Esszimmertisch selber bauen

Falean

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Hallo Zusammen,

ich möchte mir gerne einen River Table mit transparentem Epoxidharz selber bauen. Der Tisch soll fertig ca. 2,30m x 1,10m sein. Hierfür möchte ich eine eigens geschlagene Eiche aus dem Garten verwenden. Diese wurde vor gut 5 Jahren gefällt und zugeschnitten und ist seit dem trocken gelagert (in einem Schuppen). Nun möchte ich langsam aber sicher das Projekt starten und bin bei der Vorbereitung auf einige Fragen gestoßen bei denen ich gerne euch zur Hilfe ziehen würde:
1. Die Eiche ist recht hell und soll abgedunkelt werden. Wie kann dies möglichst langanhaltend ausgeführt werden? Ist hier auf etwas zu achten in Bezug auf die später Verbindung mit dem Epoxidharz (Trennmittelwirkung)?
2. Wie hoch darf die maximale Restfeuchte im Holz sein um spätere Verformungen oder ähnliches möglichst gering zu halten?
3. Ich würde gerne auf einen Kranz unter der Platte verzichten da dieser durch das transparente Epoxi sichtbar wäre. Besteht die Gefahr, dass die Platte im Bereich von Epoxidharz bricht (Aufteilung ca. 40cm Holz, 30 cm Epoxi, 40cm Holz)?

Ich freue mich auf eure Ratschläge und Tipps.

Grüße
Falean
 

andama

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Hallo Zusammen,

ich möchte mir gerne einen River Table mit transparentem Epoxidharz selber bauen. Der Tisch soll fertig ca. 2,30m x 1,10m sein. Aufteilung ca. 40cm Holz, 30 cm Epoxi, 40cm Holz?
Willst du den Tisch in 10 oder 15 Jahren immer noch anschauen, wenn dieser Kram längst aus der Mode ist?
Nachhaltigkeit ist was anderes, so ist meine Meinung
 
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Lorenzo

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Ich hab da ähnliche Bedenken wie Andreas. Und von der Nachhaltigkeit, der Verwendung von doch recht aggressiven Grundmaterial und der momentanen Mode mal abgesehen: Ich glaub nicht dass glasklares Epoxydharz auf Dauer glasklar bleibt. Und vergilbt sieht das dann richtig bescheiden aus. Und das Epoxyd kann weder das Holz am Arbeiten hindern, noch beim Arbeiten mitmachen. Ich würd das Risiko nicht eingehen, schon gar nicht mit nem für dich besonderen Holz. Ich glaube nicht dass der Tisch von der Stabilität ein Problem im Bereich des Epoxyds bekommt, sondern an den Anschlussstellen zum Holz.
Das is ne Mode die grad von einigen Seiten befeuert wird. Leute mit ner Blockbandsäge oder ner Mill können das letzte Schrottholz verkaufen indem sie RiverTable dazu schreiben. Sieht schön aus und hat Charakter, is aber fürs Schreinern untauglich. Die Kunststoffhersteller freuen sich auch. Und die vielen Leute auf YouTube die solche Tische zeigen bekommen ihre Klicks. Das machen sicher auch einige recht professionell, aber Schreiner is davon irgendwie keiner?!:emoji_thinking:
Videos davon wie solche Tische nicht nur frisch nach dem letzten Schliff mit 10000er Schleifpapier, sondern nach ein paar Heizperioden im Haus des Kunden dann aussehen gibts irgendwie auch keine.
 

Falean

ww-pappel
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Danke für die Hinweise. An die Optik vom Harz nach 10 Jahren hab ich noch gar nicht gedacht
Dann vielleicht doch besser eine Vertiefung in die Eichedielen fräsen und ein ESG einlegen? Dann wäre auch das abdunkeln vom Holz kein Problem. Könnte lasiert/geölt werden. Was ist hier die bessere Variante?
Die Optik vom Tisch gefällt mir schon bevor die Tische in Mode waren glaube also nicht, dass mir der Tisch in 10 Jahren nicht mehr gefallen wird.
 

