Fräsmotor statt Bohrmaschine in Bohrständer

Johnny Pojer

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Hallo, kann in einem Bohrständer statt einer Bohrmaschine auch ein Fräsmotor (43 mm Hals) genutzt werden? Ich würde auf eine niedrige Drehzahl und eine große Auswahl an Spannzangen achten. Habe ich etwas übersehen? Der Einsatzweck sind hauptsächlich Bohrungen (Holz, ganz selten Alu), aber eben nicht nur. Ich möchte mir im Moment nur eine Maschine kaufen. Schöne Grüße!
 

michaelhild

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Für das was Du vorhast, nein.
Die niedrige Drehzahl ist immer noch zu hoch zum Bohren und viel zu wenig Drehmoment. Denke ja nicht, dass Du nur Bohrungen im sehr kleinen Millimeterbereich ausführen willst.
 

xv_treiber

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Ob es zum gewünschten oder ausgesuchtem Gerät (Fräsmotor) auch eine "große" Auswahl an Spannzangen gibt? Und geeignete Bohrer/Fräser?
Ich hätte da Bedenken, da mein Bohrerbestand für Holz in 0,5 mm Abständen vgenutzt wird und für Metall auch Sonder-/Zwischengrößen im Schrank lagern.
 

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Du ruinierst dir deine spannzangen.
die zangen sind nicht zum spannen ,,gewöhnlicher,, Bohrer geeignet
 

Johnny Pojer

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Danke für die aufklärenden Worte. Die Drehzahlen gehen bei Kress/AMB bis 5.000 und bei Mafell bis 4.000 runter. Bohrer für Fräsmotoren gäbe es ja, z.B.:

https://www.festool.at/zubehoer/491069---hw-s8-d1030-z#Übersicht
https://www.sautershop.de/oberfraeser-hm-fraeser/schaft-8-mm/duebelbohrer-fuer-oberfraesen/
Für Sonder- und Zwischengrößen nutze ich aktuell (selten) Reibahlen. Aber mir ist natürlich klar, dass die Auswahl an Bohrern bei Bohrmaschinen größer ist.

Aber ich schau' mich mal nach einer Bohrmaschine um.
 
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ChrisOL

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Normale Holzbohrer haben im Fräsmotor nichts zu suchen. Es gibt spezielle Fräser zum setzen von Dübellöchern.
 

Ironwood

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Du ruinierst dir deine spannzangen.
die zangen sind nicht zum spannen ,,gewöhnlicher,, Bohrer geeignet
Warum darf ich einen 5mm Bohrer nicht in eine 5mm Spannzange einsetzen? Machen unsere Kunden jeden Tag auf den CNC

Normale Holzbohrer haben im Fräsmotor nichts zu suchen. Es gibt spezielle Fräser zum setzen von Dübellöchern.
Ich sehe da kein Problem. Die vom TE genannten Fräsmotoren sind von der Drehzahl bis 4000 / 5000 U/min herunterregelbar.
Normale HSS-G Holzbohrer haben in der Regel eine zulässigen Drehzahlbereich von 3000 - 8000 U/min, Kunstbohrer - je nach Größe - auch bis max. 8000 U/min. Da wird es dann aber von Drehmoment des Motors her schon kritisch falls du größere Durchmesser machen willst.

@Johnny Pojer
Bei den Spannzangen gibt es verschiedene Typen: solche die nur Werkzeuge in ihrem Nennmaß (z.B.: 4,0mm 5,0mm, 6,0mm) verwendet werden dürfen und solche, die eine Bereich abdecken (z.B.: Typ ER Spannzange Größe 6-5 bedeutet: Nennmaß 6mm, Spannzange kann aber stufenlos mit Werkzeugen bis hin zum kleinerem Durchmesser 5mm genutzt werden. Welchen Typ von Spannzange genutzt werden kann hängt von dem Aufnahmekonus für die Spannzange im Fräsmotor ab (kann von Anwender nicht geändert werden).

