Garage/Werkstatt/Schuppen bauen. Frage zur Aussenwand und Bodenübergang

marqus

ww-kastanie
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Hi zusammen,

ich würde mich als handwerklich begabt bezeichnen jedoch ohne viel Erfahrung in diesem Bereich. Ich möchte eine etwas größere garage bauen. Dort soll meine Werkstatt drin errichtet werden. Es soll an meinen Motorrädern geschraubt werden. Ein Auto wird dort niemals drin stehen.
Ich brauche mehr Platz als es eine normale KFZ Garagengröße zulässt, aber weniger als dass ich einen extrem aufwändigen "Neubau" mit allen Kniffen errichten müsste.

Die Größe ist noch nicht klar. Wahrscheinlich wird es aber rechteckig mit Pultdach. Ggf. wird das Ganze auch L-förmig ums Eck gehen (kleiner Anbau :emoji_slight_smile: ).

mein Plan bislang (erste Gedanken im Kopf):

Alles aus Holz! KVH, Bretter, Bohlen, Verkleidung innen mit OSB, Ständerwände...

Zunächst muss ein stabiler Untergrund her. Nun gehen wir mal davon aus, dass ich es hinbekomme, eine Unterkonstruktion aus leimbindern oder passenden Balken (dazu später mehr) zu bauen. Würde dazu ein Fundament aus Betonstützen (Eingelassene Eimer mit Beton z.B.) bauen worauf dann eben dieses Gitter aus Balken aufgelegt wird.
Darauf kommen stabile Bretter und darüber wohl nochmal OSB Platten.

Somit wäre der Boden ja schonmal fertig.

Ich kann mir auch grundsätzlich vorstellen, wie ich aus Balken bzw. KVH entsprechende Ständerwände bauen kann. Da wird es mir auch gelingen Öffnungen für Türen und Fenster zu bauen.

Von innen gesehen wäre der Aufbau OSB, Dämmmaterial, "Folie" von aussen auf den Ständerrahmen und darauf dann von aussen eine (ich nenne es) schwedische Lattung. Also drei Bretter vertikal anschrauben, wobei das mittlere Brett auf den zwei äusseren liegt/schwebt.

Was ich nicht weiß:

1. Wie ist das nun mit den Folien/Dampfsperren oder wie man es auch immer nennt? Was brauche ich? WO GENAU wird es angebracht, damit es seinen Zweck erfüllt?

2. Wie gestaltet man den Übergang dieser Ständerwand zum Boden? Einfach mit dicken Schrauben oder Winkeln anschrauben? Werden die Ständerwände an den Ecken mittels Winkeln verschraubt oder müssen sie Tetris-artig übers Eck gehen und werden direkt verschraubt?

Angenommen die Ständerwände (wir gehen mal von 4 aus) stehen fest auf dem Boden, alles verschraubt, alles hat Dank eurer Hilfe geklappt - jetzt fehlt das Dach.

mein Ansatz: Je nach Breite des "Hauses" würde ich eine weitere Pfette errichten die dann eben zusammen mit den Oberkanten der höheren und der niedrigeren Wand die Unterkonstruktion des Pultdaches bildet.

Darüber eine Querlattung aus einfachen Dachlatten. Und darauf hätte ich gerne eine transparente, winterharte Lichtplattenabdeckung.

Es muss dadrin niemals warm sein, im Winter ist es eben kalt! Von oben möchte ich Tageslicht so viel es geht und so günstig wie möglich. Dennoch haltbar.

Was sagt ihr dazu? Ist das Vorhaben machbar? Worauf muss ich achten? Was sollte ich anders machen und warum? Von welchen Stärken der Bodenbohlen und der U-Konstruktionshölzer muss ich ausgehen? Wie stark muss ein solcher Ständerwändrahmen mindestens sein?

