernoch 90er Schnitte möglich, wenn es dann auch etwas ineffektiv wird.)

Moin Markus,

Ich weiß nicht, wer diese "Regel" aufgestellt hat. Die Länge des Sägeblattes ist für die Funktion lange nicht so wichtig wie die Bezahnung. Da habe ich als Daumenregel gelernt: 10-20 Zähne im Holz.

Bei Japansägen zum Ablängen mögen auch 40 Zähne gehen, weil die Zahngeometrie eine größere Zahnlücke darstellt. Aber wenn man weit darüber hinauskommt, fängt die Säge an zu stopfen.

Und da längere Sägen in der Regel gröber bezahnt sind, mach es schon Sinn, auch längere Sägen zu nehmen. Mal davon abgesehen, dass bei Sägen das gleiche gilt wie bei Schiffen: lang läuft gut.

Liebe Grüße
Pedder
 

m4rku5

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Die Länge des Sägeblattes ist für die Funktion lange nicht so wichtig wie die Bezahnung. Da habe ich als Daumenregel gelernt: 10-20 Zähne im Holz.

Bei Japansägen zum Ablängen mögen auch 40 Zähne gehen, weil die Zahngeometrie eine größere Zahnlücke darstellt. Aber wenn man weit darüber hinauskommt, fängt die Säge an zu stopfen.

Bei einer Zahnteilung von 1,5mm (so stehts bei den verlinkten 180er) wären das 15 bis 30mm bzw bei 40 Zähnen 60mm. Für kleinere Sachen immernoch ausreichend. (Die Ryoba Komane 240 hat sogar nur 1.2mm bei der Trapezverzahnung. Gröber wirds da scheinbar erst bei noch längeren Sägen, also 270+... und lange Sägen kann man dann ja bei Bedarf auch noch nachkaufen)
 

Friederich

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Die Ryoba Komane 240mm hat ja gröbere Dreiecksbezahnung und feinere Trapezbezahnung. Trotzdem nutze ich fast ausschließlich die Dreiecksbezahnung. Die ist beileibe fein genug.
Ich denke mit dieser Säge ist man für 99% aller Schreinerarbeiten gerüstet.
 
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