Feuchtestrich-FBH auf Holzbalkendecke

jazzalex

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Hallo zusammen,

im Zuge unserer Altbausanierung wollen wir eine Fußbodenheizung installieren. Hier stellt sich die Frage nach einer Feucht- oder Trockenestrichlösung.

Im EG können wir eine Feuchtestrichlösung verwenden, da die Kellerdecke aus Stahlträgern mit Hohldielen besteht.

Im OG ist es so, dass die Decke des EG aus Holzbalken mit einer Dielung besteht. Laut Statiker und Holzschutzgutachter geht es auch hier problemlos, da die Balken in einem sehr guten Zustand und extrem groß sind. Genaue Berechnungen sind bereits erfolgt.

Es gibt also keine Bedenken bei einer Feuchtestrichlösung.

Nun interessiert mich aber Euere Meinung zu diesem Thema: Gibt es möglicherweise trotzdem Gründe, die für eine Trockenestrichlösung sprechen würden ?

Danke,
Gruß

Alex
 

Rainer71

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Für Trockenstrich?
- Zeit (Trocknung)
- Zumeist geringeres Gewicht (bei dir offensichtlich nicht das Problem!)
- geringere Aufbauhöhen
- kann vom Heimwerker zumeist selber gemacht werden

Bei Nassestrichen acht bitte darauf, dass du eine vollständige Entkoppelung vom Untergrund (Balken und Schalung) erreichst (Schall!!!)
Weiters wären schwingungsarme Unterkonstruktionen in Hinblick auf die zukünftige ev. Rissbildung im Bereich des überliegenden Estrichs von Vorteilen.
Alternativ kann, zumindest bis zu einem bestimmten Grad, eine Estricharmierung weiterhelfen.

Was gedenkst du an Bodenbelag aufzubringen?
 

TomfromMuc

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Die Bauzeit / schnell belegbar / man kann es einfacher selbst machen (wenn man das möchte / kann). Wenn Du im EG allerdings einen Naßestrich machts, gewinnst Du oben wohl nichts. Es sei denn, Du hast oben deutlich längere Ausbauzeiten / mehr vor.

LG Tom
 

jazzalex

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@Rainer71: Es soll ein relativ dünnes FBH-geeignetes Parkett verlegt werden.

@Tom:

Ein befreundeter Heizungsbauer ist der Meinung, dass die Feuchtestrichlösung besser ist, weil sie

a) vom Material her deutlich günstiger ist
b) besseren Schallschutz bietet (wenn Trittschalldämmung korrekt eingebaut)
c) effizienter ist

Kann man das so stehen lassen ?
 

TomfromMuc

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Naßestrich wäre auch meine Wahl, wenn Dein Statiker zustimmt. Wärmeübertrag ist bei Fbhzg. besser / schneller (wenn man bei Fbhzg. überhaupt davon sprechen kann). Wenn Du im EG ohnehin Naßestrich hast, wird es in Summe günstiger sein. Es sei denn, Du verlegst den Trockenestrich selbst. Besserer Schallschutz: bei Luftschall ja, bei Trittschall nicht unbedingt. Jedes System hat ein Trittschallverbesserungsmaß, daß allein sagt es Dir. Und was ist bei Deinem Heizungsbauer "Effizienz" in diesem Zusammenhang?

LG Tom
 

jazzalex

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>>Und was ist bei Deinem Heizungsbauer "Effizienz" in diesem Zusammenhang?

Er ist der Meinung, dass systembedingt bei der im Feuchtestrich verlegten Rohre weniger Verluste entstehen als bei der Trockenestrichlösung. Dadurch sollen niedrigerere Vorlauftemperaturen möglich sein, was am Ende günstiger sein soll.

Generell meint er, dass die Trockenestrichlösung immer erst dann zum Einsatz kommen soll, wenn die Feuchtestrichlösung aus statischen Gründen nicht möglich ist – also quasi als "Notlösung".