ich danke euch 1000 Mal für jeden Tipp,
Markus
 

Friederich

ww-robinie
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Hallo Markus,
Dampfsperre innen brauchst du nicht. Der Taupunkt wird ja ganz außen in der Dämmung liegen, von wo die Kondensationsfeuchte nach außen abtrocknen kann. Hierfür sollte aber Lüftung zwischen Dämmung und Außenschalung gewährleistet sein.
Dampfsperre bräuchte man dann, wenn die Innendämmung auf Mauerwerk angebracht wäre. Dann bekämst du nämlich ansonsten eine nasse Wandoberfläche.
Was meist gemacht wird: Eine Unterspannbahn direkt unter der Außenschalung; für den Fall dass es irgendwo Regenwasser hinduchdrückt, ist dann deine Dämmung vor Durchfeuchtung geschützt. Falls du Holzweichfaserplatten als Dämmmaterial benutzt, könntest du darauf wohl auch verzichten. Dieses Material verteilt Feuchte nämlich sehr schnell und kann viel davon verdauen.
Ich würde die Wände (als Fachwerk) wohl einzeln am Boden liegend zusammenbauen. Dann aufrichten und miteinander verschrauben. Du hättest dann zwar die Eckpfosten doppelt, aber der Aufbau wäre einfacher.
Die Schwellhölzer der Wand aufs Fundament gesetzt und darauf die Querbalken für den Fuboden. (Wär aber eine betonierte Fundamentplatte nicht einfacher und billiger?)

Wichtig für die Lebensdauer ist möglichst großer Abstand der Außenschalung vom Erdboden. Und natürlich Tropfkante am Hirnholz.
Deine Außenschalung wäre eine "Boden-Deckelschalung".
 

predatorklein

ww-robinie
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Moin

Ich möchte eine etwas größere garage bauen.
Erkundige dich mal bei deiner örtlichen Behörde , was du alles " darfst " und was nicht .
Und was genehmigt werden muß und was nicht ?
Stichwort " Statik " , " umbauter Raum " , " Baugenehmigung " oder " Heizung " , um nur mal 4 Punkte zu nennen .

Zunächst muss ein stabiler Untergrund her. Nun gehen wir mal davon aus, dass ich es hinbekomme, eine Unterkonstruktion aus leimbindern oder passenden Balken (dazu später mehr) zu bauen. Würde dazu ein Fundament aus Betonstützen (Eingelassene Eimer mit Beton z.B.) bauen worauf dann eben dieses Gitter aus Balken aufgelegt wird.
Darauf kommen stabile Bretter und darüber wohl nochmal OSB Platten.
Punkfundamente wären da wohl eher angesagt .
Oder gleich eine gescheite Bodenplatte aus Beton .

Die Wände aus KVH oder Leimbindern sind weniger das Problem .
Aber auch da würde ich mal kucken , ob ich einen Rentner mit ins Boot holen würde , der Ahnung von der Materie hat .
Hab ich schon öfters mal gemacht , eine winzige Anzeige im Ortsblättchen bringt da viel .

Youtube hat da eine Menge Videos über Garagenbau mit Holzständern , hauptsächlich aus Amiland .
Da lernt man eine Menge .

Gruß
 

DasMoritz

ww-esche
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Moin,

ich hatte bei mir eine ähnliche Herausforderung, da ging es aber um eine 9m lange Seite zu meinem Nachbarn wo ich nicht mehr "ran möchte".
Ich habe die untersten 40cm mit 6mm HPL Platte in anthrazit versehen, sodass zwischen den Ständern (3m Abstand) nun unten HPL Platte steht.

Die HPL Platte ist mit einer Unterkonstruktion alle 60cm verschraubt und ist anscheinend recht stabil.
Die HPL Platte ist etwas nach "innen gezogen", sodass das Wasser von oben frei abtropfen kann und nicht hinter die HPL-Platte kommt.

Die Ständer habe ich mit Farbe von Remmers (auch anthrazit) gestrichen.
In meinen Augen dürfte da in den kommenden Jahren nichts passieren.

Ich finde die Optik aus "Holz" und "Anthrazit" sehr gut.

Beste Grüße,
Moritz
 

falco

ww-robinie
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Die Größe ist noch nicht klar.
Die ist nicht ganz unwichtig, vor allem auf die Frage der Dimensionen bezogen.

Ohne auf alles einzugehen: Wieso Dämmung wenn es darin kalt bleibt? Ohne Dämmung auch keine Folien, unnötig. Innen OSB macht die Sache winddicht, das langt.

Fundament: Ich würde eine Platte schütten, dazu muss aber je nach Größe schon etwas Werkzeug vorhanden/Geld in die Hand genommen werden. Punktfundamente sollten 60-80cm tief und nicht kleiner als 30/30 sein. Mit einbetonierten Eimern wirst du da nichts.

Vorab ruhig wie schon gesagt bei Youtube mal durchschauen, da gibt es eine Menge Gartenhäuser die schon gebaut sind. Besser als ohne Plan anfangen sind die allemal.
 
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