Wenn du nach einer (Hand)Bohrmaschine schauen willst: hier hast du oft das Problem der zu niedrigen Drehzahl.
Für eine 6mm Bohrung in Holz werden z.B. bei HSS-Bohrern 6000 U/min als Drehzahl empfohlen. Es geht natürlich auch mit weniger - dann sind die Ergebnisse halt auch nicht optimal. Insoweit ist deine Überlegung mit einem Fräsmotor absolut richtig - es kommt aber auf den Anwendungsfall, die Bohrungsdurchmesser, die Holzart und das Drehmoment des Motors bei Drehzahl 4000 - 8000 an.

Gruß - Paul
 

ChrisOL

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@Ironwood

Ich finde deinen Beitrag nicht zielführend.
Nehmt ihr für die CNC denn normale HSS Bohrer? Geht doch, so wie du es beschreibst.

Für die Bohrer von 1-13mm gibt es einfach nicht genügend passenden Spannzangen. Dafür nimmt man die Bohrmaschine mit Spannfutter. Für die Fräse nimmt man passenden Fräser zum Fräsen.

Alle anderen Varianten sind Ausnahmen und nicht die Regel.
 

seschmi

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Wenn ich mir meine Bohrer anschaue, würde ich die nicht mehr in eine Spannzange einsetzen. Wenn die erstmal im Bohrfutter waren, haben die mehr oder weniger deutliche Abdrücke. Eine Spannzange braucht ja eine hohe Präzision und einen exakt runden Schaft, um zu funktionieren.

Auch wirtschaftlich ist das Vorhaben Unsinn: Für den Preis der verschiedenen Spannzangen gibt es problemlos eine Bohrmaschine, die bei den relevanten Drehzahlen mehr Drehmoment bringt als der Fräsmotor.
 

carsten

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Hallo

ich war froh für die CNC ein Bohrfutter zu haben. Hat so einiges vereinfacht. Man konte auf alle Bohrer zurückgreifen die so im Inventar waren. Insbesondere auch dem Senker. Auch den Ausführungen von seschmi in #11 kann ich mich nur anschließen.
 

chrisil

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Also auch wenn du die Spannzangenproblematik lösen kannst, denk ich nicht, dass das Spaß macht....
Mafell is ja zurückhaltend mit technischen Daten.... aber beim vergleichbaren Suhner steht:

Aufnahmeleistung: 1.050 Watt
Drehzahl stufenlos regelbar: 3.500 - 25.000 U/min
Drehmoment: 0,3 Nm

0,3 Nm is echt nicht wirklich viel zum Bohren....
 

Johnny Pojer

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Ich versteh' nicht ganz was die Bohrer von Beitrag #5 bringen, wenn das mit dem Drehmoment ohnehin nicht passt, sehe mich aber erstmal nach einer Bohrmaschine um.
 

Ironwood

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Zur Erinnerung: Teil der Frage war:
Der Einsatzweck sind hauptsächlich Bohrungen (Holz, ganz selten Alu), aber eben nicht nur. Ich möchte mir im Moment nur eine Maschine kaufen.

Nehmt ihr für die CNC denn normale HSS Bohrer? Geht doch, so wie du es beschreibst.
Ja - wie geschrieben: HSS-G
Auf der Fräse wird ja schließlich nicht nur gefräst, sondern auch gebohrt wenn es um Durchmesser kleiner ca. 10mm geht. Und bei Materialstärken >30mm wird es mit Spiralnutfräsern mit der Spanabfuhr schnell problematisch - wenn du überhaupt so lange Fräser bekommst.

Für die Bohrer von 1-13mm gibt es einfach nicht genügend passenden Spannzangen.
Wenn - wie bereits geschrieben - der Fräsmotor eine ER-Spannzangenaufnahme hat, dann gibt es dafür Spannzangen in jeder Größe.
Auch beim Chinamann in niedriger Rundlauf Qualität (aber für Bohrständer ausreichend) 1-13mm den kpl. Satz für € 20,00. Und falls du es brauchst gibt es die (dann aber teuer) auch in 0,1mm Abstufung.
https://www.ebay.de/itm/13x-ER20-Sp...264662231020?_trksid=p2385738.m4383.l4275.c10
0,3 Nm is echt nicht wirklich viel zum Bohren....
Stimmt - aber ich weiß ja nicht mit welchem Holz / welchen Durchmessern der TA arbeiten will. Wenn er Modellbau betreibt und Balsaholz und dünnes Sperrholz verarbeiten will ist das ok. Wenn er in 40mm Eichenbohlen 35-er Bohrungen setzen will ist das absolut ungeeignet. Das kann der TE je nach seiner Aufgabenstellung nur selbst beantworten.