Im Moment ist bei uns noch gar nichts verlegt -- die Entkernung ist gerade fertig, und nun stehen die konkreten Entscheidungen an (auch hinsichtlich der möglichen Eigenleistungen etc.)

Die Tendenz geht in Richtung Feuchtestrichlösung mit vernünftiger Trittschalldämmung.

Danke für die Inspiration !

Alex
 

TomfromMuc

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....dann meint er im Prinzip das gleiche wie ich mit "besser/schneller". Verluste entstehen streng genommen nicht, denn die Wärme geht nicht verloren. Das System kann nur träger werden. Also nimm den Naßestrich, wie eingangs schon empfohlen.

LG Tom
 

Time_to_wonder

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Redet Ihr eigentlich vom Selben, wenn ihr euch immer wieder "Feuchtestrich" und "Nassestrich" hin und her werft? Ich weiss es zwar auch nicht genau, könnte mir aber vorstellen, dass das verschiedene Systeme sind. Kalziumsulfat- oder Anhydritestrich wird "erdfeucht" eingebracht und dann mechanisch geglättet. Das gibt es auch bei Zementestrich, meist wird dieser aber als Fliessestrich verbaut, mit wesentlich höherem Wasseranteil. Dieser muss wesentlich länger trocken als feuchte Systeme und bedingt beim Einbau höhere Traglasten.
 

jazzalex

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Ja - ist alles klar: Ich habe im Threadtitel Feuchtestrich geschrieben (was, glaube ich, falsch ist). Es geht hier um die Unterscheidung FBH mit Trockenestrich <> FBH mit Nassestrich.

Danke für den Hinweis,
Gruß

Alex
 

TomfromMuc

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@ Time to wonder: Zementestrich wird i.d.R. erdfeucht eingebracht, Anhydrit i.d.R. als Fließestrich. Die Zeiten, wo der erdfeucht verbaut wurde, dürften wohl vorbei sein. Würde mich wundern, wenn es bei Euch anders ist. Ansonsten heißt das hier "Naßestrich". In anderen Gegenden Deutschlands vielleicht anders, Alex und ich haben uns aber verstanden :emoji_slight_smile:

LG Tom
 

moto4631

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@ Tom

ein Trockenestrich ist wesentlich schneller und nicht träger als ein herkömmlicher Estrich da er keine Speichermasse erwärmen muss.

Im Gegenzug ist er auch viel schneller wieder kalt.
 

falco

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Wenn vernünftig verarbeitet -> herkömmlicher Nassestrich. Außer in Zeit und anschließender Entfernung hat Trockenestrich imho keine Vorteile.

Könnt ihr Euch im Obergeschoss einen so hohen Aufbau leisten? Welchen Aufbau habt ihr vorgesehen? Macht ihr die Planung selbst oder habt ihr noch jemanden vom Fach da?

Wichtig ist vor allem dass der Estrich hinterher vollständig entkoppelt ist. Vor allem am Randdämmstreifen wird immer wieder geschludert.
 

Mitglied 59145

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Hallo,

ich finde die Idee Estrich auf Holzbalkendecke merkwürdig. Bin aber auch kein Estrich-spezialist!

Ich kenne 2 Systeme, deren Namen müsste ich raussuchen.

System 1 arbeitet mit Wärmeleitblechen.
Sytem 2 arbeitet mit einem Tongranulat.

Sytem 1 ist schnell während System 2 träge arbeitet, schrauben lässt sich ein Fussboden bei beiden.

P.S. FBH geeignet ist nen Werbegag, auch normale 20mm Massivholzdielung ist FBH geeignet, wenn das richtige System drunter liegt! Eigentlich muss der Bau nur "trocken" sein damit das funktioniert.

Links reiche ich gleich nach!

Edit:Fußbodenheizung Lithotherm: Aufbau Holzboden, Dielen & Parkett | Wohnart
3-D-Schnitt der Janßen-Fußbodenheizung im Trockenaufbau

Scheinen beides keine "trägen" Systeme zu sein! Es gibt da noch was, finde ich grade nicht.