bello

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Danke für die Hinweise. An die Optik vom Harz nach 10 Jahren hab ich noch gar nicht gedacht
Dann vielleicht doch besser eine Vertiefung in die Eichedielen fräsen und ein ESG einlegen?
Wir hatten im letzten Jahr einige wirklich interessante Epoxy-Tische in einem kleinen feinen Möbelhaus gesehen. Für die Tischplatten aus asiatischer Produktion wurden 4000 € aufgerufen. Okay, einmal darüber gegrinst und über einen Materialeinsatz von 600-700 € nachgedacht.
Dazu wurden dann zu einem stolzen Preis solche Untergestelle angeboten https://www.moebel-eins.de/Esszimme...MI8_bK8ZGV5QIVTeR3Ch13Bw-hEAYYASABEgJonvD_BwE
Bei einem Materialaufwand von etwa 1400 - 1500 € für einen großen Esstisch ist das nachdenkenswert. Aber schnell kam die Frage, gefällt das auch in einem Jahr noch?
Gilt meiner Meinung nach auch für eine Glaseinlage. Dann solltest Du die Platte insgesamt 6 mm höher herstellen, das Glas einlassen, und wenn es nicht mehr gefällt, wieder herausnehmen und den gesamten Tisch mit der OF plan fräsen.
 

petermitoe

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Im Ländle
Die Idee mit der Oberfräsenoption ist echt gut als Backup :emoji_thumbsup:

Meine Frage wäre, was dann in dem nicht mehr abgedeckten Bereich nicht mehr abgedeckt wird?
Wenn es ursprünglich ein "Rivertable" werden sollte, war bestimmt geplant interessante Fehlstellen oder Waldkante einzuarbeiten?

Eiche ist ein so schönes Holz, dass man schöne Tische machen kann, mir gefallen auch "wildere Sortierungen" gut, da würde ich mir eher über genügend Gratleisten Gedanken machen, bei den geplanten 40cm Bohlen kann ich mir vorstellen, daß die einfach an einem Stück verwendbar sein werden.

Aber das sind natürlich eher Überlegungen als Antworten :emoji_wink:
 

teluke

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bello

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Ich finde diese Gestelle außergewöhnlich preiswert.
Wenn ich das richtig sehe sind die ja funktional, kein Fake.
Bei alibaba sind sie auch nicht wesentlich preiswerter. Ich habe diese Gestelle in der wohnphilosophie gesehen, die sind wirklich funktional.
Persönlich hätte ich so ein Teil gerne im Keller.
 

Friederich

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Wie hoch darf die maximale Restfeuchte im Holz sein
Kommt ganz auf die Konstruktion und Holzauswahl bez. Jahrringverlauf an. Ca 12% können unter Umständen gerade noch gutgehen. Ideal wären knapp 8%. Also unbedingt das bisher im Schuppen vorgetrocknete Holz noch mind. ein bis zwei Heizperioden im Beheizten nachtrocknen. Oder halt Kammertrocknen. Sehr schnell, aber teuer und aufwendig.

soll abgedunkelt werden. Wie kann dies möglichst langanhaltend ausgeführt werden?
Ammoniakräuchern wäre etwas für die Ewigkeit.
Aber bitte verschiebe doch alle Überlegungen zur Oberflächenbehandlung ganz aufs Ende.
Konstruktion und Holzfeuchte sind erstmal das Allerwichtigste.
 
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Lorenzo

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Wenn er denn wirklich räuchern möchte könnte er das doch jederzeit machen,oder? Jemand persönliche Erfahrung mit dem Räuchern? Würde mich auch interessieren.
 

IngoS

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Wenn er denn wirklich räuchern möchte könnte er das doch jederzeit machen,oder? Jemand persönliche Erfahrung mit dem Räuchern? Würde mich auch interessieren.
Hallo,

ich habe schon öfter Eiche geräuchert. Ist ja besonders einfach, gegenüber beizen z.B. Schale mit Ammoniak unter das Werkstück stellen und über das Ganze eine Folie, fertig. Je länger man räuchert, desto tiefer dringt das Ammoniak ein. Splintholz dunkelt dabei kaum, darum im sichtbaren Bereich nur Kernholz verwenden.

Gruß

Ingo
 

teluke

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Man kann auch das Ammoniak direkt draufpinseln.
Der Effekt ist der gleiche.

Aber wichtig, unbedingt im Freien machen.
 