Wenn ich mir meine Bohrer anschaue, würde ich die nicht mehr in eine Spannzange einsetzen. Wenn die erstmal im Bohrfutter waren, haben die mehr oder weniger deutliche Abdrücke. Eine Spannzange braucht ja eine hohe Präzision und einen exakt runden Schaft, um zu funktionieren.
Stimmt - aber wenn du deine Bohrer so behandelst, dann solltest du deine Arbeitsweise ggf. überdenken. Denn Rundlauf und genaue Bohrungen sind ja dann damit auch nicht mehr möglich.

Für den Preis der verschiedenen Spannzangen gibt es problemlos eine Bohrmaschine, die bei den relevanten Drehzahlen mehr Drehmoment bringt als der Fräsmotor.
Zum Preis: Nein - siehe oben - Ein Satz Spannzangen für € 20,00. Das eine Bohrmaschine mehr Drehmoment hat ist klar. Aber vielleicht mal den TE fragen, ob er vielleicht für andere Arbeiten die hohen Drehzahlen einer Frässpindel braucht. Er wird schon seine Gründe haben - eine Frässpindel ist ja auch teurer als eine Bohrmaschine.

ich war froh für die CNC ein Bohrfutter zu haben. Hat so einiges vereinfacht.
Ein Bohrfutter auf einer kleinen CNC Frässpindel? Und Werkzeugwechsel dann von Hand? Lohnt sich das?

warum einen Fräsmotor zum Bohren verwenden?
Da gibt es viele Gründe: für kleine Durchmesser ab 0,2mm in Leiterplatten bis hin zu tieferen Bohrungen mit kleinem Durchmesser auf der CNC (z.B.: 4mm, 60mm tief - da kenne ich keinen Standard-Fräser mit dem ich das machen kann. Aber ich kenne die Gründe des TE nicht. Ich habe nur auf seine Frage geantwortet.



Gruß - Paul
 

Johnny Pojer

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Ich möchte Löcher in Holz (Buche, Eiche, Esche etc.) für den Möbelbau bohren (z.B. für Dübel) und hin und wieder benötige ich ein Loch in einem Aluprofil. Außerdem möchte ich den Borständer zum Schleifen nutzen. Dafür würde ich ihn wahrscheinlich öfter als zum Bohrer benötigen. Nur sind die Lager einer Bohrmaschine m.W. nicht für seitlichen Druck ausgelegt. Irgendwann soll sich u.U. eine kleine CNC dazugesellen.
 

ChrisOL

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Oh, zum Schleifen brauchst du viel weniger Drehzahl, wie die kleinste Stufe vom Fräsmotor, sonst gibt das schnell Brandflecken. Mit einem Fräsmotor wird das nichts.
 

Johnny Pojer

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Gut zu wissen! Die Fräser heißen ja Fräs- und Schleifmotoren. Aber da geht's dann vermutlich um andere Materialen. (Metall?)
 

Ironwood

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Gut zu wissen! Die Fräser heißen ja Fräs- und Schleifmotoren. Aber da geht's dann vermutlich um andere Materialen. (Metall?)
Die sind für Holz und Metall, aber dabei geht es immer um relativ kleine Durchmesser der Werkzeuge. Für den Einsatz mit Schleifwalzen brauchst du - wie @ChrisOL geschrieben hat wegen Drehzahl und Drehmoment definitiv eine (2-Gang) Bohrmaschine. Idealerweise mit Drehzahlvorwahl damit du beide Hände frei hast. Das Gegenlager für die Schleifwalze unten im Tisch (wie in deinem Video) nicht vergessen.

Gruß - Paul
 
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