Gruss
Ben
 

wicoba

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Hallo Ben,
ich finde die Idee Estrich auf Holzbalkendecke merkwürdig
WARUM?
Eigenes Holzständerhaus, Holzbalkendecke, Fußbodenheizung im Fließestrich. Alles Super :emoji_slight_smile:
Bei uns wird unterschieden zwischen Trocken-, Nass- (Erdfeucht) und Fließestrich. Dies ist von Landstrich zu Landstrich und Firma zu Firma unterschiedlich. Heute werden teils auch Zementestriche mit dem Fahrmischer (Betonauto :emoji_grin:) gebracht und rein gepumpt. Bei uns legen die Estrichleger den Zementestrich erdfeucht "von Hand". Anhydrid Estrich wird flüssig eingebracht und mittels "Rüttelstange" niviliert.
Persönlich würde ich bei Fußbodenheizung Fließestrich empfehlen, aus den Gründen wie Schall und Effizienz der Wärmeübertragung.
 

tomkaes

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Hallo,

ich finde die Idee Estrich auf Holzbalkendecke merkwürdig. Bin aber auch kein Estrich-spezialist!
Ben

Das ist seit Jahrzenten im Holzrahmenbau (Neubaubereich) Standard und funktioniert einwandfrei.
Wie anders bekomme ich sonst Masse (zum Schallschutz) und Speichermasse (für die Wärmeenergie und für den sommerlichen Wärmeschutz) in ein Holzhaus?
 

Mitglied 59145

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Hallo Wilfried,

Estrich ist ja schön und gut. Ich habe beruflich halt oft das Problem das Estrich eingebaut wurde und dann Holzboden gewünscht wird. Da och kein Freund von kleben bin halte ich die anderen Lösungen halt für besser.

Man sollte das halt abhängig machen was für Bodenbelag gewünscht ist. Meist sind die alternativen auch günstiger, jedenfalls wenn von Anfang an so geplant wird.

Es gibt da sicherlich noch mehr Systeme, ich habe mehrfach mit Janssen zusammengearbeitet und befinde das für gut!

Wie sooft muss man die gesamte Situation beurteilen, gut möglich das hier Estrich tatsächlich die beste Lösung ist. Wollte einfach noch alternativen aufzeigen.

Edit: Coterra ist ein System was auch Masse bringt und trotzdem zulässt Dielen zu verschrauben. Schallschutz ist imo hier Perfekt gelöst.
Trotz allem habe ich nicht so viel Ahnung davon, weiss nur was für mich und meine Böden am besten ist:emoji_wink:.
Nur weil etwas seit Jahrzenten Standard ist muss es nicht immer die ideale Lösung sein. Wie gesagt alles hat vor und Nachteile.

Gruss
Ben
 

falco

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Mit korrekt ausgelegter Fußbodenheizung führt meiner Meinung nach nichts an Estrich vorbei. Alle Lösungen die ich sonst so bewundern durfte (und um einfach mal alle über einen Kamm zu scheren, ich habe noch keine "Super"-Lösung der "Kleinstanbieter" gesehen, die wirklich in punkto Preis/Leistung und Komfort vorne liegt, geschweige denn mithalten kann gesehen) sind eher so - "naja".
 

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Mit korrekt ausgelegter Fußbodenheizung führt meiner Meinung nach nichts an Estrich vorbei. Alle Lösungen die ich sonst so bewundern durfte (und um einfach mal alle über einen Kamm zu scheren, ich habe noch keine "Super"-Lösung der "Kleinstanbieter" gesehen, die wirklich in punkto Preis/Leistung und Komfort vorne liegt, geschweige denn mithalten kann gesehen) sind eher so - "naja".

