Herzlichen Dank noch mal an alle für die hilfreichen Inputs! Ich habe mittlerweile eine Entscheidung getroffen, und diese ist zugunsten der DF500 gefallen. Vielleicht gibt es Mit- oder Nachleser, für die meine Beweggründe interessant sind:
Ich bin noch einige Zeit stark zwischen den beiden Modellen geschwankt und habe mir auch beide noch einmal in Ruhe in natura angesehen. An der DF700 waren mir der Griff, der Ein/Aus-Schalter und die Einstellung der Frästiefe bzw. das schnelle Umstellen zwischen zwei Voreinstellungen sympathisch, aber ansonsten bin ich mit dem wesentlich höheren Gewicht, der klobigeren Form und ein paar anderen Details einfach nicht warm geworden.
Den letzten Ausschlag haben dann aber folgende Aspekte im Zuge meiner weiteren Recherchen ergeben:
Ich habe gezielt recherchiert, welche DF einige der mir bekannten Tischler als auch Hobby-Tischler für den Möbelbau einsetzen, und da gab es eine ganz klare Mehrheit für die DF500. Weiters haben einige, die sogar beide Modelle besitzen, angegeben, dass sie überwiegend die kleinere Maschine einsetzen. Diese würden sie im Fall eines Defekts auch sicher ersetzen, bei der größeren wäre das nicht so eindeutig.
Weiters habe ich mich genauer mit den Verbindungen auseinander gesetzt, weil in meinen Augen der größte Vorteil der DF700 die große Frästiefe ist. Dabei habe ich festgestellt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ich diese große Frästiefe bei den von mir geplanten Projekten in einem vertretbaren Ausmaß ausnutzen kann, sehr gering bis nicht vorhanden ist. Selbst bei dem Bett, das ich als erstes bauen werde: Die Seitenteile werden voraussichtlich ca. 30mm dick sein, die Ecken irgendwas zwischen 40 und 50mm. Da bringen mir 70mm Frästiefe nichts, da kann ich genauso gut - wie von manchen von Euch vorgeschlagen - mehrere 10x50mm Dominos nehmen. Google-Gemini hat mir dazu folgende Daten geliefert:
„Übersicht: Ausziehwiderstand, Biegefestigkeit & Verdrehsicherheit
| Anzahl Dübel | Verankerungstiefe pro Seite | Ausziehwiderstand (Zug) | Biegefestigkeit (Hebel/Biegung) | Verdrehsicherheit (Torsion) |
| 1 × (10×100 mm) | 50 mm | 100 % (Referenz) | 100 % (Referenz) | Gering |
| 2 × (10×50 mm) | 25 mm | ca. 75 % – 85 % | ca. 60 % – 70 % | Sehr hoch |
| 3 × (10×50 mm) | 25 mm | ca. 110 % – 120 % | ca. 85 % – 95 % | Sehr hoch |
| 4 × (10×50 mm) | 25 mm | ca. 140 % – 150 % | ca. 110 % – 120 % | Sehr hoch |
Warum die Biegefestigkeit bei geringerer Tiefe langsamer steigt:
- Hebelarm im Holz: Die Biegefestigkeit hängt extrem stark vom Hebelgesetz ab. Der 100 mm lange Domino ragt 50 mm tief in das Bauteil hinein. Das ergibt einen doppelt so langen Hebelarm im Holzinneren, um Biegekräfte aufzunehmen, als die 25 mm Einstecktiefe des 50-mm-Dübels.
- Aushebel-Effekt: Kurze Dübel (25 mm Tiefe) neigen unter starker Biegung dazu, die vordere Holzkante/Fräskante wegzusprengen (Auspressen der Kante), da die Kraft sehr nah an der Fuge konzentriert ist.
- Ergebnis: Erst ab ca. 4 Stück (10×50 mm) erreichst du bei reiner Biegung dieselbe Festigkeit wie mit einem einzelnen 10×100 mm Domino.“
Und wenn ich wirklich mal für irgendwas unbedingt eine tiefere Verankerung benötige, kann ich auch noch auf Runddübel-Stangen plus Bohrschablonen zurückgreifen. Oder ich vertiefe die Domino-Fräsung mit einer Oberfräse plus Kopierfräser mit schaftseitigem Anlaufring.
Jedenfalls freue ich mich schon auf die Maschine und die ersten Projekte damit!