Fachgerechter Einbau einer Arbeitsplatte aus Buche

u7000

ww-pappel
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Hallo,

Einige Fragen zum fachgerechten Einbau/Verbindung einer stabverleimte Arbeitsplatte aus Buche:

Das Problem der feuchtigkeitsabhaengigen Dehnung/Schrumpfung des Materials ist mir bekannt. Arbeitet die Platte eigentlich mehr in Laengsrichtung (Laengenaenderung der Arbeitsplatte) oder quer zur Faser (Breitenaenderung). Muss ich beides bei der Befestigung bzw. bei der Stoss-Verbingung beruecksichtigen? Wenn ja wie kann ich das konstruktiv loesen, dass sich die Platte zwar noch ausdehenen kann, aber dennoch fest auf den Unterschraenken sitzt und ausserdem sich nirgends ein Spalt bildet?

Wie macht man fachgerecht eine Eckverbindung.
a) 45grad auf Gehrung ?
dabei waere das Dehnverhalten auf beiden Seiten vermutlich gleich
oder
b) 90grad aneinaderstossen lassen?
hier wuerden sich wegen der Faserrichtung die beiden Schnittflaechen vermutlich unterschiedlich dehnen.

Habe mehrfach gelesen, dass man die Platten mit Flachduebeln (Lamellos) verbindet. Werden dann wegen der Dehnung nur die Lamellos verleimt oder dann doch die ganze Schnittflaeche der Platten? Oder werden die Lamellos gar nicht verleimt und dienen nur der Positionierung. So dass nur die Arbeitplattenverbinder die Platten aneinander pressen?

Gruss,
Uli
 

derdad

Moderator
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Lieber Uli!
Nur mal kurz: Holz verändert sich quer zur Faser mehr als längs. Wobei auch ein Unterschied ist ob quer nun radial oder tangential ist. Ein paar Zahlen: radial 8-10%, tangential 3-5%, längs 0,3-0.5%. Jeweils vom Fasersättigungspunkt bis zum Darrpunkt gerechnet.
Gehrung (45*) ist bei Massivplatten nicht angeraten. Durch die versch. Schwundmaße ergibt sich unweigerlich ein konischer Spalt.
Holz braucht immer etwas Ausgleichsplatz in der Breite.
Eine Schwierigkeit sind nicht nur die Schwundmaße, sondern es kommt der dadurch bedingte Verzug dazu.

Ich würde dir empfehlen, dich erstmal in die Materia "Arbeiten des Holzes" einzuarbeiten. Jedes Buch über Holz und viele, viele Artikel im Internet behandeln diese Eigenart des Holzes und die damit verbundenen Schwierigkeiten, ebenso wie die technischen Möglichkeiten dies zu beherrschen.

gerhard
 

vollholz

ww-robinie
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Hallo Uli,
ich schließ mich an-nicht auf Gehrung, das erscheint nur richtig. Wenn die Platten zb. breiter werden, die Länge aber nahezu konstant bleibt, ändert sich der Gehrungswinkel, er wird stumpfer. Das machen die (fixierten) Platen nicht mit, also geht die Verbindung auf.
Ich verbinde stumpf mit Lamellos nur als (Höhen-) Positionierung. Die Platten werden mit Arbeitsplattenverbindern zusammengezogen. Es wird nur handfest angezogen, sodaß ein gewisses Arbeiten möglich bleibt.
Am Korpus werden die Platten vorne richtig fest verschraubt, hinten wiederum nur leicht und mit großer Durchgangsbohrung in der Korpusoberseite. Die Platten sollten sich vor der Montage eine Tage im Raum aklimatisieren, der Raum selbst trocken sein.
Grüße,
Jens
 

u7000

ww-pappel
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Hallo Gerhard, Hallo Jens,

vielen Dank Euch beiden fuer die qualifizierten und schnellen Antworten. Das hilft mir weiter! Das mit der 45Grad Gehrung leuchtet mir jetzt auf den zweiten Blick ein - da hatte ich einen Denkfehler. Ist logisch, dass sich im Bereich der Gehrung an verschiedenen Punkten quer zur Faser eine unterschiedliche "Laenge" ergibt und somit die Dehnung unterschiedlich ist. Also man hat vorne 60cm und hinten quasi 0cm "Laenge". Damit oeffnet sich sich bei Schrumpfung die Gehrung vorne und bei Dehnung entsprechend hinten.

@Jens
ich werde das dann genauso wie Du machen. Nur eine Frage: Dichtest Du die Stoss-Verbindung noch irgendwie mit Silikon ab? Vielleicht sollte man zumindest an der oberen Kante duenn Silikon auftragen. Mach das Sinn?

Ansonsten leuchtet mir auch die Befestigung am Korpus ein, so kann sich die Platte zwar nach hinten ausdehnen und ist dennoch in der Lage und auch vertikal fixiert - super, das sollte klappen.

Gruss,
Uli
 

vollholz

ww-robinie
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Hallo Uli,
das hängt von der Oberfläche ab. Bei geölter Oberfläche, die ich bei Küchen-AP`s für sinnvoll halte, ist Silikon überflüssig. Die Kontaktflächen sollten ebenfalls geölt werden, die Fläche dann merfach nach der Montage. Die Verbindung ist danach auch dicht.
Grüße,
Jens
 

u7000

ww-pappel
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Hallo Jens,

ja, ich wollte die AP mit Hartwachsoel behandeln. Klar, wenn die Kontaktflaechen nur aneinandergepresst werden, kann ich sie ja auch oelen. Danke fuer den Tip.

Die Unterseite werde ich uebrigens auch oelen, um einen Verzug der Platte durch unterschiedliche Feuchtigkeitsaufnahmen unten <-> oben zu vermeiden.

Tja, dann kann es demnaechst losgehen ...


Gruss,
uli
 
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