Lorenzo

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Wie sind die eure Erfahrungen was gleichmäßigkeit des Farbtons angeht? Und eventuelle Streifigkeit bei nem Pinselauftrag? Is das schwierig, oder reagiert Ammoniak nicht so wahnsinnig schnell, so dass man nicht so ein enges Zeitfenster hat um die Wirkung des Ammoniaks zu beenden?
Wenn das zuhause einigermaßen machbar ist, dann werd ich diesen Winter direkt mal bisschen Eiche aufsägen lassen. :emoji_slight_smile:
 

teluke

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Probier das doch einfach aus.
Ist nicht kompliziert. Aber die Dämpfe sind es, daher nur an der frischen Luft machen und die Nase weit weg halten.

Beim Räuchern einfach ein Plastikzelt um das fertige Möbel bauen. Dort eine Schale mit Ammoniak hineinstellen.
Das dauert aber.
Das Ammoniak auch jeden Tag erneuern.
Dann sieht man wie das dunkel wird. Wenn es dunkel genug ist einfach aufhören.
Danach noch ölen, wachsen oder lackieren.
 

IngoS

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Hallo,

mit Pinsel habe ich noch nicht probiert, aber mir reicht es, wenn ich alle Teile unter Plane aufbaue, dann einmal Luft anhalte und das Zeug in eine Schüssel gieße und unter die Plane schiebe.
Ist doch ideal, wenn man einen kompletten Korpus rundum räuchern kann, ohne einen Pinselstrich.

Gruß

Ingo
 

Lorenzo

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Ich werd gleich mal meinen Förster kontaktieren... Ich mag Eiche gern, aber ein ganzes Möbel daraus find ich oft bisschen "wuchtig". Und ich mag Kontraste. Rahmenteile geräuchert, Füllungen natur, und alles aus demselben Baum.... ich glaub das gefällt mir.
Entschuldige @Falean , ich will dein Thema nicht kapern. Aber das könnte ja auch für dich recht interessant sein.
 

teluke

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Ich habe das schon öfter auf beide Arten gemacht.

Ammoniak direkt draufpinseln ist eher das gleiche wie Beizen.
 

Friederich

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die Dämpfe sind es, daher nur an der frischen Luft machen
Im Gästeklo oder so geht es auch. "Giftig" bzw gesundheitsschädlich ist er nur in hoher Konzentration. Ansonsten so harmlos wie z.B. die Luft im Pferdestall, mit ihrem natürlichen Ammoniak.
Die Patina ist ja auch identisch mit der natürlich entstehenden in einem Bauernhaus mit angeschlossenem Viehstall.
 

Lorenzo

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Ich werd bestimmt beides ausprobieren. Ich hab mich damit noch nicht auseinandergesetzt bisher, und bin davon ausgegangen dass das ein recht heikler Prozess ist, der besser nem Profi überlassen wird.
Ein kleines Foliengewächshaus könnte für ganze Möbel ideal sein. Oder auch einfach größere Mengen an Schnittholz. Danke euch!
 
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Man kann auch das Ammoniak direkt draufpinseln.
Hallo,
dann muss man aber seeehr lange die Luft anhalten - sogar im Freien bei Rückenwind!
Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe vor tausend Jahren mal in einer Lichtpauserei aushelfen müssen.
Damals wurden die Pausen aufgerollt in Holzkisten gesteckt und im erhitzten Ammoniakdampf entwickelt :emoji_scream: .
Mir wird heute noch schwindlig, wenn ich nur daran zurückdenke :emoji_alien:.
Gruß
 

teluke

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Im Gästeklo oder so geht es auch. "Giftig" bzw gesundheitsschädlich ist er nur in hoher Konzentration. Ansonsten so harmlos wie z.B. die Luft im Pferdestall, mit ihrem natürlichen Ammoniak.
Die Patina ist ja auch identisch mit der natürlich entstehenden in einem Bauernhaus mit angeschlossenem Viehstall.
Das geht auch mit einer Konzentration wie im Pferdestatt.
Allerdings werden dann erst Deine Enkle das Ergebnis sehen.
Du lebst dann nicht mehr, gestorben bist Du aber nicht an den Dämpfen sondern an Altersschwäche :emoji_wink:.
 
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