Wie gesagt, für mich ist Holzdielen zu kleben nicht wirklich erstrebenswert. Teilweise sogar nicht möglich, ohne Schrauben funktioniert es einfach nicht! Teilweise sind diese Heizsysteme zwischen den Deckenbalken zu verlegen, dann kommt man mit Aufbauhöhen aus die niedriger sind als bei Estrich. Wie gesagt muss jeder selber wissen, wichtig finde ich nur zu wissen das es andere Möglichkeiten gibt. Teilweise bestimmt teurer aber in einigen Dingen haben die halt schon Vorteile....

Ich würde halt keinen geklebten Boden verlegen wollen, geschweige denn dadrauf leben.

Ich kenne z.B keinen Kleberhersteller der seine Produkte für Diele breiter 30cm und FBH freigibt, abgesehen davon das ich das als Verarbeiter auch nicht gewährleisten wollen würde.

Ich betrachte das ganze halt nur von der Seite des Holzfussbodens und da ist Estrich halt die unschönste Lösung!

Gruss
Ben
 

falco

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Meiner Meinung nach schließen sich Holzfußboden und Fußbodenheizung ebenfalls aus. Dünnes Parkett meinetwegen, aber Holzdielen, seh ich nix positives, man sollte auf Wandheizung wechseln.
 

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Meiner Meinung nach schließen sich Holzfußboden und Fußbodenheizung ebenfalls aus. Dünnes Parkett meinetwegen, aber Holzdielen, seh ich nix positives, man sollte auf Wandheizung wechseln.

Verstehe ich nicht wieso dünnes Parkett aber keine massive Dielung?
Mal abgesehen davon das Wandheizungen ne tolle Sache sind, habe ich diese Jahr schon einige Grundrisse gesehen bei denen sicher nicht genug Wandfläche vorhanden war um ausreichend heizen zu können.

Es gibt einige durchaus berechtigte Systeme und nicht nur ein richtiges! Am schlimmsten ist für mich halt Estrich mit fbh liegt und dann soll ich möglichst breiten Dielen mit möglichst rustikaler Oberfläche verkleben.....
Abgesehen davon würde ich nie einen Holzboden kleben wollen!

Das Wandheizungen eine Alternative sind ist bei vielen Planern halt noch nicht angekommen. Genauso das man FBH auch ohne Estrich realisieren kann.

Kurz gesagt, wenn ich Holzboden will kommt mir kein Estrich ins Haus.

Gruss
Ben
 

falco

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Weil ich optimalerweise die Wärme der Heizung sofort an den Raum abgeben will, da steht natürlich erstmal der Estrich im Weg, viel schlechter aber leitet eben das Holz die Wärme, das ist suboptimal. Das System wird dadurch noch träger.

Aber man muss alles für den Einzelfall betrachten, eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, da hast du Recht.
 

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Weil ich optimalerweise die Wärme der Heizung sofort an den Raum abgeben will, da steht natürlich erstmal der Estrich im Weg, viel schlechter aber leitet eben das Holz die Wärme, das ist suboptimal. Das System wird dadurch noch träger.

Das stimmt schon, nur ist dann wieder die Frage wie träge eine FBH sein darf/sollte. Man stellt die ja nicht 3mal täglich um.

Man muss da halt wirklich im Einzelfall gucken, natürlich hat halt auch jeder Hersteller "das System". Ich weiss halt ungefähr was es gibt, rest ist dann Aufgabe vom Planer.

Gruss
Ben
 

jazzalex

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Hi – soeben sah ich erst, dass es noch viele weitere Antworten auf meine Frage gibt. Offensichtlich herrscht nicht wirklich Einigkeit :emoji_wink:

@Falco: Wir planen zwar viel in Eigenregie, haben aber Berater unseres Vertrauens zur Seite. Dennoch gibt es hier und da kontroverse Meinungen, und dann diskutiere ich sowas gern in einem größeren Kreis.

@Sigi und Beben: Danke für die Links -- ich forste mich da mal durch und vergleiche.

Alex
 
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